Ku-Klux-Klan

Ku-Klux-Klan
Parade des Ku-Klux-Klans 1928 in Washington, D.C.
Brennendes Kreuz als markantes Symbol des Klans

Der Ku-Klux-Klan (abgekürzt KKK) ist ein rassistischer Geheimbund in den Südstaaten der USA. Ziel des Klans war nach der Gründung am 24. Dezember 1865 vor allem die Unterdrückung und Wiederversklavung der Schwarzen. Seine Gewalttaten richteten sich zunächst gegen Schwarze und deren Beschützer sowie gegen die zahlreichen ehemaligen Nordstaatler, die am Wiederaufbau des Südens nach dem Bürgerkrieg profitieren wollten. Er nennt sich selbst Knights of the Ku Klux Klan („Ritter des Ku-Klux-Klans“). Das klandestine Netz der Organisation ist bei Mitgliedern unter dem Namen Invisible Empire („Unsichtbares Reich“) bekannt. Es gibt enge Verbindungen des Klans zu anderen rassistischen Gruppierungen, wie zum Beispiel der World Church of the Creator, einer Glaubensgemeinschaft, die in der Vergangenheit u. a. durch die Verbreitung rassistischer Computerspiele über das Internet aufgefallen ist. In den letzten Jahren ist in Großbritannien eine Zweigorganisation entstanden, welche jedoch lediglich eine kleine Gruppierung ohne spürbaren Einfluss darstellt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name Ku-Klux-Klan kommt von kyklos, dem griechischen Wort für Kreis – das entsprechende englische Wort circle kann auch für einen geheimen Zusammenschluss, einen „Zirkel“ von Eingeweihten, stehen. Das Wort wurde in zwei Silben getrennt. Da alle Gründungsmitglieder schottischer Abstammung waren, wurde clan hinzugefügt, der Alliteration wegen aber mit K geschrieben.

Nach einer anderen These ist der Name Ku-Klux-Klan lautmalerisch dem Geräusch beim Spannen eines Gewehrhahnes nachempfunden. Eine weitere Vermutung lautet, dass der Name vom lateinischen Wort lux (Licht) abgeleitet wurde.

Geschichte

Der Klan der Wiederaufbauzeit

Kostüme des Ku-Klux-Klans

Gründung

Der ursprüngliche Ku-Klux-Klan wurde am 24. Dezember 1865 in Pulaski, Tennessee, gegründet. Die Gründer waren sechs Offiziere der im amerikanischen Bürgerkrieg unterlegenen Konföderation: Calvin E. Jones, John B. Kennedy, Frank O. McCord, John C. Lester, Richard R. Reed und James R. Crowe.

Dieser ursprüngliche Klan hatte keine politische Zielsetzung. Eine politische Dimension bekam der Klan erst, als man erkannte, dass sich ehemalige Sklaven von den nächtlichen, maskierten Ausritten der Klanmitglieder einschüchtern ließen. Schon bald erhielt der Klan Zustrom aus dem ganzen Süden der USA, da die Südstaatler die von den Nordstaaten eingeführte Gleichstellung und Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen nicht akzeptieren wollten.

Bundeskongress in Nashville 1867

Den Gründungsmitgliedern entglitt bald die Führung des Klans. Um die zahlreichen Ortsgruppen als gemeinsame Organisation zusammenzufassen und unter einheitliche Führung zu stellen, organisierte man Anfang 1867 in Nashville, Tennessee, einen Bundeskongress des KKK. Auf dieser Versammlung gab man sich eine Verfassung und wählte den Ex-Südstaatengeneral Nathan Bedford Forrest zum ersten „Großen Hexenmeister“ (Grand Wizard) des Ku-Klux-Klans. Forrests Macht war aber mehr symbolisch, da die einzelnen Klangruppen weiterhin unabhängig voneinander operierten. In jener Zeit hatte der Klan etwa eine halbe Million aktiver Mitglieder und unzählige Sympathisanten im gesamten Süden.

