Survival

Survival

Die Begriffe Survival oder Survivalismus bzw. Überlebenskunst fassen Fertigkeiten zusammen, die ein Überleben in lebensbedrohlichen Situationen ermöglichen sollen. Anwendung finden dabei verschiedenste Techniken und Hilfsmittel u. a. von Naturvölkern aus aller Welt, um die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser und Schutz zu gewährleisten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge des Survival liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erste Anwender waren Waldläufer und Fallensteller in Nordamerika, die spezielle Überlebenstechniken von den indianischen Ureinwohnern lernten. Sie ließen dabei die religiösen Vorstellungen ihrer Lehrer fallen und begannen, bei ihren Begegnungen die Erfahrungen auszutauschen. Anfang des 20. Jahrhunderts hat der norwegische Polarforscher Roald Amundsen auf seiner Nordwestpassage-Expedition im Jahr 1903 die Überlebenstechniken der Netsilik-Inuit erlernt, die er dann auf seiner legendären Südpol-Expedition im Jahr 1911 erfolgreich anwandte. Er transferierte das Überlebenswissen der Arktis auf die sehr ähnlichen Bedingungen der Antarktis.

Mit fortschreitender Technisierung des Krieges wurde Survival erstmals im Zweiten Weltkrieg für das Militär interessant. Spezialisierte Kriegsführung, wie das Operieren hinter den feindlichen Linien, erforderte Wissen über die Versorgung der Spezialeinheit aus der Umgebung – z. B. Wassergewinnung in der Wüste. Der 1941 gegründete britische Special Air Service eignete sich während seiner Operationen Kenntnisse über das Leben in der Wüste von den Einheimischen an. Dazu wurden auch u. a. Botaniker und Meteorologen als Lehrer hinzugezogen. In der US-Armee wurden Lehrgänge erst mit dem Vietnamkrieg in Zusammenarbeit mit NOLS insbesondere für die Green Berets eingerichtet.

Besondere Bedeutung erlangte Survival mit dem Kalten Krieg. Bereits in der 50er Jahren wurde an der Beantwortung der Frage „Wie überleben Zivilpersonen eine Kernwaffenexplosion?“ gearbeitet - einem bis heute aktuellem Thema einiger Survivalisten. In Deutschland erstellte das Bundesamt für den Zivilschutz Schriften mit Ratschlägen für das Überleben unter diesen Bedingungen. In den 70er Jahren begannen in Amerika Schriftsteller und Publizisten sich mit den Folgen der Ölkrise von 1973 zu beschäftigen. Es gab erste zivile Zeitschriften mit Anleitungen zur Bevorratung von Lebensmitteln oder dem Bau von Bunkerräumen. In diesem Zeitraum erlangte auch in Deutschland Survival eine gewisse Bedeutung in der Öffentlichkeit. Erstmals machten die Fernsehdokumentationen über den damals in Hamburg lebenden Rüdiger Nehberg eine breitere Öffentlichkeit mit dem Thema vertraut, das bis dahin in Deutschland eher dem militärischen Umfeld vorbehalten war. Auch die Ereignisse der Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978 zeigte die Notwendigkeit von Überlebenstechniken in einer zivilisierten Gesellschaft.

Einen weiteren Zulauf und eine neue Gruppierung bekam die Survival-Bewegung in den 1980ern mit den Veröffentlichungen der Fernsehspielfilme Der Tag danach und Threads. Beide Filme beschäftigen sich mit dem Überleben nach einem Atomkrieg. Die Überlebenden müssen sich gegen Plünderer behaupten – was bei einigen Survival-Gruppierungen zur Ideologisierung und extremen Militarisierung führte. Auch die Katastrophe von Tschernobyl 1986 förderte deren Zulauf.

Einen dritten Höhepunkt erreichte die Popularität des Survival gegen Ende des 20. Jahrhunderts mit der verbreiteten Angst um das Jahr-2000-Problem. Aber auch Katastrophen wie der Anschlag auf das World Trade Center als terroristisches Ereignis, der Mega-Tsunami vom 26. Dezember 2004, das Elbehochwasser 2006 oder die Vogelgrippe im Jahr 2006 führten in Europa dazu, dass sich viele Personen mit Survival beschäftigten. Dies wird durch den „Dritten Gefahrenbericht“ der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern aus dem Jahr 2006 verstärkt, der im Bereich der Katastrophenvorsorge schwere Mängel wie etwa bei der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser ausweist.

