Nokia

Nokia
Nokia Oyj
Nokia wordmark.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FI0009000681
Gründung 1865
Sitz Espoo, Finnland
Leitung Stephen Elop (CEO)
Mitarbeiter 132.427 (31. Dezember 2010) [1]
Umsatz 42,446 Mrd. € (2010) [1]

Produkte

  • Mobiltelefone
  • Smartphones
  • Multimedia-PCs
  • Netzwerktechnik
Website www.nokia.de

Nokia [ˈnɔkiɑ] ist ein Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz im finnischen Espoo, der vor allem als weltgrößter Mobiltelefon-Hersteller bekannt ist. Außerdem ist das Unternehmen Anbieter von Konsumartikeln wie Set-Top-Boxen sowie von Geräten für Breitband-, IP- und mobile Netzwerke. Nokia ist zudem ein Zulieferer der Automobilindustrie und liefert z. B. Lautsprecher für diverse Automarken (u. a. BMW und Audi).

Laut Marktforschung durch Gartner Inc. besaß Nokia im zweiten Quartal 2011 einen weltweiten Marktanteil von 22,8 % im Mobiltelefonbereich und lag damit vor Samsung (16,3 %), LG (5,7 %) und Apple (4,6 %).[2] Der Marktanteil sank damit seit 2008 um mehr als ein Drittel.[3] Der Gewinn von Nokia betrug 1,85 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2010, nach 891 Mio. Euro im Vorjahr.[4]

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Nokia-Zentrale
Fahrrad-Winterreifen mit dem Schriftzug „Nokia“

Das Unternehmen wurde 1865 von dem Ingenieur Fredrik Idestam (1838–1916) in Tampere im Südwesten Finnlands gegründet und stellte anfangs Papiererzeugnisse her, die nach Russland und Großbritannien exportiert wurden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts produzierte das Unternehmen vor allem Gebrauchsgegenstände wie Gummistiefel und Radmäntel für Rollstühle. Noch heute prangt der Name Nokia auf vielen Fahrradreifen, sie werden allerdings nicht mehr vom Unternehmen produziert, sondern mittlerweile von der ebenfalls am Ort ansässigen Firma Nokian Tyres, einem einstigen Tochterunternehmen von Nokia.

Die heutige Nokia Corporation entstand 1967 durch den Zusammenschluss der Nokia Company – der ursprünglichen Papierfabrik – mit den Finnish Rubber Works und den Finnish Cable Works. Damit wurde der Grundstein für das heutige Technologieunternehmen gelegt. Im Jahre 1981 erhielt Skandinavien sein erstes Mobilfunknetz NMT. Nokia stellte damals die ersten Autotelefone für dieses Netz her. Erst 1987 folgte aus dem Hause Nokia das erste wirklich tragbare Mobilfunktelefon.

Inzwischen hat Nokia weltweit feste Produktionsstätten für Netzwerk- und Unterhaltungstechnologien in China, Finnland, Ungarn (Komárom), Rumänien (seit Februar 2008) und Deutschland für die Entwicklung von Mobiltelefonen und -zubehör sowie Service in Brasilien, China, Finnland, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Polen, Mexiko, Italien, Südkorea und den USA. Nach eigenen Angaben beschäftigte Nokia 2004 weltweit über 55.500 Mitarbeiter. Rund 30 % der Angestellten in Finnland sind Funkamateure.

Der Kanadier und ehemalige Microsoft-Top-Manager Stephen Elop löst am 21. September 2010 den Finnen Olli-Pekka Kallasvuo an der Konzernspitze ab, der diese Position seit dem 1. Juni 2006 besetzte.[5] Dessen Vorgänger im Amt war von 1992 bis 2006 Jorma Ollila.

