Cuijk

Cuijk
Gemeinde Cuijk
Flagge der Gemeinde Cuijk
Flagge
Wappen der Gemeinde Cuijk
Wappen
Provinz Nordbrabant
Bürgermeister Paul Mengde (PvdA)
Sitz der Gemeinde Cuijk
Fläche
 – Land
 – Wasser
57,00 km²
51,56 km²
5,44 km²
CBS-Code 1684
Einwohner 24.575 (31. Dez. 2010[1])
Bevölkerungsdichte 431 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 44′ N, 5° 53′ O51.7269444444445.8794444444444Koordinaten: 51° 44′ N, 5° 53′ O
Vorwahl 0485
Postleitzahlen 5430-5437, 5439, 5443
Website www.cuijk.nl
Lage von Cuijk in den Niederlanden

Cuijk ( anhören?/i) oder Cuyk ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Nordbrabant. Sie hat eine Gesamtfläche von 57 km². Ihre Einwohnerzahl beträgt ungefähr 24.330 (Stand: 31. Dezember 2008).

Inhaltsverzeichnis

Orte

Zur Gemeinde gehören die Dörfer Cuijk oder Cuyk, Haps, St. Agatha, Beers, die Ortschaft Linden, ein kleines Dorf namens Katwijk und eine Siedlung namens Vianen (westlich der A73). In Cuijk selbst leben etwa 16.000 Menschen.

Lage und Wirtschaft

Die Gemeinde liegt im Nordosten der Provinz an der Maas, die dort vom Süden her in westliche Richtung schwenkt. Sie grenzt an Grave. Durch Cuijk verläuft die Eisenbahnlinie NimwegenVenlo sowie die Autobahn A73 NimwegenVenrayVenlo. Cuijk hat seit den 1950er Jahren einen kleinen Industriehafen an der Maas. Viele, überwiegend kleine Industrie- und Handelsbetriebe haben sich seitdem in Cuijk angesiedelt, unter anderem ein kartoffelverarbeitender Betrieb, der zur Aviko-Gruppe gehört.

Geschichte Haps

Der Name Haps soll einem keltischen, vielleicht auch vorgermanischen, Wort apa oder appa (Wasser) entstammen. Nach Grabungen wurde festgestellt, dass der Ort um 700 v. Chr. schon besiedelt war. Vom 13. Jahrhundert bis etwa 1800 stand hier ein Schloss. Im 14. und 15. Jahrhundert war Haps ein mehr oder weniger autonomes, aber immer von Geldern und Brabant abhängiges Gebiet. Es kam 1417 an das Herzogtum Geldern. Um das 1371 entstandene (und immer noch bestehende) Kloster der Kreuzherren entstand das zu Haps gehörende Dorf St. Agatha. Haps fiel erst im späten 20. Jahrhundert an die Gemeinde Cuijk.

Geschichte von Cuijk

Der Name Cuijk soll von einem germanischen oder keltischen Wort keukja (Kurve) abstammen. Die Römer bauten hier um Christi Geburt eine Stadt Ceuclum. Es war eine Grenzstadt mit vermutlich einem Kastell oder einem Legionslager (castra). Die Römer blieben etwa 300 Jahre in Ceuclum. Nach der Völkerwanderung lebten nur noch wenige Menschen, Franken, in Cuijk.

Im 11. Jahrhundert kamen Ritter aus Teisterbant nach Cuijk. Diese Herren von Cuijk siedelten sich auch in Grave an, wo sie ein Schloss erbauen ließen. Der berühmteste dieser Ritter, Jan oder Johann (1265–1308), nahm auf Seiten Brabants an der Schlacht bei Worringen im Jahre 1288 und an der Rache-Expedition in Flandern zwei Jahre nach der Sporenschlacht von 1302, also 1304, teil. Im Testament verfügte er, dass arme Bauern einen Teil seiner nicht genutzten Gebiete pachtfrei urbar machen und bebauen durften.

Das Land van Cuijk war zwischen etwa 1400 und 1550 eine Art Pufferstaat zwischen den verfeindeten Herzogtümern Geldern und Brabant, der schließlich Brabant zufiel.

Im Achtzigjährigen Krieg war Cuijk etwa von 1602 bis 1648 ein Niemandsland. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 fiel es der Republik der Niederlande zu. Die Katholiken mussten bis 1800 nach dem benachbarten Dorf Oeffelt, das damals im Ausland (Herzogtum Kleve) lag, zur Messe. Im Jahre 1712 wurde ganz Cuijk durch Feuer zerstört.

Bei Cuijk war ein Teil der Maas absichtlich nicht eingedeicht. Dieses Gebiet lag bei Beers und hieß Beerse Overlaat. Bei Hochwasser wurde dieses Land überschwemmt, damit anderswo dichter besiedeltes Gebiet trocken blieb. Erst 1922 und 1942 machten bessere Wasserwerke diesem für die Cuijker Landwirtschaft oft verhängnisvollen Zustand ein Ende.

Das 19. Jahrhundert brachte Cuijk auch Fortschritt: Cuijk entwickelte sich zu einer kleinen Marktstadt und bekam einen Eisenbahnanschluss im Jahre 1883. Das große Wachstum begann aber erst mit der Entstehung des neuen Gewerbegebietes nach 1950.

Missionare hatten 1973 in Cuijk ein Amerika-Museum gegründet, ein Völkerkundemuseum, das sich nur mit den ursprünglichen Bewohnern Amerikas, den Indianern, befasste. Es wurde aufgrund von Sparmaßnahmen von Gemeinde und Kultusministerium im Jahr 2006 geschlossen.

Römerzeitlicher Münzschatz

Ein gut erhaltener römerzeitlicher Münzschatz wurde 2007 bei Ausgrabungen in einer römischen Siedlung in einem 20 cm hohen Tonkrug geborgen, der mit einer Scherbe abgedeckt und absichtlich in einer Grube vergraben war. Im Gefäß lagen über 200 Münzen, ein Armband und ein Fingerring.[2]

Sehenswürdigkeiten

St. Martinskirche in Cuijk

In Cuijk, dessen Zentrum eher einer Kleinstadt als einem Dorf ähnelt, steht ein Turm aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren dieses Turms befindet sich ein archäologisches Museum, dessen Sammlung überwiegend aus Fundstücken aus der Römerzeit besteht.

Die nach Martin von Tours benannte St.-Martinskirche wurde erst 1911 fertiggestellt. Im Inneren steht (nebst einem nach altem Vorbild kopiertem, aus Holz geschnitztem Altarbild) eine schon mehrmals aus einer anderen Kirche entfernte Barockorgel vom Ende des 17. Jahrhunderts, die im Rahmen öffentlicher Konzerte bespielt wird.

Im Dorf Linden steht eine um 1500 erbaute Kirche. Auch hat es einen für Wassersport angelegten See nahe der Maas.

Auf der Maas (Wassersport, Jachthafen) und in der waldreichen Umgebung wurden für den Touristen viele Möglichkeiten zur Entspannung und Unterhaltung geschaffen.

Der Vrije Markt in Cuijk ist ein riesiger überdachter Trödelmarkt und zieht jeden Samstag tausende von Besucher aus Nah und Fern an. In riesigen Hafenhallen (22.000 m² Fläche) sind etwa 1500 Stände aufgebaut.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsstatistik, 29. März 2011Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Vgl. hierzu: Archäologie in Deutschland, Nr.3 (2007) S. 70

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