Friedhof am Kettwiger Tor

Friedhof am Kettwiger Tor
Gedenksäule auf dem Ostfriedhof Essen – Inschrift: Hier fanden 1955 viele Essener Geschlechter nach Verlegung des Friedhofes am Kettwiger Tor eine neue Ruhestätte. Sie begründeten Essens Aufstieg zur Großstadt

Der ehemalige kommunale Friedhof am Kettwiger Tor befand sich südlich der Essener Stadtmauer vor deren Kettwiger Tor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung

Der Friedhof am Kettwiger Tor wurde 1827 als erster kommunaler Friedhof der Stadt Essen außerhalb ihrer Stadtmauer errichtet. Im Vergleich zur heutigen Bebauung lag er etwa an der Freiheit vor dem Hauptbahnhof. Es ist belegt, dass von 1522 bis 1817 eine Beinhauskapelle auf dem katholischen Friedhof auf dem nördlichen Teil des heutigen Burgplatzes stand. Dieser Friedhof wurde 1827 aufgelassen und 1830 auf den Friedhof am Kettwiger Tor verlegt. Entlang der Außenmauern und der mittleren Querachse des außerhalb der Stadtmauer gelegenen Friedhofes befanden sich Familiengruften mit Erbbegräbnissen des alteingesessenen, teils bedeutenden Bürgertums.

Krupp-Familienfriedhof

Ab 1887, mit dem Tode des Industriellen Alfred Krupps, wurde der Friedhof im Osten durch den Kruppschen Privatfriedhof erweitert. Dieser wurde ähnlich einer Parkanlage angelegt. Wegen Ausweitung städtebaulicher Baumaßnahmen der sich rasch vergrößernden Essener Innenstadt, begründet durch hohe Zuwanderung von Arbeitern für Bergbau und Stahlindustrie, musste der nördliche Teil des Friedhofes am Kettwiger Tor an der damaligen Hohenburgstraße[1] bereits in den 1910er Jahren aufgegeben werden. Von hier aus musste die 1860 verstorbene Therese Krupp geb. Wilhelmi, die Witwe des Firmengründers Friedrich Krupp, an die Freiheit umgebettet werden.

Schließung und Verlegung

1955 wurde der Friedhof schließlich wegen des beginnenden Neubaus des Ruhrschnellweg-Tunnels der heutigen Bundesautobahn 40 ganz aufgegeben. Neben den Essener Persönlichkeiten wie Zweigert, Huyssen, Kopstadt, Waldthausen und Funke waren hier Alfred Krupp und seine Frau Bertha geb. Eichhoff, deren Sohn Friedrich Alfred Krupp und seine Frau Margarethe sowie die Ur-Enkel Alfreds, Claus und Arnold von Bohlen und Halbach beigesetzt worden. Die gesamten Gräber der Familie Krupp befinden sich heute auf dem Friedhof Bredeney, die der meisten weiteren Persönlichkeiten wurden hingegen auf den Ostfriedhof verlegt.

Literatur

  • Müller, Gerhard: Die Friedhöfe in der Entwicklung Essens; in: Vergänglichkeit und Denkmal, Bonn, 1985
51.4501388888897.0133333333333

Fußnoten

  1. Der Straßenzug der Hohenburgstraße ist heute nicht mehr vorhanden. Sie verlief südlich direkt angrenzend an den Hauptbahnhof. Die heutige Bert-Brecht-Straße zwischen Bahntrasse und AEG-Haus bzw. ThyssenKrupp-Hochhaus bildet in etwa die Verlängerung der ehemaligen Hohenburgstraße.

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