- Meuterei auf der Bounty (1962)
-
Filmdaten Deutscher Titel Meuterei auf der Bounty Originaltitel Mutiny on the Bounty Produktionsland USA Originalsprache Englisch Erscheinungsjahr 1962 Länge 178 Minuten Altersfreigabe FSK 12 Stab Regie Lewis Milestone Drehbuch Charles Lederer
Ben Hecht (ungenannt)
Eric Ambler (ungenannt)Produktion Aaron Rosenberg Musik Bronislau Kaper Kamera Robert Surtees Schnitt John McSweeney Jr. Besetzung - Marlon Brando: Fletcher Christian
- Trevor Howard: William Bligh
- Richard Harris: John Mills
- Hugh Griffith: Alexander Smith
- Richard Haydn: William Brown
- Tarita Tumi Teriipaia: Maimiti
- Percy Herbert: Matthew Quintal
- Duncan Lamont: John Williams
- Gordon Jackson: Edward Burkett
- Chips Rafferty: Michael Byrne
- Noel Purcell: William McCoy
- Ashley Cowan: Samuel Mack
- Eddie Byrne: John Fryer
- Frank Silvera: Minarii
- Tim Seely: Edward Young
- Keith McConnell: James Morrison
- Matahiarii Tama: Häuptling Hitihiti
- Henry Daniell: Richter am Kriegsgericht
- Antoinette Bower: Lady Gwendenare
Der Spielfilm Meuterei auf der Bounty aus dem Jahr 1962 ist die erste Farbverfilmung der bekannten Meuterei auf der HMS Bounty. Wie schon die Erstverfilmung basiert auch diese Version auf der Buchvorlage Die Meuterei auf der Bounty: Schiff ohne Hafen (Originaltitel: Mutiny on the Bounty) von Charles Bernard Nordhoff und James N. Hall.
Inhaltsverzeichnis
Handlung
Um die Brotfrucht aus Tahiti zu importieren, wird die Bounty unter das Kommando des berüchtigten Kapitän Bligh gestellt, der bald, nachdem die Bounty den Hafen verlassen hat, eine grausame Terrorherrschaft auf seinem Schiff einführt. Geringe Vergehen seiner Mannschaft werden mit der neunschwänzigen Katze und anderen Bestrafungen geahndet.
Lediglich Blighs Erster Offizier, der charismatische Fletcher Christian, wagt es, sich Bligh zu widersetzen.
Auf Tahiti angekommen, verbringen die Männer glückliche Monate mit den einheimischen Frauen. Christian hat sich in Maimiti verliebt, die Tochter des Häuptlings Hitihiti. Nach der Abfahrt der Bounty beginnen Blighs Grausamkeiten zuzunehmen.
Am 28. April 1789 kommt es zur Meuterei, in deren Folge Bligh mit den wenigen ihm loyalen Anhängern in einer Barkasse ausgesetzt wird. Anschließend kehren die Meuterer zunächst nach Tahiti zurück, einerseits um die ausgedünnte Besatzung mit Einheimischen zu komplettieren, andererseits um die ihnen verbundenen Frauen mit an Bord zu nehmen. Ihr Ziel ist die auf keiner Seekarte korrekt eingezeichnete Insel Pitcairn. Dort wähnen sie sich sicher vor der zu erwartenden Verfolgung durch die britische Admiralität. Schon bald nachdem Pitcairn erreicht ist, zieht Christian in Erwägung, nach England zurückzusegeln und sich einem Militärgericht zu stellen. Um dies zu vereiteln, stecken einige der Meuterer die Bounty in Brand. Bei dem erfolglosen Versuch, das Schiff zusammen mit einigen seiner Kameraden zu retten, erleidet Christian schwere Verbrennungen und erliegt schließlich seinen Verletzungen. Die brennende Bounty versinkt im Meer.
Hintergrund
Gedreht an Originalschauplätzen von Oktober 1961 bis Juli 1962 auf Tahiti aber auch in Moorea (Französisch-Polynesien) mit zum Teil Einheimischen und Laienstatisten gilt Meuterei auf der Bounty noch heute als einer der optisch eindrucksvollsten Filme der 1960er-Jahre.
