Swisscom

Swisscom
Swisscom AG
Logo Swisscom
Rechtsform Spezialgesetzliche Aktiengesellschaft[1]
ISIN CH0008742519
Gründung 1. Januar 1998
(Inkrafttreten des neuen TUG)
Sitz Ittigen, Schweiz[1][2][3]
Leitung Carsten Schloter
(CEO)
Hansueli Loosli
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 19’479 (31. Dezember 2009) [4]
Umsatz 12,001 Mrd. CHF (2009) [4]
Branche Mobilfunk, Telekommunikation
Produkte GSM/GPRS/EDGE, UMTS/HSDPA, Internet, 3G
Website www.swisscom.ch

Die Swisscom AG[1] ist neben der Schweizerischen Post eine Nachfolgerin der ehemaligen staatlichen PTT und heute das führende Telekommunikations-Unternehmen der Schweiz. Sie hat ihren Sitz in Ittigen[1][2][3] bei Bern, das Verwaltungsgebäude befindet sich im Ittigener Ortsteil Worblaufen. Die Schweizerische Eidgenossenschaft hält eine Beteiligung von 56,94 % an Swisscom.[5]

Die Swisscom beschäftigt rund 19'500 Mitarbeiter und erzielte 2009 einen Umsatz von 12,001 Milliarden Schweizer Franken.

Die Swisscom belegt im Nachhaltigkeitsranking 2010 des kanadischen Magazins Corporate Knights den 43. Platz. Das Ranking wurde am Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt.[6][7]

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsbereiche

Die Swisscom umfasst vier Geschäftsbereiche, die dem Gesamtkonzern dienen, sowie die vier Konzerngesellschaften Swisscom (Schweiz) AG, Swisscom IT Services, Swisscom Beteiligungen und Fastweb.[8]

Fernmeldezentrum Herdern Zürich der Swisscom von Stararchitekt Theo Hotz
Swisscom-Telefonzellen mit altem Logo

Swisscom (Schweiz) AG

Per 1. Januar 2008 wurden alle operativen Tätigkeiten der Swisscom AG in der Schweiz, neu in die Swisscom (Schweiz) AG ausgegliedert. Während die Swisscom AG seither als reine Holding fungiert, umfasst die hundertprozentige Tochter Swisscom (Schweiz) AG die ehemaligen Geschäftsbereiche Fixnet, Mobile und Solutions, deren Aktivitäten neu nach Kundensegmenten in die Bereiche Privatkunden, Kleine & Mittlere Unternehmen (KMU) und Grossunternehmen gegliedert wurden. Die IT-Plattformen und die Festnetz- und Mobilfunkinfrastrukturen wurden im Bereich Netz & IT zusammengeführt.

Privatkunden

Der Geschäftsbereich Privatkunden betreut Kunden im Mobile- und Festnetz-Bereich, versorgt die Schweiz mit Breitband-Internet-Anschlüssen (DSL) und bietet mit Swisscom TV (ehemals Bluewin TV) Digitales Fernsehen (IPTV) an. Zudem betreibt er mit www.bluewin.ch das meistbesuchte Schweizer Internetportal.

Kleine und Mittlere Unternehmen

Der Geschäftsbereich Kleinere und Mittlere Unternehmen ist für eine ganze Palette an Produkten und Dienstleistungen zuständig – von der Festnetz- und Mobiltelefonie über Internet und Data-Services bis hin zum Unterhalt und Betrieb der IT-Infrastruktur.

Grossunternehmen

Im Bereich der Business-Kommunikation unterstützt der Bereich Grossunternehmen Kunden bei der Planung, Realisierung und dem Betrieb der Informations- und Kommunikations-Infrastruktur.

Netz & IT

Swisscom Netz & IT baut, betreibt und unterhält das flächendeckende Festnetz sowie die Mobilfunkinfrastruktur von Swisscom. Der Geschäftsbereich verantwortet zudem die entsprechenden IT-Plattformen. Netz & IT stellt den Schweizer Telekommunikationsanbietern Dienste zur Verfügung, wie zum Beispiel den regulierten Zugang zur "letzten Meile" sowie kommerzielle Produkte im Sprach-, Daten- und Breitbandbereich.

