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Islay (Ìle) Topografische Karte von Islay Gewässer Atlantischer Ozean Inselgruppe Innere Hebriden Geographische Lage 55° 47′ N, 6° 14′ W55.784444444444-6.2408333333333491Koordinaten: 55° 47′ N, 6° 14′ W Länge 40 km Breite 32 km Fläche 619,6 km² Höchste Erhebung Beinn Bheigeir
491 mEinwohner 3.457 (2001)
5,6 Einw./km²Hauptort Bowmore Straßenkarte von Islay Islay [ˈaɪlə] (schottisch-gälisch:
Ìle)?/i ist die südlichste und fruchtbarste Insel der Inneren Hebriden und gehört zur Unitary Authority Argyll and Bute.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Die Insel hat eine Größe von 619,6 km², ist etwa 40 km lang und hat eine maximale Breite von 32 km. Die höchste Erhebung ist 491 m hoch. Von Norden und Süden ragen die Meeresarme Loch Gruinart und Loch Indaal tief in das Innere der Insel. Die nach Südwesten ins Meer ragende Landzunge wird Rhinns of Islay genannt. Die im äußersten Süden der Insel gelegene Halbinsel heißt Mull of Oa und ist ein felsige Region.
Auf Islay leben 3.457 Einwohner (Stand: 2001). Hauptort ist Bowmore mit 860 Einwohnern (Schätzung 2004)[1]. Zu den weiteren Ortschaften zählen Port Ellen, Port Askaig und Port Charlotte.
Das Klima ist dank des Golfstroms recht mild.
Geschichte
Die ersten Siedler waren Jäger und Sammler, die während des Mesolithikums nach Islay kamen. 1993 wurde ein Feuerstein gefunden, der vor 12.000 Jahren als Werkzeug benutzt worden war. Kolumban kam im 5. Jahrhundert auf seinem Weg von Irland nach Iona offenbar nach Islay. Die Insel war damals Teil des Königreichs Dalriada. Vom 14. bis 16. Jahrhundert regierten die Lords of the Isles die schottische Westküste. Sie hatten lange ihren Sitz auf Islay. 1408 wurde von ihnen die gälischsprachige Islay Charter unterzeichnet. 1726 wurde Islay von Daniel Campbell erworben. Bis 1853 blieb die Insel im Besitz seiner Familie, bevor sie an James Morrison verkauft wurde.
Bereits ab den 1830er Jahren begann die Bevölkerungszahl zu sinken. Grund waren wie in vielen Teilen Schottlands die Highland Clearances, durch die viele Bewohner zur Emigration gezwungen wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde auf Islay ein Militärflugplatz gebaut, der später für zivile Zwecke genutzt wurde. Anfang dieses Jahrtausends wurde auf Islay eine Zweigstelle des gälischsprachigen College Sabhal Mòr Ostaig eröffnet.
Flora und Fauna
Auf der Insel findet man zahlreiche Vogelarten. Dazu zählen die Alpenkrähe, Kornweihe,Seeadler, Austernfischer, Kormorane und viele Watvogelarten. Im Februar finden sich viele Weißwangengänse auf Islay ein. Auf Islay lebt eine Rotwild-Population von etwa 5000 Tieren, während ehemals hier heimische Bestände von Wölfen und Braunbären heute ausgerottet sind.[2]
Sehenswürdigkeiten
Das Clyde tomb von Cragabus und der Steinkreis von Cultoon gehören neben der mittelalterlichen Kilchiaran Chapell (St. Ciaran’s Kapelle) mit ihrem Stein mit Cup-and-Ring-Markierungen ebenso zu den Sehenswürdigkeiten wie die Menhire von Ballinaby oder der Broch Dun Nosbridge und die Keltenkreuze von Kildalton und Kilnave. Das stark verwitterte frühchristliche Kreuz von Kilnave aus dem 5. Jahrhundert steht an der Nordküste westlich der Bucht von Gruinard auf der Ardnave-Halbinsel vor der Ruine der gleichnamigen Kapelle. Kreuz und Kapelle sind im nationalen Denkmalregister verzeichnet.