Mississippi-Ku-Klux-Mitglieder, die im September 1871 festgenommen wurden

Jener Klan der Rekonstruktionszeit hinderte die Schwarzen an der Wahrnehmung und Ausübung ihrer damals neu erworbenen Bürgerrechte. Das geschah durch Einschüchterung, Brandstiftung, körperliche Gewalt, Entführung und Mord. Er richtete sich jedoch nicht bloß gegen die ehemaligen Sklaven, Opfer des Klans wurden auch die sogenannten scalawags (englisch für ein im Wachstum zurückgebliebenes Tier, im Südstaaten-Slang Name für Kollaborateure mit den Yankees, Kriegsgewinnler und Bürgerrechtsaktivisten), Mitglieder der Republikanischen Partei sowie der Nordstaatenarmee und ihrer Administration (vgl. carpetbaggers).

Auflösung 1871

Nach Erlassung der sogenannten Ku-Klux-Acts, einer Gesetzesreihe, die die Terrorakte im Süden eindämmen sollte, und einem gescheiterten Versuch der Bundesführung, über Nathan Bedford Forrest die Klan-Mitglieder zur Räson zu bringen, löste jener den Klan 1871 offiziell auf. Doch bei der Auflösung wurde klar, wie gering die tatsächliche Macht des „Großen Hexenmeisters“ war: Nur in Arkansas und Tennessee wurde seinem Befehl Folge geleistet, vor allem in Alabama, Georgia, Mississippi, North- und South Carolina stieg das Ausmaß der Gewaltdelikte dagegen sogar an.

Politische Bedeutung und tatsächliches Ende

Der Klan verschwand erst allmählich, jedoch nicht aufgrund öffentlichen Druckes, sondern weil er im Grunde genommen seine politischen Ziele erreicht und sich damit selbst überholt hatte: 1874 hatten die Demokraten wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus erhalten, zwei Jahre später war ihre Alleinherrschaft im Süden de facto wiederhergestellt.

Trotz allem wird die tatsächliche politische Macht des KKK der Rekonstruktionszeit heute oftmals überschätzt. Er war niemals auch nur annähernd in der Lage, die Vorkriegszustände wiederherzustellen, weder auf politischem Weg noch auf der Basis von Terrorübergriffen.

Der Klan im 20. Jahrhundert

Neugründung 1915

Am 8. Februar 1915 hatte in Los Angeles D. W. Griffiths epischer Film Die Geburt einer Nation Premiere. Die auf dem Buch The Clansmen von Thomas Dixon basierende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges und der Rekonstruktionsära berührte die ganze Nation; im ersten Jahr besuchten eine Million Zuschauer den Film und verhalfen bis 1932 den Produzenten zu 10 Millionen Dollar Gewinn.
Die Wirkung des Films auf die Bevölkerung war enorm, sodass sich der Hass auf Schwarze verstärkte und der Klan wieder eine breite Unterstützung in den Südstaaten bekam. Man war der Meinung, dass den „Schwarzen Bestien“ Einhalt geboten werden musste.

Diese durch den Erfolgsfilm hervorgerufene Stimmung und die damalige allgemeine Meinung der amerikanischen Öffentlichkeit, den Bürgerkrieg und seine Ursachen und Auswirkungen als Fehler zu sehen, nutzte der ehemalige Wanderprediger der Methodisten, William Joseph Simmons, um den Klan wiederauferstehen zu lassen: Am Thanksgiving-Tag 1915 hielt er die erste Aufnahmezeremonie des 20. Jahrhunderts am Stone Mountain, östlich von Atlanta, ab. Er erweiterte das mythische Repertoire des Klans um das brennende Feuerkreuz, das heute als Symbol des KKK allgemein bekannt ist.

Dieser neue Klan erfreute sich regen Zustroms, vor allem, weil die Gräueltaten der Rekonstruktionszeit bereits vergessen waren und das „Heroische“, jene Illusion, die in Griffiths Film gezeigt wurde, weiterlebte. Zu dem „Heroischen“ des Klans gehörten auch die fantasievollen Klanstitel; so hießen die oberen Klanführer zum Beispiel Grand Dragon („Großer Drache“), Grand Cyclops („Großer Zyklop“) oder Imperial Wizard („Imperialer Hexenmeister“).

