Tramlingen

Tramlingen
Tramelan
Wappen von Tramelan
Basisdaten
Kanton: Bern
Amtsbezirk: Courtelary
BFS-Nr.: 0446Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 2720
Koordinaten: (574459 / 230353)47.2236117.101405900Koordinaten: 47° 13′ 25″ N, 7° 6′ 5″ O; CH1903: (574459 / 230353)
Höhe: 900 m ü. M.
Fläche: 24.88 km²
Einwohner: 4242
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.tramelan.ch
Karte
Karte von Tramelan

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Wartung/Pixel

Tramelan ist eine politische Gemeinde im Distrikt Courtelary des Kantons Bern in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Tramlingen wird heute nur noch selten verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Tramelan liegt auf 900 m ü. M., 15 km nordwestlich von Biel (Luftlinie). Die Industriegemeinde erstreckt sich in einer breiten Talmulde des Baches Trame im Jura nördlich der Montagne du Droit und am Südostrand der Franches-Montagnes (deutsch Freiberge).

Die Fläche des 24.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den oberen Talbereich der Trame, der zwischen der Antiklinalen des Montbautier (1'182 m ü. M.) im Norden und derjenigen der Montagne du Droit (bis 1'110 m ü. M.) im Süden liegt. Der Höhenrücken des Montbautier bildet den höchsten Punkt von Tramelan. Den gesamten Westteil des Gemeindegebietes nimmt die leicht gewellte Hochfläche der Franches-Montagnes ein (970 bis 1'050 m ü. M.). Hier wechseln sich moorige, meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus Kalkstein ab, ganz am Westrand liegt das Torfmoor La Tourbière. Auf dem Plateaujura sowie auf dem Kamm des Montbautier befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Das Gebiet wird durch die Trame nach Osten zur Birs entwässert. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 8 % auf Siedlungen, 32 % auf Wald und Gehölze, 59 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 1 % war unproduktives Land.

Zu Tramelan gehören die Weiler Les Reussilles (1'011 m ü. M.), Les Gerines (1'038 m ü. M.) und Le Cernil (1'005 m ü. M.), alle auf der Hochfläche der Franches-Montagnes gelegen, sowie zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut im Talboden der Trame und auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Tramelan sind Mont-Tramelan, Corgémont, Tavannes und Saicourt im Kanton Bern sowie Les Genevez, Montfaucon, Le Bémont, Saignelégier und La Chaux-des-Breuleux im Kanton Jura.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 2551
1900 5559
1910 5267
1930 5000
1950 4951
1960 5567
1970 5549
1980 4733
1990 4479
2000 4165

Mit 4242 Einwohnern (Ende 2007) ist Tramelan die drittgrösste Gemeinde des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 86.3 % französischsprachig, 8.2 % deutschsprachig und 2.4 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Tramelan pendelte von 1890 bis 1970 stets im Bereich von 5000 bis 5600 Personen. Seither hat sie durch starke Abwanderung deutlich abgenommen.

Wirtschaft

Tramelan war bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrheitlich von der Landwirtschaft geprägt, im Moor von La Tourbière wurde zeitweise Torf gestochen. Danach setzte mit der Einführung der Uhrenindustrie ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung ein und die Bevölkerung wuchs stark an. Unter der Uhren- und Maschinenbauindustrie erlebte Tramelan in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit. Durch die Krise in der Uhrenherstellung ab 1970 hat der Ort schwer gelitten. Hunderte von Arbeitsplätzen gingen verloren und die Bevölkerungsabnahme verstärkte sich. Heute sind nur noch wenige Arbeitsplätze im Bereich der Uhrmacherei vorhanden (Davosa). Die grösste Bedeutung hat eine Werkzeugmaschinenfabrik, zahlreiche weitere Arbeitsplätze bieten Betriebe in der Elektronik, Feinmechanik und im Metallbau. Auch die Landwirtschaft spielt noch eine bedeutende Rolle, wobei Viehzucht und Milchwirtschaft überwiegen. Alljährlich findet im August ein nationales Reitturnier statt. Tramelan besitzt ein Internationales Fortbildungszentrum, das 1991 eröffnet wurde.

Die Umgebung von Tramelan eignet sich hervorragend als Erholungs- und Wandergebiet. Im Winter kann am Nordhang der Montagne du Droit Ski gefahren werden, und auf den Jurahochflächen ist Langlauf möglich. Tramelan verfügt auch über eine Freibadanlage.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch recht gut erschlossen. Sie liegt an der Kantonsstrasse von Tavannes nach Saignelégier. Am 16. August 1884 wurde die Eisenbahnlinie der Chemins de fer du Jura von Tavannes nach Tramelan eingeweiht, am 16. Dezember 1913 erfolgte die Eröffnung der westlichen Fortsetzung bis nach Le Noirmont. Neben dem Hauptbahnhof gibt es fünf weitere Haltestellen auf dem Gemeindegebiet, unter anderem in Les Reussilles. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Postautokurse von Tramelan nach Saint-Imier, nach Saignelégier und nach Glovelier.

Kunst

Tramlabulle Comics Festival in Tramelan [1]

Geschichte

Tramelan wurde im Jahr 1178 erstmals unter dem Namen Trameleins erwähnt. 1297 erfolgte die Bezeichnung Tramelans und seit 1317 existiert der heutige Ortsname. Als deutsche Namen sind neben Tramlingen auch Tremlingen und Tremmlingen überliefert. Der Ortsname geht vermutlich auf den burgundischen Personennamen Thrasamal zurück, der unermüdlicher Krieger bedeutet. Tramelan gehörte ursprünglich zum Kapitel Saint-Imier, ging aber während der Reformation an das Fürstbistum Basel über. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen. Von 1797 bis 1815 gehörte Tramelan zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Bezirk Courtelary. 1839 wurde ein Teil von Tramelan durch einen Dorfbrand verwüstet.

Sehenswürdigkeiten

Nach dem Brand wurde die reformierte Dorfkirche 1843 neu erbaut, eine umfassende Renovation mit Vergrösserung wurde 1957-58 vorgenommen. Die katholische Kirche Saint-Michel stammt von 1909, eine Basilika, bei der Stilelemente der Neugotik und des Heimatstils verwendet wurden. Ebenfalls im Heimatstil wurde das Gebäude der Sekundarschule errichtet (1912).

Durch die zahlreichen kubischen Bauten der Mietshäuser, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, erhielt Tramelan ein städtisches Gepräge. Im ältesten Ortsteil, in Tramelan-Dessous, stehen noch einige Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Aus der gleichen Zeit stammen die zahlreichen auf der Hochfläche des Plateaujuras gelegenen typischen Bauernhöfe der Freiberge mit weissgetünchten Fassaden und grosser Dachfläche, insbesondere im Weiler Le Cernil.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden

Weblinks


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