Zum 1. April 2007 wurden die Netzwerksparten von Nokia und Siemens zum Joint-Venture Nokia Siemens Networks fusioniert. Damit entstand der drittgrößte Telekommunikationsausrüster der Welt hinter Alcatel-Lucent und Ericsson-Marconi.[6] Verwaltungssitz der im niederländischen Schiphol registrierten B.V. ist Espoo in Finnland, ihr CEO ist seit dem 1. Oktober 2009 Rajeev Suri, der damit den ersten CEO, Simon Beresford-Wylie, ablöste.[7]

Im Februar 2011 gab die neue Konzernleitung bekannt, dass Nokia seine Smartphones künftig auch mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 7 ausrüstet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Nokia nur auf sein selbstentwickeltes Betriebssystem Symbian vertraut. Zuvor hatte der Konzern an Boden verloren: Hielt er 2009 noch einen Marktanteil von 36,4 Prozent, stammten nach Angaben des IT-Analysehauses Gartner 2010 nur noch 28,4 Prozent aller weltweit verkauften Handys von Nokia.[8] Im November 2011 beschlagtnahmte der rumänische Staat das Nokia-Werk Cluj als Sicherheit für Steuerschulden in Höhe von US$ 10 Millionen. Durch die Beschlagnahmung sollte ein Verkauf des Geländes durch Nokia vor Begleichung der Schulden verhindert werden.[9]

Anteilseigner

Basierend auf den Informationen mit dem Stand vom 17. Februar 2009, und 31. Dezember 2008 existiert folgende Anteilsverteilung.[10]

Firma Anzahl Aktien ~ in %
Capital Research and Management Company 280 009 790 7,4%
Morgan Stanley 300 430 718 7,9%
Morgan Stanley & Co. International plc 211 064 691 5,6%
FMR LLC 124 025 661 3,3%
Streubesitz  ? ~75,8%

Nokia in Deutschland

frühere Nokia-Produktionsstätte in Bochum
Eine d-box 1 (digitaler Sat-Receiver) von Nokia
Ein Radiowecker von Nokia

In Deutschland übernahm Nokia 1988 mit dem Audio-Video-Bereich der Standard Elektrik Lorenz AG auch die ehemalige Firma Schaub Lorenz in Pforzheim und Graetz mit Standorten unter anderem in Bochum und das Bildröhrenwerk in Esslingen am Neckar. Zu Beginn der 1990er Jahre erwarb Nokia Teile der damaligen Philips Kommunikations Industrie GmbH in Deutschland, bei der u. a. Glasfaserkabel hergestellt wurden.

Seit 1999 firmieren alle Geschäftsbereiche unter Nokia GmbH.

Die Nokia GmbH ist in Deutschland an folgenden Standorten vertreten:

  • Ratingen: Hauptsitz, Forschung und Entwicklung von Netzinfrastruktur, Vertrieb, Kundenservice und Verwaltung.
  • Frankfurt am Main: Mobiltelefone (Vertu) und Unternehmenslösungen
  • Ulm: Forschung und Entwicklung
  • Berlin: Entwicklungsstandort für Kartensoftware „Nokia Maps“ (Nokia gate5 GmbH), Entwicklungsstandort für Qt[11]
  • München: Professional Services für Qt[11]

Schon im Jahre 2001 stellten sich bei Nokia in Deutschland Krisen ein. Von den rund 4500 Arbeitsplätzen in Deutschland, darunter 3000 am Standort Bochum, sollte jeder zehnte Arbeitsplatz abgebaut werden. Zugleich wurden aber auch Leiharbeiter eingestellt. Am 15. Januar 2008 kündigte Nokia die Schließung des Werkes in Bochum an und verlegte die Produktion aus Wettbewerbsgründen ins Ausland, hauptsächlich ins Nokia-Werk Cluj in Rumänien, aber auch nach Ungarn und Finnland. Das Nokia-Werk Bochum wurde nach zähen Verhandlungen und großem Medieninteresse zum 30. Juni 2008 geschlossen.

In Deutschland wurden im Jahr 2007 insgesamt 33 Mio. Handys verkauft. Dies entsprach zu dieser Zeit einen Anteil am Weltmarkt (1,13 Milliarden Handys) von drei Prozent. Etwa 40 Prozent aller 2007 verkauften Mobiltelefone sind von Nokia hergestellt worden.

