Hersbruck

Hersbruck
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hersbruck
Hersbruck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hersbruck hervorgehoben
49.50805555555611.432777777778336
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 336 m ü. NN
Fläche: 22,91 km²
Einwohner:

12.333 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 538 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91217
Vorwahl: 09151
Kfz-Kennzeichen: LAU (bis 1972: HEB)
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 132
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Unterer Markt 1
91217 Hersbruck
Webpräsenz: www.hersbruck.de
Erster Bürgermeister: Robert Ilg (FRB)
Lage der Stadt Hersbruck im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Die mittelfränkische Kleinstadt Hersbruck (fränk.: Herrschbrugg) ist Teil der Metropolregion Nürnberg und nach Lauf an der Pegnitz und Altdorf die drittgrößte Stadt des Landkreises Nürnberger Land.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Kirchensittenbach, Vorra, Pommelsbrunn, Happurg, Engelthal, Henfenfeld, Reichenschwand

Stadtteile

Die politische Gemeinde Hersbruck hat 8 amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • Altensittenbach war bis 1972 eine selbständige Gemeinde. Der Ort liegt an der Mündung des Sittenbachs in die Pegnitz (2264 Einwohner).[3]
  • Ellenbach
  • Großviehberg, wurde 1972 aus Hohenstadt ausgegliedert und Hersbruck zugeteilt
  • Hagenmühle
  • Hersbruck
  • Kühnhofen (126 Einwohner)[3]
  • Leutenbach
  • Weiher

Geschichte

Hersbruck wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als an der Stelle einer Brücke eine Burg errichtet wurde. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von Haderihesprucga, die Brücke des Haderich, ab.

Hersbruck, Wassertor, 1920

Die Burg Hersbruck befand sich seit 994 im Besitz des Heinrich von Schweinfurt, des Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau.

Im Mittelalter lag die Stadt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, was ihr wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. 1297 wurden Hersbruck die Stadtrechte verliehen. Im Spätmittelalter gehörte Hersbruck zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Bayern-Landshut, fiel 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg an das Gebiet der Reichsstadt Nürnberg und kam 1806 wiederum an Bayern, als der größte Teil Frankens an das Königreich Bayern fiel.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Hersbruck – Schwandorf durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen im Jahr 1859 wurde Hersbruck an das weltweite Eisenbahnnetz angeschlossen und erlebte dadurch einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Rund um den Bahnhof, der damals ca. einen Kilometer südlich, zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt lag, entstand ein neues Wohnviertel mit zahlreichen Industriebetrieben. Heute ist dieser südliche Stadtteil, die Ostbahn oder auch Alte Bahn, längst mit der Altstadt zusammengewachsen, verbunden durch die längste Straße im Hersbrucker Stadtgebiet, die Ostbahnstraße.

Während des Nationalsozialismus befand sich von 1944 bis 1945 das KZ-Außenlager Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg in der Stadt. Es lag zwischen der heutigen Amberger Straße und der Pegnitz, direkt neben dem Freibad; heute befindet sich dort ein Tennisplatz. Die etwa 10.000 KZ-Häftlinge, meist politisch Verfolgte oder Juden, arbeiteten an den Doggerstollen im nahe gelegenen Ort Happurg für einen Rüstungsbetrieb in der Houbirg, der nicht mehr fertig gestellt wurde. Als im April 1945 die US-Armee näher rückte, wurden die Häftlinge in mehreren Todesmärschen nach Dachau getrieben. Im Hersbrucker KZ starben etwa 4000 Personen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Hersbruck zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ein DP-Lager für lettische Displaced Persons angelegt. Das Lager wurde von der UNRRA (ab 1947 IRO) betreut.

