2,3-Butylenglykol

2,3-Butylenglykol
Strukturformel
Allgemeines
Name 2,3-Butandiol
Andere Namen
  • 2,3-Butylenglykol
  • Dimethylethylenglykol
  • Butan-2,3-diol
  • (R,R)-2,3-Butandiol
  • (S,S)-2,3-Butandiol
  • meso-2,3-Butandiol
  • 2,3-Dihydroxybutan
Summenformel C4H10O2
CAS-Nummer 513-85-9 (Enantiomerengemisch)
5341-95-7 (meso-2,3-Butandiol)
19132-06-0 [(S,S)-(+)-2,3-Butandiol)]
24347-58-8 [(R,R)-(+)-2,3-Butandiol)]
Kurzbeschreibung leicht viskose, farblose, fast geruchlose Flüssigkeit [1]
Eigenschaften
Molare Masse 90,12 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,01 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

19 °C[1]

Siedepunkt

180 °C[1]

Dampfdruck

0,23 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

mischbar mit Wasser[1] und Ethanol, löslich in Essigsäure und Benzol

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
LD50

5000 mg·kg−1 (Ratte, oral)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

2,3-Butandiol ist ein aliphatischer Alkohol mit zwei Hydroxylgruppen (–OH) und der Summenformel C4H10O2.

Die Anordnung der Hydroxylgruppen kann räumlich unterschiedlich sein. Es existieren daher drei Stereoisomere.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

2,3-Butandiol entsteht z. B. beim Brauvorgang durch Verstoffwechselung des Diacetyl durch die Brauhefe. Obergärige Biere können 50 bis 130 mg/l 2,3-Butandiol enthalten.

Gewinnung und Darstellung

2,3-Butandiol wird unter anderem durch Säurehydrolyse von Maiszucker gewonnen. Mit biotechnologischen Methoden (Umsatz mit Bakterien welche zur gemischten Säuregärung fähig sind, z. B. Enterobacter aerogenes; siehe auch 2,3-Butandiolgärung) lassen sich die einzelnen Enantiomere auch rein darstellen.

Stereoisomerie

2,3-Butandiol ist chiral und enthält zwei gleichsubstituierte stereogene Zentren, es gibt also drei Stereoisomere: (R,R)-2,3-Butandiol [Synonym: D(−)-2,3-Butandiol] und das dazu enantiomere (S,S)-2,3-Butandiol [Synonym: L(+)-2,3-Butandiol] sowie das meso-2,3-Butandiol.

Physikalische Eigenschaften

Da es sich bei 2,3-Butandiol meist um ein Gemisch der drei Stereoisomere in schwankender Zusammensetzung handelt, können die Schmelz- bzw. Siedepunkt variieren.

Physikalische Eigenschaften der einzelnen Stereoisomeren[2]

  • meso-2,3-Butandiol
    • Schmelzpunkt 32–34 °C
    • Siedepunkt 183–184 °C
    • Optische Aktivität [α]25 °CD ±0°
    • Dichte 1,0003 g/cm3 (20 °C)
    • Brechzahl 1,4367 (25 °C)
  • D(−)-2,3-Butandiol
    • Schmelzpunkt 25 °C
    • Siedepunkt 180–182 °C
    • Optische Aktivität [α]25 °CD +12,5° (unverdünnt)
    • Dichte 0,9872 g/cm3 (25 °C)
    • Brechzahl 1,4306 (25 °C)
  • L(+)-2,3-Butandiol
    • Schmelzpunkt 19,7 °C
    • Siedepunkt 178–181 °C
    • Optische Aktivität [α]25°CD −13° (unverdünnt)
    • Dichte 0,9869 g/cm3 (25 °C)
    • Brechzahl 1,4340 (25 °C)
  • DL-2,3-Butandiol (Racemat aus D- und L-Form)
    • Schmelzpunkt 7,6 °C
    • Siedepunkt 182 °C
    • Optische Aktivität [α]25 °CD ±0°
    • Dichte 1,0033 g/cm3 (20 °C)
    • Brechzahl 1,4310 (25 °C)

Verwendung

2,3-Butandiol wird zumeist als Ersatz für Glycerin verwendet. Außerdem dient es als Lösemittel, zumeist für Farben und als Ausgangsstoff für die Herstellung von Butadien, Kunststoffe und Epoxid-Harze. In Toilettenartikeln wird es als Zusatz in Haarwässern, Haarwasch- und Fixiermitteln sowie in Rasierschaum und Zahnpaste verwendet.[3]

Quellen

  1. ↑ a b c d e f g Eintrag zu 2,3-Butandiol in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 4. Aug. 2007 (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ CRC Handbook of Chemistry and Physics, 60th Edition, CRC Press, 1980
  3. ↑ Chemielexikon, Hermann Römpp, Fünfte Auflage, Franckh'sche Verlagshandlung, 1962

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