Begriff „Survival“

Der Begriff "survival" wird im englischsprachigen Raum in einer umfassenderen Bedeutung gebraucht als "Überleben" im Deutschen. Die Anhänger des Survivalismus werden deswegen auch "preppers" (dt.: „die, die sich (auf eine Katastrophe) vorbereiten“) genannt. Im deutschen Sprachraum wird von „Survival“ in Zusammensetzungen gesprochen, etwa beim „Survival-Training“.[1] Als Abgrenzung von stark militärisch orientierten Survival-Techniken haben sich im englischen Sprachgebrauch für rein Natur-orientierte Survival-Formen auch die Zusätze „Wilderness“ und „Bushcraft“ etabliert (etwa „Wilderness Survival“).

Unterteilung nach Gruppierungen

  • Survival bei militärischen Einheiten, deutscher Begriff Überleben und Durchschlagen
  • Survival im Zivil- und Katastrophenschutz
  • Survival von religiösen Gruppierungen (Mormonen)
  • Survival von Privatpersonen

Gerade beim Survival von Privatpersonen erreicht die Bezeichnung einen schwer einzugrenzenden Umfang. Es kann von der einfachen Planung einer Wandertour und der Mitnahme einiger Notfall-Schokoriegel reichen bis hin zu einer ideologisierten militarisierten Gruppierung mit umfangreichen Lebensmittel-, Fahrzeug- und Waffenlagern sowie diverser Schutz- und Bunkeranlagen.

Sonderformen des Survival

  • Sea-Survival (Überlebenstechniken im Seenotfall)
  • Urban-Survival (Überlebenstechniken in zivilisierten Gegenden, besonders in Großstädten)
  • Apokalypse- oder Endzeit-Survival (Überleben nach dem totalen Zusammenbruch)

Mögliche Gefahrensituationen, auf die sich Survivalisten vorbereiten

  • Naturkatastrophen: Orkan, Winterstürme, Tornados, Erdbeben, Hochwasser, Sturmfluten, Impakt
  • Technische Katastrophen: Großschadenslagen, Brände, Chemieunfälle, Reaktorunfälle, Flugzeugabstürze, Entgleisungen
  • Wirtschaftliche Krisen: z.B. Mangel oder Versorgungsausfall von Strom, Treibstoff, Nahrung oder Trinkwasser und den Folgen
  • Zivilisatorische Krisen: (Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung) Unruhen, Aufstände, Krieg, Bürgerkrieg, Seuchen

Überlebenstechniken und Disziplinen

Survival-Überlebenstechniken sollten folgenden grundsätzlichen Ansprüchen genügen:

  • weltweit universelle Anwendbarkeit (bei gleichen Grundvoraussetzungen)
  • Loslösung von kultureller oder religiöser Einbettung
  • relative Einfachheit

Die einzelnen Fertigkeiten lassen sich unterschiedlichen Disziplinen zuordnen.

Wassersuche in der Natur

Der tägliche Wasserbedarf des Menschen in gemäßigten Klimazonen bei durchschnittlicher Belastung liegt mittel- bis langfristig bei mindestens 1-2 Litern. Verschüttete Menschen konnten jedoch bis zu 78 Stunden ohne Wasserzufuhr im Schatten überleben. Bei körperlicher Anstrengung und entsprechenden Temperaturen kann der Bedarf schnell über 6 Liter pro Tag ansteigen. Wird dem Körper das Wasser nicht in Form von wasserhaltigen Lebensmitteln oder Getränken zugeführt‚ kommt es zum Verdursten.

Bei einer wüstenartigen mittleren Tageslufttemperatur von 43°C kommt es ohne Wasserzufuhr bereits nach ca. 24 Stunden zum Verdursten, bei 37°C nach ca. 48 Stunden. In Mitteleuropa dürfte jedoch die medizinische Faustregel, nach der ein Überleben ohne Wasser drei Tage lang möglich ist, realistischer sein.[2] Andere Schätzungen gehen von einem noch längeren Zeitraum bei einer Umgebungstemperatur von 15°C aus.[3] Die Werte sind allerdings auch von der relativen Luftfeuchtigkeit abhängig.