Hersbruck war bis zur Gebietsreform 1972 Landkreissitz des Landkreises Hersbruck und beherbergt daher heute noch Amtsgericht, Finanzamt, Forstamt sowie Vermessungsamt. Außerdem ist Hersbruck Standort einer Polizeiinspektion.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Schloss Hersbruck (2008)
Ehemaliges Schlossbräuhaus und spätere Schlosslichtspiele (2005)
Das Hirtenmuseum (2007)
Empfangsgebäude Bahnhof Hersbruck(links Pegnitz) (2008)
Blick auf die Altstadt von Hersbruck (2001)
  • Stadtkirche St. Maria: gotischer Chor aus dem späten 14. Jahrhundert, barockes Langhaus aus dem 18. Jahrhundert. Bedeutender spätgotischer Schreinaltar St. Maria und die vier Kirchenväter (um 1480).
  • Spitalkirche St. Elisabeth (15. Jahrhundert), neben dem Spitaltor und dem Bürgerspital St. Elisabeth (um 1400 von Johann Polster gestiftet)
  • Schloss Hersbruck: bereits vor dem Jahr 1000 errichtet, 1517 Neubau durch die Reichsstadt Nürnberg, zwischen 1616 und 1622 durch Türme und Seitenflügel erweitert.
  • Das Deutsche Hirtenmuseum ist einziges Spezialmuseum zum Hirtenwesen in Deutschland.
  • Rathaus: erstmals 1419 urkundlich erwähnt, liegt es als Mittelpunkt des historischen Stadtkerns zwischen dem Oberen und dem Unteren Markt. 1504 teilweise abgebrannt, musste es 1819 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Zwölf Jahre später stand der Neubau. Ein neuer Rathaussaal wurde 1937 geschaffen, die nördliche Außenseite des Turmes wurde mit umstrittenen Fresken verziert, die der aus Hörlbach bei Ellingen stammende Maler Eitel Klein angefertigt hatte. Am 19. April 1945, drei Tage nach dem Einmarsch der Amerikaner, brannte das Rathaus aus ungeklärten Gründen bis auf die Außenmauern nieder. 1948 fand das Richtfest für den Neubau und 1951 für den wieder errichteten Turm statt. Zum Jahreswechsel 1951/1952 klangen erstmals wieder die Rathausglocken. Das Wappenrelief über dem Eingang schuf der Hersbrucker Steinmetz Ernst Kraut. 2002 fand eine umfassende Renovierung statt.
  • 3 historische Stadttore (Tortürme): Nürnberger Tor (erbaut 1444), Spitaltor (erbaut 1425, im 17. Jahrhundert neu aufgebaut), Wassertor (erbaut 1601/1602)
  • Empfangsgebäude Bahnhof Hersbruck (links Pegnitz): erbaut 1858/1859 durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen. Dreiteiliges Gebäude: Zweigeschossiger Mittelpavillon mit niedrigen Seitenflügeln. Sandsteinquaderbau mit Steinmetzarbeiten: Fenstergewände, Kragsteine für das Vordach, auf der Straßenseite Rahmenfelder unterhalb der Fenster. Drei Baukörper, jedes Teil hat drei Fenster(paare) und drei Türöffnungen. Flachgeneigtes Dach mit großem Dachvorsprung – Baustil Ludwig I. Ursprungszustand durch kleinere Umbauten/Erweiterungen leicht verändert. Im gleichem Baustil (Sandsteinquaderbau mit flachgeneigtem Dach, jedoch ohne die Dreiteilung), die östlich vom Empfangsgebäude liegende Güterhalle.
  • Finanzamt: erbaut 2008/09 nach einem Entwurf der Münchner Architekten Peter Breining und Heide-Marie Eitner (Innenhof) auf dem Gelände des früheren KZ-Außenlagers.
  • Wahrzeichen des Stadtteiles Großviehberg ist ein 100 Jahre alter Wasserturm, der mit der Wasserleitung des Ortes 1910 in Betrieb genommen wurde. Er ersetzte einen bis dahin vorhandenen hölzernen Uhr- und Glockenturm. Er war der einzige Wasserturm im ehemaligen Landkreis Hersbruck und fasste 19 Kubikmeter Wasser. Darüber wurde in einem Fachwerkaufsatz ein mechanisches Uhrwerk installiert, das 1976 auf elektrischen Betrieb umgebaut wurde. Die Baukosten in Höhe von 1027,67 Mark wurden durch den Verkauf von Kalksteinen aus dem ortseigenen Steinbruch beglichen. Die im Untergeschoss eingebaute Viehwaage fand bis 1976 Verwendung. 1981 wurde Großviehberg an die Wasserversorgung der Stadt Hersbruck angeschlossen.[4]
  • Arzbergturm: Erbaut 1885/86 auf dem 611 m hohen Arzberg südlich der Stadt. Die Turmhöhe beträgt 24,6 m. Der Bauplan wurde vom Hersbrucker Ingenieur und Fabrikanten Oskar Wetzer erstellt. Realisiert wurde der Turmbau durch den Hersbrucker Verschönerungsverein, der die Baukosten bestritt sowie durch örtliche Fuhrwerksbesitzer, die Materialtransporte in 65 Tagesschichten unentgeltlich durchführten. Anfang der 1970er Jahre wurde der Turm generalüberholt. Auf seiner Aussichtsplattform bietet er Ausblicke nach allen Seiten. Richtung Westen sind markante Gebäude Nürnbergs gut erkennbar, im Norden ist der Hohenstein zu sehen. Richtung Osten sieht man bei gutem Wetter bis zum Böhmerwald, im Süden ist der Stöckelsberg und Altdorf erkennbar.

