ISO 13616

ISO 13616

Die International Bank Account Number (IBAN) ist eine internationale, standardisierte Notation für Bankkontonummern. Die Notation wird durch die ISO-Norm ISO 13616:2003 beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die IBAN wurde entwickelt, um die Zahlungsverkehrssysteme zu verbessern bzw. zu vereinheitlichen. Die internationale Standardisierung der Struktur aus Prüf- und Kontodaten (Bankidentifikation plus Kontoidentifikation) ermöglicht die Erschließung von Integrations- und Automatisierungspotenzialen für den Datenaustausch zwischen Banken verschiedener Länder. Darüber sind international einheitliche Angaben zu Bankverbindungen auch für Unternehmen und Privatpersonen von Vorteil, da mögliche Fehlerquellen entfallen. Seinerzeit von den USA vorangetrieben, die selbst die IBAN aber bis heute nicht umgesetzt haben, sind derzeit die Länder der Europäischen Union die treibende Kraft.

Die ISO hat im Januar 2007 SWIFT als Registrierungsstelle für nationale IBAN-Formate benannt.

Die Konventionen zur IBAN-Struktur wurden unter der Prämisse getroffen, dass es nicht praktikabel bzw. durchsetzbar ist, eine international einheitliche Methode zur Kennzeichnung von Bankverbindungen festzulegen. Die Notationen für Bankverbindungen in verschiedenen Ländern variieren erheblich; beispielsweise ist die in Deutschland gebräuchliche Trennung von Bankleitzahl zur Kennzeichnung der Bank und Bankkontonummer zur Kennzeichnung des Kontos nicht einmal mehrheitlich durchgängig in Europa verbreitet. Entsprechend wurde die Notation der IBAN darauf ausgelegt, den unterschiedlichen lokalen Notationen für Bankverbindungen Rechnung zu tragen und eine Transformation der unterschiedlichen lokalen Bankverbindungsdaten in eine einheitliche IBAN-Struktur zu ermöglichen. ISO 13616:2003 definiert die nachfolgend beschriebenen Details zur Zusammensetzung bzw. Struktur sowie zur Berechnung und Überprüfung der Prüfziffern.

Abgrenzung zu anderen Systemen

Während die IBAN grundsätzlich für eine global eindeutige Bezeichnung eines Kontos definiert ist, kann diese Funktion derzeit noch nicht für alle Konten der Welt genutzt werden. Hintergrund ist die zurzeit nur für 48 Länder und Territorien erfolgte Definition der IBAN-Strukturen (Stand März 2009) [1]. Die ECBS erwartet, dass der Prozess der weltweiten Akzeptanz fünf bis zehn Jahre dauern kann. Mindestens bis dahin ist es notwendig, die gegenwärtige Darstellung von Bankverbindungen (BIC und Kontonummer) ISO 9362 in Ländern ohne IBAN für die sichere Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs weiter zu verwenden. Auch danach wird es wohl noch länger bei der Verwendung von BIC-Code und IBAN verbleiben, denn die IBAN enthält für die derzeitigen Systeme nicht grundsätzlich alle notwendigen Routinginformationen, die mittels BIC definiert werden. Überlegungen, wie zumindest im europäischen Raum die Systeme anzupassen wären, um anschließend auf den BIC verzichten zu können, werden bereits angestellt.

EU-Überweisungen

Innerhalb der Europäischen Union gehört die Verwendung der IBAN zu den Voraussetzungen für die Durchführung von EU-Überweisungen, die von den Banken zu gleichen Konditionen wie Überweisungen innerhalb eines Landes ausgeführt werden (EU Regulation 2560/2001).

Zusammensetzung

Die IBAN setzt sich folgendermaßen zusammen:

  1. 2-stelliger Ländercode gemäß ISO 3166-1 (bestehend aus Buchstaben)
  2. 2-stellige Prüfziffer gemäß ISO 7064 (bestehend aus Ziffern)
  3. max. 30-stellige Kontoidentifikation (bestehend aus Buchstaben und/oder Ziffern)

Zur besseren Lesbarkeit werden die Zeichen der IBAN in papierbasierten Vorgängen, beispielsweise beim Ausdruck von Kontoauszügen oder bei der Darstellung der Bankverbindung auf Rechnungen, in Vierergruppen unterteilt notiert. Für elektronische Vorgänge ist eine Trennung der Zeichen nach ISO 13616:2003 nicht zulässig.

