Universität Erfurt

Universität Erfurt

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Universität Erfurt
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Gründung 4. Mai 1389 (1379)

(1816 Schließung, 1994 Neugründung)

Ort Erfurt
Bundesland Thüringen
Staat Deutschland
Leitung Kai Brodersen
Studenten 5.500 (WS 2010/11)
Mitarbeiter 538
Website www.uni-erfurt.de
Haupteingang zum Universitätscampus mit Auditorium maximum

Die Universität Erfurt (Alma mater Erfordensis) wurde aufgrund einer Stiftungsurkunde Papst Urbans VI. vom 4. Mai 1389 errichtet[1] und in der zweiten Woche nach Ostern 1392 offiziell eröffnet.[2] Die bereits im Jahr 1379 von Papst Clemens VII. auf Antrag der Erfurter Bürgerschaft erteilte Gründungsurkunde führte wegen des Abendländischen Schismas nicht zur Universitätsgründung[2], wird aber von einigen Forschern als eigentliches Gründungsdatum angesehen, womit Erfurt als die älteste Alma mater Deutschlands vor Heidelberg (1385) und Köln (1388) gelten würde.[3] Die Universität wurde 1816 geschlossen. Nach der deutschen Wiedervereinigung erfolgte 1994 die Neugründung als Universität. Die zu DDR-Zeiten begründete Pädagogische Hochschule Erfurt, sowie weitere Einrichtungen, gingen in der wiedererrichteten Universität auf.

Heute ist die Universität Erfurt neben der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Bauhaus-Universität Weimar und der Technischen Universität Ilmenau eine von vier Universitäten im Freistaat Thüringen.

Der mit Abstand größte Studiengang an der Universität ist das Grundschullehramt (als Pädagogik der Kindheit bezeichnet); der zweitgrößte Studiengang Erziehungswissenschaften stammt ebenfalls aus der erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Weitere Schwerpunkte der Universität sind die Staatswissenschaften (Sozialwissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften) sowie einige Disziplinen der philosophischen Fakultät (hier sind Geschichte und Kommunikationswissenschaften die größten Studiengänge).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Schon 1378 hatte sich die Stadt Erfurt bei Papst Clemens VII. für die Gründung einer eigenen Universität in Erfurt beworben und 1379 eine Stiftungsbulle erhalten. Die Initiative für die Bewerbung geht dabei insbesondere auf das hohe Engagement der Erfurter Bürgerschaft zurück. Da der Landesherr, Erzbischof Adolf von Mainz, jedoch die Fronten wechselte und sich Papst Urban VI. zuwandte, wurde die Eröffnung unmöglich.

Nachdem jedoch im Jahre 1388 der Rat zu Köln die Gründung einer Universität in seiner Stadt erreicht hatte, wurden auch die Erfurter Stadtväter wieder aktiv und bemühten sich ein zweites Mal um die Genehmigung zur Gründung einer Universität. Diese Genehmigung erteilte ihnen der römische Papst Urban VI. mit Urkunde vom 4. Mai 1389.

In der zweiten Woche nach Ostern 1392 wurde die Universität Erfurt als dritte Universität nach Heidelberg (1386) und Köln (1388) innerhalb der Grenzen des heutigen Deutschlands eröffnet. Im selben Jahr fand die erste Rektorwahl statt und wurde zum Sommersemester der Lehrbetrieb aufgenommen. Bekannt war die Universitas Studii Erfordiensis bald unter der Bezeichnung Hierana (die an der Gera/Hiera gelegene).

Die Lehrgebäude lagen im Lateinischen Viertel, gegenüber der Michaeliskirche, die als Universitätskirche diente. Das repräsentative Hauptgebäude war das 1511 bis 1550 errichtete Collegium Maius.