Denkmale

  • Statue Ohne Namen von Vittore Bocchetta, errichtet 2007 am Rosengarten. Die Statue erinnert an die Leidenszeit des Künstlers im Konzentrationslager Hersbruck und die erfolgreiche Flucht im Jahr 1945.
  • In einem Wald links der Straße von Kainsbach nach Schupf (Ortsteile von Happurg) erinnert ein Mahnmal in Gestalt einer Urne an Hunderte von KZ-Opfern des KZ-Außenlagers Hersbruck, die bei Überlastung des Nürnberger Krematoriums offen verbrannt und deren Gebeine dort verscharrt wurden.
  • In Hubmersberg rechts der Straße nach Pommelsbrunn mahnt ein Obelisk seit 1950 die Lebenden, diese Toten nicht zu vergessen. An der Straße von Happurg nach Förrenbach wird mit einem Kreuz der ermordeten Häftlinge gedacht.
  • Im Jahre 1983 errichtete die Gewerkschaftsjugend neben dem Finanzamt, das früher SS-Kaserne war, einen Gedenkstein zur Mahnung der Lebenden.
  • Die Angehörigen der Familie Strauß brachten an ihrem ehemaligen Wohnhaus Eisenhüttlein 4/6 eine Gedenktafel für ihre Familienmitglieder an, die 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurden.[5]

Veranstaltungen

  • Das Bürgerfest wird an einem Samstag im Juni rund um das Rathaus veranstaltet. Organisiert wird es durch die Freiwillige Feuerwehr Hersbruck e. V.
  • Das Kinderfest findet meist um Johanni statt. Es wurde erstmals am 24. Juni 1891 gefeiert. Alle Schüler der Hersbrucker Volksschulen zogen seitdem mit Blumen, Bändern, Fahnen, u.s.w. auf den Michelsberg. Heute findet dieses Fest in jährlichem Wechsel mal am Berg und mal im Schulhof statt, es feiern nur noch die Schüler der Grundschule dieses Fest. [6]
  • Das Hersbrucker Sommerfest findet im Juli auf dem Plärrer statt, der sonst als Großparkplatz genutzt wird.
  • Das Altstadtfest findet immer am ersten Wochenende im August statt. Es wurde 1976 anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Hersbruck ins Leben gerufen. Mehrere Musikgruppen unterschiedlichster Richtungen treten gleichzeitig an mehreren Stellen in der Altstadt auf. Zu den Veranstaltungen kommen jährlich mehr als 10.000 Gäste.
  • Weit bekannt ist auch das Hersbrucker Eselrennen. Der bekannteste Wettkampf dieser Art in Deutschland findet gleichzeitig zum Altstadtfest am 1. Sonntag im August auf der Anlage des 1. FC Hersbruck statt. Dabei versuchen die Eselführer vor 4000 Zuschauern ihren Esel als ersten über die Ziellinie zu bringen.
  • Das Internationale Gitarrenfestival Hersbruck findet seit dem Jahre 2000 jährlich im August statt. Bekannte Virtuosen bieten Workshops und Kurse an und treten bei öffentlichen Konzerten auf.
  • Es gibt mehrere Kirchweihfeste, u. a. die Stadtkirchweih um das Rathaus, die Michelmühl-Kirchweih und die Ostbahn-Kirchweih.

Cittàslow

Hersbruck ist die erste von inzwischen zehn deutschen Cittàslow. Die Cittàslow-Bewegung ist eine aus der Slowfood-Bewegung hervorgegangene Vereinigung lebenswerter Städte. Diese Vereinigung von (in der Mehrzahl italienischen) Kleinstädten bemüht sich um die Umsetzung der Prinzipien von Slowfood über den kulinarischen Aspekt hinaus in der Stadtplanung, der Umweltpolitik und der Förderung regionaler Traditionen und Spezialitäten. Das SlowCittà steht nicht für langsame Stadt, sondern soll den Kontrast zum FastFood herausheben, und somit das Ziel der Slowfood-Bewegung – die Menschen wieder zu einem bewussteren und geschmackvolleren Essen zu führen – verdeutlichen.

