Würges

Würges
Würges
Koordinaten: 50° 17′ N, 8° 17′ O50.2833333333338.2791666666667200Koordinaten: 50° 17′ 0″ N, 8° 16′ 45″ O
Höhe: 200–413 m
Fläche: 13,82 km²
Einwohner: 2.845 (2005)
Eingemeindung: 1974.07
Postleitzahl: 65520
Vorwahl: 06434

Würges bildet heute mit 2.547 Einwohnern und einer Gemarkung von 1380 ha (davon 628 ha Wald) den südlichsten Stadtteil der Stadt Bad Camberg im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Würges ist das südlichste Dorf im Regierungsbezirk Gießen und nach der Kernstadt und Erbach der drittgrößte Stadtteil von Bad Camberg.

Pfarrkirche St. Ferrutius, Seitenansicht
Pfarrkirche St. Ferrutius, Portalseite

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr

Würges liegt nördlich des Hauptkammes des Taunus, im Goldenen Grund, 18 Kilometer südöstlich von Limburg an der Lahn. Die nächsten Großstädte sind Wiesbaden (31 Straßenkilometer südlich), Frankfurt am Main (48 Straßenkilometer südöstlich, 59 Kilometer über die Autobahn), Koblenz (72 Kilometer westlich) und Siegen (90 Kilometer nördlich).

Die Gemarkung erstreckt sich als ost-westlicher Schlauch von rund acht Kilometern Länge und zwei Kilometern Breite vom Dombachtal über das Emsbachtal bis zur Autobahn. Durch die Würgeser Gemarkung verlaufen die Bundesautobahn 3, die Bundesstraße 8 sowie die Bundesbahnlinie Frankfurt-Limburg und die ICE-Trasse Frankfurt-Köln. Der Ostteil der Gemarkung ist von Mischwald bedeckt, im Westen herrscht Landwirtschaftsfläche vor.

Den Ortsmittelpunkt bildet der Kirchplatz auf einer Höhe von 202 Metern. Die höchste Erhebung in der Würgeser Gemarkung liegt bei 413 Metern im Walddistrikt „Todtenkopf“ im Osten der Gemarkung. Insgesamt steigt das Gelände nach Osten deutlich, nach Westen über das Emsbachtal nur leicht auf bis zu 250 Meter an.

Geologisch wird die östliche Hälfte der Gemarkung von schieferhaltiger Grauwacke mit kleinen porphyrartigen Einschlüssen am Todtenkopf und Quarzgängen bestimmt. Nördlich und südöstlich an den Ort schließen sich Quarzkies-Lager an. Ein kleines Areal nordöstlich des Orts und die gesamte westliche Gemarkungshälfte werden von Lössschichten bestimmt.

Geschichte

Die bis 1974 selbständige Gemeinde Würges blickt zusammen mit Erbach auf die älteste urkundlich nachweisbare Geschichte unter den Bad Camberger Stadtteilen zurück. 768 wurde Würges erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurden die Hofstätte Widergisa (Würges) und die Mark von Arilbach (Erbach) an das Kloster Lorsch verschenkt. Schenkungen aus der "Widigiser Mark" sind aber bereits früher verzeichnet, so dass vermutlich auch die Ansiedlung älter ist. Funde aus der Bandkeramikzeit von etwa 5000 vor Christus westlich des Ortskerns stammen von einer Siedlung, die keine Vorgängerin des heutigen Ortes ist, sondern wieder aufgegeben wurde.

Die katholische Kirche in Würges wurde in den Jahren 1833 bis 1835 erbaut. Die dörfliche Überlieferung behauptet, die Würgeser Kirche in den Dietrichswiesen stehe auf einem Pfahlrost. Das Gelände sei so sumpfig gewesen, dass es nur so möglich gewesen sei, die Kirche dort zu erbauen. Dies entspricht aber nicht den Tatsachen. Beim Bau der Fundamente stieß man auf eine harte Kiesschicht, in die sich gespitzte Eisen nicht eintreiben ließen. Die Kosten des Kirchbaus betrugen 30.000 Gulden und mussten durch einen Holzeinschlag der Gemeinde abgedeckt werden. Bedeutendstes Ausstattungsstück der Kirche ist die "Walsdorfer Madonna", eine Marienfigur, die aus dem ehemaligen Benediktinerinnenkloster Walsdorf stammt und im 16. Jahrhundert geschaffen wurde.

1829 wurde die heute denkmalgeschützte Schule errichtet. Zwei Gebäude der Thurn- und Taxisschen Post stammen aus den Jahren 1790 und 1825. Das ältere Gebäude war 1801 das Ziel eines Überfalls durch den Räuberhauptmann Schinderhannes. Die erste Poststation entstand 1602. Über die Jahrhunderte prägte die Funktion als Posthalt die Wirtschaftsentwicklung des Orts. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus in Würges stammt aus dem Jahr 1568.

1962 wurde eine neue Grundschule gebaut, 1974 das Gemeindezentrum und 1985 ein Pfarrzentrum.

Namensentstehung

Der Ortsname leitet sich ab aus „Widergisa“ (768), „Widergis“ (1156) und „Wydergis“ (1300). Der Ursprung des Namens ist unklar; wenn nicht schon aus der alemannischen Besiedlung übernommen, dürfte der Name aus der Zeit der fränkischen Besitznahme dieses Gebietes um 520 herrühren.

Einwohnerentwicklung

Emsbach am Würgeser Kirchplatz
Jahr Einwohnerzahl
1910 926
1970 2101
1974 2185
1987 2147
1998 2453
2004 2530
2005 2543

Sport

Seit 2006 spielt der erfolgreichste Fußballverein des Landkreises Limburg-Weilburg (RSV Würges) wieder in der Oberliga Hessen. Neben dem RSV Würges besitzt Würges einen weiteren Fußballverein, den FSV Würges, der in der A-Liga Limburg-Weilburg spielt.

Vereine

Der älteste bestehende Verein in Würges ist der Gesangverein "Eintracht" 1852, der heute neben einem gemischten einen Kinder- und einen Rentnerchor sowie die Theatergruppe "Junge Bühne Würges" umfasst.

Der Turnverein Würges - mit 840 Mitgliedern (2009) größter Würgeser Verein - wurde 1904 gegründet. Er besteht aus den sportlichen Abteilungen - Turnen allgemein, Geräteturnen, Leichtathletik, Gymnastik, Tischtennis, Freizeitkicker, Volkstanz, Wandern und Volleyball - und dem Musikzug - Blasorchester, Jugendblasorchester und Schülerblasorchester. Als Sportstätten dienen das Gemeindezentrum sowie die vereinseigene Turnhalle und der Turnplatz.

Der RSV Würges besteht seit 1920 und verfügt mit dem "Stadion Goldener Grund" über einen eigenen Sportplatz. Der zweite Sportplatz wird vom Fußballclub "FSV Würges 1975" genutzt.

Weitere Vereine des Orts sind der Angelverein AV (gegründet 1974), die Jagdhornbläsergruppe Goldener Grund (1979), die VdK-Ortsgruppe, die Kyffhäuser Kameradschaft (1883), die zugleich die Funktion eines Schützenvereins erfüllt, der Brieftaubenverein Fortuna (1953) und die Kerbeinteressengemeinschaft (KIG) Würges 1998 e.V. Die Freiwillige Feuerwehr Würges (1905, seit dem 2. Januar 1970 mit Jugendfeuerwehr und seit 28. Mai 2010 mit Kinderfeuerwehr) sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.


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