Neuere Forschungen zur Gründungsgeschichte der Universität plädieren dafür, das Gründungsprivileg von 1379 als „Geburtsurkunde“ zu betrachten, womit Erfurt als älteste Universität im heutigen Deutschland vor Heidelberg (1385) und Köln (1388) gelten würde. Auch in Wien, wo zwischen Gründungsprivileg 1365 und Aufnahme eines geregelten Studienbetriebes fast 20 Jahre liegen, und weiteren alten Universitäten beruft man sich auf das erste Datum.

Erste Blütezeit

Erster Rektor der Universität Erfurt war der Arnstädter Ludwig Mollner. Unter ihm und seinen Nachfolgern nahm die Universität Erfurt einen raschen Aufstieg. Schnell entwickelte sich die junge Universität zu einer Volluniversität mit allen vier Fakultäten (Philosophie, Medizin, weltliches und kirchliches Recht, Theologie). Die Artistenfakultät, an der die Sieben Freie Künste (artes liberales) gelehrt wurden, genoss weithin hohes Ansehen. Auf Grund der zentralen Lage Erfurts am Schnittpunkt europäischer Verkehrswege, entwickelte sich die Universität bald zu einer der namhaftesten Bildungsstätten Zentraleuropas.

Dasselbe gilt auch insbesondere für die theologische Fakultät, deren Absolventen in ganz Deutschland tätig waren, und für die juristische Fakultät, an der sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts neben dem Kirchenrecht auch das Zivilrecht durchsetzte. Die Erfurter Universität war zeitweilig die berühmteste Stätte rechtswissenschaftlicher Studien nördlich der Alpen und wurde als „Bologna des Nordens“ gerühmt. Zum hohen Ansehen dieser beiden Fakultäten trugen vor allem auch ihre Vertreter bei, die an den Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449) teilnahmen und in vielen kirchlichen Streitfragen als bedeutsame Gutachter fungierten. Außerdem machten sie sich als Ratgeber der Fürsten einen Namen.

So kam es, dass die Universität Erfurt im 15. Jahrhundert zur meistbesuchten Universität Deutschlands wurde und die größte Studentenschaft zählte. Ihre Scholaren strömten aus allen Teilen Europas nach Erfurt. Außerdem diente sie als Vorbild für viele Universitätsgründungen des 15. Jahrhunderts, z.B. für Rostock (1419), Basel (1460), Trier (1473) und Mainz (1477).

Aus dieser Zeit stammt auch eine große Bibliothek, die berühmte Bibliotheca Amploniana, gestiftet von Amplonius Rating de Berka, der in Erfurt sein Medizinstudium beendete und dort 1393 promovierte. Vom 5. Mai 1394 bis zum 31. Januar 1395 war er zweiter Rektor der Universität Erfurt. Um 1410 schrieb er eigenhändig einen nach Wissensbereichen (Theologie, Medizin etc.) geordneten Katalog für seine Bibliothek, der heute noch erhalten ist. Am 1. Mai 1412 schenkte Amplonius seine Bibliothek dem von ihm gestifteten Collegium Porta Coeli (Collegium Amplonianum) in Erfurt. Die Bibliothek des Amplonius umfasst das Universum des spätmittelalterlichen Wissens. Bis heute sind noch etwa zwei Drittel des ursprünglichen Buchbestandes erhalten. Die Bibliotheca Amploniana wird seit 2001 in der Universitätsbibliothek Erfurt aufbewahrt. Sie gilt als eine der bedeutendsten Handschriftensammlungen Deutschlands und ist die weltweit größte noch geschlossen erhaltene Handschriftensammlung eines spätmittelalterlichen Gelehrten.

Zweite Blütezeit

Einen weiteren geistigen Aufschwung erlebte die Universität Erfurt um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Er erfolgte gleichzeitig nach zwei Richtungen: Zum einen gab es eine Spätblüte der Scholastik, zum anderen blieb Erfurt der via moderna treu. Auf Grund der zentralen Lage Erfurts am Schnittpunkt europäischer Verkehrswege, entwickelte sich die Universität bald zu einer der namhaftesten Bildungsstätten Zentraleuropas. Zeitweise mit mehr als 1100 Lehrkräften und Studenten und mit 35.707 Immatrikulierten während der Jahre 1392 bis 1521 war sie damals nach Wien die am stärksten besuchte deutschsprachige Hochschule.

