Bütgenbach

Bütgenbach
Bütgenbach
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Bütgenbach (Belgien)
Bütgenbach
Bütgenbach
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Lüttich
Bezirk Verviers
Koordinaten 50° 26′ N, 6° 12′ O50.4272222222226.2055555555555Koordinaten: 50° 26′ N, 6° 12′ O
Fläche 97,31 km²
Einwohner (Stand) 5701 Einw. (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 59 Einw./km²
Postleitzahl 4750
Vorwahl 080
Bürgermeister Emil Dannemark (FBL)
Adresse der
Stadtverwaltung
Zum Brand 40
4750 Bütgenbach
Webseite www.butgenbach.be

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Bütgenbach ist eine deutschsprachige Gemeinde in der Provinz Lüttich und eine der neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien mit einer Einwohnerzahl von 5.610 (Stand 1. Januar 2008) auf einer Gesamtgemeindefläche von 97,31 Quadratkilometern. Bütgenbach bildet seit 1977 mit Elsenborn, Berg, Küchelscheid-Leykaul, Nidrum und Weywertz die Großgemeinde Bütgenbach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eine erste Erwähnung erfuhr Bütgenbach unter den Karolingern im 9. Jahrhundert als Außenposten des Büllinger Hofes. Die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1130 findet sich in einem Verzeichnis von Abgaben an die Abtei Malmedy. Von 1200 bis 1214 gehörte das Gebiet um Bütgenbach zum Grundbesitz der Grafen von Luxemburg und dann durch Heirat zum Herzogtum Limburg.

Die Herren von Limburg veranlassten 1237 den Bau der Burg Bütgenbach an der Nordseite der Ortschaft, auf einem Felsenvorsprung am Ufer der Warche. Somit wurde Bütgenbach Mittelpunkt eines Gebietes, das als Hof Bütgenbach bezeichnet wird. Neben Bütgenbach gehörten zum Hofgebiet die Ortschaften Berg, Elsenborn, Faymonville, Nidrum, Sourbrodt und Weywertz.

1265 kam der Hof durch Erbschaft an das Haus Falkenburg, das auch die Gebiete von Monschau und später auch Sankt-Vith besaß. Walram von Falkenburg, bewilligte 1300 die Gründung eines Klosters De Porta Coeli (Himmelspforte) auf seinem Gut Bütgenbach. Heute noch besteht an der Straße von Lager Elsenborn nach Küchelscheid der Flurname Grünkloster, doch konnte bis heute nicht geklärt werden, ob es zwischen ihm und der Klostergründung des Walram von Falkenburg ein Zusammenhang besteht. Im Laufe der Zeit ging Bütgenbach nacheinander in den Besitz der Grafen von Vianden und des Hauses Nassau über.

1461 wird Weywertz erstmals in der Form von Wivertz oder Wiverhus erwähnt, was soviel bedeutet wie Weiberhaus. Nach einer alten Überlieferung sollen einst drei Weiber in Weywertz gewohnt und der Siedlung ihren Namen gegeben haben. Um das Haus dieser Weiber oder Frauen soll dann im Laufe der Zeit eine ansehnliche Ortschaft entstanden sein.

1503 erhielt die Familie von Rolhausen die Burg und den Hof Bütgenbach als Lehen von den Nassauern, in deren Besitz sie bis 1786 blieben. 1575 fiel der Besitz unter Christoph von Reiffenberg teilweise einem Brand zum Opfer, doch dessen Sohn Johann stellte ihn 1624 wieder her. 1689 wurde die Burg von den Truppen des Franzosenkönigs Ludwig XIV. zerstört.

1795 wurde das Hofgebiet Bütgenbach mit dem gesamten Herzogtum Luxemburg von den Franzosen annektiert. In der Folgezeit wurde bis 1815 die Burg Bütgenbach während der Franzosenherrschaft endgültig zerstört. Was von der Burg an der Warche übrigblieb, wurde abgetragen und beim Bau verschiedener Häuser des Dorfes verwendet.

1893 legte Preußen bei Elsenborn ein Manövergelände mit Eisenbahnanbindung an, den Truppenübungsplatz Elsenborn, der nach dem Ersten Weltkrieg von der belgischen Armee übernommen wurde. 1920 kamen die Kreise Eupen und Malmedy (mit Sankt Vith) durch den Versailler Vertrag an das Königreich Belgien.

Vennbahn-Brücke in Bütgenbach

1920 wurde das Gebiet Bütgenbach auf vier Gemeinden aufgeteilt:

Das gesamte Gebiet Ostbelgiens wurde bis 1925 unter die Verwaltung des von der belgischen Regierung eingesetzten Hochkommissars General Herman Baltia gestellt. 1925 erfolgte die Eingliederung in das belgische Staatsgefüge.

In der Zeit zwischen 1940 und 1945 wurde während des Zweiten Weltkrieges das Gebiet Bütgenbach mit Eupen-Malmedy vom Deutschen Reich annektiert und kehrte danach unter die Verwaltung des Königreichs Belgien zurück. Im Winter 1944 hatte hier während der Ardennenoffensive General Eisenhower für einige Tage sein Quartier.

Infolge der Gemeindefusionen im Jahr 1977 besteht die Gemeinde Bütgenbach nunmehr aus den Ortschaften Berg, Bütgenbach, Elsenborn, Küchelscheid, Leykaul, Nidrum und Weywertz.

Pfarrkirche in Weywertz (OT von Bütgenbach)

Sehenswürdigkeiten

  • Die Bütgenbacher Talsperre mit der Sportinfrastruktur Worriken.
  • Die Pfarrkirche zum Heiligen Stefanus in Bütgenbach, die 1932[1] eingeweiht wurde, der Architekt war Henry Cunibert
  • Die wilden Narzissenwiesen entlang des Warche- und des Holzwarchetales.
  • Die Wanderpfade um den See, durch Täler und Wälder.
  • Die Pfarrkirche zum Heiligen Michael in Weywertz, die 1959 eingeweiht wurde.
  • Das Hohe Venn.
  • Herba Sana (2 ha didaktischer Kräutergarten)

Medien

Im Elsenborner Kulturzentrum Herzebösch ist das regionale Studio des Hörfunksenders Radio 700 beheimatet. Er ist in den Gemeinden Bütgenbach, Büllingen, Amel und den Gemeinden auf der Frequenz 90,1 MHz zu empfangen, sowie in Burg-Reuland und St. Vith auf UKW 101,7 MHz.

Wirtschaft

Neben dem Tourismus und der Gastronomie erzielen die lokalen Handwerksbetriebe und auch das militärische Übungsgelände Elsenborn, Einkommen.

Der wallonische Raumordnungsminister André Antoine (CDH) hat die Durchführung privater Munitionstests durch MECAR auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn per Erlass vom 5. Juni 2008 untersagt. Es waren gesundheitliche Gefahren und eine Verschmutzung des Trinkwassers befürchtet worden, auch verbunden mit einem Rückgang im Tourismusgeschäft.

Am 20. Mai 2011 gab der Staatsrat eine Globalgenehmigung für Munitionstests in Elsenborn, er folgte hiermit den Argumenten der Rüstungsfirma Mecar [2]. Die Bürgerinitiative „Stop Mecar“ soll wieder reaktiviert werden[3].

Weblinks

 Commons: Bütgenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Pfarrkirche zum Heiligen Stefanus
  2. Bericht in der Tagezeitung Grenz-Echo zu Mecar vom 20. Mai 2011
  3. Bericht in der Tagezeitung Grenz-Echo zur Reaktivierung Stop Mecar vom 25. Mai 2011

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