Gemeinsam mit dem für die Klan-Propaganda zuständigen Edward Young Clarke baute Simmons den Klan zu einem profitablen Unternehmen aus. Aus kommerziellen und ideologischen Gründen wandte sich der neue Klan nun gegen Neueinwanderer, politisch engagierte Arbeiter und Gewerkschaftsfunktionäre, Intellektuelle, Juden, Katholiken und Gegner der 1920 bis 1933 bestehenden Alkoholprohibition, die so genannten „Nassen“ (wets). Der Klan wurde von einer regionalen, bereits in Vergessenheit geratenen paramilitärischen Organisation zu einer nationalen Bewegung, die sich nicht mehr nur auf die Südstaaten beschränkte.

Die Ära Evans 1922–1939

Unstimmigkeiten zwischen den Klanführern führten dazu, dass zunächst Simmons, später auch Clarke (der daraufhin seinen eigenen Klan, das Supreme Kingdom gründete), den KKK verließen und ein Zahnarzt aus Dallas, Wesley Hiram Evans, die Klanführung im November 1922 übernahm.

In den 20er Jahren breitete sich der Klan in den gesamten USA aus. Unter Evans stieg der Klan zu einer mächtigen Geheimorganisation auf, der es gelang, hunderte Richter, Sheriffs und Bürgermeister klanfreundlich zu stimmen. Neue Mitglieder bezahlten 10$ Aufnahmegebühr, um den Klangruppen beitreten zu dürfen. Die protestantische Kirche wurde vom Klan genutzt, um zu zeigen, wann der Klan in eine neue Stadt kam: Sie suchten (nach vorheriger Absprache mit dem Pfarrer) den Sonntagsgottesdienst auf und hinterließen eine Spende, die vom Pfarrer entgegengenommen und gesegnet wurde. Wenn dies geschehen war, wussten die Menschen, dass der Klan nun auch in ihrer Stadt war.[1]

Dadurch, dass der Ku-Klux-Klan nun auch die amerikanische Flagge und heilige christliche Symbole, wie z. B. das Kreuz, benutzte und damit dem Selbstverständnis der weißen, protestantischen Mehrheitsbevölkerung der USA entgegenkam, fiel es ihm angesichts der steigenden Unzufriedenheit in der weißen Mittelschicht leicht, neue Mitglieder anzuwerben. Der Klan zählte 1922 3 Mio. Mitglieder und stand 1924 mit rund 4,5 Mio. Mitgliedern[2] auf dem Höhepunkt seines Einflusses. Einige aktive Ku-Kluxer waren sogar angesehene Politiker im Senat, im Repräsentantenhaus oder auf untergeordneter Ebene. Unter Evans war der Klan politisch am aktivsten, zudem steigerten sich die Terrorakte immens. Der KKK setzte sich über bestehende Gesetze hinweg und agierte als eigene Macht im Staat. Es traten im Zuge der Emanzipation auch Frauen in den KKK ein, die eigene Gruppen, wie Women of the Ku Klux Klan, gründeten. Zwischenzeitlich waren bis zu 500.000 Frauen Mitglieder des Ku-Klux-Klan.

Am 15. September 1923 verhängte der Bundesstaat Oklahoma als Maßnahme gegen den Terror und das Morden des Geheimbundes sogar das Kriegsrecht, eine Maßnahme, die den Einfluss des KKK jedoch nicht mindern konnte. Es kam allerdings immer öfter zu Streitigkeiten, Abspaltungen und separaten Klan-Gründungen. Evans musste des Öfteren Zivilgerichte einschalten, wodurch das Ansehen des Klans weiter sank. 1925 wurde der „Große Drache“ D. C. Stephenson wegen Vergewaltigung und Mord an einer Lehrerin, die in einem Programm zur Beseitigung von Analphabetismus aktiv war, von einem Gericht angeklagt. Nach seiner Verurteilung zu einer lebenslänglichen Haftstrafe enthüllte Stephenson Listen über zahlreiche Bestechungsgelder des Klans. Als Folge seiner Enthüllungen mussten mehrere Politiker zurücktreten. Einfache Mitglieder wurden abgeschreckt und die Mitgliederzahl sank enorm.

