- Hersham and Walton Motors
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HWM war ein englisches Rennteam der späten 1940er- und 1950er-Jahre, das 1952 auch Formel 1-Rennen als Werksteam bestritt.
Inhaltsverzeichnis
Nachkriegsära
Die Rennfahrer George Abecassis und John Heath hatten das Konstrukteurs- und Rennteam unter dem komplizierten und in der Praxis nie verwendeten Namen Hersham and Walton Motors nach dem Zweiten Weltkrieg eingetragen, welches in den frühen 1950er-Jahren zu den britischen Topteams gehörte, wenn sie auch die meisten Rennen im Offroad- und Sportwagenbereich unternahmen.
Das erste Mal machten sie mit einem Alta-angetriebenen Sportwagen 1948 auf sich aufmerksam. Dieser war bald als „HW-Alta“ bekannt und wurde noch im Folgejahr von einem zweiten Modell abgelöst, dass man sowohl als reinen Monoposto als auch zweisitzigen Sportwagen einsetzen konnte. Mit diesem gewann Heath den Manx Cup 1949 und erreichte einen hervorragenden zweiten Platz beim Grand Prix de l'ACF bei Comminges im gleichen Jahr.
Aufstrebendes Formel-2-Team
1950 machten sich Heath und der Chefmechaniker Alf Francis an die Konstruktion von reinen Formel 2-Wagen, die Abecassis und Heath mit wenig Glück beim „Lavant Cup“ in Goodwood während des Ostermontag-Rennens einsetzten. Drei Wochen später wurde Abecassis jedoch von einem erfolgversprechenden jungen Mann begleitet, der den beiden durch seine starke Performance im Verlauf von Formel 3-Rennen desselben Jahres aufgefallen war: Stirling Moss, welcher bei einem Rahmenrennen zum Grand Prix von Montlhéry gewinnen konnte. Durch das ganze Frühjahr „tingelte“ das Team nun mit verschiedenen Fahrern von einem europäischen „Großen Preis“ zum nächsten - Robaix, Mons und Aix-les-Bains waren nur einige prominente Stationen. Den ersten Sieg erzielte Johnny Claes in Chimay Ende Mai. Wenige Wochen später machte Moss großen Eindruck, als er bei Rom in einem nach Formel 1-Reglement ausgetragenem Rennen bis zum einem Reifendefekt um den dritten Platz kämpfen konnte. Erst im Juli konnte er diese Platzierung bei einem Grand Prix in Bari nachholen und in der nächstniedrigen Kategorie, also der Formel 1 gelang ihm dies auch in Reims. Insbesondere die Podiumsplatzierung in Bari dürfte Moss gefreut haben, da er mit dem untermotorisierten, kompressorlosen HWM nach 320 km hinter Juan Manuel Fangio und seinem Idol Giuseppe Farina „landet“. In der fortgeschrittenen Saison setzte das Team neben Moss mehr und mehr Lance Macklin und den vom Motorradsport kommenden Fergus Anderson ein. So erzielten Moss und Macklin den zweiten und dritten Rang in Mettet, während Stirling in Periguex noch einen dritten Platz beisteuerte.
Für die Saison 1951 baute man völlig neue Rennwagen. Diese waren sowohl von der Balance als auch vom Gewicht her eindeutig wettbewerbsfähiger. Die alten Boliden verkaufte HWM an „Herrenfahrer“, während sich Moss und Macklin nunmehr als die Stammfahrer betrachten konnten, die jedoch durch hochkarätige Teamkollegen wie Prince Bira und Louis Chiron ergänzt wurden. Trotz hartem Wettbewerb wurde Moss in Aix-les-Bains Zweiter und Dritter in einem nicht offiziellen Formel-1-Rennen in Zandvoort. Macklin hingegen erreichte hingegen in Angouleme einen zweiten and in Modena einen dritten Platz, während der neu zum Team gestoßene Harry Schell direkt hinter dem Sieger von Posilippo die Ziellinie überquerte. Zum Ende des Sommers stockte man das Team mit Yves Giraud-Cabantous um einen weiteren Franzosen auf. Zum Ende der Saison bestritt HWM ein Rennen in Winfield gegen lokale Konkurrenz, so dass man sogar in der Reihenfolge Moss-Albecassis-Duncan Hamilton einen klaren Dreifachsieg feiern konnte.
Formel 1
Da die Formel-1-Saison 1952 nach Formel 2-Reglement bestritten wurde, war der Einstieg in die höchste Motorsport-Klasse geradezu zwangsläufig und mit Peter Collins erhielten Moss, Macklin und Giraud-Cabantous einen weiteren talentierten Nachwuchspiloten an die Seite gestellt. Abecassis und Heath fuhren nur noch gelegentlich, sodass Hamilton, Tony Rolt und einige andere das Werksteam in der langen Saison 1952 unterstützten. Bei der „International Trophy“ in Goodwood gewann Macklin vor Rolt, am Nürburgring konnte Stirling Moss einen zweiten Platz aufweisen und in Chimay beim „Grand Prix des Frontieres“ durfte Paul Frère sogar einen Sieg feiern. Collins und Macklin belegten Platzierung in niedriger einzustufenden Rennen, doch insgesamt war die Saison - gemessen am hohen personellen Aufwand - enttäuschend verlaufen, da man bei den Rennen, die zum Championat zählten, mit einem fünften Platz von Paul Frère nur einen kleinen Achtungserfolg verzeichnete. Mit noch weniger Kapital für die Formel-1-Saison 1953 ausgestattet, waren die Ergebnisse noch desillusionierender.
Ausklang und Rückzug vom Rennsport
Da die Formel-1-Saison 1954 nach neuen Regeln ausgetragen werden sollte, entschloss sich HWM zum Kraftakt und probierte eine 2,5-Liter-Version des Alta-Motor, doch auch diesem sollte in der von den großen Werkteams dominierten Klasse kein Erfolg beschieden sein. Daraufhin wandte sich HWM wieder den Sportwagenrennen zu, wo man jedoch nur kleinere Erfolge aufzuweisen hatte. Als Heath bei einem Rennunfall bei der Mille Miglia starb, zog sich Abecassis mit HWM ganz als offizielles Werksteam vom Rennsport zurück, um nur noch für Kunden Fahrzeuge herzustellen. Nach Ende der 1950er-Jahre waren die HWMs von den Rennstrecken verschwunden. In jedem Fall war es das Verdienst des Teams mit Stirling Moss und Peter Collins zwei der besten britischen Grand-Prix-Piloten aller Zeiten in ihren Anfangsjahren gefördert zu haben.
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