Dietmar Hopp

Dietmar Hopp
Dietmar Hopp (2009)

Dietmar Hopp (* 26. April 1940 in Heidelberg) ist ein deutscher Unternehmer und Mitbegründer der SAP AG. Hopp gilt als einer der reichsten Deutschen und wird in der Liste der reichsten Menschen der Welt des Forbes-Magazins geführt. Sein Vermögen wird auf mehr als 4 Milliarden Euro geschätzt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dietmar-Hopp-Allee vor der SAP-Zentrale in Walldorf
Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim
Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim
Der SAP-Golfplatz in St. Leon-Rot (2006)
Dietmar Hopp Sporthalle in St. Leon-Rot, Ortsteil Rot

Der Sohn eines Lehrers wuchs mit zwei Geschwistern in Hoffenheim auf.[2] Nach dem Gymnasium absolvierte er ein Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule Karlsruhe, das er 1966 als Diplom-Ingenieur abschloss. Seine erste Anstellung nach dem Studium fand er bei der IBM. Dort arbeitete er zunächst als Software-Entwickler in Stuttgart. Von 1968 bis 1972 war er in der Mannheimer Niederlassung als Systemberater tätig.

SAP

Zusammen mit vier anderen IBM-Kollegen, Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector und Klaus Tschira, gründete er 1972 das Softwareunternehmen Systemanalyse und Programmentwicklung, aus dem 1988 die SAP AG wurde, deren Vorstandsvorsitzender er von 1988 bis 1998 war. Danach war er bis 2003 Vorsitzender des Aufsichtsrats und bis Mai 2005 dort einfaches Mitglied. Hopp hielt 2006 immer noch 9,96 % der Aktien von SAP.

Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 als gemeinnützige GmbH gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, über 275 Millionen Euro ausgeschüttet (Stand: 1. Mai 2011). Gefördert werden gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt.

Aktuelle geschäftliche Tätigkeiten

Seit seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft der SAP ist Hopp insbesondere als Investor tätig. Er ist Haupteigentümer von Actris und der InterComponentWare AG, mit Beteiligungen an Unternehmen aus der Biotechbranche.

Mäzenatentum

Zudem ist er stark als Mäzen in verschiedenen sportlichen Bereichen aktiv. Er unterstützte den Bau der SAP-Arena finanziell und setzt sich ein für die Förderung des Sportnachwuchses im Golf (Golf Club St. Leon-Rot), Eishockey (Adler Mannheim), Handball (Rhein-Neckar Löwen) und Fußball (vor allem mit bisher insgesamt etwa 240 Millionen Euro[3] bei der TSG 1899 Hoffenheim, aber auch beim FC Astoria Walldorf). Nachdem sich das erst 1999 von Hopp finanzierte und nach ihm benannte Stadion in Hoffenheim allmählich als zu klein erwies, kündigte Hopp 2006 an, für die TSG ein für die Bundesliga geeignetes Stadion zu finanzieren. Die Wirsol Rhein-Neckar-Arena wurde ab Mai 2007 an der A 6 gegenüber vom Auto- und Technikmuseum Sinsheim gebaut. Am Ende der Saison 2007/08 stieg die TSG 1899 Hoffenheim in die 1. Fußball-Bundesliga auf. Im Januar 2009 bezog die TSG 1899 Hoffenheim das neue Stadion als Spielstätte ihrer Bundesligaspiele.

Ehrungen und Auszeichnungen

Zu seinen Ehren wurde im Juni 2005 die Neurottstraße in der Nähe der Walldorfer SAP-Zentrale in Dietmar-Hopp-Allee umbenannt. Das ehemalige Stadion der TSG Hoffenheim trägt ebenso seinen Namen wie die Sporthalle im Teilort Rot der Gemeinde St. Leon-Rot.

  • 1992 Bundesverdienstkreuz am Bande
  • 1995 BAMBI Kategorie Business (Burda)
  • 1998 Hall of Fame (Manager Magazin)
  • 1999 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
  • 2004 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 2005 Ehrenbürger von Walldorf
  • 2006 Ehrenplakette des Badischen Sportbundes
  • 2007 Ehrenbürger der Gemeinde St. Leon-Rot
  • 2008 CAPITAL Sport-Manager des Jahres
  • 2008 Weltwirtschaftlicher Preis (Institut für Weltwirtschaft Kiel)
  • 2008 Rudolf-Diesel-Medaille (DIE – Deutsches Institut für Erfindungswesen)
  • 2008 Player des Jahres (Magazin HORIZONT Sportbusiness)
  • 2009 Goldene Victoria (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ)
  • 2009 Laureus Medien Preis für Wohltätigkeit
  • 2010 Initiativpreis für Verdienste um die Stadt Mannheim und die Metropolregion Rhein-Neckar
  • 2010 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz)
  • 2010 Ehrenring der Stadt Walldorf
  • 2010 Victor SportAward (Metropolregion Rhein-Neckar)
  • 2010 Benennung des Kleinplaneten (210432) Dietmarhopp
  • 2010 Benennung einer Straße in St. Leon-Rot „Dietmar-Hopp-Straße“
  • 2011 Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV)

Kritik

Von Fußballfans und Vertretern von Fußballvereinen erfährt Hopp viel Kritik. Es wird beispielsweise angemahnt, Hopp verstoße gegen die 50+1-Regel. So greife der Mäzen mitunter direkt ins operative Geschäft des Vereins ein, was Investoren verboten ist. Darüber hinaus wird ihm zur Last gelegt, dass er nach dem Erreichen der Regionalliga die Förderung der Jugend aufgegeben und stattdessen andere Spieler eingekauft habe.[4] Christian Heidel, Manager des 1. FSV Mainz 05, kritisierte 2007, Hoffenheim nehme einer anderen Mannschaft einen der 36 Profiplätze weg.[5] Dietmar Hopp wandte sich an den DFB mit der Bitte, solche Äußerungen als Diskriminierung anzusehen und genauso konsequent wie Rassismus zu ahnden.[6]

Einzelnachweise

  1. Manager Magazin Spezial, Oktober 2009
  2. Köpfe der Wirtschaft: Dietmar Hopp wiwo.de
  3. http://transfermarkt.de/de/hopp-1899-hoffenheim-steckt-tief-in-roten-zahlen-/news/anzeigen_53153.html
  4. WDR Sport Inside: Die zwei Gesichter des Dietmar Hopp
  5. Streit mit Mainzer Manager:Hoffenheim-Hopp schaltet DFB ein. spiegel.de (16. Februar 2010). Abgerufen am 16. Februar 2010.
  6. TSG-Mäzen rückt 05-Manager in Rassismus-Ecke. rhein-zeitung.de (16. Februar 2010). Abgerufen am 16. Februar 2010.

Weblinks

 Commons: Dietmar Hopp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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