Begräbnis eines Mitgliedes des Ku-Klux-Klan in New Jersey (Juni 1931)

Der Grund für den weiteren Mitgliederschwund waren auch die durch die Medien berichteten Verbrechen des Klans, die der Klan-Eigendarstellung des Bewahrers von Recht und Ordnung widersprachen, und die allgemeine negative Presse. Im Jahre 1928 belief sich die Mitgliederanzahl nur noch auf wenige hunderttausend. Hinzu kam die Weltwirtschaftskrise, die dem Klan stark zusetzte. Es gelang dem Ku-Klux-Klan nach der Krise nicht, die steigende Armut und Unzufriedenheit für sich zu nutzen und die weiße Unter- und Mittelschicht engagierte sich stattdessen eher vermehrt in zum Klan gegnerischen Gruppen wie den Gewerkschaften.

Letztlich sah sich Evans gezwungen, den Klan 1939 zu verkaufen. Seit 1928 nicht mehr Geheimbund, erhielt der Klan in den 1960er-Jahren wieder etwas Zulauf.

Zweiter Weltkrieg

Die beiden Käufer, James H. Colescott und Samuel Green, versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu verbünden. Der japanische Angriff auf Pearl Harbor und die bald darauf erfolgende Kriegserklärung durch das Deutsche Reich machte ihnen jedoch diese Pläne zunichte. Nach Steuerforderungen des Staates mussten sie den Klan 1944 offiziell ein zweites Mal auflösen.

1960er Jahre

Das Aufkommen der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er Jahren führte zur Wiederbelebung verteilter Klanorganisationen.[3] Die bedeutendste von ihnen waren die White Knights of the Ku Klux Klan („Weiße Ritter des Ku-Klux-Klan“) im Bundesstaat Mississippi, die von Samuel Bowers geführt wurden. Im Süden wurde von den Klan-Anhängern erheblicher Druck auf die Schwarzen ausgeübt, nicht zu wählen. So waren z. B. im Jahr 1960 42% der Bevölkerung des Bundesstaates Mississippi Schwarze, aber nur 6% hatten ein registriertes Wahlrecht und gerade 2% gingen wirklich wählen.

Die neubelebten Klan-Gruppen waren verantwortlich für gewalttätige Angriffe gegen Schwarze und Bürgerrechtler in Städten überall im Süden, wie Jacksonville und St. Augustine in Florida, Birmingham und Montgomery in Alabama und Meridian in Mississippi. Trotz all dieser Bemühungen war der neue Klan nicht stark und zum Ende des Jahrzehnts hatte sich die Stärke und Mitgliederzahl praktisch auf null reduziert.

Des Weiteren begann das FBI, den Klan systematisch durch bezahlte Informanten zu infiltrieren. Dies führte dazu, dass einige Morde (u.a. an den Führern der Bürgerrechtsbewegung „COFO“[4]) aufgeklärt werden konnten. Trotz der klaren Beweislage lehnte der Staat Mississippi es ab, Anklage zu erheben. Im Fall der ermordeten COFO-Anführer schritt schließlich das US-Justizministerium ein und verurteilte die Mörder. Eine Verurteilung blieb aber meist die Ausnahme, da die oft eindeutig schuldigen Täter aufgrund der Tatsache, dass die Jurymitglieder solche Taten guthießen, weil sie ihrer eigenen Weltanschauung entsprachen, freigesprochen wurden.

Langsam vollzog sich ein Wandel und es wurden immer mehr Klanmitglieder, zunächst hauptsächlich durch das Justizministerium auf Bundesebene, verurteilt. Der Hauptgrund für den Niedergang des KKK war die sich immer mehr durchsetzende Bürgerrechtsbewegung. Von da an nahm die Popularität der Ku-Klux-Klans immer weiter ab, bis die Mitgliederzahl Ende der 60er auf gerade noch 1200 Mitglieder geschätzt wurde.

Die Ermittlungen zu einem Mord von Klanmitgliedern an Bügerrechtsaktivisten im Jahre 1964 wurden 2006 wieder aufgenommen und abgeschlossen.

1970er Jahre

Da die strikte Rassentrennung sich nicht mehr durchsetzen ließ und der Klan unter 2000 Mitglieder zählte, mischte er sich (nur noch) stark in Diskussionen um die Rassentrennung im Alltag und die Quotenreglung (Anteil an schwarzen Schülern) an Schulen ein.