Die IBAN kann maximal 34 Stellen umfassen. Eine deutsche IBAN hat beispielsweise immer exakt 22 Stellen, da sie gemäß folgender Struktur zusammengesetzt ist:

DEpp bbbb bbbb kkkk kkkk kk

Dabei bedeutet:

DE           Länderkennzeichen für Deutschland
pp           zweistellige Prüfziffer
bbbbbbbb     die 8-stellige deutsche Bankleitzahl
kkkkkkkkkk   die 10-stellige Kontonummer

In der Schweiz sieht das ähnlich aus. Eine schweizerische IBAN hat demnach immer 21 Stellen:

CHpp bbbb bkkk kkkk kkkk k

Dabei bedeutet:

CH           Länderkennzeichen für die Schweiz
pp           zweistellige Prüfziffer
bbbbb        die 5-stellige Bankclearing-Nummer
kkkkkkkkkkkk  die 12-stellige bankenindividuelle Kontonummer

In Österreich sieht das ebenfalls ähnlich aus. Eine österreichische IBAN hat beispielsweise immer exakt 20 Stellen:

ATpp bbbb bkkk kkkk kkkk

Dabei bedeutet:

AT           Länderkennzeichen für Österreich
pp           zweistellige Prüfziffer
bbbbb        die 5-stellige österreichische Bankleitzahl
kkkkkkkkkkk  die 11-stellige Kontonummer


Kürzere Kontonummern werden mit führenden Nullen auf die jeweils notwendige Stellenanzahl erweitert.

IBAN-Struktur in verschiedenen Ländern

Land IBAN-Länge IBAN-Format
Andorra 24 ADpp bbbb ssss kkkk kkkk kkkk
Belgien 16 BEpp bbbk kkkk kkkk
Bosnien und Herzegowina 20 BApp bbbs sskk kkkk kkKK
Bulgarien 22 BGpp bbbb ssss ddkk kkkk kk
Dänemark 18 DKpp bbbb kkkk kkkk kk
Deutschland 22 DEpp bbbb bbbb kkkk kkkk kk
Estland 20 EEpp bbkk kkkk kkkk kkkK
Färöer 18 FOpp kkkk kkkk kkkk kk
Finnland 18 FIpp bbbb bbkk kkkk kK
Frankreich 27 FRpp bbbb bggg ggkk kkkk kkkk kKK
Gibraltar 23 GIpp bbbb kkkk kkkk kkkk kkk
Griechenland 27 GRpp bbb bbbb kkkk kkkk kkkk kkkk
Grönland 18 GLpp kkkk kkkk kkkk kk
Irland 22 IEpp AAAA BBBB BBkk kkkk kk
Island 26 ISpp bbbb kkkk kkkk XXXX XXXX XX
Israel 23 ILpp bbbb bbkk kkkk kkkk kkk
Italien 27 ITpp ABBB BBCC CCCX XXXX XXXX XXX
Kroatien 21 HRpp bbbb bbbk kkkk kkkk k
Lettland 21 LVpp bbbb kkkk kkkk kkkk k
Liechtenstein 21 LIpp bbbb bkkk kkkk kkkk k
Litauen 20 LTpp bbbb bkkk kkkk kkkk
Luxemburg 20 LUpp bbbk kkkk kkkk kkkk
Malta 31 MTpp bbbb ssss skkk kkkk kkkk kkkk kkk
Marokko 24 MApp bbba aakk kkkk kkkk kkKK
Mauritius 30 MUpp AAAA BBCC DDDD DDDD DDDD EEEF FF
Mazedonien 19 MKpp bbbk kkkk kkkk kKK
Monaco 27 MCpp bbbb bggg ggkk kkkk kkkk kKK
Montenegro 22 MEpp AAAB BBBB BBBB BBBB CC
Niederlande 18 NLpp bbbb kkkk kkkk kk
Norwegen 15 NOpp bbbb kkkk kkk
Österreich 20 ATpp bbbb bkkk kkkk kkkk
Polen 28 PLpp bbbb bbbK kkkk kkkk kkkk kkkk
Portugal 25 PTpp bbbb bbbb kkkk kkkk kkkK K
Rumänien 24 ROpp bbbb kkkk kkkk kkkk kkkk
San Marino 27 SMpp ABBB BBCC CCCX XXXX XXXX XXX
Saudi-Arabien 24 SApp bbkk kkkk kkkk kkkk kkkk
Schweden 24 SEpp bbbb kkkk kkkk kkkk kkkk
Schweiz 21 CHpp bbbb bkkk kkkk kkkk k
Serbien 22 RSpp bbbk kkkk kkkk kkkk kk
Slowakei 24 SKpp bbbb kkkk kkkk kkkk kkkk
Slowenien 19 SIpp bbbb bkkk kkkk kKK
Spanien 24 ESpp bbbb gggg KKkk kkkk kkkk
Tschechien 24 CZpp bbbb kkkk kkkk kkkk kkkk
Tunesien 24 TNpp bbbb bkkk kkkk kkkk kkkk
Türkei 26 TRpp bbbb brkk kkkk kkkk kkkk kk
Ungarn 28 HUpp bbbb bbbk kkkk kkkk kkkk kkkk
Vereinigtes Königreich 22 GBpp bbbb ssss sskk kkkk kk
Zypern 28 CYpp bbbs ssss kkkk kkkk kkkk kkkk