Freizeit, Sport und Feuerwehr

Therme und Jugendzentrum

Fackelmann Therme Hersbruck mit altem Schriftzug (2005)

2004 wurde die Fackelmann Therme eröffnet. Sie bietet neben einem Thermal- und einem Spaßbadebereich mit einer 82 Meter langen Rutsche und einem Beachvolleyball-Feld auch einen großen Saunabereich inkl. mehrerer Außensaunen. Bis September 2010 hieß sie Frankenalbtherme.

Für die Jugendlichen gibt es neben der Realschule ein Jugendzentrum, in dem immer wieder Veranstaltungen wie HipHop-Partys stattfinden. Im Jugendzentrum kann man auch Billard, Kicker, Tischtennis, Dart, Airhockey, Wii und PlayStation 3 spielen. Neben dem Jugendzentrum befinden sich zwei weitere Tischtennisplatten, eine Wand an der jeder legal sprayen darf und ein Fußballkäfig. Hinter der Haupt- und Realschule gibt es einen Skaterpark mit Basketballplätzen.

F.G. Närrschbruckia

Die Faschingsgesellschaft Närrschbruckia e. V. gründete sich am 5. Februar 2004. Der damalige erste Bürgermeister der Stadt Hersbruck, Wolfgang Plattmeier, stand Pate und leitete die Gründungsversammlung. Dreizehn begeisterte Jecken unterzeichneten die Vereinssatzung und organisierten im Jahr 2005 das erste Mal in eigener Regie den Närrschbrucker Rummzug, der im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des damaligen Citymanagers der Stadt Hersbruck ins Leben gerufen worden war. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe schlossen sich zu der Vereinsgründung mit zwei privaten Investorinnen zusammen, die im Herbst 2003 eine Funkengarde gegründet hatten. Die beiden Leiterinnen dieser Garde, die sich seitdem „Tanzgarde Annemon“ nennt, waren die Präsidentin und die Kassiererin der Faschingsgesellschaft.

Der Verein machte es sich in erster Linie zur Aufgabe, den Närrschbrucker Rummzug zu erhalten und weiter zu pflegen. Aber auch die Förderung des fastnachtlichen Brauchtums an sich und der weitere Aufbau der Garde sind das Ziel der F.G.N. Die Wiederbelebung eines Rosenmontagsballs ist hier als erster Erfolg zu verzeichnen.

Bereits in den 50er-Jahren bestand in Hersbruck eine Vereinigung von Karnevalisten, die den Hersbrucker Skifasching organisierten.

Sport in Hersbruck

Baggersee (2006)

Hersbruck hat mehrere Sportvereine. Der bekannteste unter den Fußballklubs ist der 1. FC Hersbruck. Dieser spielt seit der Saison 07/08 in der Bezirksoberliga Mittelfranken Nord. Neben der Fußballabteilung hat der Verein auch je eine Tennis-, Handball- und Kegelabteilung. Der SV 1928 Altensittenbach bietet Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik und Schach. Die SV Eintracht Hersbruck 1949 ist ein weiterer Fußballverein. Die LG Hersbrucker Alb ist der Verein der Leichtathleten. Einer der größten Vereine ist der TV 1861 Hersbruck mit vielen Abteilungen von Aerobic bis Volleyball. Außerdem gibt es Kegelklubs, Schützenvereine in Ellenbach und Altensittenbach, Marathonteams und Karatevereine.

An einem Baggersee in Richtung Happurg verbringen Angler und Taucher des Tauchclub Koralle Hersbruck ihre Freizeit. Auf einer nahe gelegenen Wiese ist der Landeort der Luftsportgemeinschaft Hersbruck. Diese fliegt seit 2006 in der 1. Segelflugbundesliga unter den 30 besten Segelflugvereinen in Deutschland.

Die Freiwillige Feuerwehr

Die Stadt hat vier eigenständige Feuerwehren in Hersbruck, Ellenbach, Großviehberg und Altensittenbach. Die Freiwillige Feuerwehr Hersbruck als Stützpunktfeuerwehr rückt auch bei Bränden und Unfällen in den benachbarten Gemeinden aus. Sie zählt knapp 100 Mitglieder und besitzt insgesamt neun Fahrzeuge und drei Anhänger.

