Zwei schräge Vögel

Zwei schräge Vögel
Filmdaten
Originaltitel Zwei schräge Vögel
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Erwin Stranka
Drehbuch Diethardt Schneider
Produktion DEFA, KAG „Johannisthal“
Musik Tamás Kahane
Petty Cats
Karl-Ernst Sasse
Kamera Helmut Bergmann
Schnitt Eva-Maria Schumann
Besetzung

Zwei schräge Vögel ist eine Filmsatire der DEFA von Erwin Stranka aus dem Jahr 1989. Es war einer der letzten DEFA-Filme, der vor der Maueröffnung am 9. November 1989 in die Kinos der DDR kam.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Leipziger Informatik-Studenten Peter Galetzki, genannt Kamminke, und Frank Lettau haben ein Computerprogramm entwickelt, das von selbst Fehler in seiner Software finden und diese beheben kann. Nach Abschluss des Studiums werden beide wegen eines provozierten Systemabsturzes und dem damit verbundenen Versagen der von ihnen entwickelten computerorganisierten Raumverteilung in der Universität Leipzig sowie anderen Verwicklungen zum VEB Stirnräder in den kleinen entlegenen Ort Finsterberg-Dodeleben in Thüringen abgeschoben. Hier sollen sie sich in der Produktion bewähren.

In Finsterberg-Dodeleben lernen sie nicht nur die schöne Sachbearbeiterin Petra kennen, in die sich beide verlieben, sondern auch die Produktionsvorgänge in der Planwirtschaft. Die sind uneffektiv. Zwar hat der Betrieb eine fabrikneue High-Tech CNC-Maschine, doch fehlt der Maschine die Software aus dem westlichen Ausland, sodass sie nicht in Betrieb genommen werden kann. Auch Kamminke und Frank dürfen die Anlage nicht betreten, obwohl sie fachlichen die Voraussetzungen zur Neuprogrammierung erfüllen. In der Silvesternacht dringen sie mit Petras Hilfe heimlich in die Räume ein und schreiben für die Produktionsanlage, die sonst zu einer millionenschweren Investitionsruine für den Betrieb geworden wäre, ein neues Programm. Sie werden erwischt und vom Generaldirektor des Betriebes zur Rede gestellt. Erst der Erfolg der nun funktionierenden Maschine bringt ein Umdenken im Betrieb und Kamminke und Frank werden nun ein Jungforscherkollektiv.

Produktion

Zwei schräge Vögel wurde von 1988 bis 1989 unter anderem in Großbreitenbach gedreht. Der Film erlebte am 12. September 1989 in den Cottbuser Kammerlichtspielen seine Premiere und kam am 22. September 1989 in die Kinos der DDR. Im Oktober 2005 wurde er von Icestorm auf DVD veröffentlicht. Ursprünglich erst ab 12 Jahren freigegeben, gab die SPIO die 94 Minuten lange DVD-Version 2005 ohne Altersbegrenzung frei.[1]

Der Film zeigt kabarettistisch-satirisch überspitzt die Probleme des Alltags- und Berufslebens in der DDR, wie sie bis nur selten in einem DEFA-Film gezeigt wurden. Da der Film zahlreiche Insiderwitze über Missstände und Rituale aus Arbeitsleben und Politik enthält, wurde er sehr schnell zu einem Kultfilm in Ostdeutschland.

Im Film sind, bis auf die erfundene CNC-Maschine, mehrere echte Computersysteme aus DDR-Produktion zu sehen: Im Institut der Universität Leipzig steht ein 16-Bit-Kleinrechner robotron K 1630. Als Terminal fungiert ein 16-Bit-Arbeitsplatzcomputer robotron A 7100. Die Programmiersprache, die gezeigt wird, ist BASIC. Im Hintergrund steht ein Videoton VT27090 Paralleldrucker. In der Rechenstation des VEB Stirnräder Finsterberg-Dodeleben stehen ebenfalls ein robotron K 1630 und ein A 7100.

Kritik

Die Kritik der DDR lobte den Film als gelungene Komödie. Rezensent Henryk Goldberg sah den Film im vollen Kino, „Lacher die Menge, Szenenapplaus, Beifall am Ende – produziert vom VEB DEFA-Studio für Spielfilme. Deswegen laß ich den ganzen ästhetischen Schnokus, der mir sonst so lieb und teuer ist, stecken und gratuliere dem Regisseur Erwin Stanka und dem Autor Diethardt Schneider“.[2]

Der film-dienst nannte Zwei schräge Vögel eine „unterhaltsame satirische Komödie mit realistischem Hintergrund, aber zu optimistischen Lösungen, die den Film letztlich als affirmative Zweckpropaganda entlarven.“[3]

Literatur

  • Zwei schräge Vögel. In: F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 714–715.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. spio.de
  2. Henryk Goldberg: … aber erfolgreich. In: Filmspiegel, Nr. 21, 1989, S: 14.
  3. Vgl. zweitausendeins.de

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