In den ersten 7 Monaten des Jahres 2008 brach der Umsatz in Deutschland um über 18 Prozent ein und der Marktanteil sank nach 44 Prozent im Vorjahr auf nur noch 36 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank der Marktanteil in Westeuropa um lediglich 2 Prozent, weltweit stieg dieser auf 40 Prozent. Diese Zahlen werden in verschiedenen Wirtschaftsmedien als Folge des Imageschadens, der aus der Werksschließung in Bochum resultiere, gewertet.[12]

Produkte

UMTS-Handy 6280 von Nokia
Das Nokia 7110 war 1999 das erste WAP-fähige Mobiltelefon

Neben den Mobiltelefonen und den Set-Top-Boxen, welche für den Endkunden gedacht sind, bietet Nokia Dienstleistungen und Netzinfrastruktur für Mobilfunkanbieter. Bis 2000 stellte Nokia auch Monitore und Displays her. Seit 2000 jedoch ist diese Sparte an ViewSonic verkauft. In den 1980er und 1990er Jahren wurden sogar Fernseher und Videogeräte unter dem Namen „ITT-Nokia“, bzw. „Nokia“ verkauft.

Auch ist Nokia ein großer Zulieferer der Automobilindustrie. Unter anderem werden hierfür Radios und vor allem Lautsprecher hergestellt.

Mit dem Nokia Store betreibt Nokia einen Appstore und mit Nokia Maps einen Kartendienst und kostenlose Navigationslösung für seine Mobiltelefone.

Für die Mobiltelefone verwendete Nokia einst ein Nummerierungsschema als Modellbezeichnung. Es wird zwar nicht konsequent verfolgt, dient aber zur Orientierung und insbesondere zum Vergleich. Die Modellnummer ist zumeist vierstellig aufgebaut. Die erste Stelle kategorisiert das Telefon, die folgenden Stellen können in vielen Fällen als Indikator für bestimmte Funktionen oder Produktvariationen herangezogen werden.

Siehe auch: Liste von Nokia-Mobiltelefonen
  • 9xxx: Communicator-Serie. Große, aufklappbare Smartphones mit Volltastatur
  • 8xxx: Exklusives und edles Design, oberstes Preissegment
  • 7xxx: Sogenannte „Fashion Phones“. Ungewöhnliche Formen und Designs. Neue Funktionen werden normalerweise als erstes in dieser Serie implementiert, beispielsweise beim Nokia 7110 (erstes WAP-fähiges Mobiltelefon).
  • 6xxx: Modellserie für hauptsächlich geschäftlichen Einsatz. Schlichtes, funktionales Design und gedeckte Farben. (Nokia 6150, Nokia 6210, Nokia 6230/Nokia 6230i, Nokia 6310, Nokia 6610, Nokia 6680, …)
  • 5xxx: Früher Einsteigergeräte, dann Outdoor-Modelle (Nokia 5110/Nokia 5140), inzwischen Telefone mit Ausrichtung auf ein Spezialgebiet (z. B. Nokia 5500 Sport oder Nokia 5800 XpressMusic)
  • 3xxx: Früher Prepaid-Geräte, gegenwärtig Modelle der mittleren Preisklasse (Nokia 3210, Nokia 3310/Nokia 3330, Nokia 3410, Nokia 3510)
  • 2xxx: Einfache Modelle, teils mit Kamera
  • 1xxx: Einfache Modelle ohne großen Funktionsumfang und mit langer Akkulaufzeit
  • N-Gage: Umfasst die Modelle der mobilen Spielkonsole N-Gage
  • NSeries: Baureihe für Multimedia- und High-End-Smartphones
  • ESeries: Baureihe für Business-Smartphones
  • Cseries: Baureihe für Telefone mit Hauptaugenmerk auf Connectivity
  • Xseries: Baureihe für Telefone mit besonderen Musikeigenschaften

Die zweite Stelle unterscheidet oft die Bauform des Modells, aber auch die Funktionalität. Früher wurde durch die zweite Stelle grundsätzlich die Generation unterschieden, z. B. 6110 – 6210 – 6310, 3110 – 3210 – 3310 – 3410.

Die dritte Stelle unterschied früher das mögliche Netz: 6110 D-Netz (900 MHz), 6130 E-Netz (1800 MHz), 6150 Dualband. Diese Unterscheidung gibt es nicht mehr, alle Handys sind heute mindestens dualbandfähig. Mittlerweile zeigt die dritte Stelle bei einigen Geräten die Generation, so war bspw. das 6210 kein reines D-Netz-Modell mehr. Dem 6220 folgte das weiterentwickelte 6230 und das 6230i. Das 6220 war jedoch keine Weiterentwicklung des 6210.