Religiöse Einrichtungen

Für die Hersbrucker Christen gibt es mehrere evangelisch-Lutherische und eine evangelisch-methodistische Kirche, eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde) und eine römisch-katholische Kirche; die Zeugen Jehovas haben eine Versammlungsstätte. Den Moslems stehen mittlerweile zwei Moscheen zur Verfügung.

Wirtschaft

Hersbruck ist eines von sechs Gebieten in Deutschland, in denen Hopfen angebaut wird und war eines der größten Hopfengebiete Deutschlands, bevor der Wert des Hopfens sank. In Hersbruck wird das Hersbrucker Bier der Marke Bürgerbräu Hersbruck hergestellt, das mit der Zusammenarbeit von fränkischen Bauern auch Säfte herstellt. Außerdem industrielle Produktion von Haushaltsgeräten, Herrenanzügen, Messwerkzeugen und Folienverpackungen. Der Textilhersteller Carl Gross hat seinen Sitz in Hersbruck. Die Stadt ist auch eine der exklusivsten Adressen in puncto handgefertigter Westerngitarren. Der Gitarrenbauer Martin Wieland hat dort seine Werkstatt und benannte seine Firma Deerbridge Guitars als Hommage an seinen Heimatort Hersbruck. Hauptsächlich verbreitete Tageszeitung ist die Hersbrucker Zeitung mit dem überregionalen Mantel der Nürnberger Nachrichten.

Verkehr

Straßenverkehr

Hersbruck liegt an der Bundesstraße 14. Die Anschlussstelle Lauf/Hersbruck der Autobahn 9 München–Berlin liegt etwa 10 km westlich der Stadt. Über Alfeld ist die gleichnamige Anschlussstelle der Autobahn 6 nach etwa 18 km erreichbar.

Schienen- und Busverkehr

Bahnhof Hersbruck (links Pegnitz)

Den ersten Bahnhof, heute Hersbruck (links Pegnitz), damals noch ohne die Bezeichnung (links Pegnitz) - erhielt Hersbruck 1859 bei der Eröffnung der Bahnstrecke von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg durch die bayerische Ostbahn AG. 1877 entstand auf der rechten Seite des Pegnitztales die Bahnstrecke von Nürnberg über Schnabelwaid nach Bayreuth und Marktredwitz/Cheb. Entsprechend seiner Lage wurde der zweite Bahnhof Hersbruck (rechts Pegnitz) genannt. Zwischen diesem Bahnhof und Pommelsbrunn besteht die Verbindungsstrecke Hersbruck (rechts Pegnitz)–Pommelsbrunn. Die Züge zwischen Nürnberg Haupt- oder Rangierbahnhof und Schwandorf können somit sowohl die „linke“ als auch die „rechte Pegnitzstrecke“ benutzen.

Mit der Eingliederung in den VGN 1987 und der Inbetriebnahme der S-Bahn bis Lauf (links Pegnitz) verlor Hersbruck (links Pegnitz) die meisten direkten Verbindungen von Nürnberg nach Amberg und Schwandorf. Stattdessen verkehrten Regionalbahnen als Anschlussverbindungen von Lauf (links Pegnitz) in Richtung Hartmannshof und Neukirchen b. Su.-Ro. Seit Dezember 2010 ist Hersbruck (links Pegnitz) Halt der S1 Bamberg–Nürnberg–Hartmannshof. Beim Bahnhof befindet sich ein P+R-Parkplatz, deswegen bezeichnet der VGN die Station als „P+R Hersbruck Bahnhof (li Pegn)“.[7]

Die Regionalexpress R4 nach Amberg Richtung Schwandorf/Regensburg und R41 über Neukirchen (b Su.-Ro.) Richtung Neustadt an der Waldnaab halten ebenso wie die R3 nach Bayreuth und die RE in Richtung Marktredwitz in Hersbruck (rechts Pegnitz). Auch hier befindet sich ein P+R-Parkplatz und der VGN bezeichnet den Bahnhof als „P+R Hersbruck Bahnhof (re Pegn)“.[7]

Von dort starten die 4 Stadtbuslinien, die alle Ortsteile mit der Innenstadt und dem Bahnhof links der Pegnitz verbinden. Ebenso wird vom Bahnhof rechts der Pegnitz aus das Umland durch mehrere Regionalbuslinien angebunden.