In der Nähe der Bunnahabhain-Destillerie ist das Schiffswrack der Wyre Majestic zu sehen, die dort im Oktober 1974 auf Grund lief. Im Nordosten der Insel befindet sich auf einer Insel im Loch Finlaggan die Ruine des Sitzes des Lord of the Isles. Angeschlossen ist ein Heimatmuseum.
Wirtschaft und Verkehr
Whisky
Eine wichtige Einnahmequelle der Insel ist neben der Landwirtschaft die Produktion von Whisky und der damit verknüpfte Tourismus. Anders als die anderen Inseln der Hebriden bildet Islay eine eigene Whiskyregion und wird weder zu den Islands noch zu den Highlands gerechnet.
Zurzeit sind acht Brennereien aktiv:
Noch nicht wieder in Betrieb ist die Port-Charlotte-Brennerei, die zu Bruichladdich gehört.[3] Von 1825 bis 1929 hieß die Destillerie Lochindaal. So soll die Destillerie auch nach dem Wiederaufbau heißen.[4]
Nicht mehr in Betrieb sind[5][6][7]
- Port Ellen (1825–1983)
- Malt Mill (1908–1960) auf dem Gelände von Lagavulin
- Mulindry (1826–1831)
- Newton (1819–1837)
- Octomore (1816–1852)
- Scarrabus (1817–1818)
- Tallant (1821–1852)
- Ardenistiel (1837–1868) auf dem Gelände von Laphroaig, auch als Kildalton (1849–1852) und Islay (1852–1866) bekannt
- Ardmore (1817–1837), mit Lagavulin zusammengelegt
- Bridgend (1818–1822)
- Daill (1814–1834)
- Lossit (1821–1860), auch als Ballygrant (1821–1826) bekannt
- Achenvoir (1816–1818)
- Freeport (–1847)
- Glenavullen (1827–1832)
- Killarow (–1766, 1821–1822)
- Octovullin (1816–1819)
- Torrylin
- Upper Cragabus
Stromerzeugung
1,3 Kilometer nordwestlich von Portnahaven an der Westküste befindet sich das erste Wellenkraftwerk der Welt, das ins öffentliche Stromnetz speist. Die Anlage namens Limpet 500 wurde 2001 von der schottischen Firma Wavegen, einer hundertprozentigen Tochter der deutschen Voith Siemens Hydro Power Generation GmbH & Co. KG, gebaut und hat eine Nennleistung von 0,5 MW.[8]
Landwirtschaft
Auf Islay gibt es rund 30.000 Schafe.
Verkehr
Es gibt zwei Fährhäfen, Port Ellen im Südosten und Port Askaig im Nordosten, die die Insel mit Kennacraig auf der Halbinsel Kintyre verbinden. Eine kurze Fährverbindung zur Insel Jura existiert von Port Askaig.
Siehe auch
Weblinks
- Islay-Guide zum Ausdrucken (englisch)
- Website der Whiskybrennereien auf Islay (englisch)
- Kapelle und Kreuz von Kilnave in der Datenbank der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Scotland (RCAHMS) (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ General Register Office for Scotland: Mid-2004 Population Estimates for Settlements in Scotland
- ↑ GEO 360° „Das Whisky-Geheimnis von Islay“, arte 21. November 2010
- ↑ Geplante Wiedereröffnung der Brennerei Port Charlotte (mit Bildern; engl.)
- ↑ Blogartikel über Bruichladdich
- ↑ Ehemalige Whiskybrennereien (mit Bildern; engl.)
- ↑ Misako Udo: The Scottish Whisky Distilleries. Black & White Publishing 2006, ISBN 1-84502-130-4
- ↑ The Lost Distilleries of Scotland (mit Bildern; engl.)
- ↑ Bericht auf 3sat.online
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