Hallerburg

Hallerburg
Hallerburg
Gemeinde Nordstemmen
Koordinaten: 52° 11′ N, 9° 43′ O52.1759.719444444444480.0Koordinaten: 52° 10′ 30″ N, 9° 43′ 10″ O
Höhe: 80,0–75,0 m ü. NN
Einwohner: 128
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05044

Hallerburg ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Nordstemmen und liegt im Westen des Landkreises Hildesheim inmitten der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen in Südniedersachsen.

Der Fluss Haller bildet bei Hallerburg einen Grenzfluss zwischen dem Landkreis Hildesheim und der Region Hannover. Deshalb heißt die Kreisstraße, die bei Hallerburg über die Hallerbrücke führt, in der Region Hannover K 204 und im Kreis Hildesheim K 505. 1750 wurde der Ort als Hallerborg genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Hallerburg befindet sich auf halbem Wege zwischen Hildesheim und Springe westlich der Bundesstraße 3 im Calenberger Land. Hallerburg bildet mit Adensen eine Dorfgemeinschaft mit gemeinsamer Kirchengemeinde und gemeinsamen Vereinen. Rings um Hallerburg liegen:

Bennigser Burg Bennigsen Pattensen Vardegötzen Jeinsen
Völksen Gestorf Thiedenwiese Schulenburg Burg Calenberg
Wisentgehege Springe Eldagsen Windrose klein.svg Adensen Schloss Marienburg
Burg Hallermund Alferde Wülfingen Nordstemmen Heyersum
Kloster Wülfinghausen Wittenburg Elze Poppenburg Burgstemmen
Blick von der Finie auf Hallerburg. Im Hintergrund liegt Hannover mit dem Fernmeldeturm Telemax. Aufnahme: 2009.

Politische Gemeinde

Hallerburg gehört zu der Gemeinde Nordstemmen. Ortsvorsteher ist Dietmar Rebmann (Stand 2011).

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerentwicklung von Hallerburg
1925 bis 1939[1]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1925 94 1933 99
1939 101

Etymologie

Historische Schreibungen des Ortsnamens: Hallerborg (1638), Halerburg (1645), Allerburg (1730), Hallerburg (1801).

Geologie

Blick auf den Bergzug Limberg (links), Abraham und Haarberg (rechts), der in der Geologie als Limberg-Achse bezeichnet wird
Hallerburg (rechts) und das "Hallerburger Holz" (links)
Totholz im "Hallerburger Holz"
Die Hallerstraße in Hallerburg
Biotop an der Hallerbrücke unterhalb des Haarbergs

Im Nordwesten von Hallerburg wurde das Festgestein des Jura durch die Limberg-Überschiebung[2] (auch Limberg-Achse[3] genannt) durchschnitten, bei der Schichten der Trias, die auf Schichten des Oberen Buntsandsteins wurzeln, auf die Schichten des Jura aufgeschoben worden sind. Die aufragenden Schichten von Unterem Muschelkalk, Mittlerem Muschelkalk, Oberem Muschelkalk, Mittlerem Keuper, Oberem Keuper und Oberem Buntsandstein bilden zwischen Bennigsen und Hallerburg die Höhenzüge Limberg, Abraham, Haarberg und Hallerburger Holz. Diese befinden sich in dem Landschaftsschutzgebiet LSG-H 34: Limberg, Hallerburger Holz und Jeinser Holz (1.315 ha). Das Waldgebiet Hallerburger Holz gehört in dem europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000 zu den in Niedersachsen gelegenen FFH-Gebieten[4]. Im südwestlichen Teil des Hallerburger Holzes wurde 1972 ein Naturwaldreservat ausgewiesen, das von der Waldnutzung ausgenommen wurde und sich langfristig zu einem Urwald weiterentwickeln sollte. Dieses Naturwaldreservat[5] wurde aber 1990 aufgelöst und die Weiterentwicklung des bis dahin unter besonderen Schutz gestellten Naturwaldes zum Urwald abgebrochen.

