Martin Grötschel

Martin Grötschel
Grötschel 2008 während der Wikipedia Academy

Martin Grötschel (* 10. September 1948 in Schwelm) ist ein deutscher Mathematiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Grötschel studierte von 1969 bis 1973 Mathematik und Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. 1977 wurde er an der Universität Bonn mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Arbeit promoviert; 1981 habilitierte er sich mit einer Schrift im Gebiet Operations Research. Ein Jahr später nahm er einen Ruf für Angewandte Mathematik an die Universität Augsburg an, seit 1991 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Informationstechnologie an der TU Berlin. Zurzeit ist er Professor für Angewandte Mathematik an der Technischen Universität Berlin und Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums sowie Generalsekretär der Internationalen Mathematiker Vereinigung, IMU. Bei der Wahl zum Präsidenten der Technischen Universität am 6. Januar 2010 unterlag Grötschel seinem Konkurrenten Jörg Steinbach im ersten Wahlgang. Ab dem 15. Juni 2011 übernahm er das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Einstein-Stiftung Berlin. Der Mitbegründer und langjährige Sprecher des DFG-Forschungszentrums Matheon wurde vom Stiftungsrat einstimmig dazu berufen.

Wirken

Grötschel gilt als einer der international profiliertesten Vertreter der kombinatorischen Optimierung.

Mathematisch hat Grötschel vor allem an Problemen der Graphentheorie, der linearen Optimierung und des Operations Research gearbeitet. Bereits in seiner Doktorarbeit konnte Grötschel bedeutende Fortschritte in der Entwicklung von Lösungsverfahren zum Problem des Handlungsreisenden erzielen, insbesondere trug er viel zum Verständnis des Schnittebenenverfahrens bei. Heute beschäftigt sich Grötschel neben „klassischen“ mathematischen Problemen vor allem mit Fragen der mathematischen Modellierung von realen Problemen der Wirtschaft, wie zum Beispiel Produktionsabläufen, Optimierung von Mobilfunknetzwerken und deren Frequenzverteilung, Optimierung von Fahrplänen im öffentlichen Nahverkehr.

Ehrungen und Auszeichnungen

Im Laufe seiner Forscherkarriere erhielt Grötschel zahlreiche Auszeichnungen für seine Beiträge zur kombinatorischen Optimierung, unter anderem den Fulkerson-Preis im Jahre 1982, den George-B.-Dantzig-Preis im Jahre 1991 sowie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1995. 2006 erhielt er die „Alwin-Walther-Medaille“ der TU Darmstadt sowie den „John von Neumann Theory Prize“ des Institute for Operations Research and Management Science. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Karlsruhe verliehen, 2007 die der Vietnamesischen Akademie der Wissenschaften und Technologie, 2008 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und 2011 der Universität Augsburg.

Grötschel war zwischen 1993 und 1994 Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), seit 2007 ist er als erster Deutscher Generalsekretär der Internationalen Mathematischen Union. 1998 wurde er Ehrenmitglied der DMV.

Er ist seit 1995 ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2005 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Er ist ferner Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech.

2008 erhielt Grötschel den Berliner Wissenschaftspreis, die Goldene Ehrennadel der Technischen Universität Berlin sowie den Albert-László Barabási-Preis für seine Verdienste um die Vernetzung in Deutschland.[1][2][3]

Schriften

  • mit Volker Mehrmann, Klaus Lucas (Herausgeber) Produktionsfaktor Mathematik- wie die Mathematik die Wirtschaft bewegt, Springer Verlag 2009
  • mit Alexander Schrijver, Laszlo Lovasz Geometric algorithms and combinatorial optimization, Springer Verlag, 1988, 2. Auflage 1993

Weblinks

Einzelnachweise

  1. TU Berlin: Träger der Ehrennadel
  2. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel: Awards and Instinctions
  3. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel: Contributions to Prize Committees

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