- Rainer Schönfelder
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Rainer Schönfelder Nation Österreich Geburtstag 13. Juni 1977 Geburtsort Wolfsberg Größe 176 cm Gewicht 88 kg Karriere Disziplin Slalom, Riesenslalom,
Abfahrt, Super-G, KombinationVerein SC Petzen Status aktiv Medaillenspiegel Olympische Spiele 0 × 0 × 2 × Weltmeisterschaften 0 × 2 × 0 × Junioren-WM 2 × 1 × 0 × Olympische Winterspiele Bronze Turin 2006 Slalom Bronze Turin 2006 Kombination Alpine Skiweltmeisterschaften Silber Bormio 2005 Slalom Silber Bormio 2005 Mannschaft Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften Gold Hoch-Ybrig 1996 Riesenslalom Gold Hoch-Ybrig 1996 Kombination Silber Hoch-Ybrig 1996 Slalom Platzierungen im alpinen Skiweltcup Debüt im Weltcup 9. März 1996 Weltcupsiege 5 Gesamtweltcup 10. (2003/2004) Abfahrtsweltcup 29. (2007/2008) Super-G-Weltcup 35. (2005/2006) Riesenslalomweltcup 13. (2005/2006) Slalomweltcup 1. (2003/2004) Kombinationsweltcup 4. (2005/2006) Podiumsplatzierungen 1. 2. 3. Riesenslalom 0 0 1 Slalom 5 7 4 Kombination 0 0 1 Super-Kombination 0 2 2 letzte Änderung: 5. Oktober 2011 Chartplatzierungen Erklärung der Daten Singles Schifoan AT 19 09.12.2001 (7 Wo.) Popmusic AT 12 19.01.2003 (5 Wo.) Rainer Schönfelder (* 13. Juni 1977 in Wolfsberg) ist ein österreichischer Skirennläufer. Er ist vorwiegend auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom spezialisiert, startete im Laufe seiner Karriere aber auch öfters in Kombinationen sowie in Abfahrt und Super-G. Schönfelder zählte während mehrerer Jahre zu den weltbesten Slalomläufern, gewann fünf Weltcup-Slaloms und in der Saison 2003/2004 den Slalomweltcup. Zudem gewann er vier Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und wurde je zweimal Juniorenweltmeister und Österreichischer Meister. Von 2008 bis 2010 wurde seine Karriere durch Verletzungen mehrmals unterbrochen. Neben seiner Tätigkeit als Sportler trat er auch als Sänger auf.
Inhaltsverzeichnis
Sportliche Karriere
Erste Erfolge auf nationaler Ebene gelangen Schönfelder zu Beginn der 1990er-Jahre mit fünf Siegen bei den Österreichischen Schülermeisterschaften.[1] Von 1994 bis 1996 kamen vier Siege bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften[2] und der Sieg in der Kombination bei den Österreichischen Meisterschaften 1996 hinzu. Auf internationaler Ebene trat er erstmals bei der Juniorenweltmeisterschaft 1996 in Hoch-Ybrig ins Rampenlicht, als er den Riesenslalom und die Kombination gewann und Zweiter im Slalom wurde. Ebenfalls 1996 gelang ihm der erste Podestplatz im Europacup mit dem dritten Rang im Slalom am Sella Nevea. Er konnte als Juniorenweltmeister im Riesenslalom auch beim Saisonfinale in Hafjell erstmals an einem Weltcuprennen teilnehmen, bei dem er den zwölften Platz erreichte.
