Erfurter Bahn

Erfurter Bahn
Erfurter Bahn GmbH
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Erfurt
Webpräsenz www.erfurter-bahn.de
Eigentümer Stadt Erfurt
Geschäftsführung Heidemarie Mähler
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Mittelthüringen
Beschäftigte 68
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 5
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 2 V100
Triebwagen 24 Stadler Regio-Shuttle RS1

1 Bombardier Itino

Statistik
Haltestellen 82
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 700 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Erfurt und Meiningen
Länge Gleisanlagen 17 km Anschlussbahnen in Erfurter Industriegebietendep1
Triebwagen „Luftkurort Stützerbach“ der EB in Ilmenau

Die Erfurter Bahn GmbH (EB) ist ein nichtbundeseigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen, welches zu 100 % der Stadt Erfurt gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als Erfurter Industriebahn GmbH (EIB) wurde das Unternehmen am 1. Mai 1990 gegründet. Alle Gesellschaftsanteile befinden sich im Eigentum der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, die schon seit 1912 im Nordosten der Stadt eine Industriebahn betrieben hatte. Diese konnte auch in den Zeiten der DDR ihre Selbständigkeit bewahren, weil sie seit 1939 als städtischer Eigenbetrieb organisiert war. Nach der Wende versuchte die Stadt, den Fortbestand ihres Bahnbetriebs zu sichern. Am 20. September 1995 wird die EIB als erstes städtisches Unternehmen in Ostdeutschland als "Öffentliche nichtbundeseigene Eisenbahn" anerkannt. Doch allein im Schienengüterverkehr wird keine Zukunft gesehen. Sie bemühte sich daher, in den Schienenpersonennahverkehr in Thüringen einzusteigen. Die Genehmigung hierfür wurde der EIB am 10. April 1997 erteilt und bereits am 15. September dieses Jahres konnte mit dem Freistaat Thüringen der erste Verkehrsvertrag abgeschlossen werden.[1] Auch die am 3. März 2007 erfolgte Umbenennung des Unternehmens von Erfurter Industriebahn GmbH (EIB) in die heutige Erfurter Bahn GmbH (EB) dokumentiert die Verlagerung des Geschäftsschwerpunktes.

Im Jahre 1999 gründete sie gemeinsam mit der Hessischen Landesbahn GmbH die Süd-Thüringen-Bahn GmbH mit Sitz in Meiningen, die heute den Regionalverkehr in Südthüringen betreibt (einzig der RE Erfurt–Würzburg wird in diesem Bereich noch von der Deutschen Bahn betrieben).

Ostthüringer Dieselnetz

Ende August 2010 bekam die Erfurter Bahn den Zuschlag für den Personennahverkehr auf dem „Ostthüringer Dieselnetz“. In dem Vergabenetz, das auch Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt umfasst, soll im Sommer 2012 für 12,5 Jahre der Betrieb mit einem Umfang von etwa 4,6 Millionen Zugkilometern pro Jahr aufgenommen werden. Das Netz umfasst folgende Verbindungen[2]:

Liniennetz

VT001 der Erfurter Bahn im Bahnhof Gotha
Itino der Erfurter Bahn in Erfurt Hbf

Es ist ihr bis heute gelungen, auf einem beachtlichen Liniennetz allein oder neben Regional-Express-Zügen der DB Regio den Personenverkehr zu bedienen. Mit 25 Dieseltriebwagen wird ein Streckennetz von 407 Kilometer Länge befahren, wobei jährlich über drei Millionen Zugkilometer zurückgelegt werden.[3] Im Einzelnen handelt es sich um folgende Linien:

Zudem konnte sie zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 den Betrieb auf einem kleinen Streckennetz im nördlichen Unterfranken bzw. südlichen Thüringen aufnehmen, dem Kissinger Stern[4] (nähere Informationen hierzu unter Unterfranken-Shuttle):

Die Züge enden in Schweinfurt nicht im Hauptbahnhof sondern fahren weiter in Richtung Bamberg bis zum innenstadtnah gelegenen Haltepunkt Schweinfurt Stadt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 bestellte der Nordhessische Verkehrsverbund einen Großteil der SPNV-Leistungen der EB auf seinem Gebiet ab, so dass der Großteil der Züge bereits in Eichenberg wendete und nur noch einzelne Fahrten bis Kassel-Wilhelmshöhe durchgebunden wurden. Nach massiven Fahrgastbeschwerden und einem signifikantem Rückgang der Reisendenzahlen fährt die EB seit dem 1. April 2007 auf eigenwirtschaftlicher Basis wieder einen Großteil der Züge zwischen Eichenberg und Kassel-Wilhelmshöhe, was nach eigenen Angaben etwa 80 Prozent der bis zum Fahrplanwechsel 2006 auf diesem Abschnitt erbrachten Zugkilometer entspricht. Ein zunächst morgens und gleichfalls eigenwirtschaftlich nach Göttingen geführtes Zugpaar wendet seit dem Fahrplanwechsel 2007 auch in Kassel-Wilhelmshöhe.

Güterverkehr

Die EB betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ein eigenes Netz von Anschlussbahnen mit einer Länge von 17 Kilometer in den Industriegebieten Erfurt-Ost und -Nord. Für den Güterverkehr werden zwei Diesellokomotiven der DR-Baureihe V100 vorgehalten. Bis 1998 bildete der Güterverkehr den Schwerpunkt des Unternehmens. Der Höhepunkt wurde allerdings schon 1987 erreicht, als 236.700 Güterwagen bewegt und 9.200 Züge abgefertigt wurden.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Vgl. Imagebroschüre S.4f
  2. http://nvsthueringen.de/News/20100830_dieselnetz-ost-vergeben.php
  3. Unternehmensbroschüre "Erfurter Bahn – kommt gut an". Erfurter Bahn, 1. Dezember 2010, abgerufen am 25. Januar 2011 (PDF).
  4. Bayerische Eisenbahngesellschaft

Literatur

  • Frehner Consulting GmbH (Hrsg.): Erfurter Bahn, Kommt gut an - In Tradition und Leistung seit 1912, Stand: 2007 (Imagebroschüre)
  • Burkhard Beyer: Thüringer fahren bald in Bayern. Erfurter Industriebahn expandiert. In: LOK MAGAZIN. Nr. 261/Jahrgang 42/2003. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 18.

Weblinks

 Commons: Erfurter Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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