Marina Lubmin

Marina Lubmin
Marina Lubmin

Die Marina Lubmin ist ein Yachthafen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns in der Nähe des Seebads Lubmin. Der Hafen liegt am Greifswalder Bodden zwischen der Peenemündung und Greifswald. Eigentümer sind die Energiewerke Nord GmbH (EWN). An die Marina grenzt der Industriehafen Lubmin an. Die Hafeninfrastruktur wird vom Zweckverband „Energie & Technologiestandort Freesendorf“ betrieben, der wiederum von den drei Standortgemeinden Lubmin, Kröslin und Rubenow getragen wird.[1]

Inhaltsverzeichnis

Ausgestaltung

Die Marina verfügt über drei Schwimmstegeanlagen mit 10 m und 8 m Anlegestegen. Die Kapazität beträgt rund 180 Plätze. Eine Versorgung mit Wasser und Strom (230 V, 400 V bei 6 A) sowie Beleuchtung sind möglich.[2]

Die Abmessungen des Hafenbecken betragen 900 × 94 Meter bei einer Tiefe von sieben Metern. Damit können Schiffe bis zu einem Tiefgang von 6,10 Meter den Hafen nutzen. Es stehen sechs Liegeplätze zur Verfügung, die sich auf eine 940 Meter lange Kaifläche verteilen. Neben einer 100 × 30 Meter großen Schwerlastfläche existiert eine Lagerfläche von 135 × 30 Meter.[3]

Geschichte

Der Hafen wurde am 9. August 2006 im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten Harald Ringstorff eingeweiht.[4] Der Hafen ist Teil eines Energie- und Industrieparks Lubminer Heide, mit dem die frei gewordene Fläche um das Kernkraftwerk Greifswald genutzt werden soll. Die Landesregierung erhofft sich durch den Bau „eine wesentliche Voraussetzung für Industrie- und Gewerbeansiedlungen auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkstandortes und damit für die Entwicklung des Industrie- und Gewerbeparkes Lubmin“ zu schaffen.[1]

Zwei Monate später wurde die erste Schiffsabfertigung vorgenommen (Rundholz für den Export). Mit der Ansiedelung von Metall verarbeitenden Betrieben wurden im Jahr 2007 zusätzlich Stahlgüter umgeschlagen.[1]

Flaggenmast der Marina

2008 wurde ein 27 m hoher Flaggenmast errichtet, der neben UKW-Seefunk, Radar, AIS, WLAN auch über eine Webcam sowie eine Flugsicherungseinrichtung und eine Windmessanlage verfügt.[5]

Im April 2010 eröffnete die Nord Stream AG gemeinsam mit der WINGAS-Gruppe einen Pipeline-Info-Point. Mit diesem Informationsstand will man Bürger und Gäste über das OPAL-Pipeline-Projekt informieren. Zu diesem Zweck haben die Betreiber unter anderem je ein Exemplar der OPAL-Onshore- und NordStream-Offshore-Rohrsegmente ausgestellt.[6]

Zukunft des Hafens

Insgesamt wurden in 2006 rund 4.000 Tonnen, 2007 insgesamt 62.000 Tonnen umgeschlagen.[1] Für 2010 werden 189.000 Tonnen erwartet.[7]

Geplant ist, einen Gleisanschluss bis zum Südkai zu legen und eine „straßenseitige Erschließung der westlich gelegenen Industriegrundstücke“[1] zu realisieren.

Erreichbarkeit

Anreise per Auto

Mit dem Auto ist der Hafen über die BAB A20, Ausfahrt Gützkow zu erreichen. Über Greifswald erreicht man nach ca. 3 km hinter der Ortseinfahrt Lubmins den Freesendorfer Weg, der über die Straße „Am Hafen“ an der Marina endet.

Anreise per ÖPNV

Vom Bahnhof Greifswald geht es zum ZOB weiter mit der Linie 518 bis zum Ortszentrum der Gemeinde Lubmin. In den Sommermonaten fährt der Bus unmittelbar den Hafen an.