Einer der bekanntesten Erfurter Studenten aus dieser Zeit ist der Reformator Martin Luther, welcher an der artistischen Fakultät der Universität Erfurt 1501 als „Martinus Ludher ex Mansfeldt“ immatrikuliert wurde, dort 1502 sein Bakkalaureus-Examen ablegte und 1505 zum Magister Artium wurde. Dabei bekam er wichtige Grundlagen und zahlreiche Anregungen für seine spätere Entwicklung mit.

Wer gut studieren will, der gehe nach Erfurt, hatte er empfohlen und andere Universitäten gegenüber der Universität Erfurt als "kleine Schützenschulen" bezeichnet. Sein ganzes Leben lang hatte Luther eine enge Beziehung zu Erfurt und seiner Universität, wohin ihn sein Weg auch später noch mehrmals führte. Wie ein Bekenntnis klingt es, wenn er 1513 formulierte: "Die Erfurter Universität ist meine Mutter, der ich alles verdanke". Nach seinem Gewitter-Erlebnis trat Luther am 17. Juli 1505 in das Augustinerkloster ein. 1507 empfing er in der Kilianikapelle des Erfurter Marienstifts (Dom) (heute ein Vorlesungsraum der katholisch-theologischen Fakultät) die Priesterweihe und begann danach Theologie am Generalstudium der Augustiner-Eremiten in Erfurt, das der Universität inkorporiert war, zu studieren, 1509 wurde er dann im Coelicum (dem heutigen Auditorium der katholisch-theologischen Fakultät) promoviert.

Der Humanist Eobanus Hessus (1488–1540), der ab 1504 in Erfurt studierte, verkündete: Erfurt strahlt im Ruhm der Wissenschaft, vor allen Städten Deutschlands trug es im Wettkampf die Siegespalme davon.

Auch in den säkularen Erneuerungsbewegungen von Humanismus und Reformation spielte die Universität eine sehr wichtige Rolle. So entstanden im so genannten „Erfurter Humanistenkreis“ um Helius Eobanus Hessus die „Dunkelmännerbriefe“ (1515/17), welche als die bedeutendsten und treffendsten Satiren auf die späte Scholastik und das pseudogelehrte Mönchtum der damaligen Zeit gelten.

In den Jahren 1520/1521 bekleidete der angesehene Humanist Crotus Rubeanus das Rektorenamt. Er bereitete für Martin Luther bei seinem Erfurter Aufenthalt (6. bis 8. April 1521) auf dem Weg zum Reichstag nach Worms 1521 einen Ehrenempfang, was von der begeisterten Aufnahme des reformatorischen Gedankens zeugt.

Schließung

Nachdem die Universität Erfurt im Zeitalter der Reformation und des Humanismus ihre höchste Blüte erreicht hatte, kam es beginnend mit dem Pfaffenstürmen 1521, insbesondere aber nach den Revolutionskriegen und der napoleonischen Ära zu einem unaufhaltsamen Niedergang in der deutschen Hochschullandschaft. Der Anteil der Erfurter Studenten innerhalb der deutschen Studentenschaft (ohne die Habsburgischen Gebiete) fiel von über 20 % auf 1,5 % bis 3 % im 17. und 18. Jahrhundert. Erfurt teilte das Schicksal solcher Kleinstuniversitäten wie Altdorf, Duisburg, Fulda und Herborn und überlebte die Epoche der Napoleonischen Kriege in Deutschland nicht.

So mussten um 1800 insgesamt 22 deutsche Universitäten schließen. Auf Anordnung Preußens, das sich mit der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin 1810 eine weitere Universität neben denen in Königsberg/Preußen, Halle/Saale und Breslau geschaffen hatte, wurde schließlich 1816 mit gerade noch 20 Studenten die Erfurter Universität geschlossen. Das Auflösungsdekret des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. vom 24. September 1816 besiegelte das Schicksal dieser altehrwürdigen europäischen Bildungsstätte.