Ab der Saison 1998/1999 startete Schönfelder regelmäßig im Weltcup – zunächst nur im Slalom und ab dem nächsten Winter auch im Riesenslalom. Nach mehreren Top-10-Platzierungen feierte er am 6. Februar 2000 im Slalom von Todtnau seinen ersten Weltcupsieg, der zugleich sein erster Podestplatz war. Damit war er in der Saison 1999/2000 erstmals unter den besten zehn im Slalomweltcup zu finden, wo er auch während der nächsten fünf Jahre blieb. Im Winter 2000/2001 kamen zwei weitere Weltcup-Podestplätze in den Slaloms von Madonna di Campiglio und Wengen hinzu. Bei der Weltmeisterschaft 2001 in St. Anton am Arlberg verfehlte er als Vierter der Kombination und Sechster des Slaloms nur knapp die Medaillenränge. Wiederum Vierter wurde er im folgenden Jahr in der Kombination der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. Im Olympia-Slalom schied er bereits im ersten Durchgang aus. Schönfelders gute Kombinationsresultate zeigten sein Potential in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G, obwohl er zu jenem Zeitpunkt weder im Welt- noch im Europacup diese Disziplinen gefahren war. Im Weltcup brachte die Saison 2001/2002 seinen zweiten Sieg im Slalom von Kitzbühel und die Saison 2002/2003 den dritten und vierten Sieg in den Slaloms von Park City und Shigakōgen. Den Slalomweltcup beendete er 2002/2003 an dritter Position. Weniger erfolgreich verlief allerdings die Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz, bei der er Zehnter in der Kombination wurde, aber im ersten Durchgang des Slaloms ausschied.
In der Saison 2003/2004 zeigte sich Schönfelder mit Top-5-Platzierungen in neun der elf Weltcupslaloms äußerst beständig. Er stand fünfmal auf dem Podest und feierte im Slalom von Adelboden seinen fünften und bisher letzten Weltcupsieg. Damit sicherte er sich mit einem Vorsprung von 35 Punkten auf den vierfachen Slalom-Saisonsieger Kalle Palander den Gewinn des Slalomweltcups. Am Ende des Winters geriet Schönfelder allerdings unter Dopingverdacht, weil er bei den Österreichischen Meisterschaften positiv auf die Substanz Etilefrin getestet wurde. Das von der World Anti-Doping Agency während sportlicher Wettkämpfe verbotene Stimulans war in einem Medikament gegen Erkältung enthalten, das Schönfelder eingenommen hatte. Da er die Substanz nicht absichtlich zu sich genommen hatte, wurde er vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) nur mit einer Verwarnung belegt.
In der Saison 2004/2005 blieb Schönfelder zwar ohne Sieg, doch mit drei Podestplätzen erreichte er hinter Benjamin Raich den zweiten Rang im Slalomweltcup. Erstmals konnte er in diesem Winter auch bei Großereignissen Medaillen gewinnen: Bei der Skiweltmeisterschaft 2005 in Bormio wurde er hinter Raich Zweiter im Slalom und zusammen mit seinen Teamkollegen Zweiter hinter der deutschen Mannschaft im erstmals ausgetragenen Mannschaftswettbewerb. Auch im nächsten Jahr stand er bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin zweimal auf dem Podest: Er gewann hinter seinen Landsmännern Benjamin Raich und Reinfried Herbst die Bronzemedaille im Slalom und hinter Ted Ligety und Ivica Kostelić ebenfalls die Bronzemedaille in der Kombination. Im Weltcup erzielte Schönfelder in der Saison 2005/2006 in seiner Spezialdisziplin Slalom nicht die Resultate der Vorjahre. Erstmals seit sechs Jahren blieb er ohne Podestplatz, weshalb er im Slalomweltcup auf den 14. Rang zurückfiel. Im Riesenslalom hingegen erreichte er beim Saisonauftakt am Rettenbachferner in Sölden mit Platz drei die beste Platzierung seiner Karriere. Nachdem Schönfelder bei Großereignissen bereits mehrmals mit guten Ergebnissen an Kombinationen teilgenommen hatte, startete er in diesem Winter auch im Weltcup erstmals bei Super-Kombinationen sowie in einem Super-G und erreichte in den Super-Kombinationen von Val-d’Isère und Chamonix zwei zweite Plätze.