Verkehr

Eine Buslinie des GVH verbindet Hallerburg mit Nachbarorten sowie mit Hannover. Im Jahr 1896 bestand der Plan, eine 22,3 km lange Kleinbahn mit 1,00 m breiter Spur vom Bahnhof Nordstemmen aus über Barnten, Schulenburg, Adensen, Hallerburg, Alferde, Eldagsen und Alvesrode nach Springe zu erstellen, die sowohl dem Personenverkehr wie auch dem Güterverkehr dienen sollte. Die Kleinbahn sollte jährlich 100.000 Fahrgäste und 30.000 Tonnen Güter (unter anderem Zuckerrüben für die Zuckerfabrik Nordstemmen) befördern.[6] Der Bau der Kleinbahn scheiterte am Einspruch der Stadt Eldagsen und ihrer Landwirte, die keine Eisenbahn in ihrem Stadtgebiet dulden wollten. Die Folge war, dass der Bahnhof der damaligen Stadt Eldagsen in Völksen als Bahnhof Völksen-Eldagsen gebaut wurde.

Vereine

Adensen und Hallerburg haben die folgenden örtlichen Vereine (Stand 2009):

  • Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (Gründung: 13. Februar 1927)
  • Freiwillige Feuerwehr Adensen-Hallerburg (Gründung: 1932)
  • Keglergemeinschaft Adensen-Hallerburg
  • TTC Adensen-Hallerburg e.V. (Gründung: 1957)
  • Schulförderverein
  • VfL Adensen-Hallerburg e.V. (Gründung: 18. Juni 1949)

Einzelnachweise

  1. Quellenangaben: 1925 bis 1939: siehe Link Abgerufen am 8. Februar 2011.
  2. Peter Rohde: Erläuterungen zu Blatt Nr. 3724 Pattensen. Beiheft zu der Geologischen Karte von Niedersachsen 1:25 000. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung 1983. Seite 110f und Abbildung 40.
  3. Fr. Dahlgrün: Tektonische, insbesondere kimmerische Vorgänge im mittleren Leinegebiete. In: Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt zu Berlin. Bd. 42, 1923, Seite 723–776 (hier: Seite 731–733). Friedrich Hamm: Erdgeschichtliches Geschehen rund um Hannover. Norddeutsche Verlagsanstalt O. Goedel, Hannover 1952, Seite 75–77.
  4. Hallerburger Holz: Interne Nummer in Niedersachsen: 361, Melde-Nr. 3724-331.
  5. In Niedersachsen wird jetzt für ein Naturwaldreservate die Bezeichnung "Naturwald" gebraucht.
  6. Quelle: Erläuterungsbericht für eine Kleinbahn von Springe nach Barnten und Nordstemmen. Hrsg.: Das Landesdirektorium, Verfasser: Lichtenberg. Druckerei J. C. Erhardt, Springe 1896. Einsehbar in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Literatur

  • Achim Gercke: Der landwirtschaftliche Strukturwandel im 14. Jahrhundert. Die Ursache der Wüstungsperiode und die Meierhofbildung im Calenberger Land. Hildesheim 1972 (Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, 44).
  • Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985.
  • Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Höfe und Häuser und ihrer Besitzer. Hannover 1990 (Deutsche Ortssippenbücher. Reihe B, Band 64. Sonderveröffentlichung 23. Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde.)
  • Dietmar Rebmann: 750 Jahre Hallerburg : im September Anno 2005. Selbstverlag, Hallerburg 2005.
  • August Kreipe: Adensen-Hallerburg. Dorfgeschichte aus dem Lande zwischen Deister und Leine. Gerstenberg, Hildesheim 1927.
  • Gert Rode: Beziehungen zwischen der Bodenvegetation und der Mächtigkeit der carbonatfreien Bodenschicht über kalkhaltigem Untergrund im Naturwaldreservat „Hallerburger Holz“. Göttingen 1977.
  • Birgit Wöbbeking: Finie, Strothebrink, Hallerburger Steinbruch, Innerstetal/Am Roten Steine, Weinberg bei Rühle: vegetationskundliche Untersuchungen. Braunschweig 1984.
  • Flurnamensammlung und Flurnamenkarte 1:10.000 Blatt 5/3 Gestorf des Landkreises Hannover, Hannover 1986.

Zu weiteren Literaturangaben siehe Adensen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hallerburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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