Lediglich die im Jahre 1754 von Erfurter Universitätsprofessoren gegründete Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt blieb bestehen. Die Akademie versuchte wie auch der Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt das Andenken der Universität wach zu halten.

Hinterlassenschaften

Studentenburse (bursa pauperum) der alten Erfurter Universität am Kreuzsand

An die Tradition der alten Erfurter Universität erinnern unter anderem viele Gebäude im historischen Universitätsviertel, dem sogenannten Lateinischen Viertel. Dort befindet sich auch das durch einen US-amerikanischen Luftangriff im Februar 1945 völlig zerstörte und seit 1998 wiederaufgebaute Hauptgebäude der historischen Universität, das Collegium Maius (errichtet 1512-1515).

Ein Antiquariat und akademische Buchhandlung in diesem Bereich (Futterstraße) führt noch den Namen der alten Hierana.

Mit der Bibliotheca Amploniana, Privatbibliothek des zweiten Rektors Amplonius Ratingk d. Ä. (ca. 1365-1435), die er 1412 der Universität übereignete, besitzt Erfurt eine weltberühmte Handschriftensammlung spätmittelalterlichen Wissens. Diese größte Bibliothek eines Gelehrten aus vorhumanistischer Zeit vermittelt auch einen umfassenden Überblick über die gesamte zeitgenössische Medizin, wie sie bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhundert überall in Europa gelehrt wurde.

Wiedererrichtung

Von 1954 bis 1993 bestand in Erfurt mit der Medizinischen Akademie Erfurt eine akademische Ausbildungsstätte für Ärzte und Zahnärzte, die sich in der Tradition der alten Universität Erfurt sah. Ihre 1960 gebildete Abteilung für Geschichte der Medizin machte sich um die Erforschung der Erfurter Wissenschafts- und Universitätsgeschichte verdient.

Im Jahr 1969 wurde durch Zusammenlegung der 1953 eröffneten Pädagogischen Institute Erfurt und Mühlhausen die Pädagogische Hochschule Erfurt gegründet. Ab 1987 engagierten sich Mitglieder der heutigen Universitätsgesellschaft Erfurt für eine Wiedergründung der Universität, die mit der Wende 1989 auf deren Initiative hin rasch Gestalt annahm. Im Dezember 1993 beschloss der Landtag des Freistaats Thüringen, die Universität wiederzuerrichten. Sie ist damit die jüngste staatliche Universität Deutschlands und zugleich eine der ältesten, welche über eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition verfügt.

Die juristische Wiedergründung der Universität in Erfurt erfolgte zum 1. Januar 1994. Der Lehrbetrieb wurde zum Wintersemester 1999/2000 aufgenommen. Kurz zuvor verließ Gründungspräsident Peter Glotz, SPD-Politiker und Kommunikationswissenschaftler, die Universität. Sein Nachfolger wurde Wolfgang Bergsdorf. Der Freund des damaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel hatte kurz zuvor bei der Abwahl Helmut Kohls seine Stellung als Ministerialdirektor im Bundeskanzleramt verloren. 2001 wurde die Pädagogische Hochschule Erfurt in die Universität eingegliedert. Zwei Jahre später wurde mit der Katholisch-Theologischen Fakultät die zuvor von der Katholischen Kirche getragene Theologische Fakultät Erfurt samt Priesterseminar (Nachfolgerin des 1952 errichteten Philosophisch-Theologischen Studiums Erfurt) als vierte Fakultät in die Universität integriert.

Neuere Entwicklungen

Wegen chronischer Unterfinanzierung kam es 2003 zu umfangreichen Entlassungen und Nicht-Besetzungen freier Stellen, die wie in ganz Thüringen Studentenproteste auslösten. Unter Anpassung einiger der ursprünglichen Reformziele konnte die Situation durch administrative Maßnahmen der Universitätsleitung und der -gremien stabilisiert werden.

