FedEx

FedEx
FedEx Corporation
Logo der FedEx Corporation
Rechtsform Corporation
ISIN US31428X1063
Gründung 1971
Sitz MemphisTennessee,
Vereinigte Staaten
Leitung Frederick W. Smith (CEO)
Mitarbeiter 290.000 (2010)[1]
Umsatz 39 Mrd $ (2010)[1]
Branche Logistik
Website www.fedex.com/de

Die FedEx Corporation, früher Federal Express, ist ein weltweit operierendes US-amerikanisches Kurier- und Logistikunternehmen. Die deutsche Niederlassung befindet sich in Kelsterbach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1971 wurde das Unternehmen unter dem Namen Federal Express von Frederick W. Smith in Little Rock (Arkansas) gegründet. 1973 zog das Unternehmen nach Memphis (Tennessee) um. Der Name des Unternehmens sollte dazu beitragen, Regierungsaufträge zu erhalten. Federal Express war das erste Transportunternehmen, das moderne Jet-Flugzeuge einsetzte. Federal Express profitierte stark von der Deregulierung im US-amerikanischen Lufttransportsektor und expandierte stetig.

1989 kaufte Federal Express die international agierende Luftfrachtgesellschaft Flying Tiger Line. 1998 erwarb das Unternehmen die Firmen Caliber System, Inc, Roberts Express, Viking Freight und Caliber Logistics. Etwas später übernahm man auch American Freightways. Die vereinten Unternehmen firmierten unter dem Namen FDX Corp.

2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen FedEx Corporation, wobei man sich an der seit vielen Jahren gebräuchlichen Abkürzung FedEx orientierte und sie zur offiziellen Bezeichnung der Firma machte.

2004 kaufte FedEx die US-amerikanische Kette Kinko’s, die Druck-, Kopier- und Bindedienste anbietet und benannte sie in FedEx Kinko’s um.

Neben dem Heimatflughafen Memphis (Tennessee) (sog. „Superhub“) bestehen folgende weitere Drehkreuze:

Die Hauptkonkurrenten des Unternehmens sind DHL, UPS, USPS und TNT.

Aktuelles

In einem Aufsehen erregenden Urteil vor einem US-Gericht wurden am 4. Juni 2006 zwei aus dem Libanon stammenden FedEx-Fahrern wegen Diskriminierung durch eine Vorgesetzte umgerechnet rund 47 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen.

Als erster Airbus-Kunde reagierte FedEx im November 2006 auf die anhaltenden Lieferverzögerungen beim Airbus A380 und stornierte seine Bestellung von zehn Airbus A380F zugunsten einer neuen Bestellung beim Rivalen Boeing von 15 Maschinen des Typs 777F. Als Begründung gab Gründer, CEO und President der FedEx Corporation Frederick W. Smith an, dass die Entschädigungszahlungen in keiner Relation zu den entstehenden Umsatzverlusten stehen würden.[3]

Im US-amerikanischen Spielfilm Cast Away – Verschollen aus dem Jahr 2000 von 20th Century Fox und DreamWorks strandet ein FedEx-Angestellter nach einem Flugzeugabsturz auf einer kleinen Südseeinsel und kämpft dort vier Jahre ums Überleben.

FedEx wurde 2008 im jährlich erscheinenden Bericht des „Forbes-Magazine“ auf Platz sieben der US-amerikanischen „most admired companies“ gewählt.[4]

Am 27. Oktober 2010 gab FedEx bekannt, das neue Umschlagzentrum für Zentral- und Osteuropa am Flughafen Köln/Bonn in Betrieb genommen zu haben. Bisher befand sich das Drehkreuz in Frankfurt am Main.[5] Ein Grund für den Umzug war das mögliche Nachtflugverbot in Frankfurt. Eine Nachtflugbeschränkung für Frachtflieger soll es in Köln bis 2030 hingegen nicht geben.

