Kavala

Kavala
Gemeinde Kavala
Δήμος Καβάλας (Καβάλα)
Kavala (Griechenland)
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Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Ostmakedonien und Thrakien
Regionalbezirk: Kavala
Geographische Koordinaten: 40° 56′ N, 24° 24′ O40.93333333333324.4Koordinaten: 40° 56′ N, 24° 24′ O
Fläche: 350,61 km²
Einwohner: 74.186 (2010[1])
Bevölkerungsdichte: 211,6 Ew./km²
Sitz: Kavala
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 2 Gemeindebezirke
Ortschaften: 14 Ortschaften
Website: www.cityofkavala.gr
Lage in der Region Ostmakedonien und Thrakien
Bild:2011 Dimos Kavalas.svg

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Kavala (griechisch Καβάλα (f. sg)) ist eine Handels- und Hafenstadt sowie Gemeinde (Dimos Kavalas Δήμος Καβάλας) in Nordgriechenland in der Verwaltungsregion Ostmakedonien und Thrakien unmittelbar am Golf von Thasos (Golf von Kavala) des Thrakischen Meers. Die nach Drama zweitgrößte Gemeinde der Region hat etwa 75.000 Einwohner. Sie besitzt den Haupthafen Ostmakedoniens und verfügt über einen etwa 30 km östlich der Stadt gelegenen Verkehrsflughafen, der hauptsächlich für Inlandsflüge und den touristischen Charter-Verkehr genutzt wird. Partnerstadt in Deutschland ist seit 1998 Nürnberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde Kavala im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Bewohnern der benachbarten Insel Thasos als Neapolis. Dieser Siedlung und ihrem Umland fiel innerhalb der thasitischen Peraia eine besondere Rolle zu. Nach Westen war es im Küstenbereich begrenzt durch die befestigte thasitische Ansiedlung von Antisara, dem heutigen Stadtteil Kalamitsa/Kavala und im Osten durch die ummauerte thasitische Niederlassung von Nea Karvali. Neapolis war die einzige thasitische Ansiedlung auf dem Festland, welche sich die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Thasos im Jahre 411 v. Chr. erstritt. Zu Wohlstand kam Neapolis durch Silber- und Goldgewinnung im Lekanis-Gebirge. Damit verbunden war die frühe Einführung einer eigenen Währung, was seine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Metropole Thasos beförderte. 168 v. Chr. wurde Neapolis zur Stadt (civitas) erhoben. In der byzantinischen Epoche wurde sie in Christopolis (Christusstadt) umbenannt. Die Venezianer befestigten während ihrer kurzen Besetzung die Halbinsel Panaghia mit einer Burg. Der heutige Name Kavala stammt von der Bedeutung als wichtige Poststation, an der die Pferde (italienisch „cavallo“) auf der Via Egnatia gewechselt wurden.

Im Jahr 49 ging Paulus von Tarsus im heutigen Kavala an Land und gründete in Philippi die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Noch um 1900 war Kavala eine eher unbedeutende Siedlung mit ca. 6.000 Einwohnern. Kavala war Teil des Osmanischen Reiches (Ottomanisches Reich) von 1371 bis 1912.

Der Begründer der ägyptischen Khediven-Dynastie Muhammad Ali Pascha wurde hier 1769 geboren. Er erbaute 1817 an der Stadtmauer der Halbinsel Panaghia das Imaret, ein Ensemble aus Moschee, Koranschule und Armenspeisehaus mit Blick auf den darunter liegenden Hafen. Das historische orientalische Gebäude mit seinen Kuppeldächern, Kaminen, Gewölben, Zisternen und Innenhöfen wurde 2004 originalgetreu renoviert und stellt heute eine architektonische Sehenswürdigkeit dar, die ein Hotel beherbergt.

Das aus der römischen Zeit stammende Aquädukt, ein zweigeschossiges Bogenwerk, restaurierte Süleyman I. der Prächtige, welches die Silhouette der Stadt ebenso wie die Burg heute prägt. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg 1922 siedelten griechische Aussiedler aus Kleinasien in Kavala und gründeten Dörfer in der Umgebung, wo sie auch mit dem Tabakanbau begannen. Durch die Verarbeitung und Verschiffung des Tabaks erlangte Kavala eine gewisse Bedeutung.

Gliederung

Seit der Verwaltungsreform 2010, bei der die Nachbargemeinde Filippi eingemeindet wurde, gliedert sich die Gemeinde Kavala in 2 Gemeindebezirke und diese in insgesamt 12 Ortschaften, wobei solche über 2.000 Einwohner als städtische Gemeinschaft (dimotiki kinotita), kleinere als lokale Gemeinschaft (topiki kinotita) bezeichnet werden. Die Einwohnerzahlen stammen aus dem Ergebnis der Volkszählung 2001.

