- Hamburg-Tonndorf
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Koordinaten 53° 35′ 10″ N, 10° 7′ 29″ O53.5861310.12477Koordinaten: 53° 35′ 10″ N, 10° 7′ 29″ O Fläche 3,9 km² Einwohner 12.611 (31. Dez. 2006) Bevölkerungsdichte 3234 Einwohner/km² Postleitzahl 2…. Vorwahl 040 Bezirk Wandsbek Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein Tonndorf ist heute ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Wandsbek. Er dient überwiegend als Wohngebiet, an den Rändern gibt es einige gewerblich genutzte Flächen. Es gab bis in das vergangene Jahrhundert hinein eine Vielzahl von Tongruben und Ziegeleien, dennoch leitet sich der Ortsname nicht davon ab. Eine der vollgelaufenen Tongruben ist heute das Strandbad Ostende. Es war ursprünglich eine vollgelaufene Tongrube, deren Uferbereiche von dem Besitzer Mejer parzelliert und an Interessierte verpachtet worden ist. Das Ganze firmierte unter dem Namen Strandpark Ostende. Im Jahre 1935 beabsichtigte die Wehrmacht, im Zusammenhang mit dem Bau der Kasernen in der heutigen Wilsonstrasse, an diesem See eine Militärbade-Anstalt einzurichten. Für diesen Zweck wurde die damalige Stadt Wandsbek vorgeschickt. Diese kaufte das Areal im November 1935 von dem Besitzer Mejers bzw. dessen Erben, kündigte sämtliche Pachtverträge und reichte das Areal 1936 an die Wehrmacht weiter. Diese errichtete dort die geplante Militärbade-Anstalt. Nach 1945 wurde dann die Militärbade-Anstalt als Freibad Ostende, später Strandbad Ostende, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Noch ein Hinweis zu der Namensgebung Ostende: In der Flurkarte, die dem oben beschriebenen Verkaufsvorgang zu Grunde lag, ist der See als der "Der große Sonnensee" mit dem Zusatz "Ostende" beschriftet. Also ist, wie im Volksmund gerne erwähnt, der Name "Ostende" nicht durch Soldaten erfunden worden.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Tonndorf grenzt im Norden an Farmsen-Berne, im Osten an Rahlstedt, im Süden an Jenfeld und im Westen an Wandsbek.
In seinem nördlichen Teil wird es von der Wandse durchflossen, die teilweise eine sumpfige Niederung, die Tonndorfer Wandsewiesen, bildet. Die Rahlau entspringt im Osten des Orts und fließt im Westen in die Wandse. Das Gebiet umfasst nur noch Teile der ursprünglichen Gemeinde Tondorf-Lohe. Gemeindeteile wurden Rahlstedt zugeschlagen. Einen eigentlichen Ortskern gibt es nicht, im Bereich rund um den Bahnhof haben sich einige Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt. Seit einigen Jahren befindet sich dort an der Tonndorfer Hauptstraße das Einkaufszentrum „Tondo“.[1]
Geschichte
Aus Grabungsfunden, die in den letzten zwei Jahrhunderten gemacht wurden, ergeben sich Zeugen einer Besiedelung schon in der Frühgeschichte. Im Bereich der heutigen Straßen Tongrubenweg – Sonnenredder und Jenfelder Straße – Thingsberg haben sich früher Grabhügel befunden, zuletzt wurden in den 1930er Jahren bei Aushubarbeiten Gräber- und Besiedelungsfunde, wohl aus der Eisen- und Bronzezeit, gemacht. Im Bereich der Rahlau wurden 1935 Reste eines sächsischen Dorfes aus dem achten Jahrhundert gefunden.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Tonndorf stammt aus dem Jahre 1314, zu diesem Zeitpunkt war Todendorpe, der ursprüngliche Name des Dorfes, ein für die damalige Zeit großes Dorf mit acht Hufen. Der Name Todendorpe stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Schauenburger Grafen und lässt auf den Ortsgründer, wahrscheinlich einen „Todo“, schließen.