Wie bei den Nahrungsmitteln steht die Vorratshaltung als Überlebenstechnik an erster Stelle. Im allgemeinen wird von verschiedenen Organisationen ein Vorrat von 1,5 bis 2,5 Liter Wasser pro Tag und Person als angemessen betrachtet.[4]

Weitere Möglichkeiten, um Trinkwasser zu gewinnen, bestehen in der Nutzung von unbeachteten Reserven wie z. B. das verbliebene Wasser in Rohrleitungen oder das des Spülkastens der Toilette. Zur Trinkwassernutzung kommen ferner in Frage:

  • Bäche
  • geschmolzener Schnee - hierbei ist zu beachten, dass keine Mineralsalze im Schmelzwasser enthalten sein dürfen
  • Grundwasser ergraben; die tiefste Stelle im Gelände – Talsohle – sowie üppige Vegetation o. Steilhang weisen auf erreichbares Grundwasser
  • trockene Bachläufe aufgraben
  • Sickerwasser im Fels, vor allem im Kalkgestein
  • Pflanzen wie Kakteen oder Birken (insbesondere Frühjahr) - Gefäß an Baum anbinden
  • Regen - zum Auffangen dienen Tücher oder Folien
  • Tau mit Folie auffangen oder mit Tüchern vom Gras abtupfen

Wasser muss zunächst auf seine Trinkbarkeit hin überprüft werden. Abkochen oder Entkeimung mittels entsprechender Tabletten ist ggf. vorzunehmen. Zum Filtern eignen sich beschränkt geschichtete Kombinationsfilter aus Kies, Sand, Pflanzenfasern und Holzkohle. Pathogene Keime werden von Ersatzfiltern nur bedingt zurückgehalten.

Nahrungsbeschaffung

Der Mensch benötigt in völliger Ruhe (etwa beim Schlafen) einen Grundumsatz von etwa 1.500 bis 1.700 kcal pro Tag, um zu überleben. In Krisensituationen muss von einer deutlich erhöhten Leistung des Körpers ausgegangen werden. Der Leistungsumsatz kann schnell 3.000 kcal pro Tag pro Person und mehr erreichen. Um den Verlust auszugleichen, muss dem Körper täglich diese Energie per Nahrung zugeführt werden, andernfalls kommt es bei normalgewichtigen Menschen nach etwa 50 bis 80 Tagen bei immer schnellerem Kräfteverfall zum Hungertod.

Die Vorratshaltung als einfachste Überlebenstechnik zielt darauf ab, diese Energiezufuhr auch dann aufrechtzuerhalten, wenn es aufgrund eines Schadensereignisses oder einer Katastrophe keine Nahrungsmittel mehr zu kaufen gibt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät einen Vorrat für 14 Tage anzulegen, wobei es einen täglichen Leistungsumsatz von nur 2.000 kcal annimmt.[5]

Sind die Vorräte vor einer Normalisierung der Lage aufgebraucht, benutzt der Survivalist die Überlebenstechniken Jagen und Sammeln oder langfristig Ackerbau und Viehzucht, um seinen Nahrungsbedarf zu sichern.

Hierbei geht es um die Fähigkeit, an Nahrung heranzukommen. In Frage kommen hierbei:

  • Suche nach Jagdwild
  • Erlegen von Jagdwild mit Schusswaffe oder anderweitigen Behelfsmitteln wie Pfeil und Bogen, Fallen stellen, Schlingen legen etc.
  • Fische fangen mittels Behelfsangel, Reuse oder Netz, Fischfallen u. a.
  • Erkennen von essbaren Pflanzen, diversen Wurzeln und niederen Tieren wie Insekten oder Schnecken
  • Sammeln und Verwerten derselben

Bei der Zubereitung der Nahrung sind in Survival-Situationen Besonderheiten zu beachten. Häuten (Holzgestell-Verwendung eines Messers), Säubern, Ausnehmen und Entschuppen gehen dem eigentlichen Kochvorgang voraus. Provisorische Kochgefäße können folgende sein:

  • Wasser in Segeltuch/Tuch oder Rinde bzw. Blättern
  • in den Tropen halbe Kokosnuss oder ausgehöhlter Bambus als Kochgefäß

Backen/Grillen kann z. B. mit Blättern oder Lehm als Umhüllung vorgenommen werden. Primär ist im Notfall das Erhitzen der Nahrung auf über 74°C (Kerntemperatur) zum Abtöten von Parasiten und Pathogenen. Sicherste Zubereitungsmethode aufgrund der hohen Temperatur ist Rösten über der Glut, wobei hier ein Teil der Nahrung durch Vaporisieren und Verbrennen von Fett verloren geht. Als Kochstelle eignen sich zum Beispiel Erdlöcher, gegebenenfalls mit einer Aufhängung, oder flache Feuerstellen, bei denen das Grillgut in einer glutfrei gefegten Rinne gegart wird. Zubereitete Nahrung soll möglichst konserviert werden (Trocknen, Räuchern), um Nahrungsengpässen vorzubeugen. [6]

Feuer

Als Wärmequelle und zum Zubereiten von Nahrung kommt dem Feuer eine besondere Bedeutung zu. Das Feuermachen ist daher eine zentrale Survival-Disziplin.

Als entsprechende Techniken kommen in Frage:

  • Sonne und Glas (Schaffung eines Brennspiegels)
  • Holzreibung: hierbei sind möglichst Bogen oder Bohrer zu verwenden
  • Feuerstein und Zunder bzw. Schießpulver (falls vorhanden)

Feuerbohren wird heute u. a. von den Aborigines in Australien zum Feuerentzünden verwendet. Als Überlebenstechnik ist es auch für Menschen aus technisierten Zivilisationen möglich, mit dieser Technik ein Feuer zu entfachen, auch wenn die von den Aborigines verwendeten Hölzer nicht in Europa oder Amerika zu finden sind. Nicht die Holzsorte, sondern die Kombination von Hartholz mit Weichholz spielt eine Rolle.

Schutz

  • Errichtung oder Ausbau einer schützenden Behausung
  • Wärme durch Anlegen und Unterhalten einer Feuerstelle gewährleisten,
  • Schutz vor Verletzungen, die bei Wanderungen oder Klettern entstehen können
  • Schutz vor Angreifern oder Tieren (Selbstverteidigung)

Wie zuvor kommen Fertigkeiten aus den verschiedensten Kulturkreisen zur Anwendung. Je nach Situation und Lage können einfache Hilfsmittel wie Messer, Beil, Schaufel und andere Werkzeuge sowie Hilfsstoffe wie Verbandszeug, Streichhölzer usw. den zum Überleben entscheidenden Vorteil verschaffen. Techniken zur Tarnung und Verteidigung bieten Schutz vor feindlich gesinnten Menschen sowie gefährlichen Tieren. Aber auch die Kontaktaufnahme mit möglichen Rettern oder Verbündeten zählt zu den Fertigkeiten, die das Überleben sichern.

Geländeorientierung

Hierzu gehört das Lesen von Karten sowie die Handhabung eines Kompasses. Als weitere Richtungsbestimmung ohne Karte und Kompass kommen in Betracht:

  • Ausrichtung nach dem Stand der Sonne
  • Ausrichtung nach dem Stand der Sonne durch Zuhilfenahme einer Uhr
  • Nachtorientierung über den Polarstern, ggf. durch Vollmond sowie Uhr.

Erste Hilfe

Um sich in unwirtlichen Gegenden durchzuschlagen, sind medizinisches Grundwissen und Erste-Hilfe-Kenntnisse unumgänglich. Die wichtigsten sind:

  • grundlegende Hygiene
  • Schutz gegen Darmkrankheiten, z. B. durch gründliches Abwaschen und langes Kochen von Nahrung
  • Schutz gegen Insekten und Schädlinge, wie Zecken, Flöhe, Läuse, Milben, Spinnen, Skorpione, Hundertfüßer, Moskitos, Blutegel etc., durch Mückenschleier, Einreiben des Gesichts mit feuchter Erde, Hosen in Schuhe und Strümpfe stecken, Einreiben mit Benzin, Kerosin, Alkohol als Gegenmittel, Feuerrauch
  • bei Schlangenbissen auf keinen Fall die Wunde aussaugen oder ausbrennen, sondern den Kreislauf stützen und durch geeignete Verbände die Giftverbreitung im Körper reduzieren
  • die Beherrschung aller wichtigen für Laien anwendbaren notfallmedizinischen Handlungen:
    • die Beatmung (Mund zu Mund oder zur Nase)
    • Herzdruckmassage
    • der Situation angemessene Lagerung des Betroffenen
    • bei offenen Verletzungen die passenden (Druck-)Verbände anlegen
    • Knochenbrüche stabilisieren
    • Verbrennungen versorgen
    • Transport von Verletzten und Kranken auf Tragen und Krücken sowie Wissen über den Bau solcher Hilfsmittel, im Wasser oder an Land mit geeigneten Rettungsgriffen.

Überleben in unterschiedlichen Regionen und Situationen

Hierzu gehören unter anderem:

  • Überleben in den Tropen (Regenwälder, Savanne, etc.)
  • Überleben in der Wüste,
  • Überleben in Kälteregionen,
  • Überleben auf See einschließlich Seenot
  • Überleben bei Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Waldbränden, Lawinen, usw.

Tarnen und Täuschen

Diese Maßnahme verfolgt den Zweck, Gegnern die eigene Anwesenheit zu verbergen und über die eigene Anwesenheit zu täuschen. Tarnen erfolgt durch -

  • Vermeiden von Geräuschen, Spuren, Rauch und Staub, Licht und Spiegelung, Bildung von Schatten
  • Nutzung von Deckung, z. B. Ausnutzung von Bodenerhebungen, Bewuchs, Gräben, Wald, Schatten usw.
  • künstliche Tarnung durch Tarnkleidung, Tarnnetz, Graskleid
  • Tarnglocke auch Tarnkorb, Tarnschild

Täuschen erfolgt durch -

  • Anlegen von Scheinspuren
  • Tarnlaute (Nachahmen von Tierstimmen)
  • Tarngeräusche, z. B. das Werfen von Steinen
  • Täuschbewegungen z. B. Täuschbewegungen eines Strauches mit Schnur
  • ausgestopfte Puppen.

Erkennen und Auswerten von Spuren

Es kann notwendig sein, Spuren lesen zu müssen zwecks Auffinden von Tieren für Nahrungserwerb oder Schutz vor gefährlichen Tieren oder Kontaktaufnahme mit Menschen. Wichtig hierbei ist das Erkennen der Spurart (Mensch, Tierart etc.), Zahl der Spurenverursacher bei einer Gruppe, Schrittlänge (Auskunft über Körpergröße und die Laufgeschwindigkeit), Schrittbreite, Spurentiefe (z. B. wie alt ist die Spur oder wurde Last getragen usw.)

Nahkampf/Verhalten gegenüber feindlicher Bevölkerung

Von militärisch geprägten Survivalisten wird der Nahkampf als erforderlich betrachtet. Dazu gehören:

  • Fallübungen
  • Karateschläge oder Judogriffe
  • Stock- u. Spatenabwehr
  • Abwehr gegen bewaffnete Gegner mit und ohne eigene Waffe
  • Abwehr von Tierangriffen mittels Messer oder Stock
  • Verhalten gegenüber Feinden:
    • Verhandeln
    • freundliche Gesten
    • Kampf
    • Flucht
    • Geldangebote bzw. Wertgegenstände.

Besondere Situationen

In Frage kommen beispielsweise Befreiung aus einem brennenden oder im Wasser versinkenden Auto, Schlösser von Autos und Haustüren öffnen, Befreiung aus Gefangenschaft usw.

Feuer

Kleinere Brände so weit es geht versuchen selbst zu löschen. Wenn beispielsweise eine Zeitung leicht brennt, kann versucht werden sie selbst zu löschen. Rufen Sie lieber die Feuerwehr bevor Sie sich unnötig in Gefahr bringen. Wenn zum Beispiel in einem Topf Fett brennt, einfach den Deckel auf den Topf legen. Sie sollten auf keinen Fall Wasser in den Topf schütten (Es käme zu einer gefährlichen Fettexplosion). Wenn es nicht mehr möglich ist, das Feuer allein zu löschen, so weit es noch geht Fenster schließen und den verrauchten Raum sofort verlassen. Nicht in Panik geraten.

