- Paul Armagnac
-
Paul Armagnac (* 1924 in Nogaro; † 22. Oktober 1962 in Linas) war ein französischer Autorennfahrer. Nach ihm ist der Circuit Paul Armagnac in seiner Heimatstadt Nogaro benannt.
Inhaltsverzeichnis
Karriere
Paul Armagnac wurde in den 1950- und 1960er-Jahren als Sportwagenfahrer bekannt. Sein erstes namhaftes Ergebnis erzielte er 1952 mit dem 34. Rang bei der Tour de France für Automobile auf einem Simca Aronde. 1955 gab er seinen Debüt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Das Rennen war überschattet von einem schweren Unfall bei dem 84 Menschen den Tod fanden. Armagnac fuhr einen DB HBR der Ecurie Jeudy-Bonnet. Sein Teampartner war Gérard Laureau. Der kleine Rennwagen hatte einen Radlagerschaden und das Duo musste das Rennen vorzeitig aufgeben. Im darauf folgenden Jahr wurde er, wieder mit Laureau als Partner, Zehnter in der Gesamtwertung. Sein bestes Ergebnis beim Langstreckenrennen an der Sarthe.
Armagnac entwickelte sich zu einem Spezialisten für die hubraumkleinen Fahrzeuge von Deutsch & Bonnet. 1956 war er dort Werksfahrer geworden und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der Sportwagen von René Bonnet und Charles Deutsch. Seinen größten internationalen Erfolg hatte er bereits 1954 gefeiert, als er die RAC Tourist Trophy gewann. Auf der Strecke kam er zwar nur als 21. ins Ziel, die für die Sportwagen-Weltmeisterschaft herangezogene Indexwertung weist ihn und den Kopiloten Laureau jedoch als Gesamtsieger aus. Diese Wertung setzte die in Gewicht und Leistung unterschiedlichen Fahrzeuge in Relation, sodass am Ende nicht der schnellste Wagen gewann, sondern jener, der laut diesem Index die meisten Punkte erzielte.
Einmal nahm Armagnac auch an einem Formel-1-Rennen teil; 1954 bestritt er den nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Großen Preis von Pau. Er fuhr dort den DB F1. Dieses Fahrzeug hatte einen 0,7-Liter-Motor und ist das einzige Rennfahrzeug in der Geschichte dieser Motorsportformel, das einen Vorderradantrieb hatte. Im 110 Runden dauernden Rennen wurde er nicht weniger als 18mal überrundet, was nicht zuletzt am nur 85 PS starken Triebwerk lag. Am Ende des Rennens wurde er daher nicht klassiert.
Tod in Monthlèry
Paul Armagnac verunglückte am 21. Oktober 1962, beim Training zum 1000-km-Rennen von Paris, auf dem Autodrome de Linas-Montlhéry tödlich. Nach dem Tod seiner Frau 1960 zog sich Armagnac sukzessive vom Rennsport zurück und engagierte sich als Berater beim Bau der Rennstrecke von Nogara, die in der Nähe seiner Heimstadt errichtet wurde. Rennen bestritt er nur mehr sporadisch. Beim 1000-km-Rennen von Paris fuhr er einen René Bonnet Djet, als es im letzten Training zum fatalen Unfall kam. Bereits eine Woche davor war der ehemalige französische Schifahrer Henri Oreiller beim Coupe de Salon auf dieser Rennstrecke tödlich verunglückt. Der Unfall von Armagnac ähnelte dem Todessturz von Oreiller. Auch er verlor Ausgang der Steilkurve vor Start-und-Ziel die Herrschaft über das Rennfahrzeug, schleuderte quer über die Straße und schlug hart in einen Barriere. Armagnac wurde aus dem Wagen geschleudert und lag mit mehreren Knochenbrüchen auf der Rennbahn. Obwohl er rasch in die Klinik von Linas gebracht werden konnte, erlag er zwei Tage nach dem Unfall an seinen schweren Verletzungen.
Zwei Jahre nach seinem Tod wurde die Rennstrecke in Nogaro nach ihm benannt.
Le-Mans-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1955
Ecurie Jeudy-BonnetDB HBR
Gérard LaureauAusfall Radlager 1956
Automobiles Deutsch & BonnetDB HBR5
Gérard LaureauRang 10 1957
Automobiles Deutsch & BonnetDB HBR
Gérard LaureauAusfall Unfall 1958
Automobiles Deutsch & BonnetDB HBR4
Jean-Claude VidillesRang 13 1959
Automobiles Deutsch & BonnetDB HBR4
Bernard ConstenRang 11 1960
Automobiles Deutsch & BonnetDB HBR4
Gérard LaureauRang 15 1961
Roger MassonDB HBR4
Roger MassonAusfall Motorschaden 1962
Société des Automobiles René BonnetRené Bonnet Djet 2 Spider
Gérard LaureauRang 18 Weblinks
Kategorien:- Rennfahrer (Frankreich)
- Rennfahrer der 24 Stunden von Le Mans
- Geboren 1924
- Gestorben 1962
- Mann
- Rennfahrer der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Wikimedia Foundation.