- Margreid
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Margreid an der Weinstraße (ital.: Magrè sulla Strada Del Vino) Lage von Margreid an der Weinstraße in SüdtirolBezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland Provinz: Bozen (Südtirol) Region: Trentino-Südtirol Staat: Italien Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): 1.181/1.302 Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:83,49 % deutsch
15,96 % italienisch
0,56 % ladinischKoordinaten 46° 17′ N, 11° 12′ O46.28333333333311.2241Koordinaten: 46° 17′ N, 11° 12′ O Meereshöhe: 207 - 1.260 m s.l.m. (Zentrum: 241 m s.l.m.) Fläche/Dauer-
siedlungsraum:13,86/5,7 km² Fraktionen: Margreid, Unterfennberg Nachbargemeinden: Neumarkt, Kurtatsch, Kurtinig, Roverè della Luna (Eichholz, TN), Salurn Partnerschaft mit: Ottobrunn bei München Postleitzahl: 39040 Vorwahl: 0471 ISTAT-Nummer: 021045 Steuernummer: 80010550210 Politik Bürgermeister (2010): Theresia Degasperi Gozzi (SVP) Margreid an der Weinstraße (ital. Magrè sulla Strada Del Vino) ist eine der südlichsten Gemeinden Südtirols, 1302 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010) und liegt am rechten Ufer der Etsch im Südtiroler Unterland.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Das alte Weindorf liegt inmitten von Obst- und Weingärten, dicht an die Felswände des Fennberges geschmiegt auf dem flachen Schwemmkegel des Fenner Baches.
In der Nähe der Sprachgrenze zum Trentino gelegen, ist der südliche Stileinfluss in der Architektur unverkennbar - malerische Gassen, Torbögen und Bauten sowie gotische Erker, sieben steinerne Dorfbrunnen und steingerahmte Rundbogenfenster mit schmiedeeisernen Gittern machen den Einfluss des Südens unverkennbar. Die älteste datierte Weinrebe Europas (1601) beim Augustin-Haus in der Grafengasse trägt noch immer Früchte.
Die Struktur ist hauptsächlich geprägt von der bäuerlichen Gesellschaft. Obst- und Weinbau ist der wohl stärkste Wirtschaftszweig der Gemeinde.
Geschichte
Margreid wurde 1181 erstmals urkundlich unter dem Namen „Margredum“ erwähnt. 1215 tauchte schon der heutige italienische Name „Magrè“ in den Urkunden auf. Namen, von denen die heutige, deutsche Ortsbezeichnung wohl stammt („Margrid“ und „Margreit“), wurden 1292 erstmals erwähnt. Der erste schriftliche Eintrag zur Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1343, 1370 wird dieselbe erweitert. 1513/14 wurde der Turm der Pfarrkirche um zwei Stockwerke erhöht, 1526/30 wurden die reich verzierten „Löffler“-Glocken gegossen. Zu Beginn des 16. Jhd. werden Stilformen der deutschen Gotik erkennbar, später beeinflusste die Renaissance aus dem Süden den bisherigen Baustil. Die heutige Pfarrkirche von Margreid wurde 1618 gebaut, da die alten Pfarrkirche der Gemeinde zu wenig Platz bot (die gotische Kirche wurde abgerissen, die Pfarrkirche der Hl. Gertraud geweiht). Bis 1640 gehörte Margreid zur Pfarrei St. Florian, jenseits des Etsch (heute Neumarkt). 1774 wurde unter Leitung von Ing. v. Zallinger der Talboden entsumpft und fruchtbar gemacht. 1779 wurden Margreid und Kurtatsch mit Tramin vereinigt und den Grafen Zenobio zum Lehen gegeben. Im Jahr 1895 wird in Margreid Karl Felderer, der Komponist des Südtiroler Heimatliedes, geboren. 1968 wurde der Gemeinde ihr Wappen verliehen: die Schildfarben entsprechen dem Wappen des einstmals ansässigen Geschlechtes „Ob der Platten“, das Horn scheint bereits im Gemeindesiegel von 1780 auf. Die Schutzpatronin von Margreid ist die Hl. Gertraud, dementsprechend ist der Kirchtag der 17. März.
Sehenswürdigkeiten
- Die älteste Weinrebe Europas, datiert mit 1601, befindet sich an einer Hausmauer unweit vom Ortszentrum und trägt immer noch Trauben. Sie ist als Naturdenkmal ausgewiesen.
- Pfarrkirche St. Gertraud: Der Kirchturm und das Kirchenschiff sind durch die Johann-Steck-Straße voneinander getrennt.[1]
- Geburtshaus von Karl Felderer, Verfasser des Südtiroler Heimatliedes "Wohl ist die Welt so groß und weit...".
Persönlichkeiten
- Franz Philipp Fenner von Fenneberg (1759-1824, Feldmarschalleutnant)
- Karl Anrather (1861-1893, Akademischer Kunstmaler)
- Gilbert Heidegger (1872-1956, Landschaftsmaler)
- Karl Felderer (1895-1989, Komponist des Bozner Bergsteigerliedes)
- Angela Nikoletti (1905-1930, Lehrerin in den Katakombenschulen)
- Giuseppe Gozzer (1914-1945, in Hersbruck erschossener kommunistischer Widerstandskämpfer)
Bevölkerungsentwicklung von 1921 bis 2004
Einzelnachweise
Literatur
- Martin Schweiggl: An der südlichen Weinstrasse. Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kurtinig. Land und Leute zwischen Kalterer See und Salurner Klause. In: Südtiroler Gebietsführer. Band 17, Athesia, Bozen 1978, ISBN 978-88-7014-055-2 (deutsch).
Weblinks
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