Erst durch den neuen Anführer David Duke, der durch sein seriöses Auftreten und seinen geschickten Umgang mit den Medien versuchte, das Image des Ku-Klux-Klans zu verbessern, erfuhr dieser wieder einen leichten Aufschwung, sodass die Mitgliederanzahl auf 3500 stieg. Doch Dukes Auftreten und seine Politik stießen teilweise auf Kritik in den eigenen Reihen, sodass sich einige Gruppen abspalteten, um erneut zu versuchen, ihre Ziele mit Gewalt zu erreichen.

1975 (und erneut 1991) kandidierte Duke erfolglos für einen Sitz im Senat von Louisiana; 1979 schied er aus der Führungsebene des Klans aus. 1988 und 1992 bewarb er sich vergeblich um das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

1980er Jahre

Ein weiterer schwerer Schlag für den Ku-Klux-Klan war es, als im Jahre 1987 die größte noch bestehende Klan-Gruppe „United Klans of America“ (die vereinigten Klans von Amerika) aufgrund einer Zivilrechtsklage aufgelöst werden musste. Die Anti-Klan-Organisation „Klanwatch“ hatte der Mutter des vom Klan ermordeten Michael Donald zu dieser (weiteren) Klage geraten, nachdem die Mörder ihres Sohnes bereits verurteilt worden waren. Die vereinigten Klans von Amerika wurden wegen der Aufrufe zu Gewalttaten und Morden ihrer Anführer zu einer Strafe von 7.000.000$ verurteilt, welche sie nicht bezahlen konnten. Das gesamte Eigentum der Gruppe wurde an die Kläger übergeben und die Gruppe aufgelöst.

Es kam zwar weiter zu sporadischen Gewaltakten, doch die Klanmänner hielten sich stärker zurück, da ihnen bewusst wurde, dass sie nun, im Gegensatz zur Vergangenheit, auch zum Tode verurteilt werden konnten.

1990er Jahre

Im Jahre 1997 wurde das Klanmitglied Henry Hays wegen des Mordes an Michael Donald hingerichtet. Er war seit 1913 der erste Weiße, der in Alabama wegen Mordes an einem Schwarzen hingerichtet wurde.[5] Aufgrund dieser Hinrichtung verlor der Klan weitere Mitglieder, da diese nun auch Angst um ihr eigenes Leben hatten.

Jüngste Entwicklung

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schätzte man die Mitgliederzahl auf 7000 Klansmänner. Seit 1995 bekämpft der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden. Es wurden mehr als 180 Kirchen afroamerikanischer Gemeinden in den letzten Jahren durch Brandanschläge zerstört. Es wird vermutet, dass der KKK an diesen Brandanschlägen beteiligt war.

Seit der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten verzeichnet der Ku-Klux-Klan neuen Zulauf und setzt in seiner heutigen Eigendarstellung auf ein moderneres und bürgerliches Image.[6]

Doktrin

Der Ku-Klux-Klan sieht sich selbst als eine radikale protestantische Organisation. Von den frühen 1900er Jahren durch die 1940er hinweg sahen hunderttausende fundamentalistischer Protestanten (vor allem aus dem Mittleren Westen, aber mit der Zeit auch wieder aus dem Süden) den KKK als Teil ihres Glaubens. Millionen weitere sahen die Methoden des KKK zwar als tadelnswert und extrem an, erkannten die Mitglieder aber trotzdem als vollwertige Christen an und stimmten mit der Meinung des Klans überein, dass weiße Protestanten von Geburt an anderen Gruppen überlegen seien. Zu dieser Zeit wurde die Unterdrückung von Schwarzen, Juden und Katholiken von vielen als Teil von „Gottes Plan“ gesehen.

Die KKK-Mitglieder verstehen sich als verfassungstreue Patrioten; bei Aufnahme in den Klan wird ein Eid auf die US-Verfassung abgelegt. Einige amerikanische Neonazis lehnen den KKK daher als zu gemäßigt ab.