Swisscom IT Services

Swisscom IT Services zählt zu den grössten Anbietern im Schweizer IT-Geschäft. Aktueller CEO ist Eros Fregonas. Zu den bedeutendsten Kunden von Swisscom IT Services zählen neben der Schwestergesellschaft Swisscom Schweiz unter anderem auch SBB, Ascom, Swiss, Tamedia und die Securitas AG-Gruppe. 2005 erwarb Swisscom IT Services die Comit AG, ein auf Finanzdienstleistungen spezialisiertes IT-Unternehmen; Comit wird als eigenständige Marke weitergeführt. 2009 erfolgte mit der Übernahme der Sourcag AG der Einstieg ins BPO-Geschäft, wobei Sourcag ebenfalls eigenständig weitergeführt wird. 2010 übernahm Swisscom IT Services die Panatronic-Gruppe und führte sie mit ihren eigenen Workplace Services in einem neuen Unternehmen zusammen. Die neue Swisscom IT Services Workplace AG bündelt sämtliche Kompetenzen rund um den IT-Arbeitsplatz und nimmt eine bedeutende Position im Schweizer Markt ein. Seite Mitte 2011 treten die Tochtergesellschaften Resource, Sourcag und Comit unter dem Swisscom Brand am Markt auf. Damit werden die umfassenden Kompetenzen in den Geschäftsbereichen IT Outsourcing, Workplace, SAP und Finance deutlicher und transparenter. [9]

Fastweb

Im ersten Halbjahr 2007 erwarb Swisscom eine Mehrheitsbeteiligung an der italienischen Fastweb. Während der Angebotsfrist vom 10. April bis zum 15. Mai 2007 konnten 80,7 % des Fastweb-Aktienkapitals erworben werden, womit mit dem eigenen Anteil zum Transaktions-Stichtag vom 22. Mai insgesamt 82,4 % der Fastweb-Aktien durch Swisscom gehalten werden. Die Kosten für den Erwerb der Beteiligung belaufen sich auf rund 3 Mrd. Euro oder 5 Mrd. Franken.[10]

Übrige Geschäftsbereiche

ehemals Related Businesses

Die übrigen Geschäftsbereiche umfassen Geschäftsfelder, die nicht direkt zu den Kerngeschäften Telekommunikation und Informatik gehören, mit diesen allerdings in mehr oder minder direkten Zusammenhang stehen. Der Bereich unterteilt sich in die Geschäftsfelder Sendeanlagen (Broadcasting), Netzbau und -unterhalt, Rechnungsstellung und Inkasso, Gebäudemanagement und Geschäftsreisen und Mobile Lösungen.

Broadcasting

Der Fernsehturm St. Chrischona ist die wichtigste Sendestation der Swisscom Broadcast AG in der Nordwestschweiz

Zum Geschäftsfeld Broadcasting gehört die Swisscom Broadcast AG, die per 1. Januar 2002 gegründet wurde und die Rundfunkversorgung in der Schweiz sicherstellt. Der Auftrag dafür geht noch auf die ehemalige PTT Telekom zurück, die von der Bundesverwaltung mit der Verbreitung der Programminhalte betraut wurde, die von der Schweizerischen Rundfunk-Gesellschaft (SRG) produziert werden.

Die ehemaligen PTT-Sendeanlagen wurden mit der Aufteilung der PTT in Post und Swisscom, letzterer zugewiesen und aufgrund geänderter rechtlicher Grundlagen in die Swisscom-Tochter Swisscom Broadcast ausgelagert. Der Versorgungsauftrag obliegt seit 2002 der SRG SSR idée suisse, die seither Swisscom Broadcast mit der Verbreitung der Rundfunkprogramme beauftragt. Zusätzlich zur analogen terrestrischen Verbreitung über UKW/VHF und UHF, baut das Unternehmen im Auftrag der SRG auch die Verbreitung über DVB-T auf. Eine weitere Tätigkeit ist die Zuführung von Rundfunkprogrammen zu Kabelnetzbetreibern.

Ein weiteres Unternehmen im Geschäftsfeld Broadcasting ist die Tele Rätia AG (89,7 %). Die 2005 erworbene Antenna Hungária (100 %) wurde am 8. Mai 2007 für 80.7 Mrd. Forint oder 540 Mio. Franken vollständig an die französische TDF SA verkauft, dies unter anderem nachdem die einst geplante Expansion des Broadcast-Sektors in Osteuropa inzwischen aufgegeben wurde.

Netzbau und -unterhalt

Die zuvor vom Geschäftsbereich Fixnet gehaltene Beteiligung am Netzbauunternehmen Cablex AG bildet seit dem 1. Januar 2008 den neuen Geschäftsbereich Netzbau und -unterhalt.