Für den Film wurde die Bounty nach den Originalplänen, aber etwas vergrößert, vollständig nachgebaut (siehe Bounty (1961)).
Das Budget betrug $ 19.000.000, die Einnahmen allein in den Vereinigten Staaten $ 9.800.000.
Das Drehbuch hält sich an die Zeugenaussagen der Meuterer, Bligh wird als Despot dargestellt. Laut einigen Historikern war Bligh allerdings nicht strenger als andere Kapitäne seiner Zeit (siehe Bounty).
Ein Prolog und Epilog wurden aus der Kinofassung geschnitten. In diesen wird gezeigt, wie die H.M.S. Briton die Insel Pitcairn 1814 entdeckt und dort nur noch den ehemaligen Gärtner der Bounty William Brown vorfindet. Er berichtet, was sich auf der Bounty zugetragen hat und was aus den übrigen Meuterern wurde. Die geschnittenen Szenen wurden 1967, bei der TV-Premiere des Films auf ABC, einmalig im Fernsehen gezeigt. Auf der DVD sind Prolog und Epilog als Bonus vorhanden.
Sonstiges
Tarita Tumi Teriipaia war mit Marlon Brando von 1961 bis zu dessen Tod in einer wechselhaften Liebesbeziehung verbunden und hatte mit ihm zwei Kinder. Die beiden waren auch bei der US-Premiere des Films am 8. November 1962 als Paar präsent.
Marlon Brando war von dem Südsee- Flair und Tahiti so begeistert, dass er 1965 ein 40 km entferntes Insel-Atoll, namens Tetiaroa, für 99 Jahre pachtete und dort einen Großteil seiner Freizeit verbrachte.
Auszeichnungen
Neben einer Golden Globe-Nominierung in der Kategorie Bester Film - Drama war der Film bei der Oscarverleihung 1963 in folgenden sieben Kategorien nominiert, ging jedoch leer aus:
- Bestes Szenenbild: George W. Davis, J. McMillan Johnson, Henry Grace, Hugh Hunt
- Beste Kamera - Farbe: Robert Surtees
- Beste Spezialeffekte: A. Arnold Gillespie, Milo B. Lory
- Bester Filmschnitt: John McSweeney Jr.
- Bester Filmsong: Bronislau Kaper (Musik); Paul Francis Webber (Text) für Love Song from Mutiny on the Bounty (Follow Me)
- Beste Musik: Bronislau Kaper
- Bester Film: Aaron Rosenberg
Einige Synchronsprecher
- Fletcher Christian: Gert Günther Hoffmann
- William Bligh: Arnold Marquis
- John Mills: Horst Niendorf
- Alexander Smith: Franz Nicklisch
- William Brown: Walter Bluhm
- Matthew Quintal: Lothar Blumhagen
- John Williams: Klaus Miedel
- Edward Burkett: Jörg Cossardt
- Michael Byrne: Martin Hirthe
- William McCoy: Konrad Wagner
- Samuel Mack: Erich Poremski
- John Fryer: Friedrich Schoenfelder
- Minarii: Gerd Duwner
- Edward Young: Eckart Dux
- James Morrison: Jochen Schröder
- Richter am Kriegsgericht: Paul Wagner
- Lady Gwendenare: Karin Dor
Kritiken
- "(...) ein Film der großen Gesten, der schönen Schauplätze und der grandiosen Dramaturgie, auch der rührenden Gefühle und der Menschlichkeit. Brando setzt sich etwas zu stark in Szene." (Wertung: 3 Sterne = sehr gut) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 566
- "Überzeugend besetzte und äußerlich aufwendige, in der inneren Dramatik aber eher schwache Verfilmung der historisch beglaubigten Meuterei (...)." - „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat wertvoll.
DVD-Veröffentlichung
- Meuterei auf der Bounty. Special Edition (2-DVD-Set). Warner Home Video 2006. Die Ausgabe (mit Regionalcode 2) enthält kurze unsynchronisierte Szenen, die in der bekannten deutschen Fernsehversion fehlen. Die Länge beträgt laut DVD-Hülle ca. 178 Minuten. Es handelt sich um zwei jeweils zweischichtige DVDs. Der Film selbst ist ebenfalls zweigeteilt. Beide Scheiben enthalten Extras.