Die vierte Stelle – zumeist „0“ – bezeichnet meist die Ausstattung des Modells. So fehlt beim 6681 gegenüber dem 6680 UMTS und Zweitkamera, das 6021 hat im Gegensatz zum 6020 keine Kamera, verfügt jedoch über Bluetooth.

Einigen Modellen ist als fünfte Stelle ein i hinzugefügt. Dies weist auf eine Verbesserung des Vorgängermodells hin, z. B. 6310 – 6310i, 6610 – 6610i, 6230 – 6230i sowie als neuesten Vertreter das N93i. Diese Maßnahme hat zum Ziel, ein besonders erfolgreiches Modell dem Stand der Technik anzupassen und weiter im Programm führen zu können.

Ausgesprochen wird die Modellnummer üblicherweise in zwei Teilen, z. B. 6210 als „Zweiundsechzig-Zehn“ oder 9300 als „Dreiundneunzig-Null-Null“, wobei Geräteziffern die mit „00“ enden (z. B. das 9300) häufig auch „Dreiundneunzig-Hundert“ ausgesprochen werden. Modelle mit einer „0“ an dritter Stelle werden wie im Beispiel des 6201 „Zweiundsechzig-Eins“ oder „Zweiundsechzig-Null-Eins“ ausgesprochen.

Seit 2010 gilt die vierstellige Namenskonvention als obsolet. Stattdessen setzt Nokia auf eine neue Strategie aus den vier Kernkategorien Eseries, Nseries, Cseries und Xseries mit einer aufsteigenden Zahlenfolge und einem zusätzlichen Suffix. Die funktionale Einstufung im Portfolio erfolgt über den Stellenwert der Zahl.

Dabei steht zunehmend die Servicequalität für Mobiltelefone in der öffentlichen Kritik. Die dezentrale Servicestruktur ist meist sehr ineffizient und verursacht bei Aufträgen lange Wartezeiten. Sog. Nokia Care Points wickeln einfache Reparatur- und Garantiefälle ab, komplexere Fälle werden an Nokia Care Center weitergeleitet. Dabei wird zwischen mehreren verschiedenen Service-Level unterschieden.[13] Der nokiaeigene Kundensupport agiert dazu vollkommen unabhängig und kann nicht mit den Vorgängen im dezentralen Service interagieren.

Nokia-Handys werden durch ein proprietäres Ladegerät geladen, welche zwei verschiedene Arten von Anschlüssen verwenden (3,5mm und 2mm). In der Regel kann jedes Nokiahandy mit nahezu jedem Nokialadegerät, das den selben Anschluss verwendet, aufgeladen werden. In aktuellen Modellen wird vermehrt auf den Micro-USB-Anschluss als Ladebuchse gesetzt.

Im Gegensatz zu anderen Handymarken ist es bei Nokia meist möglich, nicht nur den Akku, sondern auch das Display, das Cover und die Tastatur auszutauschen und es sind auch alle diese Teile im Einzelhandel erhältlich.

Am 28. Mai 2007 verkündete Nokia, dass es ein eigenes Netbook herstellen wird. Es ist seit Ende 2009 erhältlich und heißt Nokia Booklet 3G, als Betriebssystem ist Windows 7 vorinstalliert.

Eingesetzte Handy-Betriebssysteme

  • Series 20: Proprietäres Nokia OS
  • Series 30: Proprietäres Nokia OS
  • Series 40: Proprietäres Nokia OS
  • Communicator 9000-9110i: Geos 3.0
  • S60 (vormals Series 60): Symbian OS
  • Series 80: Symbian OS
  • Series 90: Symbian OS
  • Symbian^3 (Weiterentwicklung des Symbian OS mit überarbeiteter S60-Benutzeroberfläche)
  • Maemo: Internet Tablet OS (basierend auf Linux) (Eingesetzt in den Nokia Internet Tablets und auf dem Telefon N900)
  • MeeGo: Fusion aus Maemo und Moblin (basierend auf Linux) (Einsatz in künftigen High-End-Smartphones, Nokia N9, Tablets, Netbooks, Media PCs und InCar-Infotainmentsysteme)
  • Windows Phone 7: Primäres Betriebssystem für Smartphones ab November 2011

In bestimmten Mobiltelefone für das CDMA-Netz wurde das von Qualcomm entwickelte REX (Real-Time Executive) als Betriebssystem eingesetzt. Die von Nokia exklusiv für den Netzbetreiber Verizon Wireless hergestellten Telefone werden mit dem Verizon Wireless UI als Benutzeroberfläche ausgestattet.

