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Altefähr–Putbus–Göhren Kursbuchstrecke (DB): 199 Streckennummer: 6982, 6775 (teilw.) Streckenlänge: 24,4 km Spurweite: 750 mm Legende0,0 Altefähr 4,1 Nesebanz 5,6 Gustow 7,1 Prosnitz/Rüg. 8,5 Sissow 10,5 Glutzow 14,2 Poseritz 12,6 Zeiten 15,1 Neparmitz 17,0 Pudemin 18,5 Groß Schoritz 19,5 Wendorf 20,7 Renz 22,4 Garz West 23,2 Garz 26,9 Karnitz 29,6 Ketelshagen 31,6 Güstelitz 33,4 Putbus West von Lauterbach Mole (dreischienig) 35,5 Putbus nach Bergen auf Rügen 37,3 Beuchow (frh. Lonvitz) 38,5 Posewald Kreuzung 39,0 Posewald 41,3 Seelvitz 43,4 Serams 46,1 Binz LB 48,4 Jagdschloss 49,7 Garftitz 53,0 Sellin (Rügen) West 54,3 Sellin (Rügen) Ost 55,5 Baabe 57,2 Philippshagen 59,4 Göhren (Rügen) Bergen–Altenkirchen Legende0,0 Bergen 4,6 Thesenvitz 5,4 Lipsitz 7,0 Patzig/Rüg 9,6 Kartzitz 10,6 Bubkevitz 12,9 Zirmoisel 14,1 Tribbevitz 15,1 Neuendorf 17,7 Jabelitz 18,5 Trent 20,1 Tribkevitz 22,4 Wittower Fähre Wittower Fähre (350 m) 23,2 Fährhof 28,5 Woldenitz 29,1 Schmantevitz 30,2 Bohlendorf 33,4 Wiek 34,7 Buhrkow Abzweig Abzweig nach Bug 35,8 Lüttkevitz 36,8 Lanckensburg 37,9 Altenkirchen Buhrkow–Bug (1918–1926) Legendevon Bergen 0,0 Buhrkow Abzweig Abzweig nach Altefähr 1,7 Gramtitz-Starrvitz 3,3 Lancken 4,8 Dranske Gut 6,3 Dranske Dorf 8,1 Bug Lokomotive des Rasenden RolandDie Rügensche Kleinbahn (auch Rasender Roland genannt) ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die dampfbetriebene Schmalspurbahn ist eine Hauptattraktion der Insel und verbindet Putbus über Binz, Sellin und Baabe mit Göhren. Seit dem Jahr 2008 erbringt die Tochtergesellschaft Rügensche Bäderbahn (RüBB) der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn (PRESS) aus Jöhstadt die Verkehrsleistungen.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Auf einer Strecke von 24,1 Kilometern wird auch heute noch mit historischen Dampflokomotiven und Waggons, die teilweise fast 100 Jahre alt sind, ein regulärer Betrieb aufrechterhalten. Im Unterschied zur Normalspur der Deutschen Bahn fährt der als „Rasende Roland“ bezeichnete Zug auf Gleisen mit einer Spurweite von nur 750 Millimetern.
Der erste Streckenabschnitt von Putbus nach Binz, der noch heute in Betrieb ist, wurde 1895 eröffnet. Der Betreiber, der damals als Rügensche Kleinbahn-Aktiengesellschaft (RüKB) firmierte, erweiterte sein Netz bis 1899 auf 97,3 Kilometer. Eine Strecke führte vom Bahnhof Altefähr, gegenüber Stralsund, über Putbus nach Göhren. Die andere Strecke führte von Altenkirchen, nahe dem Kap Arkona, über die Wittower Fähre nach Bergen. Ende der 1960er-Jahre wurden die meisten Streckenabschnitte stillgelegt.
Seit einem Gleisumbau zwischen 1977 und 1979 ist die Strecke Putbus–Göhren mit Oberbau K ausgerüstet, der Wechsel von Kies- zur Schotterbettung geschah erst Anfang der 1990er-Jahre.
Eigentümer und Betriebsführung
Errichtet wurden die Strecken seinerzeit von der Rügenschen Kleinbahn-Aktiengesellschaft RüKB, an der die bauausführende Firma Lenz & Co. einen gewichtigen Anteil am Aktienkapital besaß. Die Firma Lenz & Co. übernahm zunächst auch die Betriebsführung. Ab 1. April 1910 ging diese an den Provinzialverband der Provinz Pommern über.
1940 übernahmen die als Körperschaft des öffentlichen Rechts neu gegründeten Pommerschen Landesbahnen die Rügensche Kleinbahn-Aktiengesellschaft in ihr Eigentum.