Mit mehreren Top-10-Ergebnissen sowie einem dritten Platz in der Super-Kombination von Beaver Creek startete Schönfelder in den Weltcupwinter 2006/2007. Im weiteren Saisonverlauf verschlechterten sich wegen gesundheitlicher Probleme allerdings die Platzierungen und häuften sich die Ausfälle, weshalb er in allen Disziplinenwertungen zurückfiel und im Gesamtweltcup erstmals seit acht Jahren nicht unter die besten 30 kam. Auch bei der Weltmeisterschaft 2007 in Åre standen nach einem Ausfall im Slalom lediglich ein 16. Platz in der Kombination und der 25. Rang im Riesenslalom zu Buche. Um seine Resultate wieder zu verbessern ging Schönfelder als „Allrounder“ in die folgende Weltcupsaison 2007/2008 und startete nun in allen fünf Disziplinen – also erstmals auch in der Abfahrt. Seine besten Ergebnisse erzielte er wie schon in den letzten Jahren in der Kombination bzw. Super-Kombination mit zwei dritten Plätzen in Kitzbühel und Chamonix. Im Slalom konnte er sich wieder etwas verbessern und in der Abfahrt überraschte er mit einem vierten Platz in Chamonix. Schließlich gelang ihm wieder der Sprung unter die besten 15 des Gesamtweltcups. Zudem wurde er 2008 Österreichischer Meister im Super-G.
Die folgenden drei Jahre waren durch zahlreiche Verletzungen geprägt, die Schönfelder zu mehreren Rennpausen zwangen und aufgrund derer er kaum noch zählbare Resultate erreichte. Wegen einer Nervenschädigung im linken Unterschenkel, die er beim Einfahren zum ersten Riesenslalom in Sölden erlitten hatte, beendete er im Jänner die Saison 2008/2009 vorzeitig,[3] um nach einer Auszeit bereits mit der Vorbereitung auf die nächste Saison zu beginnen.[4] Anfang Dezember 2009 erlitt er beim Abfahrtstraining auf der Birds-of-Prey-Piste in Beaver Creek eine Meniskusverletzung im linken Knie, die ihn neuerlich zu einer mehrwöchigen Pause zwang.[5] Anfang Jänner kehrte er wieder in den Weltcup zurück, doch drei Wochen später beendete er nach missglückter Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2010 die Saison vorzeitig.[6] Im Februar musste er sich wegen eines bis dahin unentdeckt gebliebenen Kreuzbandrisses einer Operation unterziehen.[7] Ab Jänner 2011 nahm Schönfelder wieder an Weltcuprennen teil, doch bei seinen insgesamt acht Starts in der Saison 2010/2011 blieb er ohne Ergebnis. Nach dem Winter wurde er aus dem Kader des ÖSV entlassen, weshalb er sich auf die Saison 2011/2012 auf eigene Kosten vorbereiten musste.[8][9]
Abseits des Rennsports
Neben seiner Tätigkeit als Sportler trat Schönfelder auch als Sänger auf. Im Herbst 2001 erschien seine erste Single Schifoan und im Jänner 2003 die zweite Single Popmusic, die beide in die Top-20 der österreichischen Hitparade kamen.[10] Mit seiner extrovertierten Art galt Schönfelder lange als „bunter Vogel“. Er war einige Zeit mit lackierten Fingernägeln zu sehen und trat in mehreren Fernsehshows und -serien auf.[11] Für Aufsehen sorgte er im Jänner 2007 in Wengen, als er am trainingsfreien Tag eine Wette einlöste und nackt auf der Piste fuhr. Dafür wurde er vom Österreichischen Skiverband mit einem Tag sozialen Dienst bestraft. Sein Comeback zur Saison 2009/2010 wurde mit der Filmkamera begleitet und im Internet in wöchentlichen Folgen ausgestrahlt.[12]
Erfolge
Olympische Spiele
- Salt Lake City 2002: 4. Kombination
- Turin 2006: 3. Slalom, 3. Kombination, 8. Riesenslalom
Weltmeisterschaften
- St. Anton 2001: 4. Kombination, 6. Slalom
- St. Moritz 2003: 10. Kombination