Im Februar 2011 gab Nokia bekannt, zukünftige Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 von Microsoft ausrüsten zu wollen[14] und erhält dafür im Gegenzug rd. 1 Mrd. US-Dollar für Entwicklung und Werbung von Microsoft[15]. Die Börsen reagierten auf Nokias Entscheidung geschockt und der Kurs der Nokia-Aktie brach ein.[16] Die Vorstellung der ersten Nokia-Modelle mit Windows Phone 7 im Rahmen der Nokia World 2011 am 26. Oktober 2011 wurde dagegen überwiegend positiv aufgenommen.[17]

Sicherheitsprodukte

Nokia hat eine Reihe Firewall- und VPN-Produkte im Angebot mit eigenem Betriebssystem IPSO. Im Dezember 2008 übernahm Check Point den Bereich Sicherheitstechnik von Nokia für eine nicht genannte Summe.[18]

Kritik

Im Jahr 2009 übte Nokia Druck auf die finnische Regierung aus, um ein Gesetz beschließen zu lassen, das Unternehmen die Überwachung der elektronischen Kommunikation von Mitarbeitern ermöglicht.[19] Nokia drohte, dass es im Fall der Ablehnung des Gesetzes Finnland verlassen werde.[20] Das Gesetz, von den Medien „Lex Nokia“ genannt, wurde am 4. März 2009 beschlossen.

Auch das Joint-Venture Nokia Siemens Networks steht wegen der Lieferung von Überwachungsanlagen an den Iran in der Kritik, da diese zur Beschneidung der Meinungsfreiheit, der Unterdrückung der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 und zur Verfolgung von politischen oppositionellen Gruppierungen eingesetzt wurden.[21][22] Auch viele andere Staaten, die keine Demokratien sind, sind Kunden dieses Konzerns.[23][24]

Der Autor Frank Piasecki Poulsen hat sich auf die Suche nach Coltan-Minen im Kongo begeben und recherchiert, wie dort die wichtigen Mineralien für die Handyproduktion unter inhumanen Bedingungen abgebaut werden. In seinem Dokumentarfilm „Blutige Handys“[25] konfrontiert er Nokia mit dem Vorwurf, die eigene Profitabilität vor die soziale Verantwortung zur Veröffentlichung der Lieferkette, wie von Menschenrechtsorganisationen empfohlen, zu stellen.[25][26] Die Kritik des Films bezieht sich dabei auf die gesamte Branche, in dem der Autor Nokia "eher [als] Vorreiter" in Sachen Nachhaltigkeit bezeichnet. Ein Elektronik-Hersteller-Ranking von Greenpeace, in dem Nokia den ersten Platz einnimmt, scheint diese Aussage zu bestätigen.[27]

Nokias Beschluss, ihr Werk in Rumänien bereits drei Jahre nach dessen Fertigstellung wieder zu schließen, stieß auf heftige Kritik seitens der rumänischen Regionalverwaltung. Der Bau auf einer abgelegenen Ackerfläche wurde erst durch millionenschwere Subventionen des rumänischen Staates möglich (bspw. der Anschluss an das Strom-, Wasser- und Straßennetz). Der rumänische Staat verkündete daraufhin, dass er prüfen werde, ob die Millionenzahlungen zurückgefordert werden können. [28]

Trivia

Der Signalton für Kurzmitteilungen „Spezial“ ist der Morse-Code für SMS. Ähnlich ist der „Ansteigend“-Signalton der Morse-Code für „Connecting People“, Nokias Slogan.[29]

Der Klingelton „Nokia Tune“ (wahrscheinlich bekanntester Klingelton der Welt) basiert eigentlich auf einer Gitarrenarbeit namens „Gran Vals“ des spanischen Musikers Francisco Tárrega aus dem 19. Jahrhundert. Deswegen wurde dieser Klingelton auf Nokia-Handys ursprünglich „Gran Vals“ genannt, erst 1998 wurde er zu „Nokia Tune“ umbenannt. Nokia behauptet dennoch, es sei eine Hörmarke.

Nokia benutzt diesen Klingelton in all seinen Handys und in den meisten TV-Spots als Audiologo.

