Bremen-Farge

Bremen-Farge

Farge ist seit 1946 ein Ortsteil im Ortsamtsbezirk Bremen-Blumenthal am rechten Ufer der Unterweser und gehört zum Land Bremen. Am 31. Dezember 2004 hatte das 546 ha große Farge 3.072 Einwohner.

Streckenverlauf der Farge-Vegesacker Eisenbahn mit der Endstation „Farge“

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die früher eigenständige Gemeinde Farge gehörte zum Landkreis Blumenthal, der 1932 im Landkreis Osterholz aufging. 1923 bat das Bauerndorf Rekum nach Insolvenz um Beitritt zur Gemeinde Farge. Der Farger Ortsbürgermeister Richard Taylor wurde in Personalunion auch Ortsbürgermeister von Rekum und es entstandt die Doppelgemeinde Farge-Rekum.

Die vom Reichswirtschaftsministerium 1934 gebildete Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH (Wifo) errichtete ab Mitte der 1930er Jahre unter dem Tarnnamen „Wasserberg“ ein Tanklager in der „Farger Heide“. Ab Anfang 1939 kam das „Kriegsmarinetanklager Farge“ der deutschen Kriegsmarine hinzu. Im Sommer 1943 wurde mit dem Bau der U-Boot-Bunkerwerft „Valentin“ begonnen, was zu einem Konglomerat an „Arbeiterlager bei den Tanklagern in Bremen-Farge & Schwanewede“[1] führte, wobei es sich hier neben dem KZ Farge und dem Arbeitserziehungslager im Marinegemeinschaftslager Schwanewede um Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene handelte.

Farge wurde zum 1. November 1939 zusammen mit Rekum und Blumenthal aufgrund der Vierten Verordnung über den Neuaufbau des Reichs in die Freie Hansestadt Bremen eingegliedert.[2]

Farge hatte − im Gegensatz zu den meisten anderen Bremer Ortsteilen − zusammen mit Rekum einen eigenen Ortsausschuss.

Verkehr

Farge war der Umstiegs- und Umschlagsbahnhof zwischen der Farge-Vegesacker Eisenbahn und der Niederweserbahn. Daneben gab es erheblichen Güterumschlag durch das Kohlekraftwerk Farge und das heute vom Bund genutzte Wifo-Tanklager sowie eine Anbindung zur Marinebahn mit dem heute von der Bundeswehr genutzten Militärbahnhof in Schwanewede.

Seit dem 16. Dezember 2007 gibt es wieder Personenverkehr von Vegesack nach Farge. Die Verbindung wird Bestandteil der S-Bahn-Netzes Bremen, die Strecke von Vegesack bis Farge soll dafür elektrifiziert werden.

Die Buslinie 71 erschließt und verbindet Farge mit den Nachbarortsteilen Rekum und Rönnebeck sowie darüber hinaus mit Neuenkirchen, Blumenthal, Vegesack, Burg und Gröpelingen. In der Hauptverkehrszeit wird sie in der Hauptlastrichtung durch die Schnellbuslinie 70S (Neuenkirchen−Farge−Vegesack) ergänzt. Beide Linien stellen an den Bahnhöfen bzw. Haltepunkten Farge, Blumenthal und Vegesack Anschluss an die Bahn her.

2009 wird die Bundesautobahn 270 bis Farge verlängert und zur Fährverbindung nach Berne an die Bundesstraße 74 angebunden.

In Farge befinden sich Kaianlagen für die Hochseeschifffahrt sowie ein Binnenschiffshafen am Kraftwerk sowie ein Ölverladeterminal.

Wirtschaft

  • ThyssenKrupp Krause GmbH (ehemals Johann A. Krause Maschinenfabrik GmbH) (ThyssenKrupp Technologies)
  • Die Stadtgemeinde Bremen betreibt in Farge ein Tanklager
  • In Farge betreibt das Energieerzeugungsunternehmen E.ON Kraftwerke das Steinkohlekraftwerk Farge mit einer Leistung von 345 MW, mit dem das niedersächsische Umland versorgt wird.
  • Bis Ende der 1980er Jahre gab es am Bahnhof Farge ein Reparaturwerk für US-Panzer, die größtenteils per Bahn an- und abtransportiert wurden.
  • Von 1852 bis 1898 gab es die Steingutfabrik Witteburg[3]

Sehenswert

  • Kahnschifferhaus in der Straße Unterm Berg 31 mit dem Heimatmuseum Farge-Rekum und der Ausstellung des Schiffervereins Rekum zur Geschichte der Flussschifffahrt an der Niederweser.[4]
  • Rathaus Farge
  • Fährhaus Farge

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.relikte.com/schwanewede/lager/index.htm
  2. Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939
  3. http://www.porcelainmarksandmore.com/lower/farge_1/00.php
  4. http://www.heimatverein-farge-rekum.de/html/kahnschifferhaus.html

53.2191918.5094267Koordinaten: 53° 13′ N, 8° 31′ O


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