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Czarne Basisdaten Staat: Polen Woiwodschaft: Pommern Landkreis: Człuchów Gmina: Czarne Fläche: 46,4 km² Geographische Lage: 53° 41′ N, 16° 57′ O53.68333333333316.95Koordinaten: 53° 41′ 0″ N, 16° 57′ 0″ O Höhe: 136 m n.p.m Einwohner: 5938
(31. Dez. 2010)[1]Postleitzahl: 77-330 Telefonvorwahl: (+48) 59 Kfz-Kennzeichen: GCZ Wirtschaft und Verkehr Straße: DW 201 (Szczecinek-) Gwda Mała ↔ Debrzno DW 202 Czarne → Rzeczenica Schienenweg: PKP-Linie 210 Runowo Pomorskie ↔ Chojnice Nächster int. Flughafen: Flughafen Danzig Flughafen Stettin Gemeinde Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde Gemeindegliederung: 21 Ortschaften 10 Schulzenämter Fläche: 235 km² Einwohner: 9237
(31. Dez. 2010) [2]Bevölkerungsdichte: 39 Einw./km² Gemeindenummer (GUS): 2203023 Verwaltung (Stand: 2007) Bürgermeister: Jan Zieniuk Adresse: ul. Moniuszki 12
77-330 CzarneWebpräsenz: www.czarne.pl/ Czarne (deutsch Hammerstein) ist eine Kleinstadt mit Sitz einer Stadt- und Landgemeinde im Powiat Człuchowski (Kreis Schlochau) der polnischen Woiwodschaft Pommern mit etwa 6.000 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis
Geographische Lage
Czarne liegt im Südwesten der Woiwodschaft Pommern am linken Ufer des Flusses Zahne in einem ausgedehnten Waldgebiet in 136 Metern über Meereshöhe. Die nächsten größeren Orte sind Szczecinek (Neustettin) im Westen und Człuchów (Schlochau) im Osten, die nur über die Woiwodschaftsstraße 201 oder mit der Eisenbahn (Staatsbahnlinie von Chojnice (Konitz) nach Runowo Pomorskie (Ruhnow)) zu erreichen sind. Nordwestlich verläuft die Draheimer Seenplatte.
Geschichte
Der Deutsche Orden verlegte in den 1380er Jahren einen befestigten Hof, ein sogenanntes Wildhaus, von Falkenwalde in die Nähe der heutigen Stadt, um hier den Übergang über den Fluß Zahne zu sichern. Die Burg erhielt den Namen Hammerstein, wohl nach einem dort vorhandenen Eisenhammer. Bereits 1388 und 1389 ist Hammerstein als Ort von Verhandlungen zwischen dem Orden und den Herzögen von Pommern genannt. 1395 verlieh der Hochmeister des Ordens Konrad von Jungingen für die zu besetzende Stadt das Kulmer Stadtrecht. Burg und Stadt gehörten zur Komturei Schlochau des Ordens.
Nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) kam Hammerstein kurzzeitig an den mit Polen verbündeten pommerschen Herzog Bogislaw VIII., der es aber bereits mit dem Thorner Frieden von 1411 wieder an den Deutschen Orden herausgeben musste. Der Hochmeister Heinrich von Plauen bestätigte der Stadt ihre Rechte und verlieh ihr zusätzlich das Recht, sich eine Walkmühle zu bauen. Im Dreizehnjährigen Krieg (1454–1466) zwischen dem Preußischen Bund und dem Deutschen Orden stand die Stadt auf der Seite des Ordens, wurde zwar 1454 von den Truppen des Bundes besetzt, aber 1455 durch den Ordenshauptmann Kaspar Nostitz durch eine Kriegslist – er ließ zehn seiner Männer als Frauen verkleidet in die Stadt gehen – noch einmal für den Deutschen Orden zurückerobert.
Hammerstein gehörte zu dem Teil Preußens, der mit dem Zweiten Thorner Frieden 1466 als Preußen Königlichen Anteils der Krone Polens unterstellt wurde. Die Ordensburg wurde der Sitz einer Starostei. Die Starosten wurden in den folgenden Jahrhunderten aus den Familien von Konarski, Sapieha, von Weiher, von Raczynski, von Wedelstädt und von Unruh gestellt.
Zur Mitte des 16. Jahrhunderts hatte Hammerstein etwa 700 Einwohner, acht Tuchmacher, sechs Schuhmacher und fünf Schmiede gingen ihrem Gewerbe nach. Es gab ein Sägewerk, und an der Zahne wurde eine Wassermühle betrieben. 1624 suchte die Pest Hammerstein erstmals heim und raffte die Mehrzahl der Einwohner hin. Drei Jahre später litt die Stadt unter den Überfällen der am Polnisch-Schwedischer Krieg (1600–1629) beteiligten Truppen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte sich auch in Hammerstein das Luthertum ausgebreitet, und die Stadtkirche war von den Evangelischen übernommen worden. Es blieb aber bei Spannungen zwischen beiden Konfessionen. 1600 errangen die katholischen Einwohner wieder das Nutzungsrecht für die Stadtkirche. 1645 wurde der katholische Lehrer Jakob Büttner erschlagen, und Kirche, Pfarrhaus und Schule wurden demoliert. Die Stadt wurde zum Schadenersatz verurteilt. 1653 fielen die meisten Häuser einem großen Brand zum Opfer. Eine eigene evangelische Kirche wurde erstmals 1676 errichtet; sie wurde 1716, 1755 und 1819 jeweils neu erbaut.