FedEx Luftflotte

Ein Airbus A310-200F von FedEx
Eine ATR 42F von FedEx
Eine McDonnell Douglas MD-11F von FedEx

FedEx fing ursprünglich mit 14 Dassault Falcon 20 Jets an und sendete 186 Sendungen in 25 US-Städte. Inzwischen betreibt man eine der weltweit größten Luftfrachtflotten. Die folgende Tabelle führt von FedEx selbst betriebene Maschinen und alle weiteren Maschinen von Subunternehmen auf, die im Auftrag für FedEx Sendungen transportieren. Mit Stand Oktober 2011 besteht die Flotte der FedEx aus 687 Flugzeugen[6]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[7] Anmerkungen
Airbus A300F 071 FedEx ist weltweit größter Betreiber des Airbus A300F und erhielt 2007 den letzten je produzierten
Airbus A310-200F/-300F 053 FedEx ist weltweit größter Betreiber des Airbus A310F
ATR 42F 026
ATR 72F 021
Boeing 727-200F 061 FedEx ist weltweit größter Betreiber der Boeing 727 und erhielt 1984 die letzte je produzierte
Boeing 757-200F 059
Boeing 777F 013 3
Cessna 208B 244
McDonnell Douglas MD-10-10F1 058 FedEx ist weltweit größter Betreiber der McDonnell Douglas MD-10
McDonnell Douglas MD-10-30F1 017
McDonnell Douglas MD-11F 064 FedEx ist weltweit größter Betreiber der McDonnell Douglas MD-11
Gesamt 687 3

1Bei der MD-10 handelt es sich um mit neuer Avionik und Winglets ausgestattete McDonnell Douglas DC-10. Sie werden teilweise – z. B. von FedEx – auch Boeing MD-10 genannt, da Boeing McDonnell Douglas übernommen hat und die Umrüstung von der DC- zur MD-Version verantwortet.

Zwischenfälle

  • Am 7. April 1994 kam es an Bord einer McDonnell Douglas DC-10-30 beim Flug FedEx 705 zu einem Entführungsversuch. Auburn Calloway, ein ehemaliger Pilot der United States Navy, versuchte, mit Hämmern und einer Speerpistole bewaffnet, die Flugzeugbesatzung auszuschalten und die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen und es so abstürzen zu lassen. Dabei wollte er es wie einen Unfall aussehen lassen und sterben, um so seiner Familie ein besseres Leben durch seine Lebensversicherung zu ermöglichen. Es kam zu einem langen Kampf zwischen Calloway und der Besatzung. Einer der Piloten versucht durch riskante Manöver, bei denen die Frachtmaschine kurzzeitig sogar die Schallgeschwindigkeit überschritt, Calloway in eine ungünstige Lage zu bringen und somit für seine Kollegen greifbar zu machen. Während des Kampfes konnte die Besatzung den Flughafen Memphis informieren und forderte Krankenwagen und eine SWAT-Mannschaft an. Nach einem weiteren Kampf versuchte einer der Piloten mit schweren Kopfverletzungen und auf einem Auge blind das Flugzeug zu landen. Dabei kam es zu einem weiteren schweren Kampf, bei dem Calloway ausgeschaltet wurde. Es folgte die sichere Landung, bei der sich herausstellte, dass zwei der Piloten lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten.
  • Am 31. Juli 1997 verunglückte die Frachtmaschine mit der Registrierung N611FE der FedEx bei der Landung auf dem Newark International Airport, NJ (EWR) (Vereinigte Staaten) durch einen Pilotenfehler, fing dabei Feuer und brannte vollständig aus. Alle 5 Insassen konnten sich retten.[8]
  • Am 17. Oktober 1999 verunglückte die Frachtmaschine N581FE der FedEx bei der Landung auf dem Subic Bay International Airport (SFS) (Philippinen). Sie rollte über das Ende der Landebahn und landete im Meer. Alle Insassen konnten sich retten.

Trivia

Siehe auch

Weblinks

 Commons: FedEx – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b FedEx Corporation: Geschäftsbericht 2010. Abgerufen am 14. September 2011 (englisch).
  2. Köln/Bonn neuer Knotenpunkt des FedEx-Express-Netzwerks. Abgerufen am 6. Dezember 2010.
  3. Financial Times Deutschland-Artikel, Video des Originalinterviews auf Financial Times USA
  4. FedEx: FedEx Among Top Ten on FORTUNE’s Lists of Most Admired Companies 3. März 2008
  5. FedEx eröffnet Köln-Bonner Drehkreuz abgerufen am 11. November 2010
  6. fedex.com – Facts (englisch) abgerufen am 8. Oktober 2011
  7. boeing.com – Customer Summary (englisch) abgerufen am 19. November 2010
  8. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network abgerufen am 11. Mai 2010
  9. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network abgerufen am 11. Mai 2010
  10. Interview mit Lindon Leader, dem Designer des Logos abgerufen am 6. Oktober 2011

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