- Bahnhof Potsdam Park Sanssouci
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Potsdam Park Sanssouci Halle des Kaiserbahnhofs,
rechts davon der Bahnhof Potsdam Park SanssouciDaten Kategorie 4 Betriebsart Kreuzungsbahnhof Bahnsteiggleise 3 Reisende < 2.500/Tag[1] Abkürzung BWP Eröffnung 1868 Lage Stadt Potsdam Land Brandenburg Staat Deutschland Koordinaten 52° 23′ 40″ N, 13° 0′ 50″ O52.39444444444413.013888888889Koordinaten: 52° 23′ 40″ N, 13° 0′ 50″ O Eisenbahnstrecken - Berlin–Magdeburg (km 30,1) (KBS 201 / 260)
- Oranienburg–Jüterbog (km 58,8) (KBS 209.20 / 209.21)
Bahnhöfe in Brandenburg Der Bahnhof Potsdam Park Sanssouci, bis 1999 Bahnhof Wildpark, ist ein Bahnhof in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Er liegt an der Kreuzung der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn mit der Umgehungsbahn. Auf dem Gelände des Bahnhofs liegt der bekannte Kaiserbahnhof. Das eigentliche Empfangsgebäude des Bahnhofs, auch Bürgerbahnhof genannt, ist ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1869. Dabei handelt es sich um das einzig erhaltene Bahnhofsgebäude in Potsdam aus der frühen Zeit der preußischen Eisenbahnen.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Der Bahnhof Wildpark entstand 1868 mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke nach Magdeburg. Der Bahnhof verfügte über einen überdachten Bahnsteig, eine Empfangshalle, Imbisskiosk und Toilettenhäuschen. Mit dem Bau des Bahnhofes entstand ein Fachwerk-Empfangsgebäude. Es war über 40 Jahre lang, bis zur Fertigstellung des westlich gelegenen Kaiserbahnhofs, die Kaiserliche erste Hofstation Potsdams und diente als Empfangsgebäude für zahlreiche Hoheiten und Exzellenzen Europas.
Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich das Bild des Bahnhofes. Mit der Umgehungsbahn nach Nauen (eröffnet 1902) und Jüterbog (1904) wurde Wildpark zu einem kleinen Bahnknoten. Die Gleisanlagen wurden auf einen Damm verlegt, die Bahnsteige waren durch einen Tunnel gegenüber dem Empfangsgebäude verbunden. Für den Kaiser entstand westlich des alten Gebäudes der neue Kaiserbahnhof, der 1909 eingeweiht wurde. Das alte Empfangsgebäude wurde entsprechend zum Bürgerbahnhof.
Der Bahnhof verfügte seitdem über einen Außenbahnsteig an der Nordseite neben der Halle zum Kaiserbahnhof und zwei Inselbahnsteige.
In den 1950ern Jahren fungierte der Bahnhof bis zur Komplettierung des Berliner Außenrings mit dem heutigen Bahnhof Potsdam Pirschheide (früher Potsdam Süd und Potsdam Hauptbahnhof) einige Jahre als Schnellzughalt für einige Urlauberzüge aus Sachsen an die Ostsee.
Mitte der 1990er Jahre wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut. Die alten Bahnsteige und praktisch alle Aufbauten, die noch vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammten, wurden abgerissen und durch neue Typenbahnsteige ersetzt. Der südliche Bahnsteig wurde ganz und gar abgetragen. Ebenso verschwand die alte Einrichtung des Tunnels.
Seit 1998 halten wieder durchgehende Züge nach Berlin im Bahnhof. Zunächst hielt dort alle zwei Stunden der RE 2, seit 1999 stündlich der RE 1. Im selben Jahr wurde der Bahnhof in Potsdam Park Sanssouci umbenannt. Zunächst betraf das nur den Reiseverkehr, bahnintern hieß die Station zunächst weiterhin Wildpark.
Bürgerbahnhof
Das Fachwerk-Bahnhofsgebäude ist ein seltener Vertreter der Bahnhofsarchitektur aus den 1860er Jahren. Das leerstehende denkmalgeschützte Gebäude, das die Deutsche Bahn bereits abreißen wollte[2], wurde im Jahr 2006 an die Stadt Potsdam verkauft. Die denkmalgerechte Rekonstruktion war für Ende 2006/Anfang 2007 geplant, wurde jedoch verschoben. Der Potsdamer Kulturverein Rosenweiss e. V. hat zum Bahnhof ein Nutzungskonzept erstellt. Der Verein lädt zu speziellen Führungen zur Bahnhofs- und Parkgeschichte ein. Es wurden organisierte Müllsammelaktionen auf dem Bahnhofsparkgelände durchgeführt, da im Laufe des jahrelangen Leerstandes des Bahnhofs wilde Müllablagerungen auf dem Parkgelände überhand nahmen. Das Gebäude soll verkauft werden, sein Zustand hat sich bis 2009 weiter verschlechtert und er gilt als einsturzgefährdet. Neben der Verein Rosenweiss hat sich der Gastronom Laggner um den Kauf des Gebäudes beworben.[3] Laggner plant, auf dem Gelände einen Biergarten und kleine Läden einzurichten..[4]. Am Pfingstwochenende 2011 wurde bereits der Biergarten eröffnet. Im Juli 2011 begann man mit der Entkernung der Gebäude.
Am Bahnhof befindet sich ein von Peter Joseph Lenné gestaltete Parkgelände, auf dem sich heute noch historische Anpflanzungen wie Rosskastanien (Aesculus), Platanen (Platanus) und eine Kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia) aus dem 19. Jahrhundert befinden. Eine Allee, die sich im Südparkbereich befindet, ist mit einer Rampe Richtung Bahndamm vorhanden. Unmittelbar östlich davon befand sich der Kaiserpavillon für die Hofschaft sowie die Kaiserfamilie. Südöstlich steht das imposante schmiedeeiserne Posttor ( 2009 Wiederhergestellt), welches der offizielle Eingang zum Park Sanssouci war. Auf dem Bahnhofsgartengelände befanden sich auch eine Halle für ein Gartenlokal und ein Eiskeller.
Heutige verkehrliche Bedeutung
Der Bahnhof wird heute täglich von Hunderten von Pendlern und Studenten zu der nahe liegenden Universität Potsdam frequentiert. Er ist auch Ausgangspunkt von Reisegruppen und Wanderern für Touren in den Park Sanssouci, zum Neuen Palais und in den nahe gelegenen Wildpark. Außerdem halten mehrere Buslinien am Bahnhof.
Linie Verlauf Takt RE 1 Brandenburg (Havel) – Potsdam Park Sanssouci – Potsdam Hauptbahnhof – Berlin-Wannsee – Berlin – Fürstenwalde (Spree) – Frankfurt (Oder) Stundentakt RB 20 Potsdam Hauptbahnhof – Potsdam Park Sanssouci – Hennigsdorf (bei Berlin) Zweistundentakt RB 21 Griebnitzsee – Potsdam Hauptbahnhof – Potsdam Park Sanssouci – Wustermark Stundentakt Einzelnachweise
- ↑ Bahnhofsentwicklungsprogramm Brandenburg. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 46, abgerufen am 8. August 2010 (PDF).
- ↑ Potsdamer Neueste Nachrichten, 22. Februar 2005 digitalisiert
- ↑ Potsdamer Neueste Nachrichten, 26. Juni 2009 digitalisiert
- ↑ Potsdamer Neueste Nachrichten, 8. April 2009 digitalisiert
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