- Bormio 2005: 2. Slalom, 2. Mannschaftswettbewerb, 8. Riesenslalom
- Åre 2007: 16. Super-Kombination, 25. Riesenslalom
Juniorenweltmeisterschaften
- Voss 1995: 11. Slalom, 19. Riesenslalom, 32. Abfahrt
- Hoch-Ybrig 1996: 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 2. Slalom, 12. Abfahrt, 12. Super-G
Weltcup
- Saison 2002/2003: 3. Slalomwertung
- Saison 2003/2004: 1. Slalomwertung
- Saison 2004/2005: 2. Slalomwertung
- 22 Podestplätze, davon 5 Siege:
Datum Ort Land Disziplin 6. Februar 2000 Todtnau Deutschland Slalom 20. Jänner 2002 Kitzbühel Österreich Slalom 24. November 2002 Park City USA Slalom 8. März 2003 Shigakōgen Japan Slalom 8. Februar 2004 Adelboden Schweiz Slalom Europacup
- Saison 1999/2000: 3. Riesenslalomwertung
- 7 Podestplätze
Weitere Erfolge
- 2-facher Österreichischer Meister (Kombination 1996, Super-G 2008)
- 4-facher Österreichischer Jugendmeister (Slalom Jugend I 1994, Kombination Jugend II 1995, Riesenslalom und Kombination Jugend II 1996)
- 1 Sieg im Nor-Am Cup (Slalom in Loveland am 16. November 2002)
- 12 Siege in FIS-Rennen
Literatur
- Österreichischer Skiverband (Hrsg.): Österreichische Skistars von A–Z. Innsbruck 2008, ISBN 978-3-9502285-7-1, S. 392–394.
- Landesschiverband und Kleine Zeitung (Hrsg.): Vom Großglockner zum Klammer-Stich – 100 Jahre Schisport in Kärnten. Portrait Rainer Schönfelder, Carinthia Verlag 2007, ISBN 978-3-85378-622-2, S. 83–86.
Weblinks
Commons: Rainer Schönfelder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien- Website von Rainer Schönfelder
- Statistik auf der FIS-Website (englisch)
- Rainer Schönfelder bei Ski-db (englisch)
- Rainer Schönfelder in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch)
- Porträt und News von Rainer Schönfelder auf skiinfo.de
Einzelnachweise
- ↑ Medaillengewinne von Rainer Schönfelder bei Österreichischen Schülermeisterschaften. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Medaillengewinne von Rainer Schönfelder bei Österreichischen Jugendmeisterschaften. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Saison für Schönfelder vorbei: "Mein Körper sagt mir: Bis hier her und nicht weiter..." magazin.skiinfo.de, 8. Jänner 2009, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Schönfelder: Mit Sonderschichten in den Schi-Weltcup zurück. Kleine Zeitung, 5. August 2009, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Schönfelder unterzieht sich Knie-OP. DerStandard.at, 5. Dezember 2009, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Rainer Schönfelder beendet Saison vorzeitig: Olympia-Qualifikation verpasst. magazin.skiinfo.de, 23. Jänner 2010, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Schönfelder muss sechs Monate pausieren: Kreubandriss erfordert Knie-OP. magazin.skiinfo.de, 2. Februar 2010, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Media Update 2/2011. Website von Rainer Schönfelder, 20. Mai 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011 (PDF, 228 kB).
- ↑ Media Update 3/2011. Website von Rainer Schönfelder, 29. September 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011 (PDF, 322 kB).
- ↑ Schifoan und Popmusic auf www.austrian-charts.at, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Rainer Schönfelder in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database, abgerufen am 5. Oktober 2011.
- ↑ Schönfelder-Soap: TV-Doku begleitet Comeback. magazin.skiinfo.de, 11. August 2009, abgerufen am 5. Oktober 2011.
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