Georg (Sachsen)

Georg (Sachsen)
Georg von Sachsen als Prinz (Porträt von Franz Kops, 1895)
Georg von Sachsen als Prinz
20 Goldmark von 1903 mit dem Konterfei König Georgs

Friedrich August Georg Ludwig Wilhelm Maximilian Karl Maria Nepomuk Baptist Xaver Cyriacus Romanus von Sachsen (* 8. August 1832 in Dresden; † 15. Oktober 1904 in Pillnitz) aus dem Haus der albertinischen Wettiner war 1902 bis 1904 König von Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Georg wurde 1832 als dritter Sohn von Johann von Sachsen geboren. 1849/50 besuchte er für etwa sechs Monate Vorlesungen an der Universität Bonn. Von 1855 bis zu seiner Thronbesteigung war er Vorsitzender des Sächsischen Altertumsvereins, der sich um die Denkmalpflege verdient machte. Im Deutschen Krieg von 1866 befehligte Georg die 1. Reiterbrigade der sächsischen Armee. Im Deutsch-Französischen Krieg kommandierte er erst die 1. Infanteriedivision Nr. 23 und ab dem 19. August 1870, nachdem sein Bruder Kronprinz Albert das Kommando über die Maasarmee übernommen hatte, das gesamte XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps. Das Kommando über dieses Korps hatte er bis zum 29. März 1900 inne. Prinz Georg vertrat Sachsen bei der Ausrufung Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 im Schloss Versailles und wurde 1888 als zweiter Sachse zum Generalfeldmarschall des Deutschen Reiches ernannt.

Am 19. Juni 1902 folgte Georg im Alter von knapp 70 Jahren seinem Bruder Albert auf den Thron Sachsens. In seine Regierungszeit von nur zwei Jahren, während der er äußerst unpopulär war, da er nicht zugunsten seines Sohnes Friedrich August auf den Thron verzichtete, fällt der Textilarbeiterstreik in Crimmitschau. Aufgrund einer sich im Frühjahr 1904 zugezogenen Influenza starb der greise König am 15. Oktober 1904 in Pillnitz.

Ehe und Nachkommen

Georg heiratete am 11. Mai 1859 in Lissabon Infantin Maria Anna von Portugal, die Tochter des portugiesischen Königspaares Ferdinand II. und Maria II.. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor:

Vorfahren

Ahnentafel Georg von Sachsen
Ururgroßeltern

König
August III. (1696-1763)
∞ 1719
Maria Josepha von Österreich (1699–1757)

Kaiser
Karl VII. (1697-1745)
∞ 1722
Maria Amalia von Österreich (1701–1756)

Herzog
Philipp von Parma (1720-1765)
∞ 1738
Marie Louise Élisabeth de Bourbon (1727-1759)

Kaiser
Franz I. Stephan (1708-1765)
∞ 1736
Maria Theresia (1717-1780)

Herzog
Christian III. von Pfalz-Zweibrücken (1674-1735)
∞ 1719
Karoline von Nassau-Saarbrücken (1704-1774)

Joseph Karl von Pfalz-Sulzbach (1694-1729)
∞ 1717
Elisabeth Auguste Sofie von der Pfalz (1693-1728)

Großherzog
Karl Friedrich von Baden (1728-1811)
∞ 1751
Karoline Luise von Hessen-Darmstadt (1723-1783)

Landgraf
Ludwig IX. (1719-1790)
∞ 1741
Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken (1721-1774)

Urgroßeltern

Kurfürst Friedrich Christian von Sachsen (1722–1763)
∞ 1747
Maria Antonia von Bayern (1724–1780)

Herzog Ferdinand von Bourbon (1751–1802)
∞ 1769
Maria Amalia von Österreich (1746–1804)

Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld (1724–1767)
∞ 1746
Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach (1724–1794)

Karl Ludwig von Baden (1755–1801)
∞ 1774
Amalie von Hessen-Darmstadt (1754–1832)

Großeltern

Maximilian von Sachsen (1759–1838)
∞ 1792
Caroline von Bourbon-Parma (1770–1804)

König Maximilian I. Joseph (1756–1825)
∞ 1797
Karoline von Baden (1776–1841)

Eltern

König Johann von Sachsen(1801–1873)
∞ 1822
Amalie Auguste von Bayern (1801–1877)

Georg von Sachsen

Ehrungen

  • Prinz-Georg-Turm auf dem Ungerberg bei Sebnitz

Literatur

  • W. Fellmann: Sachsens Könige 1806-1918. Koehler&Amelang, München u. Berlin 2000, ISBN 3-7338-0233-0
  • O. Posse: Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses. Zentralantiquariat Leipzig 1994, ISBN 3-7463-0171-8 (Nachdruck der Originalausgabe von 1897 mit Berichtigungen und Ergänzungen)
  • Albert Herzog zu Sachsen: Die Wettiner in Lebensbildern. Styria-Verlag Graz/Wien/Köln 1995. ISBN 3-222-12301-2

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Albert König von Sachsen
1902–1904
Friedrich August III.

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