Schulen und Bildungseinrichtungen

Das AOK-Bildungszentrum kurz BIZ

In Hersbruck gibt es ein Gymnasium, eine Realschule und eine Volksschule (Grund- und Hauptschule). Das Hersbrucker Gymnasium ist nach dem Kartografen Paul Pfinzing benannt. Die Realschule der Stadt wurde nach dem gebürtigen Hersbrucker und späteren Nürnberger Bürgermeister und Direktor der Ludwigseisenbahn Johannes Scharrer benannt. Die ehemalige Hersbrucker Volksschule (Grund- und Hauptschule) trägt seit 2005 den Namen der Unternehmerin Grete Schickedanz. Außerdem hat die Stadt noch eine Förderschule und eine weitere Grundschule im Stadtteil Altensittenbach und das Bildungszentrum der AOK Bayern, in dem der Unterricht für alle Auszubildenden zum Sozialversicherungsfachangestellten in der Fachrichtung Allgemeine Krankenversicherung der AOK Bayern und der AOK Plus, Lehrgänge für das AOK-Betriebswirtstudium und regelmäßig die Hersbrucker Gespräche mit verschiedenen deutschen Spitzenpolitikern stattfinden.

Politik

Bürgermeister und Stadtrat

  • Erster Bürgermeister: Robert Ilg (FRB, seit 1. April 2010)
  • Zweite Bürgermeisterin: Brigitta Stöber (SPD, seit 2005)
  • Dritter Bürgermeister: Peter Matzner (CSU, seit 2008)
  • Stadtrat (2008-2014): Insgesamt 24 Sitze
    • CSU 10 Sitze (Sprecher: Peter Uschalt)
    • SPD 6 Sitze (Sprecher: Alexander Pollmer)
    • Freier Rathausblock (FRB) 6 Sitze (Sprecher: Jürgen Amann)
    • Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze (Sprecher: Dr. Ulrike Eyrich)
  • Ausschüsse: Hauptverwaltungsausschuss, Bau- und Stadtentwicklungsausschuss, Ausschuss für Umwelt und Soziales, Ausschuss für Kultur und Tourismus, Rechnungsprüfungsausschuss (nicht ständig)

Partnerstädte und Städtefreundschaften

Partnerstädte:

Nach Lossiemouth ist auch eine Brücke in Hersbruck benannt.

Städtefreundschaften:

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die in der Stadt gewirkt haben

  • Grete (1911–1994) und Gustav Schickedanz (1895–1977) starteten nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau des Versandhauses Quelle mit einem Verkaufsladen im Eisenhüttlein in ihrem Wohnort Hersbruck. Nach der Quelle-Insolvenz konnte das Kaufhaus Schickedanz gerettet werden und wurde im Juli 2009 von Madeleine Schickedanz wiedereröffnet.[8] 2005 wurde die Volksschule Hersbruck, die auch von der Tochter Madeleine Schickedanz besucht wurde, nach Grete Schickedanz benannt.
  • Ernst Pflaumer (1905–1985), Maler und Museumsleiter

Ehrenbürger

Träger des goldenen Ehrenrings der Stadt

  • Altbürgermeister Hans Endres (1919–1994) (Erster Bürgermeister der Stadt Hersbruck von 1968 bis 1986)
  • Albert Höpfl (Mitglied des Stadtrates von 1972 bis 1996, 2. Bürgermeister von 1978 bis 1996).

Literatur

  • Gerhard Faul: Sklavenarbeiter für den Endsieg. KZ Hersbruck und das Rüstungsprojekt Dogger. Mit einem Beitrag von Eckart Dietzfelbinger. Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V., Hersbruck 2003 ISBN 3-00-011024-0
  • Georg Schmidt: Stadt und Landkreis Hersbruck. Ein Heimatbuch. Pfeiffer, Hersbruck 1951
  • Georg Ernst Waldau: Geschichte und Beschreibung der Nürnberg. Landstadt Hersbruck, in: Beyträge zur Geschichte der Stadt Nürnberg, 3. Band, 17. Heft, Nürnberg 1788 (Digitalisat)

Weblinks

 Commons: Hersbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/202042&attr=OBJ&val=1425
  3. a b Hersbrucker Zeitung vom 28. März 2011
  4. Hersbrucker Zeitung vom 20. März 2010
  5. Bundeszentrale für politische Bildung: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, Online-Version (PDF), S. 146f.
  6. Artikel im Lokalteil der Hersbrucker Zeitung vom 09./10. Juli 2011, Seite 2: "120 Jahre Kinderfest"
  7. a b vgl. VGN-Komfortauskunft
  8. Kaufhaus Schickedanz ist wieder offen, 23. Juli 2009, unter handelsblatt.com

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