Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington

Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington
Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington

Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington (* um 1674[1] in Compton Wynyates, Warwickshire; † 2. Juli 1743 in London) war ein britischer Staatsmann der Whig-Partei und Premierminister.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Compton war der dritte Sohn des James Spencer Compton, 3. Earl von Northampton. Er wurde an der St Paul’s School und am Trinity College in Oxford ausgebildet und wurde dann zum Middle Temple zugelassen.

Von 1715 bis zu seinem Tod diente er ununterbrochen in der Regierung. Er trug etliche Titel: Sir Spencer Compton (1722–1728), The Lord Wilmington (1728–1730), und schließlich The Earl of Wilmington (nach 1730). Von 1742 bis zu seinem Tod 1743 war er das nominelle Oberhaupt der Regierung. In Wahrheit war er jedoch nur die Repräsentationsfigur für den wirklichen Regierungschef John Carteret, 2. Earl Granville, den Außenminister für die nördlichen Gebiete.

Karriere

Am 3. Juni 1698[2] zog er zum ersten Mal ins House of Commons ein als Repräsentant von Eye (Suffolk). Obwohl seine Familie aus strikten Anhängern der Tories bestand, wandte er sich nach einem Streit mit seinem Bruder George den Whigs zu. Im Parlament wurde er bald ein prominenter Abgeordneter. Er ging eine Partnerschaftz mit Robert Walpole ein, die mehr als vierzig Jahre lang halten sollte.

1707 wurde er Paymaster of Pensions. Diesen Posten behielt er für die nächsten sechs Jahre, obwohl er 1710 das Parlament verließ, als eine Tory-Regierung an die Macht kam. Man nimmt an, dass die Tories ihn im Amt beließen, weil sie die Unterstützung der Familie Compton behalten wollten. 1713 zog Compton wieder ins Parlament ein, diesmal für East Grinstead. Als die Whigs 1715 wieder an die Macht kamen, hoffte er auf ein hohes Amt, doch er wurde enttäuscht. Er wurde Schatzmeister des Prince of Wales (des späteren Königs Georg II.). Kurz darauf wurde er einstimmig zum Sprecher des Unterhauses gewählt. Diesen Posten hatte er von 1715 bis 1727 inne. Er behielt diese Rolle trotz der Spaltung der Whigs 1717, wo er sich der Walpole-Townshend-Allianz anschloss und sich plötzlich in Opposition zur damaligen Regierung befand. Es gelang ihm, seine Position bis 1720, als die Spaltung überwunden wurde, zu behalten.

Compton war als laxer Sprecher des Unterhauses bekannt. Als sich einmal ein Abgeordneter darüber beschwerte, dass er unterbrochen würde, sagte Compton zu ihm: „Sie haben das Recht zu sprechen, Sir, aber das Haus hat das Recht zu entscheiden, ob es Ihnen zuhören will.“

Als Walpole 1721 der führende Minister wurde, gab es Spekulationen über seine Zukunft, falls König Georg I. sterben sollte und sein Sohn König würde. Der Thronfolger war mehr Compton als Walpole zugeneigt und erklärte, dass er Walpole durch Compton ersetzen würde. Um das zu vermeiden, bemühte Walpole sich, Compton am Rand der Regierung zu halten, obwohl der von 1722 bis 1730 Generalzahlmeister war. 1730 trat Compton der Regierung als Lordsiegelbewahrer[3] bei und wurde zum Knight of the Bath ernannt. 1727 bestieg Georg II. den Thron und bemühte sich, den Machtwechsel herbeizuführen, den er versprochen hatte. Die Königin Caroline überzeugte ihren Gatten jedoch, dass Walpole, der gerade eine großzügige Apanage für den König durchgebracht hatte, der bessere Regierungschef sei.

Um Compton aus dem Unterhaus loszuwerden, ließ Walpole ihn 1728 als Baron Wilmington in den Adelsstand erheben. Zwei Jahre später wurde er zum Earl of Wilmington und Viscount Pevensey gemacht und zum Lord President of the Council ernannt. Er näherte sich immer mehr jenen Whigs an, die Walpole kritisch gegenüberstanden, doch im Parlament blieb er auf der Linie der offiziellen Regierungspolitik.

Nach dem Rücktritt Walpoles 1742 übernahm Wilmington schließlich die Regierungsgeschäfte.[4] Sein Gesundheitszustand hatte sich aber inzwischen verschlechtert und er musste feststellen, dass viele Verabredungen getroffen wurden, ohne ihn zu konsultieren. Er blieb bis zu seinem Tod 1743 im Amt. Sein Nachfolger wurde Henry Pelham, der Zahlmeister der Streitkräfte. Wilmington starb ohne legitime Nachkommen, sodass all seine Titel mit seinem Tod erloschen. Er hatte aber mehrere uneheliche Kinder. Sein Vermögen erbte sein Neffe James Compton.

In den USA wurden die Städte Wilmington (North Carolina) und Wilmington (Delaware) nach ihm benannt.

Einzelnachweise

  1. in der Literatur wird meist 1674 oder 1675 angegeben
  2. siehe Weblink www.number10.gov.uk
  3. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, Seite 95
  4. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, Seite 107

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Spencer Compton, 1st Earl of Wilmington — Infobox Prime Minister honorific prefix = The Right Honourable name=The Earl of Wilmington honorific suffix = KG, KB, PC office=Prime Minister of Great Britain term start=16 February 1742 term end=2 July 1743 monarch =George II predecessor… …   Wikipedia

  • Spencer Compton, 1er comte de Wilmington — Spencer Compton (1er comte de Wilmington) Demande de traduction Spencer Compton, 1st Earl of Wilmington → …   Wikipédia en Français

  • Spencer compton (1er comte de wilmington) — Demande de traduction Spencer Compton, 1st Earl of Wilmington → …   Wikipédia en Français

  • Spencer Compton (1er comte de Wilmington) — Spencer Compton Mandats 2e Premier ministre de Grande Bretagne …   Wikipédia en Français

  • Spencer Compton — Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington Spencer Compton, 1. Earl of Wilmington (* um 1673 in Compton Wynyates, Warwickshire; † 2. Juli 1743 in London) war ein britischer Staatsmann der Whig Partei und Premierminister. Biogra …   Deutsch Wikipedia

  • Earl of Wilmington — was a title in the Peerage of Great Britain. It was created in 1730 for the politician Spencer Compton, 1st Baron Wilmington, who later served as Prime Minister of Great Britain from 1742 to 1743. He had already been created Baron Wilmington in… …   Wikipedia

  • Spencer Compton — may refer to:*Spencer Compton, 2nd Earl of Northampton (1601 1643) *Spencer Compton, 1st Earl of Wilmington (1674 1743), Prime Minister of Great Britain *Spencer Compton, 2nd Marquess of Northampton (1790 1851) *Spencer Compton, 7th Marquess of… …   Wikipedia

  • Spencer Compton — Spencer Compton, I conde de Wilmington. Spencer Compton, I conde de Wilmington (18 de marzo 1673[1] – 2 de julio 1743) fue un hombre de estado británico del partido Whig que se desempeñó en forma ininterrumpida …   Wikipedia Español

  • Earl of Wilmington — Spencer Compton …   Eponyms, nicknames, and geographical games

  • Wilmington, Spencer Compton, earl of, Viscount Pevensey — ▪ English noble also called (1728–30) Baron Wilmington born 1673? died July 2, 1743  British politician, favourite of King George II and nominal prime minister of Great Britain from February 1742 to July 1743.       Third son of James Spencer,… …   Universalium

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”