Hindenberg (Lübbenau)

Hindenberg (Lübbenau)
Hindenberg
Želnjojce
Koordinaten: 51° 51′ N, 13° 51′ O51.85277777777813.84972222222259Koordinaten: 51° 51′ 10″ N, 13° 50′ 59″ O
Höhe: 59 m ü. NN
Einwohner: 158 (31. Dez. 2002)
Eingemeindung: 26. Okt. 2003
Postleitzahl: 03222
Vorwahl: 035456
Dorfkirche Hindenberg

Hindenberg, niedersorbisch Želnjojce, ist ein Ortsteil der Stadt Lübbenau/Spreewald im nördlichen Teil des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Hindenberg liegt in der Niederlausitz nördlich des Naturparks Niederlausitzer Landrücken und südlichwestlich des Spreewalds. Der Ort liegt am entstehenden Stoßdorfer See sowie am Hindenberger See.

Im Norden grenzt Hindenberg an der Lübbenauer Ortsteile Klein Radden mit seinem Gemeindeteil Groß Radden. Im Nordosten folgen Krimnitz, Ragow sowie Zerkwitz und weiter in nordöstlicher Richtung die Stadt Lübbenau/Spreewald. Östlich grenzt Hindenberg an den Ortsteil Groß Beuchow mit Klein Beuchow. Im Süden auf der gegenüberliegenden Seite des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Nord befindet sich Zinnitz ein Ortsteil der Stadt Calau. Im Westen grenzt Hindenberg an die Orte Willmersdorf-Stöbritz und Egsdorf, die bereits zum Landkreis Dahme-Spreewald gehören.

Aus der Vogelperspektive gleicht die Straßenführung des Ortes einem Y mit einem Querbalken darüber.

Geschichte

Ortsgeschichte

Das Bestimmungswort des deutschen Ortsnamens geht auf Hinde, die Hirschkuh, zurück. Der deutsche Ortsname wurde 1411 als Hindenburg erwähnt, 1482 als Hindenberg und 1585 als Hindenborg. Der niedersorbische Ortsname wurde 1761 als Zolnojze und 1843 als Zelnojce genannt, er leitet sich vermutlich von žełw oder žołw ab, das Schildkröte bedeutet.

Während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1626 marschierten die kaiserlichen Truppen Wallensteins durch Hindenberg. Bis 1702 wurde in Hindenberg regelmäßig wendisch gepredigt, bis zum Jahr 1830 gelegentlich.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam Hindenberg mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen und gehörte zum Landkreis Calau. Im Jahr 1819 brach ein Großfeuer im Ort aus, das vierzehn Gehöfte vernichtete. Bei einem weiteren Feuer 1834 wurde auch die Kirche zerstört. Mit der brandenburgischen Kreisreform 1950 schied Hindenberg mit weiteren Gemeinden aus dem Landkreis, der in den Landkreis Senftenberg umgewandelt wurde, aus und wurde dem Landkreis Lübben (Spreewald) angegliedert. Im Jahr 1952 kamen die Orte an den neu gegründeten Kreis Calau. Ab den 1960er-Jahren wurde in der Gegend um Hindenberg Braunkohle abgebaut. Hindenberg sollte devastiert werden. Da die Braunkohle jedoch nicht von guter Qualität war, geschah dies nicht. Die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen wurden durch den Tagebau in Mitleidenschaft gezogen.

Hindenberg gehört zum Kirchenkreis Niederlausitz. Am 26. Oktober 2003 wurde Hindenberg und die Orte Boblitz, Groß Beuchow, Bischdorf, Groß-Klessow, Kittlitz, Groß Lübbenau, Klein Radden, Leipe sowie Ragow in Lübbenau/Spreewald als Ortsteile eingegliedert.[1]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung in Hindenberg von 1875 bis 2002[2]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 179 1933 155 1964 143 1989 138 1993 139 1997 135 2001 149
1890 180 1939 146 1971 133 1990 136 1994 141 1998 140 2002 158
1910 155 1946 219 1981 141 1991 141 1995 144 1999 151
1925 173 1950 219 1985 139 1992 140 1996 138 2000 156

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Dorfkirche Hindenberg steht auf dem Dorfanger mit einer kleiner Ruhezone. Die Kirche gehört zu den Baudenkmalen in Lübbenau.

Unweit des Ortes gibt es Sand- und Speedwaybahnen. Der einheimische Fußballverein ist der FC Hindenberg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Hindenberg liegt westlich des Autobahndreiecks Spreewald, an dem die Bundesautobahn 15 in die nördlich des Ortes verlaufende Bundesautobahn 13 übergeht.

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. Statistik Brandenburg (PDF)

Literatur

  • Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975.
  • Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. erschienen im Auftrag des Statistisches Bundesamtes

Weblinks


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