Zeichen und Symbole

Ku-Klux-Klan-Symbol: das brennende Feuerkreuz
Konföderierte Kriegsflagge
Variante einer Ku-Klux-Klan-Flagge

Im Gegensatz zum Klan in seiner originalen Erscheinungsform des 19. Jahrhunderts, welcher keine Flaggen oder Symbole hatte, konzentrierte sich die 1915 entstandene Version auf den Gebrauch der amerikanischen Flagge, was Materialien und Fotografien aus den Zwanzigern des 20. Jahrhunderts, dem Höhepunkt dieses Klans, bezeugen.

In den 50er und 60er Jahren versuchten einige Klangruppen sich die Kriegsflagge der Konföderation (vgl. Andreaskreuz) anzueignen, um sie im Kampf gegen die Aufhebung der Rassentrennung und die Rassenintegration im Süden der USA zu benutzen. Diese Identifikation mit südlichen Symbolen ist von historischen Aktivisten im – den Klan dominierenden – Mittleren Westen weitgehend nicht anerkannt worden. In seiner derzeitigen zersplitterten Form benutzen einige Instanzen des KKK noch immer die konföderierte Kriegsflagge und die amerikanische Flagge, allerdings ohne offizielle Anerkennung.

Wohl bekanntestes Symbol des KKK ist das brennende Kreuz. Es soll das Licht Jesu Christi symbolisieren, da sich der Klan als radikale christliche Organisation sieht.

Zur Verwendung der weißen Kapuzengewänder gibt es zwei Theorien:

  • Die Gewänder repräsentieren Geister der im Amerikanischen Bürgerkrieg gefallenen Konföderationssoldaten, die vom Tode auferstanden sind, um sich an ihren Feinden zu rächen. Treffen finden daher meist im Schutze der Nacht statt.
  • Die weißen Kapuzengewänder symbolisieren Reinheit und Sauberkeit, in Abgrenzung zu den von KKK-Mitgliedern als schmutzig und minderwertig wahrgenommenen Gruppen wie etwa den Schwarzen.

Politischer Einfluss

Der zweite Ku-Klux-Klan gewann vom Mittleren Westen ausgehend bis in den Süden und Nordosten bis 1925 an Bedeutung und Verbreitung und zählte zu dieser Zeit viele Politiker zu seinen Mitgliedern. Auch pflegte der Klan anlässlich der Präsidentschaftswahlen Wahlempfehlungen abzugeben.

Ein ehemaliges Klanmitglied mit nationaler Bedeutung war Hugo Black, Richter am Supreme Court, der die rassistischen Ansichten des Klans später ablehnte und oft gegen die Gerichtsmehrheit im Sinne von Schwarzen urteilte. Carl Sagan sagte über Black: „Als junger Mann trug er weiße Roben und verängstigte Schwarze, als alter Mann trug er schwarze Roben und verängstigte Weiße.“

Der verstorbene Senator Robert Byrd aus West Virginia war ebenfalls ein ehemaliges Mitglied des KKK. Er entsagte dem Klan bei mehreren Anlässen und beschrieb seinen Beitritt als seinen „größten Fehler“.[7]

In der kanadischen mittelwestlichen Provinz Saskatchewan hatte der Klan von 1929 bis 1934 unter James Anderson ebenfalls Einfluss auf die Regierung.

Filmische Rezeption

Literatur

  • Martin, Roger: AmeriKKKa. Der Ku-Klux-Klan und die Ultrarechte in den USA, Rotbuch Verlag, 2002, ISBN 978-3-88022-491-9

Einzelnachweise

  1. „Hooded Americanism“ von David Chalmers
  2. Howard Zinn: A People’s History of the United States. Harper Perennial, New York 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 382
  3. vander Zanden, James W. (1960): „The Klan Revival“, American Journal of Sociology, Vol. 65 (5): 456-462, 456.
  4. KKK-Führer nach 40 Jahren verhaftet
  5. http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/USAkkk.htm>
  6. tagesschau.de: Weiße Soldaten − bereit für den Krieg (nicht mehr online verfügbar), 25. April 2010
  7. Eric Pianin: A Senator's Shame. Washington Post, 19. Juni 2005, abgerufen am 21. August 2011 (englisch).

Weblinks

 Commons: Ku-Klux-Klan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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