- Die Fischerin vom Bodensee
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Filmdaten Originaltitel Die Fischerin vom Bodensee Produktionsland Deutschland Originalsprache Deutsch Erscheinungsjahr 1956 Länge 90 Minuten Altersfreigabe FSK 6 Stab Regie Harald Reinl Drehbuch Karl Heinz Busse,
Harald ReinlProduktion Ernst Neubach Musik Ralph Maria Siegel Kamera Ernst W. Kalinke Schnitt Lieselotte Prattes Besetzung - Marianne Hold: Maria Gassl
- Gerhard Riedmann: Hans Bruckberger
- Annie Rosar: Stefanie Bruckberger
- Joe Stöckel: Karl Bruckberger
- Josef Egger: Großvater Gassl
- Loisl Blank: Loisl
- Rudolf Bernhard: Anton Schweizer
- Isa Günther: Anny Schweizer
- Jutta Günther: Fanny Schweizer
Die Fischerin vom Bodensee ist ein deutscher Heimatfilm aus dem Jahr 1956. Er spielt vor der Kulisse des Bodensees mit den Orten Friedrichshafen, Schloss Kirchberg, Hagnau, Meersburg und den Pfahlbauten von Unteruhldingen. Titelgebend war das gleichnamige Volkslied nach dem Text und der Melodie von Franz Winkler (1906–1962) aus dem Jahr 1947.
Inhaltsverzeichnis
Handlung
Das unehelich geborene Fischermädchen Maria lebt mit ihrem Großvater am Bodensee und fährt täglich mit dem Nachbarjungen Loisl wie ihre Vorfahren zum Fischfang aus; die Erträge reichen meist gerade zum Leben. Sie gibt sich Männern gegenüber stets unnahbar, weil sie glaubt, dass diese sie nur für leichte Beute halten würden.
Auf dem Markt in Bregenz (tatsächlich wurde die Szene am Hafen von Meersburg gedreht) ist sie mit ihrem spärlichen Fang der Ware des Fischzüchters Bruckberger weit unterlegen, da dieser ihre Preise unterbietet. Bruckbergers Sohn Hans ist heimlich in Maria verliebt; seine Eltern, insbesondere seine Mutter, erwarten jedoch, dass er eine der beiden Schweizer Zwillingsmädchen Fanny und Anny heiraten soll. Sie sind die Töchter des reichen Holzhändlers Schweizer; die Familien Bruckberger und Schweizer sind seit Jahren miteinander befreundet.
Als die Zwillinge eines Tages die Fischernetze von Maria mit dem Motorboot zerstören, weil sie sie für stolz und eingebildet halten, erfährt Hans davon und er möchte es wieder gut machen, indem er über Nacht Marias Netze mit Fischen aus Beständen seines Vaters füllt. Als Maria das erfährt, verkauft sie die wertvolle Tracht ihrer Großmutter, um ihm das Geld zurückzuzahlen. Sie geht Hans nun aus dem Weg, dieser lässt aber nicht locker und findet sie abends auf einer kleinen Insel, auf der sie sich öfters aufhält. Er lässt die Boote von der Leine, damit sie nicht fliehen kann und überzeugt sie mit einem Kuss von seinen echten Gefühlen. Die beiden verbringen die Nacht gemeinsam auf der Insel; am nächsten Morgen sagt er ihr, dass er sie heiraten werde, auch wenn seine Eltern dagegen sind.
Als er nach Hause kommt um von seinen Heiratsabsichten zu erzählen, erzählt ihm die Mutter, dass Maria das uneheliche Kind seines Vaters sei und er sie unmöglich heiraten könne. Der Vater hat diese Geschichte aber nur erfunden, damit er einmal im Monat die „Alimente“ für das uneheliche Kind bei seinem Stammtisch vertrinken kann.
Hans will das nicht glauben und fragt Marias Großvater nach ihrer Herkunft; als Maria davon erfährt, ist sie furchtbar enttäuscht, und glaubt nicht mehr an Hans’ echte Liebe. Nach einigen Verwirrungen finden die Zwillinge heraus, dass ihr Vater auch der Vater von Maria ist, und Maria und Hans können heiraten.
Drehorte und Nachwirkung
Der Film wurde in der Zeit vom 23. April bis zum 1. Juni 1956 vor der Kulisse des Bodensees gedreht. Zu Beginn und am Ende des Films sind viele historische Gebäude aus Meersburg zu sehen. Weitere Drehorte waren Friedrichshafen, Hagnau, das Schloss Kirchberg zwischen Hagnau und Immenstaad am Bodensee und das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Die Aufnahmen im Nachtlokal in München wurden im Malkasten in der Augustenstraße gedreht. Die Liebesszene wurde auf der Liebesinsel vor Radolfzell gedreht, wobei an den Bäumen künstliche Blüten befestigt werden mussten. Weiterhin sind historisch interessant die Trachtenträgerinnen mit den filigranen Trachtenhauben, der Zug der Musikkapellen aus den Anrainerstaaten des Bodensees Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH), die Aufnahme des Raddampfers Zaehringen (1888–1961) und die abschließende Panoramaaufnahme der einzigartigen Hanglage Meersburgs.
Der erfolgreiche Film stellte auch eine gute Werbung für die Bodenseeregion dar, da sehr viele bekannte Orte zu sehen sind. Zum 50-jährigen Jubiläum veranstaltete das Stadtmuseum Radolfzell eine Ausstellung über den Film.
Besonderheiten der Darstellung
Die Nebendarsteller des Filmes erscheinen aus der Sicht des 21. Jahrhunderts seltsam knorrig und formell in ihren Ehrbegriffen. Positiv am Film ist die Darstellung der grenzüberschreitenden Freundschaft zwischen den Anwohnern des Bodenseeufers. Auch der Beitrag zur Bewahrung der Tradition der Trachten und Trachtenhauben des Bodenseegebiets ist erwähnenswert (Szene des Verkaufs der alten Tracht der Fischersfamilie an das Heimatmuseum). Das Abbild des alten Schaufelraddampfers und des mit Holz zu beheizenden Küchenherds sind Zeitdokumente.
Die Fischerin vom Bodensee verhalf Marianne Hold zum Durchbruch als neuer Star des Heimatfilms. Selbst nach 50 Jahren wird der Film immer noch alternierend in einem der regionalen Dritten Fernsehprogramme gezeigt.
Kritiken
„Der herzhaft-unbekümmerte Gerhard Riedmann und die liebreizende Marianne Hold sind das Liebespaar im Dreiländereck.“
– Filmblätter
„Märchen- und kolportagehafter Heimatfilm mit heiteren und rührseligen Ingredienzen.“
– Lexikon des internationalen Films
„(...); sentimental, kitschig und besonders realitätsfern; der Titelsong dieser Heimatschnulze wurde ein bekannter Schlager der fünfziger Jahre. (Wertung: 1 von 4 möglichen Sternen: schwach)“
– Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“, 1990 [1]
Weblinks
- Die Fischerin vom Bodensee in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Die Fischerin vom Bodensee bei deutscher-tonfilm.de
- Die Fischerin vom Bodensee bei Filmportal.de
Einzelnachweise
- ↑ Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 231
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