Literatur
- Charles Bernard Nordhoff, James N. Hall: Die Meuterei auf der Bounty. Schiff ohne Hafen (Originaltitel: Mutiny on the Bounty). Deutsch von Ernst Simon. Insel-Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2006, 367 S., ISBN 3-458-34908-1
Weblinks
- Meuterei auf der Bounty in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
Filme von Lewis MilestoneSeven Sinners | Die Schlachtenbummler | Der Garten Eden | Aschermittwoch | Im Westen nichts Neues | The Front Page | Rain | Anything Goes | Der General starb im Morgengrauen | Von Mäusen und Menschen | Glückspilze | Aufstand in Trollness | Landung in Salerno | Die seltsame Liebe der Martha Ivers | Triumphbogen | Eine Frau zuviel | Gabilan, mein bester Freund | Okinawa | Känguruh | Die Legion der Verdammten | Wiedersehen in Monte Carlo | Mit Blut geschrieben | Frankie und seine Spießgesellen | Meuterei auf der Bounty
Wikimedia Foundation.
Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:
Meuterei auf der Bounty — Den Drehbüchern der Verfilmungen des geschichtlich belegten Ereignisses Meuterei auf der Bounty, lag, mit einer Ausnahme, 1984, der gleichnamige Roman aus der berühmten Bounty Trilogie von Charles Bernard Nordhoff und James Norman Hall zugrunde.… … Deutsch Wikipedia
Der dritte Mann (Film) — Dieser Artikel behandelt den Spielfilm. Die als Entwurf für diesen Film dienende Novelle findet sich unter Der dritte Mann (Novelle). Filmdaten Deutscher Titel: Der dritte Mann Originaltitel: The Third Man Produktionsland: Großbritannien… … Deutsch Wikipedia
Bounty — Bligh und die loyal gebliebenen Seeleute verlassen die Bounty p1 … Deutsch Wikipedia
Bounty — [ baʊntɪ], Name des von Kapitän W. Bligh kommandierten britischen Schiffes, dessen Besatzung 1789 auf einer Fahrt in die Südsee meuterte. Die Geschichte dieser Meuterei diente u. a. Charles Bernard Nordhoff (* 1887, ✝ 1947) und James Norman… … Universal-Lexikon
Mutiny on the Bounty — Den Drehbüchern der Verfilmungen des geschichtlich gut belegten Ereignisses „Meuterei auf der Bounty“, lag, mit einer Ausnahme, 1984, der gleichnamige Roman aus der berühmten Bounty Trilogie von Charles Nordhoff und James Norman Hall zugrunde.… … Deutsch Wikipedia
Liste der Darsteller historischer Persönlichkeiten — Dieser Artikel listet Filmschauspieler auf, die in Filmen historische Persönlichkeiten dargestellt haben. Die Liste ist alphabetisch sortiert nach den historischen Persönlichkeiten. Die Darsteller der jeweiligen Persönlichkeit befinden sich… … Deutsch Wikipedia
Star Trek: Der Zorn des Khan — Filmdaten Deutscher Titel: Star Trek II: Der Zorn des Khan Originaltitel: Star Trek II: The Wrath of Khan Produktionsland: USA Erscheinungsjahr: 1982 Länge: 113 Minuten Originalsprache: Englisch … Deutsch Wikipedia
Die Bounty — Filmdaten Deutscher Titel Die Bounty Originaltitel The Bounty Produktionsl … Deutsch Wikipedia
Mutiny on the Bounty — For other uses, see Mutiny on the Bounty (disambiguation). The mutineers turning Lt Bligh and some of the officers and crew adrift from His Majesty s Ship Bounty, 29 April 1789. By Robert Dodd The mutiny on the Bounty was a mutiny that occurred… … Wikipedia
Mutinerie de la Bounty — La mutinerie de la Bounty. La mutinerie de la Bounty est une mutinerie qui a eu lieu sur le HMS Bounty de la British Royal Navy le 28 avril 1789, et qu ont commémorée plusieurs livres, films et chansons populaires, dont quelques uns prennent de… … Wikipédia en Français