Ronneburgit

Ronneburgit
Ronneburgit
Ronneburgite, Picromerite - open pit Lichtenberg, Ronneburg, Thuringia.jpg
Rotbraune Kristalle von Ronneburgit mit gelblichweißem Picromerit
(Bildbreite: 2 mm)
Andere Namen
  • IMA 1998-069
Chemische Formel K2Mn2+[V45+O12]
Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate (8. Auflage Strunz: Oxide und Hydroxide)
8.AC.75 (8. Auflage: IV/G.01-25) (nach Strunz)
47.01.05.01 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch \ 2/m [1]
Farbe Rötlichbraun
Strichfarbe Gelborange
Mohshärte 3
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,84 ; berechnet: 2,85
Glanz Diamantglanz
Transparenz durchscheinend
Bruch uneben, spröde
Spaltbarkeit undeutlich
Habitus tafelige, prismatische Kristalle
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,925 ; nβ = 1,960 ; nγ = 1,988 [2]
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
δ = 0,063 [2] ; zweiachsig negativ
Pleochroismus schwach: X = bräunlichorange mit deutlichen roten Tönen, Y = bräunlichorange und Z = bräunlichorange [3]

Ronneburgit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ (ehemals „Oxide und Hydroxide“, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung K2Mn2+[V5+4O12][4] und entwickelt tafelige bis kurzprismatische Kristalle bis etwa 0,5 mm Größe von rötlichbrauner Farbe und gelboranger Strichfarbe.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Ronneburgit 1998 auf der Absetzerhalde des Tagebaus Lichtenberg in der Uran-Lagerstätte bei Ronneburg in Thüringen und beschrieben durch Thomas Witzke, Shenyan Zhen, Karl Seff, Thomas Doering, Lutz Nasdala und Uwe Kolitsch, die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten. Als eigenständiges Mineral wurde Ronnebergit von der International Mineralogical Association (IMA) noch im selben Jahr unter der vorläufigen Bezeichnung IMA1998-069. Die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse und des anerkannten Namen erfolgte 2001 im American Mineralogist, Volume 86.

Typmaterial des Ronneburgit wurde in die Mineralogische Sammlung der Technische Universität Bergakademie Freiberg aufgenommen.

Klassifikation

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Ronneburgit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung der „Vanadiumoxide“, wo er zusammen mit Huemulit, Hummerit, Pascoit und Sherwoodit eine eigenständige Gruppe bildete.

Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Ronneburgit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate etc. ohne weitere Anionen, ohne H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings noch präziser unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung mit den Kationen Kalium und Mangan in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.AC.75 bildet.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Ronneburgit ebenfalls in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Vanadium-Oxysalze“. Dort ist er einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 47.01.05 innerhalb der Unterabteilung „Vanadium-Oxysalze (Normal VO3)

Bildung und Fundorte

Ronneburg bildete sich sekundär aus dem auf der Absetzerhalde deponierten Material des Tagebaus Lichtenberg. Begleitminerale sind unter anderem Epsomit, Gips, Hämatit, Hummerit, Picromerit.[3]

Bisher (Stand: 2010) konnte das Mineral nur an seiner Typlokalität Lichtenberg bei Ronneburg nachgewiesen werden.[2]

Kristallstruktur

Kristallstruktur von Ronneburgit mit deutlich erkennbaren, schraubenartig in [101]-Richtung verlaufenden Vanadatketten.
Rot: VO4-Tetraeder, grau: Mn, grün: K.
Kristallstruktur von Ronneburgit. Blick in b-Richtung.

Ronneburgit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/n mit den Gitterparametern a = 8,183 Å; b = 9,247 Å; c = 8,651 Å und β = 109,74°[5] sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Die Kristallstruktur besteht aus eckenverknüpften VO4-Tetraedern, die schraubenartige Vierer-Einfachketten in Richtung [101] bilden. Verbunden werden diese Ketten über Kalium- und Mangan-Ionen.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Webmineral - Ronneburgite (englisch)
  2. a b c Mindat - Ronneburgite (englisch)
  3. a b c tw.strahlen.org - Thomas Witzke (Stollentroll): Ronneburgit
  4. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  5. American Mineralogist Crystal Structure Database - Ronneburgite (englisch, 2001)

Literatur

Weblinks

 Commons: Ronneburgite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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