Erich Wichert

Erich Wichert

Erich Wichert (* 26. Januar 1909 in Berlin; † 5. August 1985 ebenda) war ein hochrangiger Offizier des Ministerium für Staatssicherheit und diente ab 1964 im Rang eines Generalmajor des MfS.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er trat 1929 in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. Dort war er Mitglied des T-Apparats, einer als Parteischutz gegründeten und militärisch organisierten Gruppe in der KPD.

Am 9. August 1931 erschoss er aus dem Hinterhalt gemeinsam mit Erich Mielke sowie einem weiteren Mitarbeiter des T-Apparates auf dem Berliner Bülowplatz – heute Rosa-Luxemburg-Platz – die beiden Polizisten Paul Anlauf und Franz Lenk, als Vergeltungsschlag gegen eine verhasste Polizeieinheit. Mielke floh daraufhin in die Sowjetunion. Wichert wurde 1933 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Befreiung aus dem Zuchthaus Brandenburg 1945 durch die Rote Armee wurde er Mitarbeiter des neugegründeten Ausschusses zum Schutz der Volkswirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde er zeitweise auch als Agent in West-Berlin eingesetzt.

1947 wurde er leitender Mitarbeiter bei der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI) und war zuständig für die Personalauswahl. Ab 1949 war er dann Leiter der Abteilung Personal der Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft, aus der am 8. Februar 1950 das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hervorging. Ab 1953 war er Leiter der „Hauptverwaltung Kader und Schulung“ und für Ausbildung aller neuen Mitarbeiter des MfS zuständig.

Nachdem am 31. Oktober 1957 Ernst Wollweber als Chef der Staatssicherheit zurücktrat, wurde Wichert im November 1957 durch seinen Jugendfreund Erich Mielke zum Leiter der MfS-Verwaltung für Groß-Berlin ernannt und trat die Nachfolge von Hans Funck an. Diese Sonderabteilung führte er bis zu seiner Pensionierung 1974.

Ehrungen

Weblinks

Literatur

  • Wilhelm Ritter von Schramm: Geheimdienste im Zweiten Weltkrieg. Buchverlage Langen Müller Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2241-5.
  • Silke Schumann: Parteierziehung in der Geheimpolizei. Zur Rolle der SED im MfS der fünfziger Jahre. Christoph Links Verlag, 1998, ISBN 3-86153-146-1.
  • Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2317-9.
  • Dieter Krüger, Armin Wagner (Hg.): Konspiration als Beruf. Deutsche Geheimdienstchefs im Kalten Krieg. Christoph Links Verlag Berlin, 2003, ISBN 3-86153-287-5.

Einzelnachweise

  1. Umbenennungen Berliner Straßen, Plätze, Bahnhöfe

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