Dabei bedeutet:

AD, BE...        Länderkennzeichen
pp               zweistellige Prüfziffer
b                Stelle der Bankleitzahl
d                Kontotyp
g                code guichet
k                Stelle der Kontonummer
K                Kontrollziffer
r                Regionalcode
s                Stelle des Bankcodes
A,B,C,D,E,F,X    sonstige Funktionen

Die IBAN ohne Länderkennzeichen und ohne die zweistellige Prüfziffer wird auch als BBAN (Basic Bank Account Number) bezeichnet.

Verwendung

Die IBAN findet zurzeit hauptsächlich beim Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union Verwendung. Dies gilt sowohl für das Datenträgeraustausch-Verfahren als auch für den Zahlungsverkehr mit Formularen (Zahlungsverkehrsvordrucken).

Validierung der Prüfsumme

  1. Zur Validierung der Prüfsumme wird zunächst eine Zahl erstellt. Diese setzt sich aus BBAN (in Deutschland z.B. 18 Stellen) + Länderkürzel kodiert (4 Stellen, siehe Punkt 2.) + Prüfsumme zusammen. Die Prüfsumme liegt im Bereich "02" bis "98", durch abweichende Berechnungsmethoden bei verschiedenen Finanzinstituten kamen aber auch "00", "01" und "99" vor. Die Korrekturen sind weitgehend abgeschlossen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass weiterhin IBANs mit "falschen" Prüfziffern existieren.
  2. Die beiden Buchstaben des Länderkürzels sowie weitere etwa in der Kontonummer enthaltene Buchstaben werden durch ihre Position im lateinischen Alphabet + 9 ersetzt (A = 10, B = 11, …, Z = 35).
  3. Nun wird der Rest berechnet, der sich beim Teilen der Zahl durch 97 ergibt (Modulo 97).
  4. Das Ergebnis muss 1 sein, ansonsten ist die IBAN falsch.

Beispiel:

IBAN:       DE68 2105 0170 0012 3456 78 
Umstellung: 2105 0170 0012 3456 78DE 68
Modulo:     210501700012345678131468 mod 97 = 1

ACHTUNG: Durch Umkehrung der Validierungsmethode ist es möglich, bezüglich der Prüfsummenbildung korrekt validierende IBANs zu erzeugen. Die ECBS weist ausdrücklich darauf hin, dass nur die Banken selbst korrekte IBANs herausgeben. [2] Benutzt man eine selbsterrechnete IBAN, so riskiert man im schlimmsten Fall den Verlust seiner Überweisung. Bereits die ISO 13616 legt fest, dass ausschließlich die Finanzinstitute eine IBAN generieren dürfen.

Siehe auch

Weblinks

Hintergrundinformationen

Register der nationalen IBAN-Formate

Einzelnachweise

  1. www.ecbs.org
  2. http://www.ecbs.org/iban/iban.htm#warning

Weblinks

Falls nichts anderes angegeben ist, handelt es sich um Software, die kostenlos über das Internet zu gebrauchen ist:

  • IBAN-Rechner ohne Prüffunktion:
    • für belgische Konten, französisch und niederländisch, ordnet BIC nicht zu.
    • für niederländische Konten, niederländisch, prüft auch die Bank, ordnet BIC zu.

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