Nach 1945 wurde die Strecke wie alle privaten Kleinbahnen in Mecklenburg-Vorpommern dem Landesbahnamt Demmin unterstellt. 1949 wurden die Strecken dann von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Am 1. Januar 1996 ging der Betrieb der verbliebenen Strecke von der nunmehrigen Deutschen Bahn AG an die neu gegründete Rügensche Kleinbahn GmbH & Co. über, welche damals zur Karsdorfer Eisenbahngesellschaft KEG gehörte.
Turbulenzen bei den Eigentumsverhältnissen gab es im Jahr 2004. Nach der Insolvenz der Karsdorfer Eisenbahngesellschaft verkaufte deren Geschäftsführer Bernhard van Engelen die ihm persönlich gehörende RüKB im März an die Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (EBG) von Ludger Guttwein. Ein Streit über den Kaufpreis und über die Weiterführung des Betriebs führte jedoch dazu, dass der Vertrag im Mai rückgängig gemacht wurde. Im November 2004 wurde die RüKB schließlich an Hermann Schöntag verkauft.
Da die Verkehrsgesellschaft MV den Verkehrsvertrag aus rechtlichen Gründen nicht verlängern wollte und stattdessen die auf der Strecke erbrachten Nahverkehrsleistungen im Herbst 2007 neu ausgeschrieben hatte, endete am 31. Dezember 2007 die Leistungspflicht der RüKB. Das Verfahren ging zugunsten der Eisenbahn-Bau-Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (PRESS) aus, die den Rasenden Roland 20 Jahre betreiben soll. Der neue Vertrag sieht vor, dass die neue Betreibergesellschaft die Infrastruktur für den Betrieb leihweise vom Kreis Rügen erhält.
Wegen Streitigkeiten des Landkreises Rügen mit dem ehemaligen Betreiber bezüglich des Rückkauf des Fahrzeugparks erfolgt seit dem 21. März 2008 ein Übergangsbetrieb zwischen Binz und Göhren mit von der PRESS angemieteten Fahrzeugen[1]. Am 9. April erhielt die PRESS die Verfügungsgewalt über die zurückgekauften Fahrzeuge und am 1. Juni hat sie die Mitarbeiter der ehemaligen RüKB übernommen. Seit 26. April fährt die Bahn auch wieder im Zwei-Stunden Takt mit zwei Zügen zwischen Putbus und Göhren[2]. Ab 7. Juni setzt die RüBB einen dritten Zug zwischen Binz und Göhren ein, sodass dort ein Stundentakt realisiert wird.[3]
Streckenbeschreibungen
Strecke Altefähr–Putbus–Göhren
Eröffnungsdaten:
- Putbus–Binz 22. Juli 1895
- Binz–Sellin West 20. März 1896
- Sellin West–Sellin Ost 23. Mai 1896
- Sellin Ost–Göhren 13. Oktober 1899
- Altefähr–Putbus 4. Juli 1896
- Putbus–Lauterbach Mole 28. Mai 1999 (Dreischienengleis in vorhandener Bahnstrecke Bergen auf Rügen–Lauterbach Mole)
Strecke Bergen–Altenkirchen
Eröffnungsdaten:
- Bergen–Wittower Fähre 21. Dezember 1896
- Fährhof–Altenkirchen 21. Dezember 1896
- Buhrkov Abzweig–Starrvitz-Gramtitz 1. November 1918
- Starrvitz-Gramtitz–Bug 16. Dezember 1918
Die Strecke erschloss vor allem das landwirtschaftlich geprägte Hinterland der Insel Rügen und besaß im Ausflugsverkehr auf der Insel Rügen keine Bedeutung. Als Besonderheit bestand zwischen Wittower Fähre und Fährhof eine Eisenbahnfährverbindung, die auch dem Straßenverkehr diente. Genutzt wurde die Fähre nur im Güterverkehr und für die Überführung von Lokomotiven und Wagen, im Reisezugverkehr wurden keine Wagen übergesetzt. Die Abkürzung "LB" hinter Putbus und Binz steht für "Landesbahn".
Pläne zur Erweiterung der Strecke gab es mehrere, realisiert wurde letztlich nur der Abzweig auf den Bug aus militärischen Gründen. Schon genehmigte Streckenprojekte, wie die Streckenverlängerung nach Kap Arkona und von Trent nach Schaprode wurden letztlich nicht errichtet. Auch die Verbindung von Bubkewitz nach Garz, 1907 genehmigt, wurde nicht gebaut, obwohl die Verbindung der beiden Strecken auf Rügen sicherlich enorme betriebliche Vorteile gebracht hätte.
In den 1960er-Jahren verlor die Strecke im Güterverkehr ihre Bedeutung, da immer mehr Transporte auf den Straßenverkehr übergingen. Am 10. September 1968 wurde der Betrieb auf der Nordstrecke Fährhof–Altenkirchen eingestellt, am 19. Januar 1970 endete auch der Verkehr auf der Strecke Bergen–Wittower Fähre. Der Abzweig zur Halbinsel Bug war schon 1955 endgültig eingestellt worden.
