A.J.S.

A.J.S.
AJS 7R 350 cm³ „Boy Racer“
AJS Regal Raptor DD125E
AJS von 1931

A.J.S. (A.J. Stevens & Co Ltd.), benannt nach Albert John Stevens, gehört zu den bekanntesten englischen Herstellern der Motorradgeschichte. 1909 gründeten die Brüder Albert John, Harry, George und Joe Stevens in der Retreat Street in Wolverhampton das Unternehmen, das 20 Jahre lang hochwertige Sport- und Tourenmaschinen produzierte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man siegte 1921 Eric Williams im Junior-Rennen mit einer 350er A.J.S., die 120 km/h Spitzengeschwindigkeit erreichte. Zusätzlich wurden die Plätze zwei, drei, vier, sechs und acht von A.J.S.-Fahrern belegt.

In den 1930er-Jahren entwickelte sich A.J.S. zum zweitgrößten britischen Motorradproduzenten. In der Nachkriegszeit wurde die A.J.S. „Porcupine“-Zweizylindermaschine u. a. durch Jock West und seine Rennerfolge berühmt. Die „Boy Racer“ war eins der erfolgreichsten Rennmodelle der Geschichte.

1931 geriet A.J.S. in finanzielle Schwierigkeiten. Harry Collier und Charles Collier kauften A.J.S. auf. Die gesamte Produktionsanlage wurde nach Plumstead gebracht, um fortan die A.J.S.-Motorräder zusammen mit Matchless-Maschinen zu bauen.[1] Der Name A.J.S. blieb als Marke bestehen. Die Stevens-Brüder gründeten eine neue Firma in Wolverhampton unter dem Namen Stevens Brothers (Wolverhampton) Ltd.

1965 stellte das Werk die letzten Rennsportaktivitäten ein. 1966 gingen Matchless und A.J.S. im Manganese-Bronze-Konzern auf, 1968 wurde das Werk endgültig stillgelegt.

1974 erwarb der ehemalige NVT-Ingenieur Fluff Brown die Namensrechte an A.J.S. und produzierte weiterhin die A.J.S.-Motocross-Motorräder „Stormer“.

Seit Eröffnung eines Werks in China produziert er dort die A.J.S. CR3, ein 125-cm³-Straßenmotorrad, sowie die Softchopper der Regal-Raptor-Serie.

Einige Modelle

  • A.J.S. 7R „Boy Racer“: 348-cm³-Einzylinder mit ca. 45 PS
  • A.J.S. E95 „Porcupine“: 498-cm³-DOHC-Parallel-Twin mit 55 PS bei 7600/min
  • A.J.S. 35/2 1000 cm³
  • A.J.S. Double-T Racer: 247-cm³-Einzylinder-Zweitaktmotor mit ca. 32 PS

Motorradrennsport

Motorrad-Weltmeisterschaft

Insgesamt konnte A.J.S. einen Fahrer- und einen Konstrukteursweltmeistertitel in der Motorrad-Weltmeisterschaft einfahren.

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Leslie Graham (1)

  • Weltmeister in der 500-cm³-Klasse: 1949

Motorrad-Europameisterschaft

In der Motorrad-Europameisterschaft gelangen dem Hersteller fünf Fahrertitel.

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jimmie Simpson (3)

  • Europameister in der 350-cm³-Klasse: 1924, 1927
  • Europameister in der 500-cm³-Klasse: 1926

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Longman (1)

  • Europameister in der 350-cm³-Klasse: 1926

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Leo Davenport (1)

  • Europameister in der 350-cm³-Klasse: 1929

Autoproduktion

Zwischen 1930 und 1933 wurde auch ein Automobil angeboten. Das Modell 9 HP besaß einen Vierzylindermotor mit 1018 cm³ Hubraum, der 24 PS leistete. Es gab die Karosserieformen viertürige Limousine, zweitüriger Torpedo und Roadster. Zwei Fahrzeuge dieser Marke sind im Black Country Living Museum in Dudley zu besichtigen.

Einzelnachweise

  1. Helmut Krackowizer: Motorräder. Verlag Welsermühl, München 1981, ISBN 3-85339-170-2, S. 17.

Weblinks

 Commons: A.J.S. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



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