Mailand–Sanremo

Mailand–Sanremo
Hauptfeld in Diano Marina 2004
Alessandro Petacchi siegt im Sprint (2005)
Höhenprofil 2006

Das Radrennen Mailand–Sanremo ist mit über 290 Kilometern das längste klassische Eintagesrennen im Profi-Radsport. Es wird zu den fünf sogenannten Monumenten des Radsports gezählt und gehörte für drei Jahre zu der im Jahr 2005 eingeführten UCI ProTour, einer Serie der wichtigsten Radrennen des Jahres. Seit 2011 gehört das Rennen zur Nachfolgeserie UCI World Tour.

Der wichtigste und berühmteste Klassiker Italiens findet alljährlich an einem Samstag Ende März statt und hat daher den Beinamen La Primavera (Fahrt in den Frühling) bekommen. La classicissima, wie das Rennen auch respektvoll genannt wird, fand erstmals 1907 statt und war bis zur Abschaffung des zehn Veranstaltungen umfassenden Rad-Weltcups das erste Rennen dieser Rennserie. Seit der ersten Austragung wird das Rennen von der Gazzetta dello Sport organisiert.

Beim ersten Rennen am 14. April 1907 nahmen 33 Rennfahrer teil. Sieger wurde der Franzose Lucien Mazan mit einem Schnitt von 26,6 km/h. Im Gegensatz dazu lag die Durchschnittsgeschwindigkeit im Jahr 2010 bei rund 43 km/h. Die Teilnehmer des ersten Rennens bekamen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von fünf Lire.

Strecke

Der Ort Cipressa

Die Streckenführung von Mailand nach Sanremo ändert sich von Jahr zu Jahr nur unwesentlich. Im Gegensatz etwa zu Paris–Roubaix, das 80 Kilometer nördlich von Paris in Compiègne beginnt, beginnt Mailand–Sanremo tatsächlich in Mailand, genauer auf der Piazza Castello. Danach führt die Strecke über Binasco, Pavia, Voghera, Tortona, Novi Ligure, Ovada und den Turchino-Pass – mit 588 Metern der höchste Punkt der Route – an die Mittelmeerküste. Diese wird an der westlichen Peripherie von Genua erreicht. Spektakulär sind vor allem die folgenden Passagen, sie führen – großteils der historischen Via Aurelia folgend – direkt an der Italienischen Riviera entlang.

Das über weite Teile fast völlig flache Rennen entschied sich bis vor einigen Jahren an mehreren kurzen Anstiegen kurz vor Ende der Strecke. Darunter vor allem die Steigung nach Cipressa (etwa 20 Kilometer vor dem Ziel auf 240 Meter Höhe gelegen) und der Anstieg nach Poggio di Sanremo (rund sechs Kilometer vor dem Ziel auf 162 Meter Höhe gelegen). Im Radsport spricht man auch kurz von der Cipressa und dem Poggio. Ferner der Capo Mele (65 m), der Capo Cervo (77 m) und der Capo Berta (130 m).

In den letzten Jahren führten diese als „Capi“ bezeichneten Anstiege jedoch selten zu einer Selektion, so dass die Entscheidung inzwischen meist in einem Massensprint ausgetragen wird. Dies zeigt sich auch in der Siegerliste, die zuletzt von Sprintern wie Erik Zabel, Mario Cipollini, Oscar Freire, Alessandro Petacchi und Mark Cavendish dominiert wurde.

Die Rekordsieger

Die meisten Siege bei der „Classicissima“ hat der belgische „Kannibale“ Eddy Merckx aufzuweisen. Er gewann in elf Jahren zwischen 1966 und 1976 insgesamt siebenmal. Hinter Costante Girardengo (sechs Siege) und neben Gino Bartali auf Platz 3 der ewigen Rangliste liegt Erik Zabel, der von 1997 bis 2001 viermal in Sanremo gewann. Eine ausführliche Übersicht findet sich in der Siegerliste Mailand–Sanremo.

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