  • Gemeindebezirk Kavala – Δημοτική Ενότητα Καβάλας – 74.120 Einwohner
    • Ortschaft Kavala – Δημοτική Κοινότητα Καβάλας – 60.802 Einwohner
      • Καβάλα – 58.663 Einwohner
      • Άγιος Σίλας – 64 Einwohner
      • Άσπρη Άμμος – 92 Einwohner
      • Παλιό Τσιφλίκι – 1.848 Einwohner
      • Σανατόριο – 135 Einwohner
    • Ortschaft Nea Karvali – Δημοτική Κοινότητα Νέας Καρβάλης – 2.301 Einwohner
      • Νέα Καρβάλη – 2.244 Einwohner
      • Άνω Λεύκη – 10 Einwohner
      • Λεύκη – 47 Einwohner
    • Ortschaft Chalkero – Τοπική Κοινότητα Χαλκερού – 190 Einwohner
  • Gemeindebezirk Filippi – Δημοτική Ενότητα Φιλίππων – 10.827 Einwohner
    • Ortschaft Krinides – Δημοτική Κοινότητα Κρηνίδων – 3.295 Einwohner
    • Ortschaft Zygos – Δημοτική Κοινότητα Ζυγού – 2.101 Einwohner
      • Zygos – Ζυγός – 1.485 Einwohner
      • Neo Zygos – Νέο Ζυγός – 616 Einwohner
    • Ortschaft Amygdaleon – Τοπική Κοινότητα Αμυγδαλεώνος – 1.697 Einwohner
    • Ortschaft Filippi – Τοπική Κοινότητα Φιλίππων – 896 Einwohner
    • Ortschaft Koryfes – Τοπική Κοινότητα Κορυφών – 76 Einwohner
    • Ortschaft Kryoneri – Τοπική Κοινότητα Κρυονερίου – 619 Einwohner
    • Ortschaft Limnia – Τοπική Κοινότητα Λιμνιών – 372 Einwohner
      • Limnia – Λημνιά (Λιμνιά) – 65 Einwohner
      • Vounochori – Βουνοχώρι – 219 Einwohner
      • Lykostomo – Λυκόστομο – 88 Einwohner
    • Ortschaft Lydia – Τοπική Κοινότητα Λυδίας – 832 Einwohner
    • Ortschaft Palea Kavala – Τοπική Κοινότητα Παλαιάς Καβάλας – 135 Einwohner
    • Ortschaft Polynero – Τοπική Κοινότητα Πολυνέρου – 43 Einwohner
      • Polynero – Πολύνερο – 28 Einwohner
      • Kranochori – Κρανοχώρι – 15 Einwohner
    • Ortschaft Polystylo – Τοπική Κοινότητα Πολυστύλου – 761 Einwohner
      • Polystylo – Πολύστυλο – 400 Einwohner
      • Dato – Δάτο – 274 Einwohner
      • Mikrochori (Ano Dato) – Μικροχώρι (Άνω Δάτο) – 87 Einwohner

Die Kernstadt Kavala gliedert sich in folgende Stadtviertel:

  • Zentrum (Κέντρο)
  • Agia Varvara (Αγία Βαρβάρα)
  • Agios Athanasios (Άγιος Αθανάσιος)
  • Agios Ioannis (Άγιος Ιωάννης)
  • Agios Loukas (Άγιος Λουκάς)
  • Chilia (Χιλια)
  • Dexameni (Δεξαμενή)
  • Kalamitsa (Καλαμίτσα)
  • Neapoli (Νεάπολη)
  • Panagia (Παναγία)
  • Perigiali (Περιγιάλι)
  • Profitis Ilias (Προφήτης Ηλίας)
  • Timios Stavros (Τίμιος Σταυρός)
  • Vyrona (Βύρωνας)
  • Kipoupoli (Κηπούπολη)

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Population Veränderung Städtische Population Veränderung
1981 56,705 - - -
1991 56,571 -136/-0.24% 60,187 -
2001 - - 63,774 3,587/5.96%

Partnerstädte

Freundschaftsverträge bestehen mit

Söhne und Töchter der Stadt

Touristische Sehenswürdigkeiten

Hafen mit Fährverbindungen nach Thassos und Limnos:

Panoramablick auf den Hafen von Kavala, den Haupthafen Ostmakedoniens

Zweistöckiger Aquädukt:

Zweistöckiger Aquädukt aus römischer Zeit in Kavala

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Kastell (Zitadelle) aus byzantinischer Zeit (ca. 16. Jahrhundert) an Stelle der antiken Akropolis
  • Imaret ehemaliges Alten- und Studentenheim, Bad (Hamam), Moschee und Armenspeisung mit Kuppeln und mehreren Innenhöfen
  • Geburtshaus des Paschas Mehmet Ali, Gründer der letzten ägyptischen Königsdynastie
  • die Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert
  • die Kamares, ein römisches Aquädukt, rekonstruiert durch Süleyman I. dem Prächtigen im 16. Jahrhundert
  • Panagia das alte Türkenviertel mit steilen Gassen
  • Nestos

Verkehr und Wirtschaft

Kavala ist ein Verkehrsknotenpunkt im Straßen-, See- und Luftverkehr. Die Nationalstraße 2 durchquert die Stadt von Westen (Thessaloniki) nach Osten (Xanthi, Komotini, Alexandroupolis). Die Nationalstraße 12 führt nordwestlich nach Drama und Serres. Die Europastraße 90, welche früher deckungsgleich mit der Nationalstraße 2 verlief, verläuft jetzt mit der Autobahn 2 (Egnatia Odos) um Kavala herum.

Südöstlich der Stadt auf dem Westteil der Halbinsel der Nestos-Mündung liegt in Chrysoupolis der internationale Flughafen Alexander der Große (auf griechisch Megas Alexandros).

Der Hafen von Kavala dient u.a. dem Fährverkehr zu den Inseln Thassos und Limnos.

Kavala besitzt keinen Eisenbahnanschluss. Wie in vielen Regionen Griechenlands gewährleisten Überlandbusse den öffentlichen Fernverkehr.

Der staatliche Energieversorger DEI plant den Bau eines neuen Kohlekraftwerks gemeinsam mit dem deutschen Energiekonzern RWE. Dagegen gab es Proteste.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Einwohnerzahlen stammen aus einer Broschüre des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 anlässlich der Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: "Programma Kallikratis," Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010.
  2. Junge Welt 4. März 2008: „RWE auf Einkaufstour“

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