Anreise per Schiff

Fährt man mit dem Boot von Stralsund aus, so kann am östlichen Ausgang des Strelersundes ab der Tonne 4 (Fl.R.  4s) ein Kurs von 222° angelegt werden. Anschließend wird das befeuerte Tonnenpaar LU 1 und LU 2 genutzt. Aus östlicher Richtung legt man ab der Tonne Q22 einen Kurs von 222° an, um LU 1 und LU 2 zu erreichen.[8]

Panoramablick auf die Marina Lubmin mit Restaurantschiff "MS Vaterland"
Panoramablick auf die Marina Lubmin mit Restaurantschiff "MS Vaterland"

Kritik

Der Ausbau des Hafens ist bei den Betreibern der übrigen drei Häfen in der Region auf Kritik gestoßen. So wird der SPD-Kreistagsabgeordnete Jürgen Kanehl mit den Worten zitiert: „Wir haben vier Standorte, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Das ist eine Situation, die ich für grundsätzlich falsch halte“.[7] Teilweise herrschte die Vorstellung, dass der Hafen nur als Umschlagplatz für die Industriebetriebe dienen sollte. Zwischenzeitlich wurde jedoch der Holzumschlag von Wolgast nach Lubmin verlagert.[7]

Es wird befürchtet, dass es durch den Bau des Hafens sowie die Verlängerung der Molen zu einem Küstenrückgang „vor allem im Bereich der Halbinsel Struck und des Freesendorfer Hakens“ kommt.[9]

Der Vorsitzende des Betreiber-Zweckverbandes, Wolfgang Woy machte deutlich, dass die Zufahrt zum Hafen mit der Zeit versande. So sei die Tiefe von einst sieben Metern um bis zu einem Meter reduziert. Größere Schiffe könnten so den Hafen nicht mehr anlaufen.[10]

Sonstiges

Gastronomieschiff „MS Vaterland“ in der Marina Lubmin

Im Hafen liegt die MS Vaterland, ein ehemaliges Schiff der Kriegsmarine aus dem Jahr 1942. Es wurde als Sperrübungsfahrzeug C 32 gebaut und als Bergungsschlepper und Minenleger im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Anschließend erhielt sie den Namen „Aktivist“ und war in einem VEB im Einsatz. 1975 erfolgte ein Umbau und anschließender Einsatz in der „Weißen Flotte“ in Rostock. Von 1990 bis 1993 hieß es „Hanseat“, um von 1994 bis 1997 unter dem heutigen Namen „Vaterland“ für Hafenrundfahrten in Wismar zum Einsatz zu kommen. 1997 wurde es nach Hamburg verkauft und fuhr als „Finkenwaerder“ auf der Elbe. 2006 schließlich wurde es als provisorisches Restaurantschiff in der Marina eingesetzt und befindet sich seitdem im Hafen. Die Maschinenanlage kann besichtigt werden.[11]

Ein Teil des ausgebaggerten eiszeitlichen Feinsandes wurde in Lubmin zum Küstenschutz aufgeschüttet.[12] Der Strand konnte dadurch um bis zum 50 m verbreitert werden.[13]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Landtag Mecklenburg Vorpommern: Bericht zur Entwicklung der Ostseehäfen in Mecklenburg-Vorpommern Drucksache 5/1467, 5. Wahlperiode 16. Mai 2008 (PDF-Datei, 200 kB, abgerufen am 15. April 2011).
  2. Ausstattungshinweise auf Marina Lubmin, abgerufen am 15. April 2011.
  3. Port of Lubmin mit Daten zum Hafen, abgerufen am 15. April 2011.
  4. DVV Media Group GmbH: Industriehafen Lubmin eingeweiht In: Täglicher Hafenbericht. vom 10. August 2006. Abgerufen am 15. April 2011.
  5. Meldung auf Portpilot zum Flaggenmast, abgerufen am 15. April 2011.
  6. Pipeline-Info-Point in Lubmin eröffnet vom 29. April 2010. Abgerufen am 15. April 2011.
  7. a b c Sven Jeske: Lubminer Hafen entzweit die Gemüter In: Ostsee-Zeitung. vom 4. Dezember 2010. Abgerufen am 15. April 2011.
  8. Anreisehinweise auf Marina Lubmin, abgerufen am 15. April 2011
  9. Günter Vater: Greifswalder Bodden und anthropogene Einflüsse August 2007 (PDF-Datei, 105B, abgerufen am 14. April 2011).
  10. Sven Jeske: Streit um Hafen Lubmin geht weiter. In: Ostsee-Zeitung. vom 5. Mai 2010. Abgerufen am 14. April 2011.
  11. Geschichte der MS Vaterland auf Marina Lubmin, abgerufen am 15. April 2011.
  12. Kurverwaltung Seebad Lubmin: Urlaub am Greifswalder Bodden, S. 2.
  13. edition klageo: Die zweite Chance – Abbau und Aufbruch am KKW-Standort Lubmin 1. Auflage 2004. Berlin, 2004, ISBN 3-9804154-6-5.

Weblinks

 Commons: Marina Lubmin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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