Nach der Ersten Polnischen Teilung kam Hammerstein 1772 zum Königreich Preußen und hier in die neugeschaffene Provinz Westpreußen. Die preußische Neuordnung der Territorialverwaltung ordnete die Stadt 1818 in den westpreußischen Landkreis Schlochau ein. 1819 wurde für die evangelische Gemeinde am Markt eine Kirche errichtet. Noch immer war Hammerstein eine Stadt der Schuh- und Tuchmacher, 1850 gab es dort fast 200 Schuhmacher. Daneben lagen in der Stadt aber auch mehrere größere Bauernhöfe. In diesem Jahr entstand auf dem Gelände der inzwischen verfallenen Ordensburg das Schloss des Amtsrates von Livonius. Der Anschluss an die Pommersche Centralbahn erfolgte mit dem Streckenabschnitt von Neustettin nach Schlochau im Jahre 1878. Das war der Startschuss für die Ansiedlung größerer Industriebetriebe des Baustoffgewerbes und der Holzverarbeitung. Zu einem weiteren bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelte sich der von Preußen ab 1885 angelegte Truppenübungsplatz. Im Ersten Weltkrieg gab es hier ein großes Lager für russische Kriegsgefangene.
Als nach dem Ersten Weltkrieg viele Bewohner der in Polen abgetretenen Ostprovinzen in das Reichsgebiet umsiedelten, entstanden in Hammerstein in Richtung Süden und zum Truppenübungsplatz hin neue Siedlungen, sodass die Bevölkerungszahl um über 30 Prozent anstieg. Hammerstein selber gehörte zu dem schmalen Streifen Westpreußens, der bei Deutschland geblieben war und wurde in die neu eingerichtete Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen eingegliedert. Mit der Auflösung dieser Provinz wurde Hammerstein 1938 in die Provinz Pommern eingegliedert. 1939 errichteten die Nationalsozialisten ein großes Strafgefangenenlager, später kam noch ein Kriegsgefangenenlager (Stalag II-B) hinzu. Am 26. Februar 1945 wurde Hammerstein von sowjetischen Truppen eingenommen, während der Kämpfe wurden 40 Prozent der Stadt zerstört.
Einwohnerentwicklung
- 1983: 5892[3]
Partnerstädte
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der niedersächsischen Gemeinde Langlingen.
Söhne und Töchter der Stadt
- Alexander Beer, * 10. September 1873 in Hammerstein, Architekt und Gemeindebaumeister in Berlin
Gmina Czarne
Zur Stadt- und Landgemeinde Czarne gehören 21 Ortschaften, die 10 Ortsteilen (Schulzenämtern) zugeordnet sind (* = Schulzenamt):
polnischer Name deutscher Name Biernatka* Bärenhütte Bińcze* Bärenwalde Czarne Hammerstein Domisław* Domslaff Domyśl Eggebrechtsmühle Grabowiec Klein Hasselberg Janowiec Hansfelderbrück Kijno* Marienhof Krzemieniewo* Krummensee Lędyczek Drugi Landeck II Łoża Loosen Malinowo Amalienruh Nadziejewo* Hansfelde Prądy Landeckermühle Raciniewo* Ruthenberg Sierpowo* Breitenfelde Sokole* Falkenwalde Wierzbnik Franzenhof Wronkowo Idashof Wyczechy* Geglenfelde Wygonki Zehnruthen Verweise
Literatur
- Ernst Bahr: Hammerstein. In: Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Ost- und Westpreußen. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 978-3-520-31701-8, S. 80.
- Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Würzburg 1996, S. 149–150.
- Peter Johanek, Franz-Joseph Post (Hrsg.); Thomas Tippach, Roland Lesniak (Bearb.): Städtebuch Hinterpommern. Deutsches Städtebuch, Band 3, 2. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-018152-1, S. 85–88.
Weblinks
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Commons: Czarne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Webseite der Stadt
Fußnoten
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
- ↑ Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Würzburg 1996, S. 150.
Städte und Gemeinden im Powiat Człuchowski (Kreis Schlochau)Stadt: Człuchów (Schlochau)
Stadt- und Landgemeinden: Czarne (Hammerstein) | Debrzno (Preußisch Friedland)
Landgemeinden: Człuchów-Gmina (Gemeinde Schlochau) | Koczała (Flötenstein) | Przechlewo (Prechlau) | Rzeczenica (Stegers)
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