- Flamen (Religion)
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Ein Flamen (Plural: flamines) war in der altrömischen Religion der Einzelpriester einer bestimmten Gottheit.
Inhaltsverzeichnis
Etymologie
Die Herkunft der Bezeichnung flamen ist unklar. Varro leitete das Wort von dem Wollfaden oder wollenem Band her, das Teil des Apex, der rituellen Kopfbedeckung der Priester, war, also von filum („Faden“) zu filamen/flamen.[1]
Georges Dumézil setzte das Wort in Beziehung zu Brahman, der Bezeichnung der indischen Priester.[2] Andere Ableitungen sind vom indogermanischen *flad(s)men und daraus gotisch blotan („verehren“).[3]
Flamines maiores und minores
Die drei großen Flamines (flamines maiores) waren seit frührömischer Zeit für den Kult der Götter Jupiter (Flamen Dialis), Mars (Flamen Martialis) und Quirinus (Flamen Quirinalis) zuständig gewesen. Zu ihnen trat zu Beginn des Prinzipats der Flamen für den als Divus Iulius zum Gott erhobenen Gaius Iulius Caesar (Flamen Divi Iulii).
Daneben gab es zwölf flamines minores für weitere Götter, die nicht alle bekannt sind:
- Flamen Furrinalis (Priester der Furrina)
- Flamen Carmentalis (Priester der Carmenta)
- Flamen Volcanalis (Priester des Vulcanus)
- Flamen Cerealis (Priester der Ceres)
- Flamen Portunalis (Priester des Portunus)
- Flamen Volturnalis (Priester des Volturnus)
- Flamen Palatualis (Priester der Palatua)
- Flamen Floralis (Priester der Flora)
- Flamen Falacer (vermutlich im Zusammenhang mit dem sabinischen Ort Falacrinae)
- Flamen Pomonalis (Priester der Pomona)
- Flamen einer nicht überlieferten Gottheit (vielleicht Lucularis)
- Flamen einer nicht überlieferten Gottheit (vielleicht Virbialis).
Alle Flamines gehörten zum Kollegium der Pontifices. Die flamines maiores mussten dem Patriziat entstammen, die flamines minores waren Plebejer oder in der Kaiserzeit Equites. Für alle flamines maiores galt die Vorschrift, dass sie Kinder von Eltern sein mussten, die mit dem Ritus der confarreatio verheiratet worden waren. Auch die designierten flamines maiores selbst mussten nach diesem alten Ritus verheiratet sein. Die Ehefrau eines Flamen wurde als Flaminica bezeichnet.
Mit der Apotheose des Divus Augustus unter Kaiser Tiberius wurde auch für die vergöttlichten Angehörigen des Kaiserhauses (divi) nach ihrem Tode jeweils ein Flamen eingesetzt, die flamines divorum. Der ursprüngliche flamen Divi Iulii, der Priester des vergotteten Iulius Caesar, gehörte darüber hinaus den flamines maiores an und war aufgrund der Privilegien des Priesteramtes dem flamen Dialis vergleichbar, besaß allerdings weitreichende politische Freiheiten. Ferner gab es Flamines auch im Kollegium der Arvalbrüder und in einigen Städten des Reiches.
Das Leben der Flamines unterlag strikten rituellen Regelungen, die vor allem für den Flamen Dialis besonders restriktiv waren. Zum Beispiel musste er unter freiem Himmel stets die rituelle Kopfbedeckung bestehend aus Galerus und Apex tragen, die anderen Flamines mussten das nur bei rituellen Handlungen.
Literatur
- Francesca Prescendi: Flamines. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 537–539.
- Erich Samter: Flamines. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VI,2, Stuttgart 1909, Sp. 2484–2492.
- Jens H. Vanggaard: The flamen. A study in the history and sociology of Roman religion. Museum Tusculanum Pr., Kopenhagen 1988, ISBN 87-7289-059-2
Weblinks
Commons: Flamen – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienEinzelnachweise
- ↑ Varro, De lingua latina 5,84. Siehe auch Festus, De verborum significatione, s.v. Flamen Dialis, und Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 6,24.
- ↑ Georges Dumézil: Flamen - Brahman. Geuthner, Paris 1935.
- ↑ Walter Pötscher: Flamen Dialis. In: Mnemosyne, Fourth Series, Vol. 21, 2/3 (1968), S. 215.
Pontifex | Flamen | Vestalin | Rex sacrorum | Augur | Quindecimviri Sacris Faciundis | Septemviri epulonum | Salier | Fratres Arvales
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