Nokia-Klingelton. Exzerpt aus „Gran Vals“ von Francisco Tárrega

Für Werbespots zu NSeries-Geräten wird der Song „In My Heart“ aus dem Album „18“ von Moby verwendet. Inzwischen haben sich die ersten Takte des Songs zu einer eigenständigen Kennung für die NSeries entwickelt.

Weblinks

 Commons: Nokia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Quarterly and annual Information - Nokia in Q4 2010 (en). Nokia (27. Januar 2011). Abgerufen am 11. Februar 2011.
  2. Gartner Says Sales of Mobile Devices in Second Quarter of 2011 Grew 16.5 Percent Year-on-Year; Smartphone Sales Grew 74 Percent (en), Gartner Inc.. 11. August 2011. Abgerufen am 29. September 2011. 
  3. Gartner Says Worldwide Mobile Phone Sales Grew 6 Per Cent in 2008, But Sales Declined 5 Per Cent in the Fourth Quarter (en), Gartner Inc.. 2. März 2009. Abgerufen am 5. Juli 2011. 
  4. Interim report (en) (PDF). Nokia Corporation (27. Januar 2011). Abgerufen am 11. Februar 2011.
  5. Kallasvuo dankt ab: Nokia holt Microsoft-Manager an die Spitze. In: Spiegel Online, 10. September 2010. Abgerufen am 11. Februar 2011. 
  6. Telekommunikation: In Helsinki entsteht „Nokia Siemens Networks“. In: FAZ, 19. Juni 2006. Abgerufen am 11. Februar 2011. 
  7. Suri folgt auf Beresford-Wylie: Neuer Chef bei Nokia Siemens Networks. In: Computerwoche, 1. September 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  8. Johannes Kuhn: Nokia: Partnerschaft mit Microsoft - Bündnis der verletzten Riesen. In: sueddeutsche.de, 11. Februar 2011. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  9. STEUERSCHULDEN: Rumänien beschlagnahmt Nokia-Fabrik. In: Golem.de. 10. Oktober 2011, abgerufen am 12. November 2011.
  10. Bericht Nokia eingesehen am 18. Mai 2010 (Seite 122)
  11. a b Nokia’s offices for Qt. (Englisch)
  12. Andreas Wilkens: Nokia verliert in Deutschland überdurchschnittlich viele Marktanteile. In: heise online, 19. November 2008. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  13. Nokia Service Level Definitionen. NokiaPort.de (2. Oktober 2008). Abgerufen am 12. Februar 2011.
  14. Nokia: In Zukunft voll auf Windows Phone. 11. Februar 2011. 
  15. Microsoft Is Said to Pay Nokia More Than $1 Billion in Deal. 7. März 2011. 
  16. Microsoft is the plague: Nokia stock drops 14% as 1,000 employees walk out. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  17. Pressemitteilung zu Windows Phone-Handys von Nokia, abgerufen am 26. Oktober 2011
  18. Elmar Török: Nokia verkauft sein Security Appliance-Geschäft an Check Point. In: TecChannel.de, 23. Dezember 2008. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  19. Andreas Wilkens: Lex Nokia verabschiedet: Finnische Chefs dürfen Mails einsehen. In: heise online, 4. März 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  20. Urs Mansmann: Nokia drückt Überwachungsrechte für E-Mails durch. In: heise online, 1. Februar 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  21. Andreas Proschofsky: Iranische Internet-Zensur: Powered by Nokia Siemens?. In: Der Standard, 22. Juni 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  22. Herbert Braun: Iraner boykottieren Nokia. In: Heise mobil, 18. Juli 209. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  23. Markus Brauck, Martin U. Müller, Hilmar Schmundt: Die digitale Revolution. In: Spiegel Online, 22. Juni 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  24. M. Balser, H. Leyendecker, H. Martin-Jung: Iran - Überwachung made in Germany. In: Süddeutsche Zeitung, 22. Juni 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  25. a b Frank Piasecki Poulsen: „Blutige Handys“, WDR. 29. November 2010. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  26. Blood in the Mobile. Abgerufen am 12. Februar 2011.
  27. Greenpeace: A Guide to Greener Electronics
  28. Rumänien fordert von Nokia Staatshilfen zurück. 
  29. Nokia Töne aus Morsecodes. NokiaPort.de (2. Oktober 2008). Abgerufen am 12. Februar 2011.

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