Rechnungsstellung und Inkasso

ehemals Cards & Payment Solutions

Als erweiterter Bereich der Informatiksparte arbeiten die Swisscom-Tochterunternehmen, die Zahlungslösungen anbieten. Die Billag AG ist seit 1998 die Inkassostelle für die Rundfunksempfangskonzession der SRG. Von der Billag abgespalten wurde 2005 die Accarda AG, deren Schwerpunkt im Geschäft mit sogenannten Kundenkarten liegt; die Accarda AG wurde per 2. Juli 2007 an die Maus Frères Holding veräussert.[11]

Der Inkasso-Bereich von Accarda wurde behalten und in eine neue Tochtergesellschaft, Alphapay AG, eingebracht. Die Billag AG sowie die Medipa Abrechnungskasse AG (neu Curabill AG), die Inkasso für Ärzteabrechnungen betreibt, verbleiben bei Swisscom.

Gebäudemanagement und Geschäftsreisen

ehemals Corporate Real Estate & Facility Management

Das zurzeit einzige Unternehmen der Swisscom in diesem Geschäftsfeld ist die Swisscom Immobilien AG. Ihr obliegt die Verwaltung und Bewirtschaftung von schweizweit 2500 Liegenschaften, die mehrheitlich der Swisscom und ihren Tochtergesellschaften dienen. Zum Geschäftsbereich gehört zudem das Fahrzeugflottenmanagement.

Mobile Lösungen

Die im Jahr 2007 vom Geschäftsbereich Mobile zugekauften Inhaltsanbieter Minick Holding AG und Sicap AG bilden seit dem 1. Januar 2008 den neuen Geschäftsbereich Mobile Lösungen.

Assoziierte Gesellschaften

CT Cinetrade

Keinem spezifischem Geschäftsbereich zugeordnet ist die strategische Beteiligung an der CT Cinetrade AG an der man 49 % des Aktienkapitals hält. Die Mediengesellschaft Cinetrade, an der man seit April 2005 beteiligt ist, hält Mehrheitbeteiligungen am Bezahlfernsehsender Teleclub AG (67 %) und der Kitag-Gruppe, bestehend aus der KITAG Kino-Theater Zürich AG (80 %), KITAG Kino-Theater St. Gallen AG (100 %), der KITAG Kino-Theater Bern AG (80 %) und der KITAG Kino-Theater Basel AG (100 %) und ist Eigentümerin des Videolabels PlazaVista Entertainment AG.

Ehemalige Geschäftsbereiche

Am 14. Dezember 2007 hat Swisscom ihr neues visuelles Erscheinungsbild bekanntgegeben. Die bisherigen Untermarken Swisscom Fixnet, Swisscom Mobile und Swisscom Solutions fallen per 1. Januar 2008 weg. Teil des angepassten Auftritts ist auch ein geändertes Logo mit einem bewegten Bildelement. Das neue Logo wird seit dem 29. Februar 2008 offiziell verwendet.[12]

Die ehemaligen Geschäftsbereiche Fixnet, Mobile und Solutions wurden per 1. Januar 2008 neu in der Swisscom (Schweiz) AG zusammengefasst und neu gegliedert. Von der Restrukturierung betroffen sind auch die einzelnen Tochtergesellschaften dieser Geschäftsbereiche, deren Zugehörigkeit allerdings erst im Geschäftsbericht 2008 (im Jahr 2009) vollständig publiziert wird.

Swisscom Fixnet

Logo der Swisscom Fixnet

Der Festnetzbereich der Swisscom verzeichnete 2005 2,92 Millionen analoge und 900'000 ISDN-Anschlüsse. Mit Bluewin verfügt Swisscom zudem über das grösste schweizerische Online-Portal für Privatkunden.

Bluewin ist seit dem 1. März 2005 eine Servicemarke von Swisscom Fixnet für Internetdienste und keine eigenständige AG mehr.

Eigenständige Tochtergesellschaften, die zum Geschäftsbereich Fixnet gehörten, sind das Joint-Venture Swisscom Directories AG (51 %), an der die Publigroupe 49 Prozent hält (Verzeichnisdienst) und die Cablex AG (51 %), die im Bau und Unterhalt von Kabelnetzen tätig ist.

Swisscom Mobile

Logo der Swisscom Mobile

Die Swisscom Mobile AG im Besitz von Swisscom, zählt 4,28 Millionen Kunden bei einer Netzabdeckung von über 99,8 % der Schweizer Bevölkerung. Swisscom Mobile hat mit mehr als 390 Netzanbietern Roaming-Verträge und ist damit weltweit führend. Europaweit führend ist das UMTS-Netz von Swisscom Mobile. Es deckt bereits über 90 % der Bevölkerung ab; die Öffnung für den kommerziellen Betrieb erfolgte am 1. Juli 2004. Als Ergänzung zu UMTS wurde ab Anfang 2005 EDGE flächendeckend eingeführt. Swisscom Mobile hat am Schweizer Mobilfunkmarkt einen Marktanteil von rund 63 %.