2005 und 2008 schnitten die Studienrichtung Kommunikationswissenschaften und einige Studienrichtungen der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität in der Spitzengruppe des Hochschulrankings vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und dem Magazin stern ab. Zahlreiche Studiengänge wurden von der Akkreditierungsagentur ACQUIN akkreditiert.

Im selben Jahr wurde die Universität Erfurt vom „Audit Familiengerechte Hochschule“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung als besonders familiengerechte Hochschule ausgezeichnet.

Besondere Einrichtungen

Die Bibliothek auf dem Campus

Besondere Einrichtungen sind das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien sowie die weitgehend durch Drittmittel getragene Erfurt School of Public Policy (ESPP), 2009 umbenannt zur Willy Brandt School of Public Policy. Die Universitätsbibliothek Erfurt wurde im Jahr 1999 mit der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha vereinigt. Als Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha verfügt sie über einen Bestand von etwa 750.000 Bänden in Erfurt sowie etwa 550.000 Bände vorwiegend aus dem 16. bis 19. Jahrhundert in Gotha. Zum Bibliotheksbestand gehören auch ca. 10.000 Handschriften sowie die berühmte Gelehrtenbibliothek Bibliotheca Amploniana mit fast 1000 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften, die niemals Teil der Universitätsbibliothek der alten Universität Erfurt war, sondern stets dem von Amplonius Rating de Berka gegründeten Collegium Porta Coeli gehörte.

Als Fördergesellschaft für die Universität fungiert die Universitätsgesellschaft Erfurt.

Fakultäten und Fachbereiche

Sitz der Philosophischen Fakultät
Eingangsbereich zum Campus mit Audimax und Staatswissenschaftlicher Fakultät

Die Universität Erfurt gliedert sich in vier Fakultäten mit einem geisteswissenschaftlichen Profil. Zur bereits seit den 1950er-Jahren bestehenden Lehrerausbildung/Pädagogik kamen 1999 noch die staatswissenschaftlichen Disziplinen und die Kommunikationswissenschaft hinzu. Die Ausbildung in den geisteswissenschaftlichen Kernfächern wie Philosophie, Geschichte oder Literaturwissenschaft wurde vom für Lehramt üblichen Rahmen auf ein Vollstudium ausgedehnt. Seit 2003 gehört auch die zuvor von der Katholischen Kirche getragene Theologische Fakultät Erfurt als vierte Fakultät rechtlich zur Universität. Seit Dezember 2004 hat die Katholisch-Theologische Fakultät die nach dem ehemaligen Besitzer benannte Villa Martin auf dem Campus der Universität Erfurt als Dienstgebäude. Die Katholisch-Theologische Fakultät ist deutlich kleiner als die anderen drei Fakultäten.