In einem stark verrauchten Raum hat man keine lange Überlebenschance. Je nach Stärke der Rauchentwicklung und Größe des Raumes hat man eine Zeit von nur ein paar Minuten bevor man aufgrund einer Rauchvergiftung ohnmächtig wird. Seine Überlebenschancen kann man erhöhen, indem man sich möglichst auf Bodennähe fortbewegt, da sich der Rauch und die heiße Luft an der Decke sammeln und folgen Sie den Schildern die zu den Fluchtwegen zeigen. Außerdem sollte man nicht sofort den Raum bzw. das Gebäude verlassen, falls es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, weil zum Beispiel das Treppenhaus brennt oder stark verraucht ist. Man sollte auf keinen Fall versuchen, ein stark verrauchtes Treppenhaus oder einen stark verrauchten Gang oder Raum zu passieren.

Bei Treppenhäusern stellt die durch den Rauch stark eingeschränkte Sicht ein Sicherheitsrisiko dar. Es kann passieren, dass man die Stufen nicht sieht und die Treppe hinunter fällt oder über einen Gegenstand stolpert. Des Weiteren kann man leicht die Orientierung verlieren. Rennen Sie auf keinen Fall in die oberen Stockwerke des Gebäudes. Dort sitzen Sie dann in einer natürlichen Falle, da der Rauch und die Wärme ebenfalls nach oben steigen. Begeben Sie sich besser in die unteren Stockwerke.

Wenn Sie vor einer Tür stehen, bei der Sie sich nicht sicher sind, ob es dahinter brennt. Wenn die Tür einen Metallgriff hat, berühren Sie vorsichtig mit den Handrücken den Türgriff. Wenn dieser warm oder heiß ist, können Sie davon ausgehen, dass es dahinter brennt. Wenn diese Tür keinen Metallgriff hat, gehen Sie mit den Handrücken an die unterste Stelle der Tür und fahren Sie langsam mit den Handrücken an der Tür nach oben. Tritt an Türen schon deutlich sichtbar Rauch durch die Schlitze aus, sollten Sie diese Tür auf keinen Fall öffnen. Der Raum dahinter ist im Moment ein Ort, an dem niemand ohne Atemschutz überleben kann. Des Weiteren können sich dort bereits Gase gebildet haben, die beim Öffnen der Tür zu einer Durchzündung führen kann, auch Flashover genannt. Die gefährlichere Version davon heißt Backdraft, was nicht heißt, dass ein Flashover harmlos ist. Er hat eine Temperatur von ca. 1000 °C.

Kleidungsstücke vor Mund und Nase bieten keinen Schutz vor dem Rauch, das einzige was außer schweren Atemschutz noch vor den Rauch schützen kann, ist eine Atemmaske mit Aktivkohlefilter die über das ganze Gesicht geht. Diese Maske bietet genügend Schutz, dass man sich für ein paar Minuten in einen verrauchten Raum aufhalten kann. Ziehen Sie sich am besten in einen Raum zurück, schließen Sie die Tür und stopfen Sie Kleidungsstücke in die Öffnungen der Tür um zu verhindern, dass Rauch in den Raum kommt. Versuchen Sie Leute von außerhalb des Hauses auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Menschenmenge

Wenn man sich in einer Menschenmenge befindet, die in Panik gerät, ist es das Wichtigste, selbst ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Bewegen Sie sich immer mit dem Menschenstrom, nicht dagegen und bei der ersten Gelegenheit seitlich aus der Menge ausweichen. Wenn man in Panik gerät, atmet man schnell, der Körper bekommt nicht genug Sauerstoff, man denkt, man erstickt und gerät weiter in Panik. In diesen Fall sollte man mehrmals tief ein- und ausatmen um wieder genug Sauerstoff zu bekommen, auch wenn der Sauerstoffgehalt in der Luft geringer sein sollte. Bei großen Menschenmengen tritt der Tod eher selten durch zertrampeln ein, sondern durch zusammendrücken des Brustkorbes, was die Atmung blockiert.