Swisscom hat 2004 ihre Beteiligung an Debitel AG verkauft. Im Jahr 2000 hatte Vodafone einen 25 %-Anteil an Swisscom Mobile erworben, der im Dezember 2006 vom Mutterkonzern Swisscom wieder zurückgekauft wurde. Die künftige und weiterhin exklusive Zusammenarbeit mit Vodafone regelt ein vertragliches Partner Network Agreement mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren und optionalen Verlängerungen um jeweils zwei Jahre.

Im Jahr 2007 erwarb der Geschäftsbereich Mobile die Inhaltsanbieter Minick Holding AG und Sicap AG.

Swisscom Solutions

Swisscom Solutions betreute Geschäftskunden.

Geschichte

Swisscom-Tower in Zürich. Ehemaliger Hauptsitz der Bluewin AG

Das ehemalige Staatsunternehmen PTT (Post, Telegraph, Telephon, gegründet 1920[13]) begann 1975 mit dem Autotelefon-Projekt «mobiles Telefonnetz für Fahrzeuge», im Zuge dessen auch die Marke Natel = «Nationales AutoTELefonnetz», eingeführt wurde. Der Begriff Natel stand lange Zeit für Mobiltelefone im generellen Sinn, wurde jedoch später durch den Scheinanglizismus «Handy» verdrängt.

Mit Inkrafttreten des neuen Postorganisationsgesetzes (POG) und des neuen Telekommunikationsunternehmungsgesetzes (TUG) wurden auf den 1. Januar 1998 die PTT-Betriebe in Die Schweizerische Post und Swisscom aufgeteilt. Während die Post in der Rechtsform einer öffentlich-rechtlichen Anstalt organisiert wurde, erhielt Swisscom im Oktober 1998 die Rechtsform einer spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft und wurde schrittweise teilprivatisiert. Die Schweizerische Eidgenossenschaft hält zurzeit 55,2 % des Aktienkapitals. Das TUG beschränkt Fremdbeteiligungen auf 49,9 % des Aktienkapitals.

Der Bundesrat hat in seiner Botschaft vom 5. April 2006 dem Parlament vorgeschlagen, die Swisscom ganz zu privatisieren und das Aktienpaket des Bundes zeitlich gestaffelt zu veräussern.[14] Der Nationalrat ist am 10. Mai 2006 auf diese Vorlage nicht eingetreten. Die vorberatende Kommission des Ständerates hat am 20. Mai 2006 zwar dem Ständerat empfohlen, auf die Vorlage einzutreten – aber nur zwecks Rückweisung an den Bundesrat zur Überarbeitung.[15]

Logo der Swisscom, 1998–2008

Weblinks

 Commons: Swisscom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Eintrag der «Swisscom AG» im Handelsregister des Kantons Bern
  2. a b Statuten der Swisscom AG
  3. a b Organisation der Swisscom AG
  4. a b Geschäftsbericht 2009
  5. http://www.swisscom.com/GHQ/content/Investor_Relations/Aktionaersinformationen/Besitzstruktur/?lang=de
  6. 2010 Global 100 List. Corporate Knights. Abgerufen am 2. Februar 2010.
  7. Corporate Knights Global 100 Most Sustainable Corporations Announced in Davos. Corporate Knights. Abgerufen am 2. Februar 2010.
  8. Swisscom Unternehmensstruktur
  9. Medienmitteilung vom 23. Juni 2009: Swisscom IT Services kauft Mehrheit an Sourcag
  10. Medienmitteilung vom 15. Mai 2007: Erfolgreiches Übernahmeangebot von Swisscom für Fastweb
  11. Medienmitteilung vom 28. Juni 2007: Swisscom verkauft ihr Kartengeschäft an die Maus-Gruppe
  12. Medienmitteilung vom 14. Dezember 2007: Swisscom in neuem Kleid
  13. http://www.post.ch/de/index/uk-schweizerische-post/uk-konzern/uk-geschichte/uk-geschichtsdaten.htm
  14. http://www.admin.ch/ch/d/ff/2006/3763.pdf
  15. http://www.parlament.ch/D/Medienmitteilungen/Seiten/mm_2006-05-20_999_01.aspx

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