  • Staatswissenschaftliche Fakultät mit Sitz im Lehrgebäude 1
    • wirtschaftswissenschaftliche Richtung
    • sozialwissenschaftliche Richtung
    • rechtswissenschaftliche Richtung
    • Erfurt School of Public Policy (ESPP)/Willy Brandt School of Public Policy
  • Philosophische Fakultät mit Sitz im Lehrgebäude 4
    • Fachbereich für Geschichtswissenschaft
    • Fachbereich für Kommunikationswissenschaft
    • Fachbereich für Literaturwissenschaft
    • Fachbereich für Philosophie
    • Fachbereich für Religionswissenschaft
    • Fachbereich für Sprachwissenschaft
  • Erziehungswissenschaftliche Fakultät mit Sitz im Lehrgebäude 2
    • Fachgebiet Allgemeine Erziehungswissenschaft und Empirische Bildungsforschung
    • Fachgebiet Berufspädagogik und betriebliche Weiterbildung/ Erwachsenenbildung
    • Fachgebiet Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung
    • Fachgebiet Kunst (in der Hügelschule in der Altstadt [Lehrgebäude 3])
    • Fachgebiet Musik
    • Fachgebiet Psychologie
    • Fachgebiet Schulpädagogik
    • Fachgebiet Sonder- und Sozialpädagogik
    • Fachgebiet Sport- und Bewegungswissenschaften
    • Fachgebiet Technische Wissenschaften und Betriebliche Entwicklung (in Kooperation mit der FH Erfurt)
    • Fachgebiet Evangelische Theologie
  • Katholisch-Theologische Fakultät mit Sitz in der Domstraße 10
    • Fachgebiet Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde
    • Fachgebiet Christliche Sozialwissenschaft
    • Fachgebiet Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie
    • Fachgebiet Dogmatik
    • Fachgebiet Exegese und Theologie des Alten Testaments
    • Fachgebiet Exegese und Theologie des Neuen Testaments
    • Fachgebiet Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft
    • Fachgebiet Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit
    • Fachgebiet Kirchenrecht
    • Fachgebiet Liturgiewissenschaft
    • Fachgebiet Moraltheologie und Ethik
    • Fachgebiet Pastoraltheologie und Religionspädagogik
    • Fachgebiet Philosophie
  • Studium Fundamentale und Berufsfeld: Im für alle belegungspflichtigen Studium Fundamentale sollen die Studierenden einen Einblick in die Inhalte anderer Studienrichtungen erhalten und so lernen, sich auch mit fachfremden Inhalten auseinanderzusetzen. Im Berufsfeld müssen Praktika absolviert werden. Auch Sprachkenntnisse und anderes können hier eingebracht werden.
  • Max-Weber-Kolleg, "Institute for Advanced Study" und Graduiertenkolleg für Soziologie, Geschichtswissenschaft, Religionswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Theologie und Philosophie[4]
  • Graduiertenkolleg "Mediale Historiographien"

Studiengänge

Das Verwaltungsgebäude (VG) der Universität ist das Hauptgebäude auf dem Campus

Diplomstudiengänge

  • Katholische Theologie
  • Erziehungswissenschaft (seit WS 1999/2000 keine Neuimmatrikulationen mehr)

Baccalaureus- & Magister-Studienrichtungen

Projekte

Studentische Gruppen

An der Universität Erfurt existieren zahlreiche studentische Gruppen, so etwa politische und konfessionelle Hochschulgruppen, eine Amnesty International-Hochschulgruppe, der Debattierclub 'Wortfechter Erfurt e. V.' , AEGEE Erfurt e. V. und die International and Public Affairs Student Association (IPASA). Die seit 2004 an der Universität tätige Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit erreichte bereits die komplette Umstellung der Drucker und Kopierer auf Ökopapier. Seit 2009 erscheint ferner die von Studenten herausgegebene Literaturzeitschrift Wortwuchs. Die ebenfalls studentische Zeitung Campus Echo erscheint seit 2005 vierteljährlich.

National Model United Nations

Im Sommersemester 2003 hat sich erstmals eine MUN-Projektgruppe an der Universität gebildet. Das Ziel der studentischen Initiative ist seither die Teilnahme am renommierten "National Model United Nations" NMUN in New York, mit über dreitausend Studierenden eine der größten UNO-Simulationen weltweit. Dabei vertraten die Erfurter Delegierten 2004 die Interessen der Staaten Sao Tome und Principe und der Zentralafrikanischen Republik, 2005 Iran, 2006 Mexiko, 2007 Schweden, 2008 Rumänien und 2009 Frankreich. Bei den National Model United Nations Conferences 2006 und 2009 wurde die Gruppe der Universität Erfurt jeweils mehrmals ausgezeichnet und schloss 2006 zudem als beste deutsche Gruppe ab. Sowohl 2007 als auch 2008 wurden die teilnehmenden Delegationen ausgezeichnet. Die Gruppe ist ebenso regelmaessig an der Organisation kleinerer Vorbereitungs-MUNs beteiligt.

