Ausbildungszentrum Spezielle Operationen

Ausbildungszentrum Spezielle Operationen
Ausbildungszentrum Spezielle Operationen
AusbZ SpezOp.jpg
Verbandsabzeichen
Aufstellung 12. Juli 1979
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Heer
Typ Zentrum des Heeres
Unterstellung HA, alt.png Heeresamt
Standort Pfullendorf
Kommandeur
Kommandeur Oberstleutnant Richard Biechel

Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen (AusbZSpezlOp) mit Sitz in der Generaloberst-von-Fritsch-Kaserne in Pfullendorf, Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg ist eines der Zentren des Heeres und insbesondere für die Ausbildung der Spezialkräfte der Bundeswehr und befreundeter Streitkräfte zuständig. Bis 2003 lautete die Bezeichnung Internationale Fernspähschule.

Inhaltsverzeichnis

Beteiligte Nationen

Gemäß dem Memorandum of Understanding, welches zwischen Deutschland und seinen Partnern geschlossen wurde, werden in Pfullendorf auch Soldaten befreundeter Nationen ausgebildet. Großbritannien stieg vor wenigen Jahren aus und bildet seine Soldaten seitdem in eigenen Ausbildungseinheiten aus. Davor wurden auch Soldaten des Special Air Service (SAS) in Deutschland ausgebildet. Die verbliebenen Nationen sind: Belgien, Dänemark, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Türkei und die USA.

Gliederung

Das AusbZentr ist wie folgt gegliedert:

  • Stab
  • I. Inspektion (internationaler Teil)
  • Kommandeur Lehrgruppe
mit II. und III. Inspektion, SpezialAusbildungskompanie 209 und Bereich Unterstützung
  • SIRA

Stab

Der Stab bildet den Verwaltungsteil des Ausbildungszentrums. Er gliedert sich in die klassischen Stabsabteilungen, die dem Kommandeur zuarbeiten. Geleitet werden diese Abteilungen, wie in jedem militärischen Verband der Bundeswehr ab Bataillons- und Schulebene aufwärts, von Offizieren mit einem Unteroffizier als Stellvertretung bzw. von Stabsoffizieren mit einem Offizier als Stellvertretung.

Der S-1-Offizier ist für das Personal zuständig, der S-2-Offizier für die Sicherheit der Einrichtungen sowie den Geheimschutz und die nachrichtendienstlichen Angelegenheiten, der S-3-Stabsoffizier für die Organisation und Lehrgangsplanung, der S-4-Offizier für den Nachschub und der S-6 für die Verwaltung der EDV.

I. Inspektion

Die I. Inspektion bildet den internationalen Teil des AusbZentr. In ihr versehen ca. 10 deutsche und rund 40 Soldaten der anderen 8 Nationen ihren Dienst. Sie untersteht direkt dem Kommandeur AusbZentr. In der I. Inspektion werden Aufklärungs- und Erkennungslehrgänge, Planungs- und Führungslehrgänge und andere Lehrgänge, wie Scharfschützen-, Sanitäts- und Überlebenslehrgänge für Spezialeinheiten, durchgeführt.

Kommandeur Lehrgruppe

Dem Kommandeur Lehrgruppe unterstehen die II. Inspektion, die III. Inspektion, die Ausbildungskompanie 209 und der Bereich Unterstützung.

Die II. Inspektion führt Laufbahn- und Verwendungslehrgänge für spezialisierte Kräfte wie Fernspäher und Fallschirmjäger durch. Darunter fallen Planungs- und Führungslehrgänge und Lehrgänge zur Nachrichtengewinnung und Aufklärung im Einsatz. Ihre Mannstärke beträgt ca. 25 Soldaten, die für die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer zuständig sind.

Die III. Inspektion führt Laufbahn- und Sonderlehrgänge ebenfalls für spezialisierte Kräfte durch. Dabei werden Spezial- und Fernmeldelehrgänge, spezielle Schießlehrgänge und Sanitätslehrgänge durchgeführt. Die Mannstärke ist mit der der II. Inspektion vergleichbar.

Die SpezialAusbildungskompanie 209 ist für Rekruten zuständig. Ihr Auftrag ist die dreimonatige Allgemeine Grundausbildung (AGA) und die Spezielle Grundausbildung für Fallschirmjäger. Des Weiteren führt sie die Spezialausbildung für Feldwebelanwärter durch, die später als Kommandofeldwebel beim KSK eingesetzt werden sollen. Die Kompanie hat einen Stamm von ca. 35 Mann. Die AGA wird mit bis zu 150 Rekruten und die Speziallehrgänge mit bis zu 50 Soldaten durchgeführt.

