Tichomirowka (Kaliningrad)

Tichomirowka (Kaliningrad)
Siedlung
Tichomirowka/Tatarren
Тихомировка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Tatarren (bis 1946)
Zeitzone UTC+3
Postleitzahl 238132
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 810 020
Geographische Lage
Koordinaten 54° 26′ N, 21° 45′ O54.43333333333321.75Koordinaten: 54° 26′ 0″ N, 21° 45′ 0″ O
Tichomirowka (Kaliningrad) (Russland)
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Lage in Russland
Tichomirowka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Oblast Kaliningrad

Tichomirowka (russisch Тихомировка, deutsch Tatarren) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo (Trempen)) im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp).

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Tichomirowka liegt zwei Kilometer südlich der Nebenstraße, die Krasnojarskoje (Sodehnen) mit Sadowoje (Szallgirren, 1936–1938 Schallgirren, 1938–1946 Kreuzhausen) verbindet und ist über den Anschluss Donskoje (Elkinehlen, 1938–1946 Elken) zu erreichen.

Vor 1945 war Tatarren Bahnstation an der Strecke von Insterburg (seit 1946: Tschernjachowsk) nach Trempen (Nowostrojewo) der Insterburger Kleinbahnen.

Geschichtliches

Ernst von Saucken auf Tarputschen (1938–1946 Sauckenhof, seit 1946: Luschki) kaufte im Jahre 1817 das Gut Tatarren[1]. 1818 lebten im Gutsbezirk Tatarren[2] 43 Einwohner, deren Zahl bis 1863 auf 261 anstieg, 1907 noch 195 und 1925 230 betrug.

Der Gutsbezirk Tatarren gehörte zum Amtsbezirk Tarputschen[3] (1938–1946 Sauckenhof, seit 1946: Luschki) im Landkreis Darkehmen (1939–1935 Landkreis Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen, als er sich am 30. September 1928 mit dem Gutsbezirk Ernstburg (seit 1946: Sady) zur neuen Landgemeinde Tatarren zusammenschloss und in den Amtsbezirk Ernstburg[4] umgegliedert wurde. Nach einer zwischenzeitlichen Rückgliederung von Teilen Tatarrens wurde dann am 1. Oktober 1937 die Gemeinde Tatarren in die Gemeinde Abscherningken (1938-1946 Dachshausen, seit 1946: Krasnoarmeiskoje) im Ernstburger Amtsbezirk eingegliedert.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam Tatarren wie das ganze nördliche Ostpreußen unter sowjetische Administration und erhielt 1946 die Umbenennung in „Tichomirowka“. Bis zum Jahre 2009 war der Ort dann in den Nekrassowski sowjet (Dorfsowjet Nekrassowo ((Groß Karpowen, 1938–1946 Karpauen)) in der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[5] wurde Tichomirowka dann eine als „Siedlung“ eingestufte Ortschaft innerhalb der Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo (Trempen)) im Rajon Osjorsk.

Kirche

Mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Einwohnerschaft war Tatarren vor 1945 in das Kirchspiel Trempen (seit 1946: Nowostrojewo) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Darkehmen[6] (1938–1946 Angerapp, seit 1946: Osjorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Karl Murach.

In der Zeit der Sowjetunion fand kirchliches Leben aufgrund staatlichen Verbotes nicht statt. Erst in den 1990er Jahren bildeten sich in der Oblast Kaliningrad zahlreiche neue evangelische Gemeinden, von denen Tichomirowka die am nächsten gelegene die in Tschernjachowsk (Insterburg) ist. Sie ist der ebenfalls neu gegründeten Propstei Kaliningrad[7] in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet.

Persönlichkeit des Ortes

  • Ernst von Saucken (* 26. September 1856 in Tatarren), ostpreußischer Maler und Komponist († 1920)

Verweise

Einzelnachweise

  1. Artikel: Luschki - Tarputschen/Sauckenhof bei ostpreussen.net
  2. Jürgen Schlusnus, Tatarren
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Tarputschen/Kreuzhausen
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Ernstburg
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Trempen
  7. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad

Weblinks


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