Groß Beuchow

Groß Beuchow
Groß Beuchow
Buchow
Koordinaten: 51° 51′ N, 13° 54′ O51.84833333333313.90111111111156Koordinaten: 51° 50′ 54″ N, 13° 54′ 4″ O
Höhe: 56 m ü. NN
Einwohner: 462 (31. Dez. 2002)
Eingemeindung: 26. Okt. 2003
Postleitzahl: 03222
Vorwahl: 03542

Groß Beuchow, niedersorbisch Buchow, ist ein Ortsteil der Stadt Lübbenau/Spreewald im nördlichen Teil des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Groß Beuchow liegt in der Niederlausitz nordöstlich des Naturparks Niederlausitzer Landrücken und südlich des Spreewalds. Zum Ort gehört der Gemeindeteil Klein Beuchow. Südlich befindet sich der aus dem Tagebau Schlabendorf-Nord entstehende Lichtenauer See.

Im Norden grenzt Groß Beuchow an die Lübbenauer Ortsteile Klein Radden, Zerkwitz und Krimnitz. Im Nordwesten befindet sich der Gemeindeteil Klein Beuchow sowie die Stadt Lübbenau/Spreewald. Im Osten und Südosten folgen die Ortsteile Boblitz, Kittlitz und Groß-Klessow. Im Süden jenseits des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Nord liegt der Calauer Ortsteil Zinnitz mit seinem Ortsteil Bathow. Im Westen befindet sich der Ortsteil Hindenberg und weiter im Westen die Orte Willmersdorf-Stöbritz und Egsdorf, die bereits zum Landkreis Dahme-Spreewald gehören.

Geschichte

Ortsgeschichte

Der Ortsname von Ort Groß Beuchow leitet sich von einem Personennamen ab. Dieser könnte Bych gelautet haben, so dass Bychov den Ort eines Bychs bezeichnete. Der Ortsname wurde 1350 als Bichow und 1453 als Großen-Bychow genannt. Der niedersorbische Ortsname wurde 1761 als Buchow erwähnt.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam Groß Beuchow mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen und gehörte zum Landkreis Calau. Mit der brandenburgischen Kreisreform 1950 schied Groß Beuchow mit weiteren Gemeinden aus dem Landkreis, der in den Landkreis Senftenberg umgewandelt wurde, aus und wurde dem Landkreis Lübben (Spreewald) angegliedert. Im Jahr 1952 kamen die Orte an den neu gegründeten Kreis Calau. Groß Beuchow gehört zum Kirchenkreis Niederlausitz. Am 1. Januar 1956 wurde Klein Beuchow nach Groß Beuchow eingemeindet.[1] Ab den 1960er-Jahren wurde in der Gegend um Groß Beuchow Braunkohle abgebaut. Im Jahr 1960 wurde Boschwitz, das Vorwerk von Groß Beuchow durch den Tagebau Schlabendorf-Nord devastiert. Am 26. Oktober 2003 wurde Groß Beuchow mit Klein Beuchow und die Orte Boblitz, Kittzlitz, Bischdorf, Groß-Klessow, Hindenberg, Groß Lübbenau, Klein Radden, Leipe sowie Ragow in Lübbenau/Spreewald als Ortsteile eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung in Groß Beuchow von 1875 bis 2002[3]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 238 1933 229 1964 689 1989 377 1993 392 1997 446 2001 468
1890 221 1939 194 1971 478 1990 384 1994 406 1998 444 2002 462
1910 225 1946 369 1981 395 1991 392 1995 434 1999 449
1925 238 1950 365 1985 371 1992 391 1996 437 2000 455

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Groß Beuchow befinden sich zwei Baudenkmalen der Stadt Lübbenau - ein Landwarenhaus an der Hauptstraße sowie das Jagdhaus mit dem Nebengebäude und einem Verbindungsbau. Bei dem Nebengebäude handelt es sich um eine Kirche.

In Groß Beuchow findet neben dem jährlichen Dorffest seit den 1990er-Jahren das Behindertensportfest des Landkreises statt. Im Ort sind der Sportverein Grün-Weiß Groß Beuchow und eine Freiwillige Feuerwehr beheimatet.

Im Ort steht eine der fünfzig dicksten Eichen Deutschlands mit einem geschätzten Alter von 280 bis 350 Jahren.

Wirtschaft und Infrastruktur

Groß Beuchow liegt westlich des Autobahndreiecks Spreewald, an dem die Bundesautobahn 15 in die direkt nördlich von Groß Beuchow verlaufende Bundesautobahn 13 übergeht. Diese verläuft zwischen Groß und Klein Beuchow.

Persönlichkeiten

Der Leiter der Ermittlungsabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit Albert Schubert wurde am 11. August 1923 in Groß Beuchow geboren.

Einzelnachweise

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. Statistik Brandenburg (PDF)

Literatur

  • Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975.
  • Frank Förster: Verschwundene Dörfer – Die Ortsabbrüche des Lausitzer Braunkohlereviers bis 1993. Domowina-Verlag, Bautzen 1995.
  • Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. erschienen im Auftrag des Statistisches Bundesamtes

Weblinks


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