SIRA

In Pfullendorf befindet sich ein Ausbildungsstützpunkt des Simulationssystem für Rahmenübungen (SIRA), einem Gefechtsübungssimulationssystem für simulationsunterstützte Rahmenübungen auf Bataillonsebene (AusbStPkt GefÜbSimSys Btl). Seine Aufgabe ist die Ausbildung von Bataillonskommandeuren der Division Spezielle Operationen (DSO) und deren Stäbe durch EDV-gestützte Rahmenbedingungen. SIRA unterstützt Plan-, Stabs- und Rahmenübungen und arbeitet nach dem Prinzip eines verdeckten Planspieles in Echtzeit. Alle Abläufe eines Gefechts, einer Operation bzw. eines Einsatzes können so am Computer verfolgt und ausgewertet werden. Dem AusbStPkt GefÜbSimSys Btl gehören gegenwärtig 10 Soldaten an.

Verbandsabzeichen

früheres Verbandsabzeichen Internationale Fernspähschule

Das Verbandsabzeichen zeigt ähnlich wie alle Abzeichen der Truppenschulen zwei gekreuzte Schwerter auf rotem Grund. Darüber hinaus signalisiert ein "S", dass es sich einst um eine der Schulen des Heeres handelt. Das Verbandsabzeichen ist grün-bordeauxrot umflochten. Grün entspricht der Waffenfarbe der Infanterie, die den Kampftruppenkern der Division Spezielle Operationen bildet, nämlich die Fallschirmjäger, und die einst auch die Fernspäher und die Soldaten des Kommando Spezialkräfte umfasste. Der bordeauxrote, eingeflochtene Faden steht für die bordeauxrote Barettfarbe der Fallschirmjäger, des Kommando Spezialkräfte, sowie der Fernspäher.

Das ehemalige Abzeichen der Fernspähschule war noch gold-gelb umrandet und entsprach damit der Waffenfarbe der Fernspäher und Panzeraufklärer. Heute wäre diese Umrandung verwirrend, denn man würde als zugehörige "Truppenschule" zunächst das Ausbildungszentrum Heeresaufklärungstruppe vermuten, das die Ausbildung der Heeresaufklärungstruppe und damit aller Aufklärungskräfte des Heeres seit 2007 zusammenfasst, denn die Waffenfarbe der Heeresaufklärungstruppe ist gold-gelb.

Paracross

In der Zeit, in der das Ausbildungszentrum noch Internationale Fernspähschule war, hat der internationale Fernspähwettkampf Paracross seinen Ursprung. Er wird auch jetzt noch jährlich durchgeführt und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei nationaler und internationaler Konkurrenz. Bei diesem militärischen Mehrkampf sind die Disziplinen Laufen mit 40kg-Rucksack, 2-Tonner-Ziehen, Kleiderschwimmen, Schießen und Fallschirmspringen gefordert. Der Paracross ist nicht als Leistungsvergleich zu verstehen, sondern dient der Zusammenkunft nationaler und internationaler Militärangehöriger und Reservisten. Bis 1993 wurden im Paracross noch militärische Weltmeisterschaften ausgetragen, wobei zwei Weltmeistertitel von Deutschland errungen werden konnten (1986 und 1987). Durch internationale Umstrukturierungen wurden diese allerdings eingestellt. Diese Wettbewerbe galten als extrem hart und anspruchsvoll (damals noch: "Fallschirmspringen", "50 km Orientierungslauf", "ParaCross Hindernisbahn", "Nahkampf", "Schieß- Laufkombination").

Geschichte

1961 wurde an der damaligen Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt/Schongau in Oberbayern die Lehrgruppe R für die Ausbildung der Fernspäher der Bundeswehr aufgestellt. Aus ihr ging die Fernspählehrkompanie 200 hervor.

1973 wurde das Fernspähausbildungszentrum 900 in Neuhausen ob Eck zur Ausbildung der Fernspäher aufgestellt. 1974 begannen erste Überlegungen zur Gründung einer internationalen Fernspähschule. Ab 1977 entsandten Belgien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich Soldaten dorthin, um den Aufbau einer gemeinsamen Schule mit Deutschland zu planen. Diese wurde am 12. Juli 1979 als Internationale Fernspähschule gegründet mit Einschluss des gleichzeitig aufgelösten Fernspähausbildungszentrum 900. Am 1. Mai 1980 wurde die Schule nach Weingarten, 1997 nach Pfullendorf verlegt. Die nach Auflösung der Korps unterstellte Fernspählehrkompanie 200 wurde zum 1. Juli 2006 truppendienstlich der Division Spezielle Operationen unterstellt. Am 1. April 2003 erfolgte die Umbenennung in Ausbildungszentrum Spezielle Operationen.

Verweise

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Sören Sünkler: Die Spezialverbände der Bundeswehr. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 3613025922.

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