Kinder-Uni Erfurt

Die Universität Erfurt beteiligt sich seit 2005 an der ganzjährig stattfindenden "Kinder-Uni Erfurt". Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren können dabei an speziell für sie konzipierten Veranstaltungen teilnehmen. Dort bringen Hochschullehrende den Kindern in Workshops und Vorlesungen vor allem medizinische, sozial- naturwissenschaftliche Themen verständlich näher und beantworten ihre Fragen. Die Universität Erfurt arbeitet dabei mit der Fachhochschule Erfurt und dem Klinikum Erfurt zusammen.

Erfurter Herbstlese

Die Erfurter Herbstlese ist ein literarisches Projekt, das durch den Gründungsrektor der Universität Erfurt, Peter Glotz, maßgeblich mitgeprägt wurde und von der Universität Erfurt gemeinsam mit Partnern wie der Thüringer Allgemeinen veranstaltet wird. Die Lesereihe findet seit 1997 jährlich von Ende Oktober bis Anfang Dezember statt. Dabei stellen bekannte Autoren Deutschlands (beispielsweise Martin Walser oder der Schauspieler und Autor Armin Mueller-Stahl), aber auch Nachwuchs-Autoren ihre Werke vor.

Persönlichkeiten der Universität

Siehe: Liste bekannter Persönlichkeiten der Universität Erfurt und Kategorie:Hochschullehrer (Erfurt)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Erich Kleineidam: Die Gründungsurkunde Papst Urbans VI. für die Universität Erfurt vom 4. Mai 1389. In: Ulman Weiß (Hrsg.): Erfurt 742-1990. Stadtgeschichte, Universitätsgeschichte. Böhlau Verlag, Weimar 1992, ISBN 3740008067, S. 135-153.
  2. a b Sönke Lorenz: Das Erfurter "Studium generale artium". In: Ulman Weiß (Hrsg.): Erfurt 742-1990. Stadtgeschichte, Universitätsgeschichte. Böhlau Verlag, Weimar 1992, ISBN 3740008067, S. 123, 133.
  3. [Robert Gramsch: Erfurt - Die älteste Hochschule Deutschlands. Vom Generalstudium zur Universität (Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Bd. 9). Erfurt 2012.]
  4. Universität Erfurt, Max-Weber-Kolleg: Forschungsschwerpunkte, Zugriff am 23. November 2009

Literatur

  • Kleineidam, Erich: Universitas studii Erfordensis: Überblick über die Geschichte der Universität Erfurt im Mittelalter 1392-1521. Teil 1: 1392-1460. 1964, 2. erw. Auflage Leipzig 1985. Teil 2: Spätscholastik, Humanismus und Reformation: 1461 - 1521. 1969, 2. erw. Auflage Leipzig 1992. ISBN 3-7462-0603-0. Teil 3: Die Zeit der Reformation und Gegenreformation, 1521 - 1632. Leipzig 1980. Teil 4: Die Universität Erfurt und ihre theologische Fakultät von 1633 bis zum Untergang 1816. Leipzig 1981.
  • Künzel, W.: 600 Jahre Universität Erfurt - Vier Jahrzehnte Medizinische Akademie Erfurt. Festschrift der Medizinischen Akademie Erfurt aus Anlass der Erfurter Universitätsgründung 1392. Verlag und Druckerei Fortschritt Erfurt 1992.
  • Märker, Almuth: Geschichte der Universität Erfurt 1392-1816. (Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Band 1) Weimar 1993. ISBN 3-7400-0814-8
  • Steffen Raßloff: 1389 - 1816 - 1994. Ein historischer Überblick. In: Campus, Zeitschrift der Universität Erfurt. Sonderausgabe zum 10-jährigen Bestehen der Universität Erfurt. Erfurt 2004. S. 6 f.
  • Steffen Raßloff: Universität Erfurt. Tradition und Gegenwart. In: Stadt und Geschichte. Zeitschrift für Erfurt 22 (2004). S. 13.
  • Fritz Wiegand: Szepter, Siegel und Ornate der ehemaligen Universität Erfurt, In: Harry Güthert (Hrsg.): Festschrift zur Eröffnung der Medizinischen Akademie Erfurt, Erfurt 1954, S. 27-42.

Weblinks


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