1342 wurde das Dorf für 110 Mark an das Kloster Reinbek verkauft. In der Folge kam das Dorf an das Amt Reinbek und 1646 an den Wandsbeker Gutsherrn Balthasar Behrens, der besonders an den vier an der Wandse gelegenen Mühlen interessiert war. [1]. Die Verlegung der Landstraße nach Lübeck führte zu einer Verlegung einzelner Höfe und damit zur Auflösung der alten Dorfanlage. 1865 wurde die Bahnlinie Hamburg-Lübeck errichtet, Tonndorf blieb zunächst aber ohne Bahnhof, der erst 1935 als Haltestelle Wandsbek-Ost (heute Bahnhof Tonndorf) eingerichtet wurde. 1927 wurde Tonndorf nach Wandsbek eingemeindet, der Ortsteil Lohe fiel an Rahlstedt.[1]
Erst im Laufe der Zeit wandelte sich der Name zu Tonndorf. Der zum Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein gehörende Ort wurde 1927 in die Stadt Wandsbek eingemeindet. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 wurde Tonndorf zusammen mit Wandsbek ein Teil von Hamburg.
Politik
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Tonndorf zum Wahlkreis Wandsbek. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:
- SPD 52,2% (+17,8)
- CDU 22,8% (-21,0)
- GAL 7,6% (+1,1)
- FDP 5,9% (+1,2)
- Die Linke 5,8% (-1,3)
- Übrige 5,7% (+2,2)
Verkehr
Tonndorf wird durch die Bundesstraße 75 und die Tonndorfer Hauptstraße, vormals B 435, durchschnitten. Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Lübeck–Hamburg, die durch den 1934 eröffneten und seit 2003 im Zuge der Aufhebung der Bahnübergänge völlig neu gestalteten Regionalbahnhof Tonndorf, (ehemals Wandsbek-Ost) für eine Nahverkehrsanbindung über die Regionalbahnlinie R10 sorgt. Am 12. April 2006 wurde die Bahnunterführung Sonnenweg und dann 2007 die Unterführung der Tonndorfer Hauptstraße mit einer neuen Trassenführung eröffnet. Somit konnten die Pläne für die Aufhebung der Bahnübergänge, die erstmalig 1913 verfasst wurden, umgesetzt werden. Richtung Süden als Hauptverkehrsachse verläuft zur Anbindung an die A 24 die Jenfelder Allee.
Medien
Recht zentral liegt das Studio Hamburg, in dem zahlreiche Fernsehsendungen und Filme produziert werden.
Feuerwehr
Im Jahr 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr Tonndorf gegründet. Die Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Tonndorf[3] ist für die Stadtteile Jenfeld und Tonndorf zuständig und ist ein fester Bestandteil des Stadtteils. Das Feuerwehrhaus an der Jenfelder Allee 75 beherbergt zwei Fahrzeuge zur Technischen Hilfeleistung und zum Brandschutz. Neben der FF-Tonndorf ist auch die Berufsfeuerwehr Wandsbek an der Stein-Hardenberg-Straße im Stadtteil Tonndorf beheimatet, die den Rettungsdienst und Brandschutz für den Bereich Wandsbek gewährleistet. Ebenfalls in Tonndorf ist die Betriebsfeuerwehr von Studio Hamburg auf dem Studiogelände untergebracht.
Bildung
Es befinden sich in Tonndorf die „Schule Tonndorf“ (Grundschule), das „Gymnasium Tonndorf“ und die HR Schule Sonnenweg, wobei letztere beiden ab dem Schuljahr 2006/2007 zusammen mit der Grundschule "Eckerkoppel" zu der „Kooperativen Schule Tonndorf“ umgestaltet wurden.
Einzelnachweise
- ↑ a b c 675 Jahre Tonndorf, Eine Festschrift des Vereins für Tonndorf zum Jubiläum im Jahre 1989
- ↑ http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
- ↑ Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Tonndorf
Weblinks
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