- Wasserburg Sachsenhagen
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Wasserburg Sachsenhagen Bergfried
Entstehungszeit: 1250 Burgentyp: Wasserburg Erhaltungszustand: Teilweise Geographische Lage 52° 23′ 37,7″ N, 9° 15′ 57,3″ O52.3938179.265914Koordinaten: 52° 23′ 37,7″ N, 9° 15′ 57,3″ O Die Wasserburg Sachsenhagen ist eine ehemalige Wasserburg in Sachsenhagen in Niedersachsen.
Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg ließ sie um 1250 zur Sicherung seines Herrschaftsbereiches und zur Kolonisation des Dülwalds errichten. Das heutige Erscheinungsbild resultiert aus der Umwandlung der Wasserburg in ein Schloss um 1600. Als es 1665 unter die Herrschaft der Landgrafschaft Hessen-Kassel kam, zerfiel die Anlage zunehmend. An Gebäuden sind heute noch der wuchtige Bergfried und das frühere Amtshaus vorhanden.
Inhaltsverzeichnis
Lage
Die Burganlage liegt südöstlich von Sachsenhagen im Niederungsgebiet der Sachsenhäger Aue in Flussnähe. Hier befand sich ein früher Flussübergang über die Aue an einer Nord-Süd-Wegeverbindung zwischen Hameln und Nienburg/Weser. Das etwa 2,5 m erhöht liegende Burggelände besteht aus einem Plateau von etwa 100 x 100 m. Zu ihm führt von Sachsenhagen aus ein erhöhter Dammweg. Nahe der Burg gab es eine Vorburg von etwa 80 x 50 m, deren Gebäude im Laufe der Jahrhunderte abgetragen wurden.
Baubeschreibung
Das heutige Erscheinungsbild resultiert aus der Umwandlung der Wasserburg in ein Schloss um 1600 durch Graf Ernst von Holstein-Schaumburg. Die Burg besteht heute aus dem Bergfried sowie dem früheren Amtshaus und einem Nebengebäude. Der dreigeschossige Bergfried ist ein gut erhaltener, massiver Turm mit 3-4 m starken Wänden. Der Turm hat eine Grundfläche von 14 x 14 m und eine Höhe von 14 m. Die Fassade weist im obersten Geschoss einen Erker und einen Aborterker auf.
Das Amtshaus hatte ursprünglich drei Geschosse und besaß früher einen Gang, der zum Turm hinüber führte. Der frühere Burgbereich wird heute durch Kleingärten genutzt.
Geschichte
Die Wasserburg an der Sachsenhägener Aue wurde erbaut durch Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg, um sein Herrschaftsgebiet zu erweitern und Anteile am Dülwald in Besitz zu nehmen. Das war ein zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Bückeburg und dem Steinhuder Meer. Die Burg diente dabei als Stützpunkt zur Rodung und Kolonialisierung. Nach der Errichtung der Burg entwickelte sich gegenüber der Sachsenhäger Aue die Siedlung Sachsenhagen. Dort siedelten Bedienstete, wie Burgmannen, Tagelöhner, Handwerker und auch Händler. Als Ackerbürger verfügten sie meist über eine kleinere Acker- und Viehwirtschaft.
Als 1253 das Bistum Minden Hoheitsrechte für das Gebiet um Sachsenhagen anmeldete, kam es zwischen dem Erbauer Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg und dem Bischof Wittekind I. von Minden zu einem Vergleich. Der Herzog musste die Burg abgeben und erhielt sie zur Hälfte als Lehen zurück. Der Bischof platzierte auf der Burg seine Burgmannen, die über 2 bischöfliche Burgmannshöfe verfügten. 1391 wurde die Vorburg im Niedersächsischen Städtebuch genannt.
1571 wurde die Burg von Graf Otto IV. von Holstein-Schaumburg an Hermann von Mengersen als dem Drost von Rodenberg verpfändet. 1595 erhielt Graf Ernst von Holstein-Schaumburg die Burg Sachsenhagen von seinem älteren Halbbruder Adolf XIV. als Abfindung. Er ließ die Wasserburg in ein Residenzschloss umgestalten. Als Graf Adolf XIV. 1601 verstarb, zog Graf Ernst nach Stadthagen, um vom dortigen Schloss die Regierungsgeschäfte über die Grafschaft Schaumburg zu übernehmen.
Als 1619 Sachsenhagen durch einen Großbrand vernichtet wurde, blieb das außerhalb gelegene Schloss unversehrt. Zwischen 1622 - 1634 war das Schloss Residenz des Grafen Hermann von Schauenburg und Holstein. Nach der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1665 kam das Schloss unter die Herrschaft der Landgrafschaft Hessen-Kassel und verfiel.
Erhalten geblieben sind der Bergfried, das Amtshaus und ein Nebengebäude. Die restlichen Gebäude des Schlosses wurden ebenso wie die Vorburg im Laufe der Zeit abgetragen. Nördlich gegenüber der Burg befand sich die landwirtschaftliche Domäne, die das Wirtschaftsleben in Sachenhagen wesentlich bestimmte. 1877 wurde die Domäne von der Gemeinde Sachsenhagen ersteigert, das Land den Bürgern verkauft und die Gebäude vermietet. Nach einem Brand verfielen die Gebäude und wurden zum Teil abgerissen.
1923 wurde im oberen Saal des Bergfrieds eine Jugendherberge eingerichtet. In den 1930er Jahren nutzte der Bund Deutscher Mädel die Räumlichkeiten. In den 1960er Jahren waren sie Übungsraum für schulsportliche Zwecke.
Das frühere Amtshaus befindet sich seit 1969 in Privatbesitz und wird für Wohnzwecke genutzt, ebenso das Nebengebäude. Im derzeit (2011) noch unrenovierten Bergfried finden heute kulturelle Veranstaltungen des Heimatvereins Sachsenhagen-Auhagen statt.
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Karyatidenportal am Treppenturm
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Kunstvoll gestaltete Wendeltreppe
Weblinks
Wikisource: Sachsenhagen in der Topographia Westphaliae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
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