Alfred von Vollard-Bockelberg

Alfred von Vollard-Bockelberg
Alfred von Vollard-Bockelberg

Alfred Bernhard Karl Egon von Vollard-Bockelberg (* 18. Juni 1874 in Magdeburg; † 24. Juli 1945 für tot erklärt) war ein deutscher Offizier (zuletzt General der Artillerie), Chef des Heereswaffenamtes und zeitweise Militärbefehlshaber in verschiedenen Städten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred von Vollard-Bockelberg wurde am 18. Juni 1874 als Sohn eines preußischen Rittmeisters in Magdeburg geboren. Nach seiner Kadettenausbildung trat er am 17. März 1894 als Secondeleutnant in das 2. Garde-Feldartillerie-Regiment in Potsdam ein.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs dient er im 2. Pommerschen Feldartillerie-Regiment Nr. 17 als Hauptmann und wurde am 28. November 1914 zum Major befördert. In der Folgezeit war er als Generalstabsoffizier tätig und wurde Anfang 1918 Abteilungschef beim Chef des Generalstabes des Feldheeres.

Nach Kriegsende in die Reichswehr übernommen, wurde von Vollard-Bockelberg am 1. Oktober 1920 zum Oberstleutnant befördert und als Regimentskommandeur und Generalstabsoffizier im Gruppenkommando 2 in Kassel eingesetzt. Diese Stellung hatte er bis Mitte 1922 inne und wurde anschließend zum Kommandeur im 2. (Preußischen) Artillerie-Regiment in Güstrow ernannt. Am 1. Februar 1923 erfolgte dort seine Beförderung zum Oberst. Vom 1. Oktober 1924 bis 30. September 1926 war von Volland-Bockelberg Chef des Stabes des Gruppenkommandos 2 und wurde anschließend in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort war er bis Mitte 1929 Inspekteur der Verkehrstruppen und wurde zwischenzeitlich am 1. November 1927 zum Generalmajor befördert.

Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant am 1. April 1929 war er vom 1. Juni 1929 bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 31. Dezember 1933 Chef des Heereswaffenamtes im Reichswehrministerium. Am 1. Oktober 1933 erfolgte noch seine Beförderung zum General der Artillerie.

Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst gehörte von Volland-Bockelberg ab 1934 dem vierköpfigen Vorstand der Braunkohle-Benzin AG an. Dieses Unternehmen war auf die synthetische Treibstofferzeugung ausgerichtet, seit 1937 das bedeutendste Treibstoffunternehmen in Deutschland und maßgeblich an der Erfüllung des Vierjahresplanes beteiligt.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde von Vollard-Bockelberg wieder reaktiviert und zum Militärbefehlshaber Posen ernannt. Es folgte am 25. Oktober 1939 seine Ernennung zum Oberbefehlshaber des Grenzschutz-Abschnittkommandos Nord sowie am 5. November 1939 zum Kommandierenden General des Wehrkreises I (Königsberg). In beiden Funktionen war er bis zum 14. Mai 1940 tätig. Nach einer kurzzeitigen Versetzung in die Führerreserve erfolgte am 1. Juni 1940 seine Ernennung zum Militärbefehlshaber Paris. Diese Stellung hatte er bis zum 1. August 1940 inne, bevor er abermals in die Führerreserve versetzt und am 31. August desselben Jahres aus der Wehrmacht ehrenvoll entlassen wurde.

Im Mai 1945 wurde von Vollard-Bockelberg durch sowjetische Truppen verhaftet und er gilt seit dieser Zeit als verschollen. Das Amtsgericht Schöneberg erklärte ihn am 11. Juli 1953 rückwirkend zum 24. Juli 1945 für tot.

Auszeichnungen

Literatur

  • Helmut Maier: Forschung als Waffe - Rüstungsforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung 1900-1945/48, Band 1; Wallstein-Verlag; ISBN 3-8353-0109-8
  • Helmut Maier: Gemeinschaftsforschung, Bevollmächtigte und der Wissenstransfer - Die Rolle der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im System kriegsrelevanter Forschung des Nationalsozialismus; Wallstein-Verlag; ISBN 3-8353-0182-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.107
  2. Andris J. Kursietis: The Wehrmacht at War 1939-1945, Aspekt 1999, ISBN 90-75323-38-7, S.375

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