Die Fährverbindung zwischen Wittower Fähre und Fährhof blieb noch bis 1975 im Eigentum der DR und ging erst dann an die Weiße Flotte über. Erst in den 90er-Jahren wurden die alten Eisenbahnfährschiffe außer Dienst gestellt und durch Neubauten ersetzt.
Fahrzeuge
Auf der Bahn wurden zunächst zweiachsige Dampflokomotiven der Lenz-Typen n und m eingesetzt, später auch dreiachsige Loks des Typ o und vierachsige Loks der Typen nn und Mh. Auch eine preußische T 36 kam nach Rügen. Nach der Übernahme der Strecke durch die Deutsche Reichsbahn kamen Lokomotiven anderer Bahnen hinzu, manche nur für kurze Zeit, so die Baureihen 99451, 99453, 99464, 99465 und 99480, vor allem aber die Baureihe 9951–60, die sächsische IV K, ab den 1980er Jahren auch Neubauloks der Baureihe 9977–79. Letztere ist neben Lokomotiven der Type M und der Baureihe 99480 auch heute noch vorhanden. Heute sind auch verschiedene Dampflokomotiven aus Privatbesitz auf der Strecke unterwegs. Seit 1965 gab es auch Diesellokomotiven, vornehmlich für Rangieraufgaben, zunächst zwei ehemalige Heeresfeldbahn Köf, von denen eine noch vorhanden ist. Seit 1998 fährt auch die von der Deutschen Bundesbahn stammende V 51 901 auf Rügen.
Im Rügener Schmalspurnetz wurde von Anfang an die Görlitzer Gewichtsbremse verwendet. 1965 begann die Umstellung auf Druckluftbremse. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmalspurstrecken sind die Leitungskupplungen an den Fahrzeugen symmetrisch angeordnet. Da die ursprünglichen Maschinen keine Heizkupplungen hatten, mussten die Personenwagen mit Öfen ausgerüstet werden. Auch die seit den 60er-Jahren von sächsischen Strecken umgesetzten Wagen wurden mit Öfen nachgerüstet. Von Anfang an bis heute wird die Balancierhebelkupplung benutzt. Einen Betrieb mit Rollfahrzeugen gab es nie.
Der Übergangsverkehr ab dem 21. März 2008 erfolgte mit der Diesellokomotive 199 008-4 der IG Pressnitztalbahn, der 99 773 der SDG sowie der Dampflok 99 787 der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft. Gepäck- und Reisezugwagen wurden von der SDG und SOEG angemietet.[4] Nachdem der Betrieb mit Leihfahrzeugen zu Beginn des Winterfahrplans 2008/09 beendet wurde, werden die Fahrzeuge in Kürze wieder nach Sachsen zurückgebracht.
Als neue Lok ist seit Oktober 2008 die ehemalige Lok 7 der Mansfelder Bergwerksbahn unter der Nummer 99 4011 im Einsatz.[5]
Unfälle
Am 14. August 2005 kam es im Bahnhof Binz gegen 9:40 Uhr wegen einer falsch gestellten Weiche zu einem Unfall, bei dem ein Zug auf einen wartenden Zug auffuhr. Dabei wurden Polizeiangaben zufolge 30 Menschen verletzt.
Bilder
Rasender Roland mit Lok 99 784 im Bahnhof Putbus – mit der Normalspurbahn am gemeinsamen Bahnsteig
Audiodatei
div. Signale/Fahrgeräusche, aufgenommen im August 2008 in Sellin (Handy recorder Zoom H 2) 1,05 MB?/i
Literatur
- Walter Bauchspies, Klaus Jünemann, Klaus Kieper: Die Rügenschen Kleinbahnen. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71047-8.
- Walter Bauchspies, Klaus Kieper, Klaus Jünemann: Das große Buch der Rügenschen Kleinbahnen. Feld- und Schmalspurbahnen, Celle 2005, ISBN 3-938278-01-3.
- Klaus Kieper, Reiner Preuß, Elfriede Rehbein: Schmalspurbahnarchiv. Transpress, Berlin 1980.
- Klaus Kieper, Reiner Preuß: Schmalspur zwischen Ostsee und Erzgebirge. Alba, Düsseldorf 1980, ISBN 3-87094-069-7.
- Modellbahnclub Sassnitz e. V. (Hrsg.): Die Rügensche Kleinbahn Lauterbach (Mole) - Putbus - Göhren. Sassnitz 2002
- Detlef Radke: Achtung, Kleinbahn hat Vorfahrt! Die Geschichte der Schmalspurbahn Putbus-Göhren. Radke, Schwerin 1996
Einzelnachweise
- ↑ Ad-hoc-news.de
- ↑ eisenbahn-magazin 6/2008
- ↑ Vgl. Aktuelle Entwicklungen, "Die erste Juni-Woche 2008".
- ↑ Eurailpress
- ↑ Pressemitteilung der PRESS
Weblinks
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