Z (Film)

Z (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Z
Produktionsland Frankreich, Algerien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 127 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Constantin Costa-Gavras
Drehbuch Constantin Costa-Gavras
Jorge Semprún
Produktion Jacques Perrin
Ahmed Rachedi
Eric Schlumberger
Philippe d'Argila
Musik Mikis Theodorakis
Kamera Raoul Coutard
Schnitt Françoise Bonnot
Besetzung

Z (von griechisch Ζεί Zi ‚er lebt‘, Alternativtitel Z – Anatomie eines politischen Mordes) ist ein von Constantin Costa-Gavras gedrehter französisch-algerischer Spielfilm aus dem Jahr 1969 nach der gleichnamigen Romanvorlage von Vassilis Vassilikos. Er gilt als ein genrebildender Klassiker des politisch engagierten Kinos (vgl. Politthriller). Der Streifen vor dem Hintergrund der griechischen Militärdiktatur wurde erstmals am 26. Februar 1969 in Frankreich aufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In einem nicht namentlich genannten Staat, in dem Militär und Königshaus herrschen und die Demokratie immer mehr verloren geht, wird Opposition als „kommunistischer Mehltau“ nur widerwillig geduldet.

Als eine pazifistische Oppositionsgruppe eine Veranstaltung mit einem populären Universitätsprofessor, Abgeordneten und NATO-Kritiker durchführen will, werden dieser Veranstaltung zunächst Steine in den Weg gelegt, der Politiker wird am Ende der Veranstaltung unter den Augen der Polizei ermordet.

Polizei und Militärs versuchen den Mord als Unfall darzustellen, mit den Ermittlungen wird ein junger Untersuchungsrichter beauftragt, von dem erwartet wird, dieses Ergebnis zu bestätigen. Der Richter zeigt Verantwortung und ermittelt in dem Fall ebenso penibel wie hartnäckig. Pressionen von Vorgesetzten und Militärs hört er sich geduldig an, um sie danach geräuschlos zu ignorieren.

Eine Anklage gegen diverse Respektspersonen aus dem Militär führt jedoch auch nicht zu deren Verurteilung, da mehrere Zeugen unter merkwürdigen Umständen zu Tode kommen und das Verfahren durch einen Militärputsch zum Erliegen kommt. Selbst der Journalist, der seine Rechercheergebnisse dem Staatsanwalt zur Verfügung gestellt hat, kommt ins Gefängnis.

Kritik

„... inszenierte Costa-Gavras einen spannenden, engagierten, hochemotionalen und teilweise wütend polemischen Politthriller, der eindringlich die Gefahren einer Verfilzung von Staats- und Gruppeninteressen beschwört.“

film-dienst[1]

„Der als spannungsgeladener Thriller inszenierte Film verzichtet bewußt auf dokumentarische Wiedergabe zugunsten einer allgemein gehaltenen Anklage gegen Gesinnungsterror und korrumpierter Machtausübung. Zum Besuch geeignet ab 16 Jahren.“

Evangelischer Film-Beobachter: Kritik Nr. 23/1970, S. 28)

Hintergrund

Im Vorspann des Films heißt es: „Übereinstimmung mit Personen und wahren Ereignissen ist gewollt“; der Hintergrund ist offensichtlich Griechenland kurz vor dem Beginn der Militärdiktatur 1967.

Der Tatsachenroman „Z“ von Vassilis Vassilikos handelt vom Mord an dem linken Oppositionspolitiker Grigoris Lambrakis in Saloniki (Griechenland) am 22. Mai 1963 und dem darauffolgenden Prozess, der sich bis 1966 hinzog. Die Ereignisse gingen als „Lambrakis-Affäre“ in die Geschichte ein.

Der unerschrockene Ermittlungsrichter, Christos Sartzetakis, war von 1985 bis 1990 griechischer Staatspräsident.

Als sich Constantin Costa-Gavras, bewegt von dem menschlichen und politischen Skandal in seinem Heimatland, an die Arbeit zu seinem Film machte, wollte aus Angst zunächst niemand dieses gewagte Projekt unterstützen. Schließlich gründeten Eric Schlumberger und Jacques Perrin eine eigene Produktionsfirma, um die Entstehung des Films zu ermöglichen. Weitere Unterstützung fanden sie bei Costa-Gavras, Yves Montand, Jean-Louis Trintignant, Irène Papas und anderen hochkarätigen Schauspielern, die für die Umsetzung des wichtigen Filmstoffs auf den Großteil ihrer Gage verzichteten. Eine ausschlaggebende Rolle in dem Film spielte auch die Musik von Mikis Theodorakis, der im übrigen 1963 die Lambrakis-Jugendbewegung gegründet hatte und deren Vorsitzender war.

Wie vom Erzähler am Schluss zu hören (und im Abspann zu lesen) verboten die Militärs zugleich Männern das Tragen langer Haare, Miniröcke, Sophokles, Tolstoi, Euripides, das Gläserwerfen nach Trinksprüchen, Arbeitskämpfe bzw. Streiks, Aristophanes, Ionesco, Sartre, Albee, Pinter, Pressefreiheit, Soziologie, Beckett, Dostojewski, moderne Musik (Popmusik), Volksmusik, moderne Mathematik und den [Gebrauch des] Buchstaben „Z“. Im Altgriechischen bedeutet Ζεί bzw. Zi (Transliteration) „er lebt“. Dieser Satz wurde zu „Z“ verkürzt und von den Lambrakis-Anhängern nach dem Mord als Losung benutzt.

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kritik von film-dienst / Lexikon des internationalen Films

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