Wasser

Kaltes Wasser

Das Wichtigste in diesen Fall ist, als Erstes den Kälteschock zu überwinden und die Atmung unter Kontrolle zu bringen und auf keinen Fall zu hyperventilieren. Dadurch kann verhindert werden, dass Wasser in die Lunge kommt. Sie haben bei eiskaltem Wasser rund 10 Minuten Zeit, in denen man sich in Sicherheit bringen kann, weil es nach dieser Zeit passieren kann, dass man bewegungsunfähig wird. Nach 40 bis 60 Minuten tritt das Erfrieren ein. Sie sollten nicht strampeln, sondern sofort einen rettenden Punkt ansteuern.

Ausbildung

Viele Überlebenstechniken wurden von naturverbunden lebenden Völkern erlernt und aufgezeichnet. Die Ausbildung in Überlebenstechniken erfolgt sowohl während eines Aufenthalts in freier Natur, als auch während spezieller Überlebenstrainings, da man diese Fertigkeiten nicht durch bloßes Lesen erlernen kann.

Bei einem Gruppentraining wird oft ein vorgegebenes Lernprogramm absolviert, wobei die Teilnehmer eine bestimmte Zeit auf sich gestellt oder in der Gruppe zu überleben, einen bestimmten Ort zu erreichen oder bestimmte Aspekte des Überlebens trainieren.

Militärische Ausbildungslehrgänge sind auf deren Bedürfnisse zugeschnitten und entsprechen nur bedingt den Anforderungen für eine zivile Anwendung, da sie vor allem auf ein schnelles und unerkanntes Ausweichen abzielen. In Deutschland führt die Luftlande- und Lufttransportschule den Lehrgang Führer und Ausbilder Überleben und Durchschlagen Teil 1 Einzelkämpferlehrgang durch. Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen die Lehrgänge Combat Survival Course und Combat Medical Course sowie die Gebirgs- und Winterkampfschule den Lehrgang Überleben und Durchschlagen unter schwierigen Bedingungen. In der US Army entsprechen diese den Lehrgängen der Ranger Schule mit ihrem 61 Tage dauernden Rangerlehrgang, verschiedenen Überlebenslehrgängen der Teilstreitkräfte und dem SERE-Training.

Der zeitliche Umfang umfasst mehrere Stunden bis wenige Tage. Militärische Ausbildungsprogramme haben einen Umfang von mehreren Wochen.

Literatur

  • Jan Boger: Alles über Survival. Der große Überlebens-Digest. Pietsch-Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-50025-6.
  • John Boswell (Bearb.): US Army Survival Handbuch. Die hohe Kunst des Überlebens („The US Armed Forces Survival Manual“). 6. Aufl. Pietsch-Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-87943-838-2.
  • Andrea Mercanti: Abenteuer unter freiem Himmel. Das große Buch für Fahrt und Lager („Il manuale del trapper“). Mosaik-Verlag, München 1978, ISBN 3-570-06396-8.
  • Rüdiger Nehberg: Survival-Lexikon. Piper, München 2004, ISBN 3-492-26110-8.
  • Rainer Salzger: Mantracker Summer Survival. Überlebenstechniken der Spurensucher. Asaro Verlag, Sprakensehl 2007, ISBN 978-3-939698-14-2.
  • Johannes Vogel: Tierische Notnahrung. Überleben in der Natur. Pietsch-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-50627-5.
  • Heinz Volz: Überleben in Natur und Umwelt. 14. Aufl. Walhalla-Fachverlag, Regensburg 2010, ISBN 978-3-8029-6436-7.

Quellen

  1. vgl. DUDEN-Fremdwörterbuch
  2. http://www.lvz-online.de/download/content/080515_wassermangel.pdf
  3. Bernard Robin: Navy Survival Handbuch. Pietsch, Stuttgart 1988, Seite 128
  4. Michael Schenk. Für den Notfall vorgesorgt, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), 9. Auflage, März 2007, Seite 41ff
  5. Michael Schenk. Für den Notfall vorgesorgt, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), 9. Auflage, März 2007, Seite 42
  6. Johannes Vogel. Das Handbuch der Tierischen Notnahrung, Books on Demand (BOD), 1. Auflage, Dezember 2006, Seite 194 ff.

Filme

Fernsehserien

Weblinks


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