- Pascal Lamy
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Pascal Lamy [pasˈkal laˈmi] (* 8. April 1947 in Levallois-Perret in Frankreich) ist ein französischer Politiker. Lamy war von 1999 bis 2004 EU-Kommissar für Außenhandel. Seit 2005 ist er Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO).
Inhaltsverzeichnis
Leben
Pascal Lamy wurde am 8. April 1947 als Sohn von Jacques Lamy und Denise Dujardin geboren. Am 2. Juni 1972 heiratete er die Juristin Geneviève Luchaire. Er hat drei Söhne (Julien, David und Quentin).
Ausbildung
Nachdem er das Lycée Carnot in Paris besuchte, studierte er Rechtswissenschaften, Politische Wissenschaften an der École des Hautes Études Commerciales (HEC), dem renommierten Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po Paris) und von Januar 1973 bis Mai 1975 Verwaltungswissenschaften an der ENA.
Karriere
1969 trat er der Parti Socialiste bei. Nach mehreren Aufgaben im öffentlichen Dienst (im Finanz- und Wirtschaftsbereich) wurde er 1981 Berater (1982 stellvertretender Direktor) des Finanz- und Wirtschaftsministers Jacques Delors. Schließlich wurde er von 1983 bis 1984 stellvertretender Direktor im Kabinett des Premierministers Pierre Mauroy, bei den G7 auch dessen Vertreter. 1985 begann seine europapolitische Karriere, er war Direktor im Kabinett des Kommissionspräsidenten Jacques Delors bis April 1994.
Von November 1994 bis 1999 arbeitete er bei der französischen Bank Crédit Lyonnais, zuletzt als Generaldirektor, um diese wiederaufzubauen und zu privatisieren.
Von 1999 bis 2004 kehrte er in die europäische Politik zurück. Unter Kommissionspräsident Romano Prodi amtierte Lamy als Handelskommissar.
Am 26. Mai 2005 wurde Lamy auf der Tagung der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf zum Nachfolger von Supachai Panitchpakdi als Generaldirektor dieser Organisation auf vier Jahre gewählt und trat dieses Amt im September 2005 an. 2009 trat er eine zweite vierjährige Amtszeit an.
Des Weiteren war er im April 1995 im Büro der Organisation Europäische Bewegung, 1999 bei der französischen Elitevereinigung „Le siècle“ und als Präsident des Think Tank „Notre Europe“ sowie als Professor im Pariser Institut d'études politiques tätig.
Publikationen
- La démocratie monde: pour une autre gouvernance globale, Seuil, 2004, ISBN 2-02-063259-4
- L'Europe en première ligne, Seuil, 2002, ISBN 2-02-060105-2
- L'Europe de nos volontés, mit Jean Pisani-Ferry, Plon, 2002, ISBN 2-259-19616-0
- Monde-Europe, Dunod, 1993, ISBN
Auszeichnungen
- 1991 großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1995 nationaler luxemburgischer Verdienstorden (Kommandeur)
- 1999 Offizier der Ehrenlegion (Frankreich)
- 2000 gabunischer Verdienstorden (Offizier)
- 2003 Ehrendoktortitel der Université catholique de Louvain in Belgien
- 2003 mexikanischer Ehrenorden
- 2004 chilenischer Verdienstorden
- 2009 Ehrendoktorwürde der Universität Genf
- 2009 Europapreis für politische Kultur
- 2010 Weltwirtschaftlicher Preis
Weblinks
- http://www.wto.org/french/thewto_f/dg_f/bio_lamy_f.htm
- http://www.wto.org/english/thewto_e/dg_e/pl_e.htm
Michel Barnier (bis April 2004) | Frits Bolkestein | Philippe Busquin | David Byrne | Anna Diamantopoulou (bis März 2004) | Franz Fischler | Neil Kinnock | Pascal Lamy | Erkki Liikanen (bis Juli 2004) | Mario Monti | Poul Nielson | Loyola de Palacio | Chris Patten | Romano Prodi | Viviane Reding | Michaele Schreyer | Pedro Solbes (bis April 2004) | Günter Verheugen | António Vitorino | Margot Wallström
Ergänzungen
Joaquín Almunia (ab April 2004) | Péter Balázs (ab Mai 2004) | Jacques Barrot (ab April 2004) | Joseph Borg (ab Mai 2004) | Stavros Dimas (ab März 2004) | Ján Figeľ(ab Mai 2004) | Dalia Grybauskaitė (ab Mai 2004) | Danuta Hübner (ab Mai 2004) | Siim Kallas (ab Mai 2004) | Sandra Kalniete (ab Mai 2004) | Marcos Kyprianou (ab Mai 2004) | Janez Potočnik (ab Mai 2004) | Olli Rehn (ab Juli 2004) | Pavel Telička (ab Mai 2004)
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