Müschenbach

Müschenbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Müschenbach
Müschenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Müschenbach hervorgehoben
50.68257.7844444444444336
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 336 m ü. NN
Fläche: 3,5 km²
Einwohner:

998 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57629
Vorwahl: 02662
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 269
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.hachenburg-vg.de
Ortsbürgermeister: Bernd Kolodziej
Lage der Ortsgemeinde Müschenbach im Westerwaldkreis
Karte

Müschenbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an. Müschenbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Müschenbach liegt in einer Höhe von 340 m drei Kilometer von Hachenburg entfernt am „Eingang“ der Kroppacher Schweiz. Wanderwege führen ins nahe gelegenen Tal der Nister und zum Kloster Marienstatt. Nördlich des Ortes liegt Astert, im Osten bzw. im Südosten Nister und Hachenburg, im Süden Hattert und im Westen Marzhausen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Muskinbach geht auf das Jahr 1348 zurück; doch ist es als -bach-Ort wesentlich älter. 1359 erscheint der Ort als Mußenbach und 1362 als Muchenbach. Der Name ist vom lat. Muscus (= Moos) und dem althochdeutschen musse abgeleitet und bedeutet so viel wie Ort am Moosbach gelegen. Der Ort lag ursprünglich 700 m westlich des alten Ortskerns „In der Altenmüschenbach“ (Wüstung).[3]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

  • 1815 – 171
  • 1835 – 219
  • 1871 – 259
  • 1905 – 341
  • 1939 – 629
  • 1950 – 0 682
  • 1961 – 0 760
  • 1970 – 0 927
  • 1987 – 0 983
  • 2005 – 1.030

Kulturgeschichte/Sehenswürdigkeiten

Abteiliches Hofgut Müschenbach
Zu den historischen Gebäuden des Ortes zählt das ehemalige Abteiliche Hofgut Müschenbach (heute Haus Pritzer, Dorfstr. 14), das zur Abtei Marienstatt gehörte und 1359 erstmals erwähnt wurde. Der Hof war ständig verpachtet. Zum Wohnhaus, das 1790 neu erbaut wurde, gehörten auch eine Scheune, ein Stall und ein Backhaus. Nach der Aufhebung des Klosters wurde der Hof 1803 verkauft; Jakob Pritzer erwarb ihn 1816 für 700 Gulden.[3]

Ehemaliges Jagdschloss Luisenlust
Einen Kilometer westlich des Ortes an der B 414 stand ein in den Jahren 1747/50 erbautes Jagdschloss Luisenlust der in Hachenburg residierenden Burggrafen von Kirchberg, genannt nach der Ehefrau des Wilhelm Ludwig von Kirchberg, der Wild- und Rheingräfin Louise (1721–1791). Von dem Bau ist nichts mehr erhalten; es war eine Miniaturausgabe anderer berühmter Jagdschlösser. Zerstört wurde Luisenlust 1796 durch die durchziehenden französischen Truppen und wurde später von den Einwohnern vollständig abgetragen.[3]

Steinkreuz am „Kaiserlichen Friedhof“
500 m nordwestlich von Marienstatt steht das Steinkreuz am „Kaiserlichen Friedhof“; auf diesem Gelände liegen über 600 Soldaten, die an ihren Verwundungen im Kampf gegen die französischen Revolutionstruppen starben, begraben. Während der Koalitionskriege befand sich in der Abtei Marienstatt ein großes Lazarett. 1859 ließ Erzherzog Stephan von Österreich an der Stelle des Friedhofs ein Denkmal errichten; 1901 wurde es renoviert und ist heute ein Baudenkmal.[3]

„Felsenstübchen“ / Burgruine „Froneck-Nister“
Auf dem Burgberg gegenüber Marienstatt befindet sich das sogenannte „Felsenstübchen“, die Burgruine „Froneck-Nister“. Es handelt sich um die Reste des im 14. Jahrhundert von den Grafen von Sayn angefangenen Burgbaus Froneck (Vroneck); auf Anordnung des Erzbischofs von Köln wurde die Burg jedoch um 1343 wieder abgetragen. Das ehemalige Burgverlies ist unter dem Namen „Felsenstübchen“ bekannt. Vor der Gründung des Klosters Marienstatt befand sich an dieser Stelle die Burg Nister; sie diente als Straßensicherung der Handelsstraße Köln-Leipzig, die vor dem Bau der Hachenburg die Nister hier bei Marienstatt überquerte und durch den Nauberg über Norken nach Herborn führte.[3]

Alter Eisenweg
Im Mittelalter führte vom Siegerland her der „Alte Eisenweg“ von Luckenbach an der Gemarkungsgrenze Streithausen/Nister entlang bis zur großen Furt an der Nistermühle, dann führte er aufwärts zum weit späteren Haltepunkt Marienstatt der Bahn, dann weiter nach Altstadt. Gen Süden setzte er sich dann über Limburg an der Lahn nach Frankfurt und Mainz fort. Als Hohlweg ist er zwischen der Nistermühle und der B 414 noch gut zu erkennen.[3]

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Müschenbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die 16 Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[4]

Veranstaltungen

Die jährlich stattfindende Kirmes, das Brunnenfest und der Karneval mit Umzug sind neben dem alle vier Jahre stattfindenden Meilerfest mit einem echtem Kohlenmeiler und dazugehörigem Köhler die Veranstaltungshöhepunkte der Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Kommunale Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten. Außerdem existieren in der Gemeinde ein Bürgerhaus mit Gemeindebücherei, sowie über einen Waldlehrpfad und ein Wanderwegenetz.

Verkehr

  • Müschenbach wird über die B 414 an das überörtliche Verkehrsnetz abgestoßen. Zu den Autobahnanschlüssen der A 3 Mogendorf und Dierdorf gelangt man über die B 8/B 413.
  • Der Ort ist an das Schienennetz angebunden.

Literatur

  • Walter Kwasnik und Dieter Trautmann: Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg: Westerwälder Beiträge 1 - Naturkundliche und kulturhistorische Denkmäler im Westerwald: Kroppacher Schweiz und Hachenburg. Hachenburg, 1981.

Quellen und Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek
  3. a b c d e f Nach Kwasnik/Trautmann, 1881, S. 75. ff
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen

Weblinks

 Commons: Müschenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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