- Christof Zernatto
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Christof Zernatto (* 11. Juni 1949 in Wolfsberg, Kärnten) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP). Er war in den Jahren 1991 bis 1999 Landeshauptmann von Kärnten.
Christof Zernatto ist der Neffe des Politikers Guido Zernatto. Er besuchte die Volksschule in Treffen bei Villach und das humanistische Gymnasium in Klagenfurt, wo er im Jahr 1967 maturierte. Es folgte das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Graz mit der Promotion zum Dr. iur. im Jahr 1973.
Zurückgekehrt nach Kärnten verbrachte er hier sein Gerichtspraxisjahr am Bezirks- und Landesgericht Klagenfurt. Es folgten zwei Jahre bei einem Steuerberater in Salzburg und einem Nahrungsmittelkonzern in Deutschland, bis Christof Zernatto Assistent im Marketing und Vertrieb der Firma Granini in Bielefeld wurde. Im Jahr 1976 kehrte er zurück nach Villach, wo er bis zum Jahr 1989 Marketing- und Vertriebsleiter der Firma Pomona war – einer Marmeladenfabrik, die von seinem Großvater gegründet wurde. Im Jahr 1989 wurde er Landesparteiobmann der ÖVP Kärnten – eine Funktion, die er bis zum Jahr 1999 behielt.
Seine politische Karriere begann er als Abgeordneter zum Nationalrat für die ÖVP von 1986 bis 1989. Darauffolgend wurde er Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten. Als Jörg Haider (FPÖ) im Jahr 1991 einen Ausspruch über „Ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich“ tätigte und daraufhin am 21. Juni vom Kärntner Landtag abgewählt wurde, kam die Chance für Christof Zernatto: Er wurde am 26. Juni mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ zum Kärntner Landeshauptmann gewählt.
Bei der darauffolgenden Landtagswahl in Kärnten im Jahr 1994 bekam die ÖVP zwar mit 9 Mandaten (23,8 %) wiederum den geringsten Stimmanteil, da eine FPÖ-SPÖ-Koalition jedoch scheiterte, wurde Christof Zernatto erneut mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ zum Landeshauptmann gewählt.
Im Jahr 1999 wurde erneut die FPÖ stimmenstärkste Partei, die ÖVP wie zuvor dritte. Jörg Haider wurde nun Landeshauptmann, Christof Zernatto rückte als Landtagsabgeordneter in die zweite Reihe und wurde wieder Abgeordneter zum Nationalrat.
Im Jahr 2002 legte er seine politischen Funktionen nieder und beschloss, künftig als Unternehmensberater tätig zu sein.
Schriften
- Politik der radikalen Mitte. Carinthia, Klagenfurt 1998.
Weblinks
- Eintrag zu Christof Zernatto auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Monarchie: Johan Anton Graf von Goëss | Johann Stieger | Joseph Erwein | Zeno Vinzenz von Goëss | Leopold Freiherr von Aichelburg-Labia
Erste Republik: Arthur Lemisch | Florian Gröger | Vinzenz Schumy | Arthur Lemisch | Ferdinand Kernmaier | Ludwig Hülgerth | Arnold Sucher
Deutsches Reich: Wladimir von Pawlowski | Hubert Klausner | Wladimir von Pawlowski | Friedrich Rainer (Reichsstatthalter)
Zweite Republik: Hans Piesch | Ferdinand Wedenig | Hans Sima | Leopold Wagner | Peter Ambrozy | Jörg Haider | Christof Zernatto | Jörg Haider | Gerhard Dörfler
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